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Cimatti Motorrad kaufen
Vom olympischen Gold zur italienischen Töff-Schmiede: Cimatti prägte mit dem Kaiman und der Ariete 125 die Ära der sportlichen 50-ccm-Maschinen. Entdecken Sie die Geschichte und den heutigen Marktwert dieser seltenen Klassiker aus Bologna für den Schweizer Markt.
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1972 | Cimatti Sport 50
Super Zustand, original restauriert.
1981 | Cimatti Kaiman KC
1969 | Cimatti S4
-
1982 | Cimatti Kaiman X21
-
1968 | Cimatti S4
-
1957 | Cimatti Sport 50
Cimatti 50 1957
1972 | Cimatti Sport 50
1972 | Cimatti Sport 50
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Erbe
Die Geschichte von Cimatti ist untrennbar mit der Leidenschaft für Geschwindigkeit und Mechanik verbunden, die in der italienischen Region Emilia-Romagna, dem "Motor Valley", tief verwurzelt ist. Alles begann jedoch nicht mit einem Motor, sondern mit der Kraft menschlicher Muskeln. Der Firmengründer Marco Cimatti, geboren 1913 in Bologna, war in den 1930er-Jahren ein gefeierter Radrennfahrer. Sein grösster sportlicher Erfolg war der Gewinn der Goldmedaille in der Mannschaftsverfolgung bei den Olympischen Sommerspielen 1932 in Los Angeles. Auch beim Giro d'Italia konnte er vier Etappensiege verbuchen und bewies damit jenen Kampfgeist, den er später in sein eigenes Unternehmen stecken sollte.
Im Jahr 1937 gründete er in Bologna eine Fahrradmanufaktur. Er nutzte dafür ein altes Fabrikgebäude in Pioppe di Salvaro, einer kleinen Gemeinde in der Provinz Bologna. Die Produktion von Fahrrädern florierte, doch nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Mobilitätsbedarf der Bevölkerung drastisch. Italien lag in Trümmern, und die Menschen suchten nach günstigen, motorisierten Fortbewegungsmitteln, um zur Arbeit zu kommen oder die Zerstörung hinter sich zu lassen. Dies war die Geburtsstunde der grossen italienischen Moped-Kultur, die Marken wie Vespa, Lambretta und eben auch Cimatti hervorbrachte.
Zwischen 1950 und 1951 wagte Marco Cimatti den entscheidenden Schritt: Er stattete seine stabilen Fahrradrahmen mit kleinen Hilfsmotoren aus. In der unmittelbaren Nachbarschaft von Bologna gab es damals zahlreiche hochspezialisierte Motorenhersteller. Cimatti entschied sich für die Zusammenarbeit mit Franco Morini und Minarelli. Diese beiden Namen sollten für Jahrzehnte das Herzstück fast jeder Cimatti-Maschine bilden. Die ersten Modelle waren einfache, aber robuste Mopeds, die schnell an Beliebtheit gewannen.
In den 1950er-Jahren wuchs das Sortiment rasant. Eines der ersten herausragenden Modelle war der Sagitario im Jahr 1956. Dieses Moped zeigte bereits die Ambitionen der Marke: Es war nicht nur ein simples Transportmittel, sondern versprühte sportlichen Charme. In dieser Zeit entwickelte Cimatti eine eigene Designsprache, die sich durch Leichtigkeit und eine für die damalige Zeit sehr saubere Verarbeitung auszeichnete.
Der grosse Aufschwung kam in den 1960er-Jahren, als Marco Cimattis Sohn, Enrico Cimatti, in das Unternehmen eintrat. Enrico erkannte das Potenzial des Exports und öffnete die Marke für internationale Märkte. Cimatti-Maschinen wurden bald nicht nur in Italien, sondern auch in Frankreich, Norwegen, Tunesien und sogar in den USA verkauft. In den Vereinigten Staaten wurden die Modelle oft unter den Bezeichnungen City-Bike und Town-Bike vertrieben. Auch in der Schweiz fanden die ersten Exemplare ihren Weg über die Grenze, meist als Individualimporte von Liebhabern italienischer Technik, da der Schweizer Markt damals stark von Marken wie Puch, Sachs und den grossen Japanern dominiert wurde.
Sportlich untermauerte Cimatti seinen Ruf durch Erfolge im Gelände. Von 1966 bis 1968 gewann die Marke dreimal in Folge die italienische Meisterschaft in der 50-ccm-Klasse (Regolarità). Diese Siege bewiesen, dass die Maschinen nicht nur gut aussah, sondern auch unter harten Bedingungen zuverlässig funktionierten. Dieser Ruf für Robustheit trug massgeblich zum Erfolg der späteren Geländemodelle bei.
In den 1970er-Jahren erreichte die Produktion ihren Höhepunkt. Modelle wie der Kaiman, der Piper, das Mini Chic und die Oasi deckten jede erdenkliche Nische des Marktes ab. Besonders der Kaiman wurde zum Aushängeschild der Marke. Er war in verschiedenen Versionen erhältlich (X16, X19, X21) und reichte vom einfachen Strassenmoped bis zur ernstzunehmenden Enduro-Maschine für Jugendliche. In dieser Zeit versuchte Cimatti auch den Aufstieg in höhere Hubraumklassen mit der Ariete 125, einer echten kleinen 125er, die von 1972 bis 1975 produziert wurde.
Doch wie viele kleine italienische Hersteller geriet auch Cimatti Ende der 1970er-Jahre unter Druck. Die japanische Konkurrenz überflutete den Markt mit technisch überlegenen und vor allem preisgünstigeren Modellen. Hinzu kamen strengere Emissionsvorschriften und die Krise der Zulieferbetriebe. In einem letzten Versuch, die Kosten zu senken, verbaute Cimatti ab 1982 teilweise Motoren von Garelli, doch der Abwärtstrend liess sich nicht mehr stoppen. Im Jahr 1984 stellte Cimatti die Produktion endgültig ein. Die Marke verschwand still und leise vom Markt, ohne dass der Name von einem grossen Konzern übernommen wurde. Heute sind Cimatti-Motorräder seltene Zeugen einer vergangenen Ära der italienischen Handwerkskunst.
Highlights & Besonderheiten
Wer sich heute für ein Cimatti-Motorrad interessiert, sucht meist nach einem der charakterstarken 50-ccm-Modelle aus den 1970er-Jahren. Die Marke zeichnete sich stets dadurch aus, dass sie für fast jede Zielgruppe ein passendes Modell im Angebot hatte, ohne dabei die Qualität aus den Augen zu verlieren.
Der Cimatti Kaiman 50 – Der Alleskönner
Der Kaiman ist zweifellos das bekannteste Modell von Cimatti. Er verkörpert den Geist der 70er-Jahre wie kaum ein anderes Töffli. Die Modellpalette war breit gefächert:
- Kaiman X16: Die Standardversion, oft mit Strassenbereifung und klassischem Look.
- Kaiman X19: Eine sportlichere Variante mit optimiertem Fahrwerk.
- Kaiman X21: Die Trail- oder Geländevariante, die heute besonders bei Sammlern beliebt ist.
Besonders der Kaiman Cross stach hervor. Mit seinem hochgezogenen Schutzblech, dem breiten Lenker und der grobstolligen Bereifung war er der Traum vieler Jugendlicher in den 1970er-Jahren. Er wirkte wie eine "echte" Motocross-Maschine im Taschenformat. Die Verarbeitung war für ein 50-ccm-Gefährt bemerkenswert hochwertig, mit stabilen Telegabeln und einer Federung, die auch leichtes Gelände klaglos wegsteckte.
Die Cimatti Ariete 125 – Der rare Exot
Die von 1972 bis 1975 gebaute Ariete 125 war Cimattis Versuch, im lukrativen Markt der Leichtkrafträder Fuss zu fassen. Im Gegensatz zu den 50ern wurde hier ein Motor des Herstellers Demm verbaut. Die Ariete war eine wunderschön gestaltete Strassenmaschine, die den grossen italienischen Superbikes der Epoche nacheiferte. Mit ihrer flachen Sitzbank, dem schmalen Tank und dem typisch italienischen Stolz in der Linienführung ist sie heute ein extrem seltenes Sammlerstück. In der Schweiz sind nur noch sehr wenige Exemplare bekannt, was sie bei Auktionen zu einem begehrten Objekt macht.
Piper und Mini Chic – Praktisch und Stilvoll
Für den städtischen Gebrauch bot Cimatti den Piper an. Dieses Modell war als klassisches Moped konzipiert: kleine Räder, Durchstieg-Rahmen und eine sehr einfache Bedienung. Es war das ideale Fahrzeug für den täglichen Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Noch kompakter war das Mini Chic. Wie der Name schon sagt, stand hier der Stil im Vordergrund. Mit seinen winzigen Rädern und dem eigenwilligen Rahmen war es ein Vorläufer der modernen Fun-Bikes. In der Schweiz sieht man diese Modelle gelegentlich auf Oldtimer-Treffen, wo sie aufgrund ihres fast schon niedlichen Designs oft für Aufsehen sorgen.
Technische Daten
Die technischen Daten der Cimatti-Modelle zeigen die Vielfalt der verbauten Komponenten. Da Cimatti keine eigenen Motoren herstellte, hingen die Spezifikationen stark vom jeweiligen Zulieferer ab. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Modelle und ihre Eckdaten:
Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Leistungsdaten können je nach Vergasereinstellung und Länderausführung (insbesondere für den Schweizer Markt mit seinen spezifischen Lärm- und Abgasvorschriften der damaligen Zeit) variieren. Fast alle Cimatti-Motoren benötigen ein Benzin-Öl-Gemisch im Verhältnis von 1:25 bis 1:33.
Marktübersicht und Kauftipps
Der Markt für Cimatti-Motorräder in der Schweiz ist überschaubar, aber für Kenner äusserst spannend. Während man in Italien oder Frankreich noch regelmässig über Kaiman-Modelle stolpert, ist in der Schweiz Geduld gefragt. Die Preise haben in den letzten Jahren angezogen, da die Generation, die diese Maschinen in ihrer Jugend bewunderte, nun über das nötige Kleingeld für die Restauration verfügt.
Preisgefüge auf dem Schweizer Markt
Auf Plattformen wie Ricardo.ch, Tutti.ch oder Anibis.ch findet man Cimattis nur sporadisch. Wenn eine auftaucht, liegen die Preise oft deutlich über dem italienischen Niveau:
- Cimatti Kaiman (50 ccm): Ein fahrbereites Exemplar in akzeptablem Zustand kostet in der Schweiz zwischen CHF 1'200 und CHF 2'800. Top-restaurierte Modelle mit MFK (Motorfahrzeugkontrolle) können durchaus die Marke von CHF 3'500 knacken.
- Cimatti Ariete (125 ccm): Diese sind absolute Raritäten. Ein Exemplar mit Schweizer Zulassung ist kaum unter CHF 4'000 bis CHF 6'000 zu finden, sofern überhaupt eines angeboten wird.
- Piper / Mini Chic: Diese Mopeds sind oft schon für CHF 500 bis CHF 1'500 zu haben, meist jedoch als Restaurationsobjekte ohne Papiere.
Import aus Italien – Was ist zu beachten?
Da das Angebot in der Schweiz klein ist, liebäugeln viele Sammler mit einem Import aus Italien. Dabei gibt es einige Hürden zu nehmen:
- Zoll & Mehrwertsteuer: Beim Import muss das Fahrzeug verzollt und die Schweizer Mehrwertsteuer entrichtet werden. Wichtig ist das Formular 13.20A, das für die Anmeldung beim Strassenverkehrsamt zwingend erforderlich ist.
- Typengenehmigung: Für viele alte Cimattis gibt es in der Schweiz keine Typengenehmigung. Das bedeutet, dass eine Einzelabnahme bei der MFK notwendig ist. Hierfür müssen technische Datenblätter oder Bestätigungen des Herstellers vorliegen – was bei einer seit 1984 erloschenen Marke schwierig sein kann.
- Lärm- und Abgasprüfung: Bei Fahrzeugen mit Erstzulassung vor 1975 sind die Hürden oft niedriger, doch spätere Modelle müssen die damaligen Schweizer Normen erfüllen, die oft strenger waren als die italienischen.
Der Veteranenstatus – Ein Segen für Sammler
In der Schweiz können Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind, als Oldtimer (Veteranenstatus) zugelassen werden. Die Vorteile sind beträchtlich:
- Die MFK-Intervalle verlängern sich auf bis zu 6 Jahre.
- Die Versicherungsprämien sind oft günstiger.
- Man kann mit Wechselnummern mehrere Oldtimer kostengünstig betreiben.
- Die Bedingung ist jedoch ein makelloser Originalzustand und eine jährliche Fahrleistung von maximal 2'000 bis 3'000 Kilometern. Eine Cimatti im Veteranenzustand ist eine wertstabile Wertanlage.
Worauf beim Kauf zu achten ist
- Originalität: Besonders bei den Kaiman-Modellen wurde früher viel "gebastelt". Achten Sie auf den originalen Vergaser (meist Dell'Orto) und die korrekte Auspuffanlage. Nicht originale Teile mindern den Wert drastisch.
- Ersatzteilsituation: Da Motoren von Minarelli und Morini verbaut wurden, ist die Mechanik relativ einfach instand zu setzen. Viele Verschleissteile sind noch heute über spezialisierte Händler in Italien oder online erhältlich. Schwierig wird es bei Blechteilen, Tanks, Sitzbänken oder den markanten Logos. Diese müssen oft teuer auf Teilemärkten wie der "Mostra Scambio" in Imola gesucht werden.
- Rahmennummer: Überprüfen Sie unbedingt die Übereinstimmung der Rahmennummer mit den Papieren. In der Schweiz sind verlorene Papiere ein administrativer Albtraum.
Fahrverhalten & Performance
Eine Cimatti zu fahren, ist eine Zeitreise in eine Ära, in der Motorradfahren noch eine rohe, mechanische Erfahrung war. Wer eine moderne, flüsterleise Maschine gewohnt ist, wird von der Lebendigkeit eines alten italienischen Zweitakters überrascht sein.
Der Charme des Zweitakters
Das Herzstück fast jeder Cimatti ist der kleine, hochdrehende Einzylinder-Zweitaktmotor. Besonders die Motoren von Minarelli (wie der legendäre P4 oder P6) haben einen ganz eigenen Charakter. Wenn man den Kickstarter kräftig betätigt, erwacht die Maschine mit einem hellen, metallischen Knattern zum Leben. Der Geruch von verbranntem Zweitaktöl gehört dabei untrennbar zum Erlebnis dazu – in der Schweiz oft liebevoll als "Töffli-Duft" bezeichnet.
Die Leistungsentfaltung ist typisch für kleine Hubräume: Untenrum passiert wenig, doch sobald der Motor in den Resonanzbereich kommt, schiebt er mit überraschendem Elan voran. Die 1,5 bis 2,5 PS klingen auf dem Papier nach wenig, doch bei einem Fahrzeuggewicht von nur etwa 50 Kilogramm reicht das für ein sehr agiles Fahrgefühl. In den Gassen einer Schweizer Altstadt fühlt sich eine Cimatti pudelwohl.
Handling und Fahrwerk
Dank des geringen Gewichts ist das Handling einer Cimatti spielerisch. Man kann die Maschine fast mit den Knien dirigieren. Die schmalen Reifen bieten zwar keinen Grip wie moderne Pneus, vermitteln aber ein sehr direktes Feedback von der Strasse. Beim Kaiman Cross merkt man die Geländegene: Die Federwege sind länger, was auf holprigen Feldwegen oder Kopfsteinpflaster für deutlich mehr Komfort sorgt als bei den reinen Strassenmodellen. Allerdings sollte man keine Wunder erwarten – die Technik der 70er-Jahre hat ihre Grenzen, und die Trommelbremsen verlangen nach einer vorausschauenden Fahrweise.
Das Erlebnis der Ariete 125
Die Ariete 125 bietet ein deutlich erwachseneres Fahrgefühl. Mit etwa 7 PS und einem Gewicht von 90 kg erreicht sie Geschwindigkeiten von bis zu 95 km/h. Das reicht aus, um auf Schweizer Landstrassen im Verkehr mitzuschwimmen. Die Ariete liegt ruhiger auf der Strasse und vermittelt das Gefühl eines echten Motorrads, während die 50er eher an motorisierte Fahrräder erinnern. Das Schalten durch die vier Gänge erfordert Präzision, bereitet aber grossen Spass, wenn man den Motor im optimalen Drehzahlband hält.
Design & Ästhetik
Italienisches Design gilt weltweit als Massstab, und Cimatti bildete hier keine Ausnahme. Die Maschinen aus Bologna verkörperten eine schlichte Eleganz, die sich von der oft überladenen Optik japanischer Konkurrenten abhob.
Die Bologneser Schule
Die Formensprache von Cimatti war funktional, aber immer mit einem Auge für Proportionen. In den 1950er-Jahren orientierten sich die Modelle noch stark am klassischen Motorradbau: tropfenförmige Tanks, verchromte Scheinwerfergehäuse und geschwungene Schutzbleche. In den 1970er-Jahren wurde das Design kantiger und moderner. Der Kaiman bestach durch seinen geometrischen Tank und die klaren Linien des Rahmens. Typisch für Cimatti war die Verwendung von kräftigen, aber nicht grellen Farben wie Dunkelrot, Königsblau oder klassischem Weiss.
Details, die den Unterschied machen
Sammler achten heute besonders auf die kleinen Details:
- Das Logo: Das ovale Cimatti-Logo, oft aus emailliertem Metall oder hochwertigem Kunststoff, ist das Markenzeichen. Es prangt stolz an den Seiten des Tanks.
- Die Armaturen: Die schlichten Tachos (oft von Veglia Borletti) und die verchromten Lenkerarmaturen strahlen eine Wertigkeit aus, die man heute bei Kleinkrafträdern oft vermisst.
- Die Sitzbänke: Cimatti verbaute oft formschöne Einzelsitze oder schmale Doppelsitzbänke, die die schlanke Silhouette der Maschinen betonten.
Besonders das Modell Mini Chic ist ein Design-Highlight. Mit seinem kompakten Rahmen und den kleinen Rädern wirkt es wie ein modernes Skulpturobjekt. Es zeigt, dass Cimatti keine Angst vor unkonventionellen Lösungen hatte, um sich im Markt abzuheben.
Sonstiges
Die Cimatti-Community in der Schweiz
Obwohl es keinen offiziellen Cimatti-Club in der Schweiz gibt, sind die Besitzer dieser Maschinen gut vernetzt. Man trifft sich oft auf markenoffenen Oldtimer-Events wie dem Love Ride oder spezifischen Töffli-Treffen. Online sind Foren wie "mofapower.ch" oder soziale Medien die erste Anlaufstelle, wenn es um technische Probleme oder die Suche nach Ersatzteilen geht.
Unterhalt und Pflege
Ein Cimatti-Motorrad ist technisch gesehen kein Hexenwerk. Wer ein wenig handwerkliches Geschick und Grundkenntnisse der Zweitakttechnik besitzt, kann die meisten Arbeiten selbst erledigen. Wichtig für Schweizer Besitzer ist die regelmässige Reinigung des Vergasers und der Auspuffanlage, da die heutigen Kraftstoffe dazu neigen, Rückstände zu hinterlassen, die die kleinen Düsen verstopfen können. Da viele Cimattis lange Standzeiten hinter sich haben, sollte man bei einer Wiederinbetriebnahme unbedingt die Wellendichtringe des Kurbelgehäuses prüfen – wenn diese spröde sind, zieht der Motor Falschluft, was zu Kolbenfressern führen kann.
Fazit
Ein Cimatti-Motorrad zu besitzen, bedeutet, ein Stück italienische Industriegeschichte zu bewahren. Vom olympischen Geist des Gründers Marco Cimatti bis hin zur Produktion der legendären Kaiman-Modelle – Cimatti steht für eine Zeit, in der Leidenschaft und Handwerk wichtiger waren als reine Verkaufszahlen.
Für den Schweizer Sammler ist eine Cimatti eine exzellente Wahl, wenn man sich von der Masse der Puch- und Sachs-Fahrer abheben möchte. Die Maschinen sind selten genug, um auf jedem Treffen für Gesprächsstoff zu sorgen, aber technisch dank der Minarelli- und Morini-Motoren dennoch beherrschbar.
Ob als günstiger Einstieg in die Oldtimerwelt mit einem Piper, als sportliches Jugend-Revival mit einem Kaiman Cross oder als prestigeträchtiges Sammlerstück mit einer Ariete 125 – Cimatti bietet für jeden Anspruch das richtige Mass an italienischem Flair. Wer Geduld bei der Suche und Freude an mechanischer Detailarbeit mitbringt, findet in einer Cimatti einen treuen und wertstabilen Begleiter, der den Geist des "Dolce Vita" auf zwei Rädern direkt auf die Schweizer Strassen bringt.
Der Weg zum eigenen Cimatti-Glück führt über eine sorgfältige Begutachtung, den Blick für Originalität und die Bereitschaft, sich auf die Suche nach raren Ersatzteilen einzulassen. Doch wenn man das erste Mal das charakteristische Knattern hört und der Zweitaktduft in die Nase steigt, weiss man: Der Aufwand hat sich gelohnt. Cimatti ist mehr als nur eine Marke – es ist ein Lebensgefühl aus einer Zeit, in der die Welt noch ein bisschen einfacher und das Motorradfahren ein echtes Abenteuer war.