- Motorcycle
- Gilera (27 offers)
Gilera Motorrad kaufen
Seit 1909 entstehen in Arcore Motorräder, die für Geschwindigkeitsrekorde und Weltmeistertitel stehen. Wer in der Schweiz eine Gilera kauft, erwirbt ein Stück italienische Rennsportgeschichte, das auf Alpenpässen und Landstrassen seine volle Faszination entfaltet.
Search results

1968 | Gilera G50
Sportlich ausgelegter Roller der späten 60er-Jahre

1989 | Gilera 125 SP01
Gilera 125 SP01

1963 | Gilera B300
B 300 extra

1983 | Gilera 125 GR-1
Gilera 125 GR 1

1980 | Gilera 125 TG-3
Gilera 125 TG 3

1979 | Gilera 125 TG-1
Gilera 125 TG 2

1978 | Gilera 125 TG-1
Gilera 125 TG 1

1956 | Gilera 175 Sport
Gilera 175 SUPER SPORT DERIVATA CORSA

1981 | Gilera 125 C2 Competizione
Gilera 125 C1 COMPETIZIONE

1986 | Gilera Dakota 350
Gilera DAKOTA 350 "RAT BIKE"

1971 | Gilera 150 Autostrada
Gilera 150 5V AUTOSTRADA

1962 | Gilera Giubileo 125
Gilera 124 6 GIORNI SPECIAL

1956 | Gilera 150
Gilera 150 ROSSA SUPER

1956 | Gilera 175 Sport
Gilera 175 ROSSO EXTRA

1951 | Gilera 150 Sport
Gilera 150 FORCELLA STAMPATA
Über ein Jahrhundert prägte die Firma aus der lombardischen Kleinstadt Arcore den italienischen Motorradbau massgeblich. Von der ersten selbst konstruierten VT 317 aus dem Jahr 1909 über die Vierzylinder-Rennmaschinen der 1950er-Jahre bis hin zu den charakteristischen Einzylinder-Modellen der Nachkriegszeit: Gilera steht für technische Innovation, rennhungrige Maschinen und eine unverwechselbare italienische Handschrift. Die Marke hat die Höhen des Motorsport-Olymps ebenso erlebt wie tiefe wirtschaftliche Krisen – und doch besteht sie bis heute als Teil des Piaggio-Konzerns fort. In der Schweiz geniessen Gilera-Modelle aufgrund ihrer mechanischen Ehrlichkeit und der sportlichen DNA einen besonderen Status unter Sammlern, die das Besondere abseits des Mainstreams suchen.
Geschichte von Gilera
Giuseppe Gilera gründete 1909 in Mailand seine Motorradmanufaktur, nachdem er bei Bianchi und Moto Reve das Handwerk gelernt hatte. Seine erste Kreation, die VT 317, nutzte einen selbst entwickelten Einzylindermotor mit 7 PS, der auf einen Fahrradrahmen montiert wurde. Bereits im ersten Jahr gewann Gilera damit ein Bergrennen – ein Vorbote für die kommenden Jahrzehnte, in denen die Marke den Rennsport dominieren sollte. 1911 startete er ein bescheidenes Rennteam, das bei regionalen Veranstaltungen erste Erfolge feierte und den Grundstein für den Weltruf legte.
In den 1920er-Jahren entstanden Modelle wie die 3,5 HP Tourismo (1920) und die VLSS (1925). 1923 präsentierte Gilera einen Vierzylindermotor mit 28 PS – für die damalige Zeit eine technische Sensation, die den Mitbewerbern weit voraus war. Die Modelle VT und VL aus den 1930er-Jahren etablierten den Ruf als innovativer Hersteller, der keine Kompromisse bei der Leistung einging.
1934 erwarb Giuseppe Gilera die Rechte am Motorradprojekt der Flugzeugfabrik CNA und übernahm den Ingenieur und Rennfahrer Piero Taruffi. Taruffi entwickelte die Maschine weiter, was sich in spektakulären Rennerfolgen niederschlug. Zwischen 1935 und 1937 stellte die vollverkleidete Vierzylindermaschine Rondine mit 60 PS einen Geschwindigkeitsrekord von 244 km/h auf – ein Wert, der damals fast unvorstellbar war und die Marke weltweit bekannt machte.
Der Zweite Weltkrieg bremste die zivile Entwicklung, doch nach 1945 dominierte Gilera die Königsklasse des Motorsports. Da Ladesysteme verboten wurden, musste Giuseppe Gilera die Motoren völlig neu konzipieren. Die Gilera 500 Vierzylinder holte zwischen 1950 und 1957 insgesamt sechs WM-Titel in der 500er-Klasse. Fahrer wie Umberto Masetti (1950, 1952), Geoff Duke (1953, 1954, 1955) und Libero Liberati (1957) fuhren 44 GP-Siege ein. Die Viertakt-Vierzylinder mit zunächst 80 PS, später 88 PS bei 11.000 U/min, wogen nur 120 kg und galten als technische Meisterwerke. 1957 durchbrach Bob McIntyre auf einer Gilera als erster Fahrer die 100-mph-Marke beim Isle of Man TT – ein Meilenstein, der die Überlegenheit der italienischen Technik zementierte.
In den 1970er-Jahren geriet Gilera unter massiven Druck durch die japanische Konkurrenz, die den Markt mit preiswerten und zuverlässigen Maschinen flutete. Die Rettung kam Anfang der 1980er durch die Übernahme durch den Piaggio-Konzern. Die Neuauflage des Klassikers Saturno 500 (1989) wurde in Europa zunächst verhalten aufgenommen, brach jedoch in Japan Verkaufsrekorde und ist heute auch in der Schweiz ein gesuchtes Sammlerstück. Später fertigte Gilera Supermoto-Maschinen und konzentrierte sich ab den 2000er-Jahren auf sportliche Motorroller wie den Runner oder den Nexus, die das sportliche Erbe in die Moderne trugen.
Highlights von Gilera
Gilera 500 Vierzylinder (1950–1957): Die Rennmaschine, die die Motorrad-WM dominierte. Mit Doppelnockenwellen, vier Vergasern, Lucas-Magnetzündung und einem revolutionär tief liegenden Ölsumpf war sie ihrer Zeit weit voraus. 88 PS bei nur 120 kg Gewicht – ein Leistungsgewicht, das selbst moderne Maschinen respektieren müssen. Für Schweizer Sammler sind originale Rennmaschinen fast unerreichbar, doch hochwertige Repliken tauchen gelegentlich auf dem Markt auf.
Gilera Saturno 500 (1946–1959, Neuauflage 1989): Der bekannteste Strassen-Gilera der Nachkriegszeit. Der 499 ccm Einzylinder-OHV-Motor mit horizontaler Federbein-Federung und Friktionsdämpfern leistete rund 44 PS. Die Bauweise mit stehendem Zylinder und verschraubtem Zylinderoberteil erleichterte die Wartung. Serienmässig bis 1959 gebaut, galt die Saturno als „italienische Gold Star". Die 1989er-Neuauflage mit 492 ccm und Fünfgang-Getriebe wurde ursprünglich für den japanischen Markt entwickelt, fand aber auch ihren Weg in die Schweiz, wo sie für ihre Handlichkeit geschätzt wird.
Gilera Arcore 5V (1972–1979): Benannt nach dem Firmensitz, war der Arcore ein sportlicher Einzylinder-Viertakter mit 125 ccm oder 150 ccm. Die 125er-Version verkaufte sich besonders gut, da sie in vielen Ländern bereits mit kleineren Führerscheinklassen gefahren werden durfte. Motor, Antriebsstrang und Fahrwerk wurden mehrfach überarbeitet – eine zuverlässige Maschine für Einsteiger und Puristen, die den klassischen italienischen Stil lieben.
Gilera 124 Regolarità (1930er): Eine der frühen Regolarità-Maschinen, die bei Zuverlässigkeitsprüfungen und regionalen Rennen eingesetzt wurde. Der robuste Fünfventil-Einzylinder war eine Demonstration der frühen Gilera-Ingenieurskunst und zeigt, dass die Marke schon früh auf Geländetauglichkeit setzte.
Gilera Giubileo 125 (1960er): Kompakter Einzylinder-Viertakter mit charakteristischem italienischen Design. Beliebt bei Fahrern, die Alltagstauglichkeit mit sportlichem Auftritt verbinden wollten. In der Schweiz finden sich oft gut erhaltene Exemplare, die als ideale Basis für eine sanfte Restauration dienen.
Gilera XRT 600 (Ende 1980er): Ein Paris-Dakar-inspiriertes Enduro mit 554 ccm Einzylinder-DOHC-Motor (41 PS), Flüssigkühlung, Scheibenbremsen vorne und hinten. Mit 190 kg Trockengewicht robust gebaut und für lange Strecken konzipiert. In der Schweiz ist dieses Modell ein Geheimtipp für Fahrer, die eine klassische Reiseenduro mit Charakter suchen.
Technische Daten ausgewählter Modelle
Marktübersicht und Kauftipps
Preisspannen in der Schweiz (CHF)
Der Schweizer Markt für Gilera-Motorräder ist exklusiv und oft von Liebhabern geprägt, die Wert auf einen lückenlosen Herkunftsnachweis und einen guten technischen Zustand legen.
Gilera Saturno 500 (1946–1959):
Gepflegte, restaurierte Exemplare erzielen in der Schweiz Preise zwischen CHF 10'000 und CHF 22'000. Besonders gesucht sind die Sport- und Competizione-Versionen, die am oberen Ende der Skala notieren. Ein fahrbereites Modell in gutem Zustand (Zustand 2) wird selten unter CHF 15'000 gehandelt. Matching Numbers und eine dokumentierte Historie sind für Schweizer Sammler essenziell.
Gilera Saturno 500 (1989 Neuauflage):
Die moderne Interpretation der Saturno wird in der Schweiz mit CHF 6'000 bis CHF 12'000 gehandelt. Da viele dieser Maschinen aus Japan reimportiert wurden, sollte man besonders auf Korrosionsschäden und die Vollständigkeit der Schweizer Papiere (Verzollung, MFK-Tauglichkeit) achten.
Gilera 500 Vierzylinder (Rennmaschinen):
Originale Werksmaschinen sind auf dem freien Markt praktisch nicht vorhanden. Sollte ein solches Fahrzeug bei einer Schweizer Auktion auftauchen, sind sechsstellige Beträge sicher. Hochwertige Repliken, die oft für Veteranenrennen genutzt werden, liegen preislich zwischen CHF 50'000 und CHF 90'000, je nach technischer Spezifikation und Detailtreue.
Gilera Arcore 125/150 (1972–1979):
Diese Modelle sind der ideale Einstieg in die Welt der klassischen Gilera. In der Schweiz findet man fahrbereite Exemplare für CHF 2'500 bis CHF 4'500. Projekte zum Restaurieren können bereits ab CHF 1'000 den Besitzer wechseln, wobei die Ersatzteilbeschaffung in der Schweiz oft über spezialisierte Händler in Italien erfolgt.
Gilera Giubileo 125:
Ein charmanter Alltagsklassiker, der preislich meist zwischen CHF 2'000 und CHF 5'000 liegt. Hier ist vor allem auf die Originalität der Anbauteile zu achten, da Nachbauteile oft nicht die Qualität der Originale erreichen.
Gilera XRT 600 / RC 600:
Die grossen Einzylinder-Enduros der späten 80er und frühen 90er Jahre gewinnen langsam an Boden. Preise in der Schweiz bewegen sich zwischen CHF 3'000 und CHF 6'500. Da diese Maschinen oft im Gelände oder auf langen Reisen eingesetzt wurden, ist eine genaue Prüfung des Rahmens und der Motorperipherie (Kühlung, Elektrik) ratsam.
Käuferprofile in der Schweiz
- Der passionierte Sammler: Sucht nach einer Saturno 500 aus den 50er-Jahren als Krönung seiner italienischen Sammlung. Er legt Wert auf Originalität und Ästhetik.
- Der Classic-Racer: Interessiert sich für Vierzylinder-Repliken oder scharf gemachte Saturno-Modelle für Veranstaltungen wie den Klausenpass-Memorial oder andere Bergrennen.
- Der stilbewusste Einsteiger: Wählt eine Arcore 125 oder Giubileo für die Stadt oder kurze Ausfahrten am Wochenende. Er schätzt das einfache Handling und den betörenden Sound.
- Der Adventure-Nostalgiker: Sucht eine XRT 600, um das Flair der alten Paris-Dakar-Tage auf Schweizer Schotterwegen (wo noch erlaubt) oder bei Touren in die Westalpen zu erleben.
Markenweite Merkmale und Schwachstellen
- Mechanik: Die Einzylinder-Motoren gelten als robust, sofern sie regelmässig gewartet wurden. Bei der Saturno 500 (alt) sind die Friktionsdämpfer oft verschlissen und erfordern Fachwissen bei der Überholung.
- Elektrik: Wie bei vielen italienischen Maschinen der 70er und 80er Jahre kann die Elektrik (insbesondere bei Arcore und XRT) Sorgen bereiten. Korrodierte Steckverbindungen und spröde Kabelbäume sind häufige Mängel.
- Ersatzteile: In der Schweiz gibt es eine kleine, aber feine Szene. Viele Teile müssen jedoch direkt aus Italien bezogen werden. Für die Saturno 500 ist die Versorgungslage dank spezialisierter Betriebe gut, für exotischere Modelle wie die XRT 600 wird es schwieriger.
- MFK-Besonderheiten: Bei Importen aus Italien oder Deutschland ist darauf zu achten, dass die Lärm- und Abgasvorschriften der jeweiligen Epoche in der Schweiz eingehalten werden. Originale Auspuffanlagen sind hier oft ein Muss für eine erfolgreiche Prüfung.
Markttrends in der Schweiz
Der Trend geht klar zu authentischen Fahrzeugen mit Patina. Überrestaurierte "Trailer Queens" verlieren gegenüber ehrlichen Maschinen mit Geschichte an Boden. Die Saturno 500 bleibt das stabile Wertobjekt, während die Arcore-Modelle als bezahlbare Klassiker vor allem bei jüngeren Fahrern beliebt sind. Ein steigendes Interesse ist bei den Enduro-Modellen der 80er Jahre zu beobachten, da diese eine hohe Alltagstauglichkeit mit klassischem Design verbinden.
Fahrverhalten und Fahrspass
Gilera Saturno 500: Wer eine Saturno fährt, erlebt italienische Motorradkultur in Reinform. Der stehende Einzylinder vibriert charakteristisch und vermittelt ein Gefühl von Kraft und Unmittelbarkeit. Das Vierganggetriebe erfordert eine bewusste Bedienung, belohnt aber mit präzisen Gangwechseln. Auf Schweizer Passstrassen spielt die Saturno ihre Wendigkeit aus. Die horizontale Federung mag nach modernen Massstäben rustikal wirken, bietet aber ein direktes Feedback von der Strasse. Der Sound ist ein tiefes, rhythmisches Pochen, das beim Beschleunigen aus Kehren zu einem markanten Bellen anschwillt – Musik in den Ohren jedes Enthusiasten.
Gilera 500 Vierzylinder: Diese Maschine ist ein reines Rennsportgerät. Das Fahrverhalten ist extrem fordernd und auf maximale Performance ausgelegt. Die Gasannahme ist digital, die Bremsen erfordern hohe Handkräfte. Wer das Glück hat, eine solche Maschine (oder eine gute Replika) auf einer abgesperrten Strecke zu bewegen, wird von der Drehzahlgier des Vierzylinders und der unglaublichen Leichtigkeit des Fahrwerks fasziniert sein. Es ist eine Zeitreise in die Ära, als Mut und mechanisches Verständnis noch über elektronische Fahrhilfen siegten.
Gilera Arcore 5V: Ein ehrliches, leichtes Motorrad, das vor allem durch seine Handlichkeit besticht. In der Stadt ist sie wendig wie ein Fahrrad, auf der Landstrasse erlaubt sie entspanntes Cruisen. Der Motor ist kein Kraftprotz, aber er dreht willig hoch und bietet genug Leistung für genussvolle Ausfahrten. Die aufrechte Sitzposition macht sie auch für längere Etappen tauglich, wobei man Autobahnen aufgrund der begrenzten Höchstgeschwindigkeit meiden sollte.
Gilera Giubileo 125: Ähnlich wie die Arcore, aber mit einem noch stärkeren Fokus auf den urbanen Lifestyle. Sie ist das perfekte Motorrad, um stilvoll zum Café zu fahren oder eine kleine Abendrunde am See zu drehen. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, die Bedienung kinderleicht.
Gilera XRT 600: Diese Enduro bietet ein völlig anderes Fahrerlebnis. Die hohe Sitzposition ermöglicht einen hervorragenden Überblick über den Verkehr. Der grosse Einzylinder liefert im mittleren Drehzahlbereich ein sattes Drehmoment, was besonders beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven Spass macht. Die langen Federwege bügeln Unebenheiten souverän weg, was sie zur idealen Wahl für schlechtere Nebenstrassen macht. Trotz ihres Gewichts bleibt sie gut beherrschbar und vermittelt ein Gefühl von Unverwüstlichkeit.
Design und Philosophie
Die Designphilosophie von Gilera war stets von der Funktion getrieben, ohne dabei die italienische Eleganz zu vernachlässigen. Giuseppe Gilera glaubte an die Schönheit der Technik. Jedes Detail an einer Saturno, von den offen liegenden Ventilfedern bis hin zur Form des Tanks, folgt einer logischen Notwendigkeit und wirkt dennoch wie aus einem Guss.
Die Vierzylinder-Rennmaschinen der 50er-Jahre setzten Massstäbe in der Aerodynamik. Die schmalen Silhouetten und die tief liegenden Schwerpunkte waren das Ergebnis intensiver Forschung und machten die Maschinen zu den schnellsten ihrer Zeit. Dieses Streben nach technischer Perfektion ist in jedem Bauteil spürbar.
In den 70er-Jahren, mit Modellen wie der Arcore, wurde das Design sachlicher und moderner. Klare Linien und funktionale Elemente dominierten, um eine neue Generation von Fahrern anzusprechen. Dennoch blieb der typische Gilera-Charakter erhalten – eine Mischung aus Sportlichkeit und Understatement.
Die XRT 600 der späten 80er Jahre spiegelt den Zeitgeist der grossen Wüstenrallyes wider. Massive Tanks, hohe Schutzbleche und eine robuste Optik signalisieren Abenteuerlust. Es ist ein funktionales Design, das keine Kompromisse eingeht und genau das hält, was es verspricht.
Zielgruppen in der Schweiz
- Der Ästhet: Er liebt die klassischen Formen der 50er-Jahre und sieht sein Motorrad auch als Kunstwerk.
- Der Techniker: Ihn faszinieren die Detaillösungen und die mechanische Transparenz der älteren Modelle.
- Der Pragmatiker: Er sucht einen zuverlässigen Klassiker für den Alltag und findet in der Arcore oder Giubileo den idealen Partner.
- Der Individualist: Er möchte sich von der Masse der britischen oder japanischen Klassiker abheben und wählt bewusst eine Gilera.
Sonstiges: Rennsport und kulturelle Bedeutung
Die Ära der Dominanz: Zwischen 1950 und 1957 war Gilera die unangefochtene Macht im Motorrad-GP-Sport. Die sechs Weltmeistertitel in der 500er-Klasse sind ein Zeugnis für die Überlegenheit der italienischen Ingenieurskunst. Als Gilera 1957 den Rückzug aus dem Rennsport bekannt gab, hinterliess dies eine Lücke, die erst Jahre später von MV Agusta gefüllt werden konnte. Viele der technischen Lösungen von Gilera fanden sich später in den Maschinen der Konkurrenz wieder.
Helden der Landstrasse: Fahrer wie Geoff Duke wurden auch in der Schweiz verehrt. Sein eleganter Fahrstil und seine technische Akribie passten perfekt zum Image der Marke. Die Erfolge am Isle of Man TT oder bei den grossen Strassenrennen in Italien machten Gilera zum Inbegriff für Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit.
Kulturelles Erbe: In Italien ist Gilera mehr als nur ein Name – es ist ein nationales Symbol. In der Schweiz wird dieses Erbe von einer engagierten Gemeinschaft gepflegt. Treffen von italienischen Klassikern sind ohne eine Gilera kaum vorstellbar. Die Marke steht für eine Zeit, in der Motorräder noch Charakterköpfe waren und jedes Modell eine eigene Geschichte erzählte.
Fazit
Gilera ist ein Juwel der italienischen Motorradgeschichte, das auch in der Schweiz eine treue Fangemeinde besitzt. Wer eine Gilera kauft, entscheidet sich für eine Maschine mit Seele und einer beeindruckenden sportlichen Herkunft. Die Saturno 500 bleibt der ultimative Klassiker für Kenner, während die Arcore und Giubileo einen charmanten und bezahlbaren Einstieg bieten. Die XRT 600 wiederum ist die perfekte Wahl für alle, die klassisches Design mit Abenteuerlust verbinden möchten.
Auf dem Schweizer Markt sind gut erhaltene Gilera-Modelle gesucht und wertstabil. Die mechanische Ehrlichkeit und die zeitlose Eleganz machen sie zu einer lohnenden Investition für jeden Sammler und Fahrer. Eine Gilera ist nicht einfach nur ein Motorrad – sie ist ein Statement für Individualität und die Leidenschaft für echte Ingenieurskunst aus Arcore. Wer einmal den Sound eines Gilera-Einzylinders auf einer Passstrasse gehört hat, wird die Faszination dieser Marke nie wieder vergessen.













