|

HMW Motorrad kaufen

Die Halleiner Motorenwerke prägten die österreichische Nachkriegsmobilität mit innovativen Hilfsmotoren und eleganten Mopeds wie der Conny oder der Foxinette. Entdecken Sie seltene Sammlerstücke einer Marke, die heute als Geheimtipp für Liebhaber alpiner Zweiradtechnik in der Schweiz gilt.

Weiterlesen

Suchergebnisse

Zur Zeit sind keine passenden Inserate zu Ihrer Suche veröffentlicht.

Benachrichtigung erstellen

Lassen Sie sich benachrichtigen, sobald ein Inserat veröffentlicht wird, das Ihren Suchkriterien entspricht.

Fahrzeug inserieren

Sie haben einen HMW, den Sie verkaufen wollen? Dann erstellen Sie jetzt ein Inserat.

Fahrzeug inserieren

"HMW" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "HMW" machen.

Abgelaufenes Inserat
Bild 1/15 von HMW 50 (1958)

1958 | HMW 50

Österreichisches Moped der Nachkriegsjahre

Auktionletzten Monat
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/12 von HMW 50 (1953)

1953 | HMW 50

Österreichisches Moped der Nachkriegsjahre

Auktionletzten Monat
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/18 von HMW Foxinette FM 41 S (1953)

1953 | HMW Foxinette FM 41 S

Auktionletzten Monat
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/14 von HMW Glockner 50 Z (1953)

1953 | HMW Glockner 50 Z

Frühes österreichisches Moped

Auktionletzten Monat
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/15 von HMW 50 ZL (1954)

1954 | HMW 50 ZL

Österreichisches Moped der Nachkriegsjahre

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/16 von HMW Foxinette FM 41 (1953)

1953 | HMW Foxinette FM 41

Gebaut für unkomplizierte Mobilität der Nachkriegsjahre

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/17 von HMW Foxinette FM 41 (1952)

1952 | HMW Foxinette FM 41

Gebaut für unkomplizierte Mobilität der Nachkriegsjahre

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/19 von HMW 75 LM "Wiesel" (1955)

1955 | HMW 75 LM "Wiesel"

Kräftiges Leichtmotorrad aus österreichischer Produktion

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/16 von HMW 50 "Conny" (1951)

1951 | HMW 50 "Conny"

Kompakt konstruiert und ganz auf Alltag ausgelegt

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/18 von HMW 50 (1960)

1960 | HMW 50

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/19 von HMW 50 SL (1956)

1956 | HMW 50 SL

Österreichisches Moped der Nachkriegsjahre

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/18 von HMW 75 LM "Wiesel" (1958)

1958 | HMW 75 LM "Wiesel"

Leichtmotorrad aus österreichischer Produktion

Auktionvor 2 Monaten
🇦🇹
Händler
Abgelaufenes Inserat
Bild 1/34 von HMW 50 SL (1952)

1952 | HMW 50 SL

HMW  Hainsberger Mücke , Russensachs

CHF 2’712vor 3 Jahren
🇩🇪
Händler

Benachrichtigung erstellen

Lassen Sie sich benachrichtigen, sobald ein Inserat veröffentlicht wird, das Ihren Suchkriterien entspricht.

Fahrzeug inserieren

Sie haben einen HMW, den Sie verkaufen wollen? Dann erstellen Sie jetzt ein Inserat.

Fahrzeug inserieren

Inhaltsverzeichnis

Geschichte & Erbe

Die Geschichte der Halleiner Motorenwerke, kurz HMW, ist ein faszinierendes Kapitel der österreichischen Industriegeschichte, das eng mit dem Drang nach individueller Mobilität in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verknüpft ist. Alles begann im Jahr 1948 in Hallein bei Salzburg. In einer Ära, in der Autos für die breite Masse unerschwinglich waren und selbst vollwertige Motorräder als Luxusgut galten, suchten findige Ingenieure nach Wegen, das einfache Fahrrad zu motorisieren. Auch in der Schweiz war das Bedürfnis nach günstigen Transportmitteln gross, was den Boden für den Erfolg der HMW-Produkte bereitete.

Der Grundstein wurde durch Ing. Anton Fuchs gelegt, der bereits 1948 den sogenannten Fuchs-Hilfsmotor auf der Wiener Frühjahrsmesse präsentierte. Dieser kleine, aber robuste 38-ccm-Zweitaktmotor war dafür konzipiert, an herkömmliche Fahrräder montiert zu werden. Die Resonanz war überwältigend, da er eine kostengünstige Lösung für Pendler und Handwerker bot. Ursprünglich als Fuchs-Königer AG gegründet, kam es jedoch bald zu internen Differenzen, die 1949 zur Neugründung als Halleiner Motorenwerke AG führten. Mit an Bord waren ehemalige Puch-Mitarbeiter wie der Techniker Hacker und der Verkaufsstratege Fleischmann, die das Know-how der Branche mitbrachten.

In den frühen 1950er Jahren entwickelte sich HMW rasant. Die Produktion wurde von reinen Anbaumotoren auf komplette Fahrzeuge ausgeweitet. Ein Meilenstein in der Markenhistorie war die Fernfahrt von Richard Wunderer im Jahr 1952. Mit einer HMW Foxinette, die lediglich von einem Fuchs-Hilfsmotor angetrieben wurde, legte er eine Strecke von über 12.000 Kilometern zurück – von Österreich durch Italien bis tief in die Sahara. Diese Expedition bewies die enorme Zuverlässigkeit der kleinen Triebwerke unter extremsten Bedingungen und verschaffte der Marke internationales Ansehen, auch bei Schweizer Töff-Enthusiasten, die Wert auf Robustheit legten.

Mitte der 1950er Jahre erreichte HMW seinen Zenit. Die Modellpalette wurde stetig erweitert und umfasste nun Mopeds, Motorroller und sogar Transportdreiräder. Die Marke exportierte ihre Produkte in zahlreiche Länder, darunter die Niederlande und die Schweiz. In der Schweiz fanden die HMW-Modelle aufgrund ihrer Bergtauglichkeit – ein entscheidender Faktor in den Alpen – schnell Anklang. Doch der Erfolg brachte auch Herausforderungen mit sich. Der wachsende Wohlstand in Europa führte dazu, dass immer mehr Menschen auf den Pkw umstiegen. Zudem war der Wettbewerb durch Giganten wie Puch oder die aufkommenden japanischen Hersteller enorm.

Gegen Ende der 1950er Jahre verlagerte das Unternehmen seinen Standort von Hallein nach Kottingbrunn in Niederösterreich. Man erhoffte sich durch die Modernisierung der Fertigung und neue Modelle wie den Roller Conny eine Trendwende. Trotz innovativer Ansätze und einer treuen Fangemeinde konnten die Halleiner Motorenwerke den wirtschaftlichen Abwärtstrend nicht stoppen. Im Jahr 1964 musste die Produktion schliesslich eingestellt werden. Insgesamt wurden in der kurzen, aber intensiven Firmengeschichte rund 25.000 Einheiten gefertigt – eine Zahl, die im Vergleich zu Grossserienherstellern gering erscheint, aber die Exklusivität und den Sammlerwert der heute noch existierenden Fahrzeuge unterstreicht.

Nach Jahrzehnten im Dornröschenschlaf erlebt der Name HMW aktuell eine Renaissance. Unter dem Label HMW Mobility wird die Marke seit 2024 wiederbelebt, wobei der Fokus nun auf modernen Elektroantrieben und 125-ccm-Modellen liegt. Für Sammler bleiben jedoch die klassischen Zweitakter aus der Ära zwischen 1948 und 1964 die wahren Schätze, die den Geist des österreichischen Wirtschaftswunders verkörpern. In der Schweizer Oldtimer-Szene werden diese Fahrzeuge oft als "Veteranen" gehegt und gepflegt.

Modell-Highlights

Wer heute ein HMW Motorrad kaufen möchte, stösst auf eine überschaubare, aber technisch höchst interessante Auswahl an Modellen. Jedes Fahrzeug erzählt seine eigene Geschichte von technischer Improvisation und alpinem Erfindergeist.

HMW Foxinette (FM 41 / FM 41 S)

Die Foxinette ist das Ur-Modell der Marke und der direkte Nachfahre des Fuchs-Hilfsmotors. In ihrer frühen Form war sie kaum mehr als ein verstärktes Fahrrad mit einem unter dem Tretlager montierten Motor. Spätere Versionen wie die FM 41 S erhielten einen eigenständigen Rahmen und eine Federgabel, was sie zu einem echten Moped machte. Mit ihrem charakteristischen Knattern und der simplen Technik ist sie heute der Inbegriff des frühen Nachkriegs-Mopeds. Sammler schätzen vor allem die frühen Exemplare mit dem originalen Fuchs-Schriftzug auf dem Motorgehäuse. In der Schweiz ist die Foxinette ein seltener Anblick bei Oldtimer-Ausfahrten.

HMW Conny (50 / 50 SL)

Der Roller Conny ist zweifellos das charmanteste Modell im Portfolio. Benannt nach dem damaligen Kinderstar Cornelia Froboess, wurde er gezielt als "Damenfahrzeug" vermarktet. Der freie Durchstieg und die elegante Verkleidung machten ihn ideal für Fahrten in der Stadt. Technisch basierte die Conny auf dem bewährten 50-ccm-Motor, verfügte aber oft über eine komfortable Dreigang-Handschaltung. Die Conny ist heute ein gesuchtes Sammlerobjekt, da sie den Zeitgeist der späten 50er Jahre perfekt widerspiegelt. In Schweizer Städten wie Zürich oder Bern war sie einst ein Symbol für moderne Mobilität.

HMW 75 LM "Wiesel"

Für Kunden, denen 50 ccm nicht ausreichten, bot HMW das Modell Wiesel an. Mit einem Hubraum von 75 ccm und einer Leistung von etwa 3,2 PS war das Wiesel deutlich kräftiger als seine kleineren Geschwister. Es war als Leichtmotorrad konzipiert und bot eine für damalige Verhältnisse beachtliche Höchstgeschwindigkeit von über 60 km/h. Das Wiesel ist heute extrem selten, da die Produktionszahlen deutlich unter denen der 50er-Modelle lagen. Für Schweizer Sammler, die auch mal eine Passstrasse befahren wollen, ist das Wiesel aufgrund der Mehrleistung besonders attraktiv.

HMW Glockner 50 Z

Benannt nach dem höchsten Berg Österreichs, dem Grossglockner, sollte dieses Modell die Bergtauglichkeit der Halleiner Konstruktionen unterstreichen. Die Glockner 50 Z zeichnete sich durch eine optimierte Getriebeübersetzung und eine robuste Bauweise aus. Sie war das Arbeitstier für die ländlichen Regionen und bewährte sich auf steilen Passstrassen. Gerade in der Schweiz, wo Steigungen zum Alltag gehören, war die Glockner ein geschätzter Begleiter für Bergbauern und Pendler in alpinen Tälern.

HMW 50 SL und 50 ZL

Die 50er-Serie bildete das Rückgrat der späten Produktion. Die Kürzel standen für verschiedene Ausstattungsvarianten: SL für Super-Luxus und ZL für Zentral-Luxus (oft mit Hinterradfederung). Diese Modelle zeigten die Evolution hin zum modernen Moped mit Teleskopgabel, Schwingenfahrwerk und Vollnabenbremsen. Sie sind heute die am häufigsten auf dem Markt zu findenden HMW-Klassiker und bieten einen guten Einstieg in die Welt der Marke.

Technische Daten

Die Technik der HMW-Fahrzeuge war geprägt von Einfachheit und Langlebigkeit. Hier eine Übersicht der wichtigsten Spezifikationen der Kernmodelle:

Die Motoren waren fast ausnahmslos luftgekühlte Einzylinder-Zweitakter, die mit einem Gemisch von 1:25 betrieben wurden. Ein besonderes Merkmal vieler HMW-Motoren war die kompakte Bauweise des Kurbelgehäuses und die Verwendung von hochwertigen Gussmaterialien, was sie thermisch sehr stabil machte – ein grosser Vorteil bei langen Bergauffahrten in den Schweizer Alpen.

Marktübersicht und Kauftipps

Der Markt für HMW Motorräder in der Schweiz ist exklusiv und überschaubar. Da die Marke in der Schweiz nie die Massenverbreitung von Puch oder Sachs erreichte, ist jedes auftauchende Exemplar ein Highlight für Kenner.

Preisspiegel 2024-2025 (Schweiz)

Die Preise in der Schweiz liegen oft leicht über dem europäischen Durchschnitt, was dem generell höheren Preisniveau und dem oft exzellenten Pflegezustand Schweizer Fahrzeuge geschuldet ist. Hier eine Orientierung in Schweizer Franken (CHF):

  • Scheunenfunde / Restaurationsobjekte: Für unrestaurierte Fahrzeuge, die oft Jahrzehnte in Kellern oder Garagen standen, werden zwischen CHF 600 und CHF 1.500 aufgerufen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da die Ersatzteilbeschaffung für spezifische Blechteile schwierig sein kann.
  • Fahrbereiter Originalzustand: Mopeds mit schöner Patina, die technisch überholt wurden, liegen preislich zwischen CHF 1.800 und CHF 3.200. Dies ist für viele Sammler der attraktivste Bereich, da der historische Charakter erhalten bleibt.
  • Top-restaurierte Exemplare / Veteranenstatus: Perfekt aufgebaute Fahrzeuge, insbesondere seltene Modelle wie das Wiesel oder eine frühe Foxinette, können Preise von CHF 4.000 bis CHF 5.500 erzielen. Fahrzeuge mit offiziellem Veteraneneintrag im Fahrzeugausweis liegen oft am oberen Ende dieser Skala.

Schwachstellen beim Kauf

Wenn Sie eine HMW in der Schweiz besichtigen, sollten Sie auf folgende Punkte besonders achten:

  1. Tankkorrosion: Die Stahltanks der 50er Jahre sind anfällig für inneren Rost. Prüfen Sie mit einer Taschenlampe den Innenraum. Rostpartikel können den Vergaser zusetzen und zu Motorschäden führen.
  2. Motorabdichtung: Nach langer Standzeit werden die Wellendichtringe (Simmerringe) spröde. Zieht der Motor Falschluft, läuft er unruhig oder lässt sich nicht abstimmen. Ein kompletter Dichtsatz ist zwar günstig, der Einbau erfordert jedoch die Spaltung des Motors.
  3. Zündanlage: Die originalen Magnetzünder verlieren über die Jahrzehnte oft an Kraft. Ein schwacher Zündfunke führt zu Startproblemen, besonders bei warmem Motor. Viele Besitzer rüsten heute auf moderne kontaktlose Zündungen um, was die Alltagstauglichkeit enorm steigert.
  4. Verschleissteile: Reifen in den alten Dimensionen sind problemlos erhältlich, schwieriger wird es bei spezifischen Bowdenzügen oder originalen Tachoschnecken. Achten Sie darauf, dass das Fahrzeug möglichst komplett ist.

Ersatzteilversorgung und MFK

Glücklicherweise gibt es in Österreich eine sehr aktive Szene, von der auch Schweizer Besitzer profitieren. Spezialisten wie RBO Stöckl bieten ein breites Sortiment an Nachbauteilen an. Für die Motorfahrzeugkontrolle (MFK) in der Schweiz ist es wichtig, dass alle sicherheitsrelevanten Teile wie Bremsen und Beleuchtung einwandfrei funktionieren. Ein Veteraneneintrag ist erstrebenswert, da er die Prüfungsintervalle verlängert, erfordert aber einen originalgetreuen und optisch einwandfreien Zustand.

Fahrverhalten & Performance

Das Fahren einer klassischen HMW ist eine Zeitreise in eine entschleunigte Welt. Wer einen modernen Töff gewohnt ist, muss sich umstellen. Der 50-ccm-Zweitakter verlangt nach Aufmerksamkeit und Gefühl.

Das Startprozedere ist zeremoniell: Benzinhahn öffnen, Tupfer am Vergaser drücken, bis der Kraftstoff leicht überläuft, und dann ein beherzter Tritt in die Pedale oder auf den Kickstarter. Der Motor erwacht mit einem hellen, metallischen Klang, der typisch für die Konstruktionen von Anton Fuchs ist. Im Leerlauf vibriert das gesamte Fahrzeug sanft, ein Zeichen der direkten Verbindung zwischen Mensch und Maschine.

Unterwegs überrascht die HMW durch ihre Leichtigkeit. Die Mopeds wiegen oft kaum mehr als 50 Kilogramm, was sie extrem handlich macht. Die Beschleunigung ist eher gemächlich, doch sobald der Motor auf Touren kommt, entwickelt er einen angenehmen Durchzug. Besonders die Dreigang-Handschaltung der Conny oder der 50 SL macht Spass – das Klicken der Gänge am Lenkergriff vermittelt ein mechanisches Feedback, das modernen Automatikrollern völlig fehlt.

In Kurven spürt man die einfache Fahrwerkstechnik. Die Reibungsdämpfer oder frühen Teleskopgabeln stossen auf schlechtem Asphalt schnell an ihre Grenzen. Doch genau das macht den Reiz aus: Man fährt nicht einfach nur, man arbeitet mit dem Fahrzeug. Eine Passfahrt, etwa über den Brünig oder den Klausenpass, mit einer Glockner 50 Z ist eine echte Leistung, bei der man die Hitze des Motors und die Anstrengung der Mechanik förmlich spüren kann. Es ist ein ehrliches, ungefiltertes Fahrerlebnis, das jede Fahrt zum kleinen Abenteuer macht.

Design & Ästhetik

Das Design der Halleiner Motorenwerke war stets funktional, aber nie ohne Eleganz. In den frühen Jahren dominierte der pragmatische Look der Hilfsmotoren-Ära. Schwarz war die vorherrschende Farbe, kombiniert mit einfachen Linierungen.

Mit dem Aufkommen der Mopeds in den 50er Jahren wurde HMW mutiger. Zweifarblackierungen in Pastelltönen wie Lindgrün, Elfenbein oder Hellblau hielten Einzug. Besonders die Conny bestach durch ihre fliessenden Formen. Die Verkleidung des Hinterrads und der geschwungene Rahmen gaben ihr eine fast skulpturale Anmutung, die stark von italienischen Vorbildern wie der Vespa inspiriert schien, aber dennoch eine eigenständige, alpine Note behielt.

Ein wichtiger Aspekt der Markenästhetik war die Werbung. Der Werbegrafiker Franz „Ferenc“ Antal schuf Plakate, die heute selbst gesuchte Sammlerstücke sind. Seine Darstellungen von dynamischen Fahrern vor alpiner Kulisse vermittelten ein Gefühl von Freiheit und Fortschritt. Die Logos der Marke – oft eine Kombination aus dem HMW-Schriftzug und stilisierten Flügeln – strahlten Dynamik aus.

Auch die Details überzeugen: Die formschönen Scheinwerfergehäuse, die oft den Tacho integrierten, oder die aufwendig gestalteten Tankembleme zeigen, dass man in Hallein Wert auf Qualität legte. Eine HMW ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein Stück Industriedesign, das auch im Stand eine gute Figur macht. In einer Schweizer Garage neben einem modernen Töff wirkt eine HMW wie ein edles Schmuckstück aus einer anderen Zeit.

Fazit

Die Halleiner Motorenwerke mögen als Unternehmen nur 15 Jahre bestanden haben, doch ihr Erbe wiegt schwer. Wer heute ein HMW Motorrad kaufen möchte, entscheidet sich für ein Stück authentische österreichische Technikgeschichte, die auch in der Schweiz ihre Liebhaber hat. Ob es die minimalistische Foxinette, die elegante Conny oder das seltene Wiesel ist – jedes Modell bietet ein einzigartiges Erlebnis für Sammler und Enthusiasten.

Trotz der geringen Produktionszahlen von rund 25.000 Stück ist die Ersatzteilversorgung dank engagierter Spezialisten gesichert, was den Einstieg in das Hobby erleichtert. Die Fahrzeuge sind technisch überschaubar, robust und bieten ein unvergleichliches Fahrgefühl, das an die Aufbruchstimmung der Nachkriegszeit erinnert. In einer Welt der Massenproduktion und digitalen Perfektion ist eine HMW ein Statement für Individualität und mechanische Ehrlichkeit. Wer die Herausforderung sucht und die Faszination kleiner Hubräume teilt, wird bei dieser Marke aus dem Salzburger Land fündig – ein echter Geheimtipp für die Schweizer Klassiker-Szene.