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Moto Guzzi Motorrad kaufen
Seit über einem Jahrhundert verlassen Motorräder das Werk in Mandello del Lario – jedes trägt die Handschrift einer Marke, die sich Trends widersetzt. Der markante Quermotor und italienisches Temperament prägen jeden Kilometer auf Schweizer Passstrassen.
Suchergebnisse

1946 | Moto Guzzi Guzzino 65
Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand
€ 2’000 - € 3’500
Vorschau
1979 | Moto Guzzi Airone Turismo
Villach Collection – Oldtimer / Sammlerfahrzeug aus Museumsbestand
€ 4’250 - € 5’800
Vorschau

1983 | Moto Guzzi California II
Moto Guzzi CALIFORNIA II

1954 | Moto Guzzi Motoleggera 65
Moto Guzzi 65 SUPERLEGGERA

1951 | Moto Guzzi Motoleggera 65
Moto Guzzi 65 SUPERLEGGERA

1949 | Moto Guzzi Guzzino 65
Moto Guzzi “Guzzino” Motoleggera 65 Tipo A – 1949

1986 | Moto Guzzi V 35 III
Moto Guzzi V35 IMOLA CAFE' RACER

1998 | Moto Guzzi Daytona RS
Moto Guzzi DAYTONA RS SPECIAL

1990 | Moto Guzzi V 65 Lario
Moto Guzzi V65 LARIO

1988 | Moto Guzzi California III
Moto Guzzi CALIFORNIA III

1984 | Moto Guzzi 850 T 5
Moto Guzzi T5

1981 | Moto Guzzi 850 LeMans
Moto Guzzi 850 LE MANS III

1980 | Moto Guzzi 850 LeMans
Moto Guzzi LE MANS II 850

1973 | Moto Guzzi V7 III
Moto Guzzi V7 Sport
Geschichte & Erbe
Die Geschichte von Moto Guzzi beginnt 1921 in Mandello del Lario am Comer See, nur einen Steinwurf von der Schweizer Grenze entfernt. Hier verwirklichten Carlo Guzzi und Giorgio Parodi nach dem Ersten Weltkrieg ihren Traum von einem Motorrad, das technologisch neue Massstäbe setzen sollte. Der dritte im Bunde, der Pilot Giovanni Ravelli, war 1919 bei einem Testflug verunglückt – ihm zu Ehren trägt die Marke bis heute den stolzen Adler im Logo. Die erste Normale mit ihrem 500-ccm-Einzylinder ging 1921 in Produktion und legte den Grundstein für eine Ära, die bis heute andauert. Bereits 1924 feierte die Marke den Gewinn der Europameisterschaft in der 500er-Klasse, was den Ruf von Moto Guzzi als ernstzunehmender Akteur im Rennsport festigte.
In den 1930er Jahren stieg Moto Guzzi zum grössten italienischen Motorradhersteller auf. Die G.T. Norge von 1928 bewies mit ihrer damals revolutionären Hinterradfederung ihre Zuverlässigkeit auf einer spektakulären Fahrt bis zum Polarkreis. Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte die Marke den internationalen Rennsport nach Belieben: Zwischen 1935 und 1957 holte Moto Guzzi insgesamt 14 Weltmeistertitel und über 3.300 Rennsiege. Dieser Rekord ist ein Zeugnis für die Ingenieurskunst aus Mandello, die oft ihrer Zeit voraus war.
Die Nachkriegszeit war geprägt von Modellen wie der Guzzino (1946) und der Cardellino, die Italien und Europa wieder mobil machten. Die Falcone 500 (1950-1967) erlangte als robuste Polizeimaschine Kultstatus und ist heute ein gesuchtes Sammlerstück, auch in der Schweiz, wo sie oft als "Veteran" gehegt und gepflegt wird. Das Jahr 1967 markierte schliesslich den entscheidenden Wendepunkt: Die Vorstellung der V7 mit ihrem quer eingebauten 90-Grad-V2-Motor. Diese einzigartige Architektur mit längs liegender Kurbelwelle wurde zur unverwechselbaren DNA aller künftigen Grossmodelle der Marke.
Die 1970er Jahre brachten Sportikonen hervor, die heute in keiner ernsthaften Sammlung fehlen dürfen. Die V7 Sport (1971) mit 750 ccm und die 850 Le Mans (1976), benannt nach dem berühmten 24-Stunden-Rennen, setzten neue Massstäbe in Sachen Performance und Design. Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen und wechselnder Eigentümer – von De Tomaso über Aprilia bis hin zur heutigen Zugehörigkeit zur Piaggio-Gruppe – blieb der Kern der Marke stets erhalten. Heute erlebt Moto Guzzi eine beeindruckende Renaissance. Modelle wie die V7 III, die V9 oder die Reiseenduro V85 TT verbinden die klassische Ästhetik und den unverwechselbaren Charakter der alten Maschinen mit moderner, zuverlässiger Technik. Für Schweizer Enthusiasten ist die Nähe zum Werk in Mandello ein besonderer Bonus: Die jährlichen "Open House"-Events im September sind für viele Guzzisti aus den Kantonen Tessin, Graubünden oder Zürich ein fester Termin im Kalender.
Highlights & Besonderheiten
Was ein Moto Guzzi Motorrad so unverwechselbar macht, ist in erster Linie der 90-Grad-V-Twin in seiner charakteristischen Längsanordnung. Im Gegensatz zu den meisten anderen V2-Motoren liegt die Kurbelwelle hier in Fahrtrichtung, wodurch die Zylinder markant links und rechts aus dem Rahmen ragen. Dies sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern bietet auch praktische Vorteile: Die Zylinderköpfe liegen voll im Fahrtwind, was die Kühlung optimiert, und Wartungsarbeiten wie die Kontrolle des Ventilspiels lassen sich bequem durchführen, ohne das halbe Motorrad zerlegen zu müssen.
Ein weiteres technisches Merkmal ist der Kardan-Antrieb. Er macht die lästige Kettenpflege überflüssig und sorgt für eine saubere Kraftübertragung. Damit verbunden ist das berühmte "Guzzi-Nicken": Beim Gasgeben im Stand hebt sich das Motorrad durch die Rotationskräfte der Kurbelwelle leicht nach rechts – ein mechanischer Gruss der Maschine an ihren Fahrer, den Kenner über alles lieben.
Die V7 Sport (1971-1974) gilt als eines der ersten echten italienischen Superbikes. Mit 750 ccm, 52 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h war sie in den frühen 70ern eine Ansage an die Konkurrenz. Ihr flaches, gestrecktes Café-Racer-Design und die oft in "Verde Legnano" (einem speziellen Grünton) gehaltene Lackierung machen sie heute zu einem der begehrtesten Klassiker auf dem Markt. Die 850 Le Mans wiederum setzte Massstäbe mit ihrem integrierten Bremssystem, bei dem die Fussbremse gleichzeitig eine der vorderen Scheiben mitbetätigt – ein Vorläufer moderner Verbundbremssysteme, der besonders auf anspruchsvollen Schweizer Passabfahrten für zusätzliche Sicherheit sorgte.
Die California-Baureihe, die ab 1972 ihren Siegeszug antrat, definierte den Begriff des italienischen Cruisers. Mit ihrer entspannten Sitzposition, dem grossen Windschild und den markanten Trittbrettern wurde sie sogar von US-Polizeibehörden wie dem LAPD eingesetzt. In der Schweiz ist die California seit Jahrzehnten ein Symbol für genussvolles Reisen über die Alpen.
Auch jüngere Klassiker wie die Daytona 1000 mit ihrem Vierventil-Motor oder die exklusive MGS-01 Corsa zeigen, dass Moto Guzzi den Rennsport nie ganz vergessen hat. Was jedoch alle Modelle eint, ist der sonore, tiefe V2-Sound, das ehrliche mechanische Feedback und die Tatsache, dass man hier noch Technik zum Anfassen vor sich hat. In einer Welt der zunehmenden Digitalisierung bietet eine Guzzi ein analoges, unverfälschtes Fahrerlebnis.
Technische Daten
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten technischen Eckdaten einiger der bedeutendsten Moto Guzzi Modelle der Geschichte. Diese Daten helfen dabei, die Entwicklung der Technik von den Anfängen bis in die Neuzeit nachzuvollziehen.
Legende: OHV = obenliegende Ventile über Stossstangen, DOHC = doppelte obenliegende Nockenwellen.
Alle V2-Modelle ab 1967 zeichnen sich durch eine robuste Bauweise aus. Sie nutzen in der Regel eine Zweischeiben-Trockenkupplung und den wartungsarmen Kardanantrieb. Ein grosser Vorteil für Selbstschrauber: Das Ventilspiel lässt sich bei den meisten Modellen ohne Spezialwerkzeug einstellen, da die Zylinderköpfe frei zugänglich sind. Dies spart nicht nur Kosten in der Werkstatt, sondern stärkt auch die Beziehung zwischen Fahrer und Maschine.
Marktübersicht und Kauftipps
Der Schweizer Markt für klassische Moto Guzzi Motorräder ist geprägt von einer hohen Qualität der Fahrzeuge. Viele "Occasionen" wurden über Jahrzehnte hinweg penibel gewartet und oft nur bei schönem Wetter bewegt. Dies spiegelt sich auch in den Preisen wider, die in der Schweiz oft stabil auf einem hohen Niveau liegen.
Preissegmente nach Modell und Zustand (Stand 2024-2025 in CHF):
Falcone / Airone (1950er-1960er): Ein gut erhaltenes Exemplar der Airone findet man in der Schweiz ab ca. 7'500 CHF. Top-restaurierte Maschinen mit dem begehrten Veteranenstatus (MFK) können bis zu 18'000 CHF oder mehr kosten. Diese Einzylinder sind wertstabil und erfreuen sich einer wachsenden Fangemeinde.
V7 Special / Ambassador (1967-1975): Fahrbereite Modelle starten bei etwa 5'500 CHF. Für perfekt restaurierte Exemplare, die technisch und optisch im Neuzustand sind, werden oft zwischen 12'000 und 16'000 CHF aufgerufen.
V7 Sport (1971-1974): Dies ist die "Blaue Mauritius" unter den Guzzis. In der Schweiz sind gute Exemplare extrem selten. Fahrbereite Maschinen beginnen kaum unter 15'000 CHF. Für Concours-Zustände oder die seltene "Telaio Rosso"-Version (mit rotem Rahmen) werden international Preise von über 35'000 CHF erzielt, wobei Spitzenexemplare bei Auktionen sogar die Marke von 90'000 CHF durchbrochen haben.
850 Le Mans Mk I (1976-1978): Ein absoluter Klassiker. Projekte zum Wiederaufbau gibt es ab ca. 6'500 CHF, während Top-Fahrzeuge im Originalzustand zwischen 14'000 und 20'000 CHF gehandelt werden. Die späteren Modelle Mark II und III sind deutlich günstiger zu finden (oft zwischen 5'000 und 10'000 CHF), bieten aber weniger Wertsteigerungspotenzial.
California-Reihe (1972-heute): Frühe California II oder III Modelle sind in der Schweiz beliebte Tourenbegleiter und oft für 4'500 bis 9'500 CHF zu finden. Jüngere Gebrauchte aus den 1990ern oder frühen 2000ern sind oft preiswerte Einstiegsmöglichkeiten in die Guzzi-Welt.
Moderne Klassiker (V7 III, V85 TT): Diese Modelle halten ihren Wert in der Schweiz sehr gut. Eine junge gebrauchte V7 III ist meist nicht unter 6'500 CHF zu bekommen, was für die Beliebtheit des Retro-Designs spricht.
Käuferprofile und Empfehlungen:
Der Einsteiger: Wer den Guzzi-Spirit ohne Schrauber-Stress erleben möchte, greift zu einer V7 ab Baujahr 2012. Diese Maschinen bieten moderne Einspritztechnik, ABS und Zuverlässigkeit bei klassischer Optik. Sie sind ideal für die tägliche Fahrt zur Arbeit oder die Wochenendtour ins Appenzellerland.
Der Purist: Für Liebhaber mechanischer Perfektion führt kein Weg an einer Falcone oder einer frühen V7 vorbei. Hier sollte man jedoch auf eine lückenlose Historie und idealerweise den Veteranenstatus achten, da dies die Zulassung und Versicherung in der Schweiz erheblich vereinfacht.
Der Sportfahrer: Eine 850 Le Mans oder eine V11 Sport bietet das richtige Mass an Emotion und Leistung. Hier sollte man besonders auf den Zustand des Fahrwerks und der Bremsen achten – Upgrades auf moderne Komponenten sind hier oft sinnvoll und wertsteigernd.
Worauf Sie beim Kauf einer Moto Guzzi Occasion achten sollten:
- Der Motor: Achten Sie auf Ölverlust an den Zylinderfussdichtungen. Ein leichtes Schwitzen ist bei alten Guzzis fast normal, aber echte Tropfenbildung deutet auf eine fällige Revision hin. Prüfen Sie, ob das Ventilspiel regelmässig eingestellt wurde.
- Der Kardan: Heben Sie das Hinterrad an und prüfen Sie das Spiel. Ein Spiel von mehr als 5 mm am Radumfang kann auf verschlissene Kreuzgelenke oder Probleme im Endantrieb hindeuten, was teure Reparaturen nach sich zieht.
- Die Elektrik: Besonders bei Modellen aus den 70er und 80er Jahren ist die Elektrik oft ein Schwachpunkt. Korrodierte Steckverbindungen oder schwache Lichtmaschinen sind häufige Probleme. Prüfen Sie, ob die Batterie geladen wird (Spannungsmessung bei laufendem Motor).
- Der Veteranenstatus: In der Schweiz ist der Eintrag "Veteran" im Fahrzeugausweis ein grosses Qualitätsmerkmal. Er bescheinigt, dass das Fahrzeug originalgetreu und in technisch einwandfreiem Zustand ist. Zudem profitieren Sie von längeren MFK-Intervallen (alle 6 Jahre) und günstigeren Versicherungsprämien.
- Dokumentation: Matching Numbers (Rahmen- und Motornummer stimmen überein) sind für den Werterhalt essenziell. Originale Handbücher, Werkstattrechnungen und MFK-Berichte sollten vorhanden sein.
Teileversorgung in der Schweiz: Die Ersatzteilsituation für Moto Guzzi ist generell gut. In der Schweiz gibt es spezialisierte Händler und Werkstätten, die sich auf Klassiker verstehen. Zudem ist die Nähe zu Italien und spezialisierten Versendern in Deutschland und den Niederlanden ein grosser Vorteil. Viele Verschleissteile sind auch für 40 Jahre alte Maschinen noch problemlos ab Lager verfügbar.
Fahrverhalten & Fahrgefühl
Ein Moto Guzzi Motorrad zu fahren, ist ein Erlebnis für alle Sinne. Es beginnt bereits beim Starten: Der grosse V2 erwacht mit einem tiefen Grollen zum Leben, das ganze Motorrad schüttelt sich kurz, als wolle es den Fahrer begrüssen. Sobald man den ersten Gang einlegt – oft begleitet von einem satten mechanischen "Klonk" – und die Kupplung kommen lässt, spürt man die enorme Kraft aus dem Keller.
Das Fahrverhalten einer Guzzi ist geprägt von der Längskurbelwelle. In Kurven spürt man das bereits erwähnte Aufstellmoment beim Gasgeben. Wer zum ersten Mal auf einer Guzzi sitzt, mag dies als Eigenheit empfinden, doch schon nach wenigen Kilometern wird es zum Teil des rhythmischen Tanzes zwischen Mensch und Maschine. Besonders auf den kurvenreichen Strassen der Schweizer Alpen, etwa am Gotthardpass oder dem Klausenpass, entfaltet eine Guzzi ihren ganz eigenen Charme. Man fährt sie nicht mit hektischen Bewegungen, sondern mit weiten, flüssigen Linien.
Die V7 Sport vermittelt dabei das Gefühl eines klassischen Renners. Man liegt tief über dem Tank, die Knie schmiegen sich an die Zylinder, und jeder Gasstoss wird unmittelbar in Vortrieb umgesetzt. Es ist ein puristisches, fast schon intimes Fahrgefühl. Im Gegensatz dazu bietet eine California pure Souveränität. Man thront auf der breiten Sitzbank, lässt den Blick über die Landschaft schweifen und geniesst das satte Drehmoment des Motors, der auch bei niedrigen Drehzahlen immer genügend Reserven bietet.
Das Bremsverhalten der älteren Modelle mit dem Integral-Bremssystem erfordert eine gewisse Umstellung, bietet aber eine beeindruckende Verzögerung, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat. Man tritt auf die Fussbremse, und das Motorrad taucht gleichmässig vorne und hinten ein – ein sehr stabiles Gefühl, das besonders bei Bergabfahrten Vertrauen schafft.
Was alle Moto Guzzis eint, ist die Rückmeldung, die sie dem Fahrer geben. Man spürt jede Zündung, jede Bewegung im Getriebe und jede Unebenheit der Strasse. Es ist ein ehrliches, ungefiltertes Fahren, das in krassem Gegensatz zu den oft klinisch perfekt wirkenden modernen Motorrädern steht. Wer eine Guzzi fährt, sucht nicht die letzte Zehntelsekunde auf der Rennstrecke, sondern die Qualität des Augenblicks. Es ist die Entschleunigung auf hohem Niveau, die Faszination an der Mechanik und der Stolz, ein Stück lebendige Geschichte zu bewegen.
Design & Zubehör
Das Design einer Moto Guzzi folgt einer klaren Philosophie: Die Technik wird nicht versteckt, sie wird zelebriert. Der Motor ist das Herzstück und das wichtigste Gestaltungselement zugleich. Die weit ausladenden Zylinder, die oft polierten Ventildeckel und die markante Linienführung des Rahmens bilden eine Skulptur aus Metall.
In den 1970er Jahren prägte Moto Guzzi mit der V7 Sport und der Le Mans das Bild des sportlichen Motorrads massgeblich. Die flache Silhouette, der lange Tank und die knappe Sitzbank wurden zum Vorbild für unzählige Café-Racer-Umbauten. Designer wie Lino Tonti schufen Rahmen, die nicht nur stabil waren, sondern auch ästhetisch überzeugten. Die Farbwahl war oft mutig: Das leuchtende Grün der V7 Sport oder das aggressive Rot der Le Mans Rahmen sind bis heute legendär.
Die California-Modelle hingegen zeigen die elegante Seite der Marke. Viel Chrom, geschwungene Linien und eine opulente Ausstattung machen sie zu echten Hinguckern vor jedem Strassencafé in Lugano oder Genf. Hier wird italienische Grandezza auf zwei Räder übertragen.
Zubehör und Individualisierung: Die Guzzi-Szene ist bekannt für ihre Individualität. Kaum eine Maschine bleibt im absoluten Originalzustand, wobei in der Schweiz bei Klassikern der Trend klar zum Erhalt der Originalität geht, um den Veteranenstatus nicht zu gefährden. Dennoch gibt es zeitgenössisches Zubehör, das sehr beliebt ist:
- Auspuffanlagen: Anlagen von Lafranconi (oft als "Riservato Competizione" bekannt) oder Mistral sorgen für einen noch kernigeren Sound, ohne den Charakter der Maschine zu verfälschen.
- Sitzbänke: Individuell gepolsterte Bänke erhöhen den Langstreckenkomfort auf Touren durch die Schweiz.
- Gepäcksysteme: Klassische Lederkoffer für die California oder dezente Trägersysteme von Hepco & Becker sind praktisch für mehrtägige Ausflüge.
- Fahrwerkskomponenten: Der Austausch der oft in die Jahre gekommenen Originaldämpfer gegen moderne Pendants von Koni (heute Ikon) oder Öhlins verbessert das Fahrverhalten dramatisch, ohne die Optik zu zerstören.
In der Schweiz gibt es zudem eine lebendige Szene für Custom-Bikes auf Guzzi-Basis. Besonders die kleineren V-Modelle wie die V35 oder V50 dienen oft als Basis für wunderschöne Scrambler- oder Bobber-Umbauten. Hier ist jedoch immer ein Auge auf die strengen Schweizer Zulassungsvorschriften (ASA-Richtlinien) zu werfen, damit der Fahrspass nicht bei der nächsten Polizeikontrolle endet.
Sonstiges
Moto Guzzi in der Schweizer Kultur: Obwohl Moto Guzzi eine tief italienische Marke ist, hat sie in der Schweiz eine treue und sehr aktive Fangemeinde. Die geografische Nähe zum Werk in Mandello del Lario spielt dabei eine grosse Rolle. Für viele Schweizer Guzzisti ist die Fahrt über den Splügenpass oder durch das Veltlin nach Mandello eine Art Pilgerreise.
Der Moto Guzzi Club Schweiz und spezialisierte Untergruppen wie der Moto Guzzi California Club Schweiz organisieren regelmässig Ausfahrten, Treffen und Stammtische. Hier wird nicht nur über Technik gefachsimpelt, sondern auch die Kameradschaft gepflegt. Die Treffen zeichnen sich oft durch eine entspannte Atmosphäre aus – man geniesst das gute Leben, passend zum italienischen Erbe der Maschinen.
Rennsport-Erbe: Auch wenn Moto Guzzi sich 1957 offiziell aus dem Grand-Prix-Sport zurückzog, blieb der Geist des Rennsports immer präsent. Die Entwicklung des legendären V8-Motors in den 50er Jahren – ein technisches Meisterwerk mit acht Zylindern auf nur 500 ccm – zeigt den Mut der Ingenieure. In der Schweiz werden klassische Guzzis oft bei Bergrennen für historische Motorräder eingesetzt, wo sie mit ihrem Drehmoment und ihrer Standfestigkeit punkten können.
Popkultur und Prominenz: Moto Guzzi hat auch prominente Fans. Der Schauspieler Ewan McGregor ist ein bekannter Liebhaber der Marke und war sogar das Gesicht einiger Werbekampagnen. In der Schweiz sieht man Guzzis oft in Filmen oder Werbespots, wenn es darum geht, Stil, Individualität und eine gewisse Nonchalance zu vermitteln. Eine Guzzi ist kein Massenprodukt; sie ist ein Statement gegen den Mainstream.
Kurioses: Wussten Sie, dass Moto Guzzi in den 1950er Jahren auch einen der ersten Windkanäle für Motorräder baute? In Mandello steht dieses beeindruckende Bauwerk noch heute. Es ermöglichte es der Marke, aerodynamische Verkleidungen zu entwickeln, die ihrer Zeit weit voraus waren und massgeblich zu den Erfolgen im Rennsport beitrugen.
Fazit
Wer ein Moto Guzzi Motorrad kaufen möchte, entscheidet sich nicht nur für ein Fortbewegungsmittel, sondern für ein Stück Lebensgefühl. Die Maschinen aus Mandello del Lario bieten eine einzigartige Mischung aus technischer Eigenwilligkeit, zeitlosem Design und emotionaler Tiefe. Ob es die legendäre V7 Sport, die kraftvolle 850 Le Mans oder eine komfortable California ist – jede Guzzi hat ihren eigenen Charakter.
Für Sammler in der Schweiz sind besonders die Modelle mit Veteranenstatus interessant, da sie Wertstabilität und Fahrfreude perfekt kombinieren. Die Preise für erstklassige Exemplare steigen seit Jahren, was eine Guzzi auch zu einer interessanten Wertanlage macht. Doch im Vordergrund sollte immer das Fahrerlebnis stehen: Das Schütteln des Motors, der unverwechselbare Klang und das Gefühl, eins zu sein mit einer Maschine, die noch eine Seele hat.
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Hinweis: Die genannten Preise sind Richtwerte basierend auf Marktbeobachtungen der Jahre 2024 und 2025 und können je nach individuellem Zustand und Historie des Fahrzeugs variieren.












