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Kimera Oldtimer kaufen

Kimera verbindet die Erinnerung an Lancias Gruppe-B-Zeit mit handgefertigter Hochleistungstechnik aus dem Piemont. Finden Sie seltene EVO37, EVO38 und K39 und prüfen Sie bei jedem Exemplar Herkunft, Schweizer Zulassung und Unterlagen genau.

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Abgelaufenes Inserat
Bild 1/13 von Kimera Evo 037 (1976)

1976 | Kimera Evo 037

Kimera Evo 037

CHF 1'050'000vor 5 Monaten
CH flag
Privat

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Geschichte und Einordnung

Kimera Automobili ist keine historische Marke mit jahrzehntelangem Serienprogramm, sondern ein junges Unternehmen aus Cuneo im Piemont. Gründer und ehemaliger Rallyefahrer Luca Betti stellte den EVO37 2021 vor. Die Idee war bewusst enger gefasst als ein allgemeiner Restomod: Was wäre aus Lancias Rallye-Linie geworden, wenn die Entwicklung des 037 nach der Gruppe-B-Ära nicht abgerissen wäre? Daraus entstand ein handgefertigtes Fahrzeug, das die Proportionen des Lancia Rally 037 aufnimmt, aber technisch ein modernes Kleinserienauto ist.

Der historische Bezug ist für Käufer zentral. Der Lancia Rally 037, intern Abarth SE037, gewann 1983 die Rallye-Weltmeisterschaft der Hersteller. Er blieb damit der letzte heckgetriebene Hersteller-Weltmeister in der WRC. Seine Zutaten waren eine zentrale Stahlzelle des Beta Montecarlo, vordere und hintere Gitterrohrstrukturen, ein längs hinter den Sitzen eingebauter Vierzylinder mit Kompressor sowie eine extrem leichte Kunststoffkarosserie. Kimera greift diese Architektur und die vier runden Scheinwerfer auf, verkauft jedoch keinen neu aufgebauten Lancia und keinen originalen 037.

Beim EVO37 wird eine Spenderzelle aus dem Lancia Beta Montecarlo als Ausgangspunkt verwendet; die tragenden Rohrstrukturen und fast alle übrigen Baugruppen sind neu konstruiert. Die Modellbezeichnung und die eigene Fertigung bedeuten deshalb: Ein Kimera ist zulassungs- und wertseitig nach seinem tatsächlichen Baujahr, seiner VIN und seinen eigenen Papieren zu beurteilen. Das Baujahr eines Spenders und die WRC-Geschichte des 037 machen aus ihm weder einen historischen Lancia noch automatisch ein Veteranenfahrzeug.

Betti holte Fachleute aus dem damaligen Lancia-Umfeld in das Projekt. Genannt werden Claudio Lombardi für die Antriebsentwicklung, Sergio Limone, Vittorio Roberti, Franco Innocenti und Rallye-Weltmeister Miki Biasion. Italtecnica entwickelte den Motor weiter. Diese Verbindung erklärt den besonderen Reiz, ersetzt aber keine Werksdokumentation: Bei einem Angebot sind Rechnungen, Fertigungsnummer, Hersteller-Spezifikation und die Zulassungsakte viel wichtiger als eine blosse Erzählung über die Gruppe B.

Die erste Kundenübergabe des EVO37 erfolgte 2022. Von Beginn an war die Baureihe auf 37 nummerierte Fahrzeuge limitiert; Kimera meldete die Serie 2023 als ausverkauft. Danach rückten Weiterentwicklungen ins Zentrum. Der EVO38 setzt die gedachte Evolutionslinie mit Allradantrieb fort. Der K39 ist dagegen keine Stratos-Neuauflage, sondern laut Kimera eine eigenständige, stark von den Martini-Rennwagen und der Gruppe-5-Silhouette des Lancia Beta Montecarlo geprägte Hyper-Retromod-Studie. Gerade beim K39 müssen Käufer den aktuellen Projektstand von älteren Presseankündigungen trennen.

EVO37, EVO38 und K39

EVO37: der klare Einstieg in die Marke

Der EVO37 ist die greifbarste Kimera-Ausführung. Sein längs eingebauter 2,15-Liter-Reihenvierzylinder arbeitet mit einem Roots-Kompressor und einem Zentrifugal-Turbolader. Der elektronisch kuppelbare Kompressor soll den unteren Drehzahlbereich füllen, während der Turbo oben Leistung liefert. Kimera nennt 505 CV DIN bei 7'000 bis 7'500/min und 550 Nm, davon 400 Nm bereits bei 2'000/min. Die Kraft geht durch ein manuelles Sechsganggetriebe mit Rückwärtsgang an die Hinterräder; eine Lamellensperre ist im Getriebe integriert.

Das ist keine nostalgische Technikattrappe. Trockensumpfschmierung mit dreistufiger Ölpumpe, wassergekühlte Ladeluft, elektronische Wasserpumpe, Vierventilkopf und moderne Einspritzung gehören zum Konzept. Die Karosserie besteht überwiegend aus Carbon, die Bremsen messen vorn wie hinten 365 x 29 mm und werden von Vierkolben-Sätteln betätigt. Für eine Probefahrt ist entscheidend, ob die Ladedruckregelung sauber arbeitet und die Übergabe zwischen Kompressor und Turbo ohne Ruckeln, Fehlermeldung oder thermische Auffälligkeit gelingt.

Neben den 37 Grundfahrzeugen erschienen stark individualisierte Autos und die Martini-7-Thematik. Hier sind Namen und Optik allein kein Wertnachweis. Ein Verkäufer soll zeigen, ob es sich um ein werksseitig dokumentiertes Sonderauto, ein nachträgliches Livery, ein Leistungs-Upgrade oder eine Händlerbeschreibung handelt. Das gilt besonders für Angaben wie 542 PS, kürzere Übersetzung oder zusätzliches Carbon: Sie sind nur mit Build Sheet, Rechnung und gegebenenfalls Zulassungsnachweis belastbar.

EVO38: Allrad als nächste Stufe

Der EVO38 überträgt den Gedanken auf ein allradgetriebenes Auto. Kimera beschreibt ihn als auf 38 Exemplare begrenzte Serie. Der Motor bleibt ein mittig-längs montierter 2,15-Liter-Vierzylinder mit Turbo und Roots-Kompressor, leistet nach Herstellerangabe 600 CV DIN bei 7'000 bis 7'500/min und 580 Nm. Hinzu kommen ein elektrohydraulisch geregeltes 4WD-System, Lamellensperren sowie ein Fahrwerk mit Pushrod-Dämpfern an allen vier Rädern. Gegenüber dem EVO37 ist das mehr als eine Leistungssteigerung: Vorderachsdifferenzial, Antriebswellen, Regelung und zusätzliche Wärmehaushalte erweitern die technische Prüfung erheblich.

Beim EVO38 sind allgemeine Prospektwerte besonders vorsichtig zu lesen. Prüfen Sie bei einem konkreten Fahrzeug die finale VIN, den Bau- und Auslieferstatus, die genaue Rad-/Reifenkombination, Softwareversion, Fahrwerksabstimmung und die Unterlagen für den Zielmarkt. Ein Vorserienauto, ein Pressefahrzeug oder eine übertragene Bestellung ist wirtschaftlich und rechtlich nicht dasselbe wie ein abgeliefertes, eingelöstes Kundenauto. Ein Listenpreis oder eine Reservation ist zudem kein beobachteter Gebrauchtwagenwert.

K39: eigenständiges Hyper-Retromod-Projekt

Beim K39 ist eine Korrektur älterer Informationen wichtig. Frühere Berichte verbanden den Namen mit einem kleineren Allrad-Projekt und einem Vierzylinder. Die aktuelle Herstellerkommunikation beschreibt dagegen einen eigenständigen, carbonverkleideten Hyper-Retromod mit einem für Kimera entwickelten Koenigsegg-Twin-Turbo-V8. Genannt werden 1'000 PS und 1'200 Nm; zudem soll es eine Pikes-Peak-Konfiguration geben. Diese Werte sind Herstellerangaben für ein sehr neues Projekt, keine unabhängig gemessenen Serienwerte.

Für Interessenten ist der K39 daher kein EVO37 mit anderer Karosserie. Er nimmt gestalterisch Bezug auf die Gruppe-5-Beta-Montecarlo-Rennwagen, erhält aber eine neue technische Basis und einen ganz anderen Leistungsbereich. Kimera erklärte, mehr als 20 Fahrzeuge seien Kundinnen und Kunden zugeordnet; zugleich wurde eine begrenzte Produktion kommuniziert. Wer einen K39-Bauplatz oder Vertrag übernimmt, muss den vertraglichen Gegenstand exakt erfassen: Anzahlungsanspruch oder fertiges Auto, übertragbare Rechte, Liefertermin, Spezifikation, Mehrwertsteuer, Gewährleistung, Rücktritt, Software-Updates und Zulassungsweg. Eine Ankündigung oder Medienfahrt ist kein Nachweis einer Schweizer Zulassungsfähigkeit.

Technische Daten

Die Tabelle fasst Herstellerdaten zusammen. Sie ist kein Fahrzeugausweis und keine technische Genehmigung. Gerade bei einem handgefertigten Kimera können Felgen, Bremsanlage, Motorsoftware, Lichttechnik, Geräuschwerte und Leergewicht von der öffentlichen Grundspezifikation abweichen. Für Kauf, Versicherung und MFK gilt immer die Dokumentation des angebotenen Chassis.

Marktübersicht und Kauftipps

Ein Kimera-Markt lässt sich nicht wie jener eines Porsche 911 statistisch auswerten. Die Stückzahlen sind klein, Konfigurationen individuell und viele Transaktionen nicht öffentlich. Deshalb ist die sauberste Preisregel: Angebotspreis, früherer Neupreis, Auktionsschätzung und tatsächlich bezahlter Zuschlag nie vermischen. Für 2024 bis 2026 sind öffentlich dokumentierte EVO37-Angebote verfügbar, aber kaum verifizierbare Auktionszuschläge. Wer daraus einen pauschalen Marktwert ableitet, arbeitet mit einer zu dünnen Datenbasis.

Konkrete, richtig einzuordnende Preisbelege zeigen die Spannweite. Der EVO37 startete 2021 laut damaliger Fachpresse bei rund EUR 480'000 vor Steuern; 2022 wurden die verbliebenen Autos mit EUR 540'000 kommuniziert. Top Gear berichtete Ende 2024 über spätere, liverierte Fahrzeuge mit einem genannten Preis von EUR 840'000. Das sind historische Hersteller- oder Medienangaben, keine heutigen Verkaufspreise in der Schweiz.

Ein besonders auffälliger Marktbeleg stammt aus 2024: Appreciating Classics inserierte einen EVO37 Martini 7 mit weniger als 200 Meilen für GBP 1'170'000. Das Inserat wurde auch in der Fachpresse dokumentiert. Es war ausdrücklich ein verlangter Preis, ohne Versand und Abgaben, nicht ein Zuschlag und nicht der Beweis, dass diese Summe bezahlt wurde. Gleiches gilt für ein im November 2024 ausgewiesenes US-Angebot von ISSIMI über USD 725'000. Solche Zahlen helfen beim Einordnen der Verkäufererwartung, ersetzen aber keine abgeschlossene Transaktion.

Für die Schweizer Kalkulation muss aus einem ausländischen Nettopreis ein Gesamtbetrag in CHF werden. Bei einem EU-Angebot sind Kaufwährung, Wechselkurs, Transport, Verzollung, Automobilsteuer, Einfuhrsteuer, MFK-Vorbereitung, allfällige Nachweise und Versicherung einzurechnen. Ein scheinbar günstiger Wagen ohne EU-Ursprungsnachweis oder ohne verwertbare Zulassungsdokumente kann nach dem Grenzübertritt deutlich teurer sein als ein bereits sauber eingelöster Wagen. Die hohe Seltenheit rechtfertigt kein unvollständiges Dossier.

Kauftipps für jedes Kimera-Angebot:

  • Identität zuerst: VIN an Fahrzeug, italienischen Papieren, Herstellerrechnung, Kaufvertrag und Build Sheet abgleichen. Beim EVO37 auch Spenderdokumente vom Kimera-Dossier trennen.
  • Auslieferung definieren: Bei EVO38 und K39 schriftlich festhalten, ob ein fertiges Fahrzeug, ein Produktionsslot oder ein Zahlungsanspruch verkauft wird. Anzahlungen und Konfigurationsrechte können erheblich andere Risiken haben.
  • Carbon sachkundig prüfen: Unterboden, Befestigungspunkte, Radhäuser, Splitter, Tür- und Haubenränder auf Risse, Faserschäden, Delamination und unstimmige Spaltmasse kontrollieren. Eine Lackmessung allein erkennt Carbonreparaturen nicht zuverlässig.
  • Antrieb kalt und warm beurteilen: Kaltstart, Öldruck, Leerlauf, Ladedruckaufbau, Kühlmitteltemperatur und Fehlerspeicher dokumentieren. Beim EVO37 betrifft das besonders Riemen, Kupplung des Kompressors, Turbolader, Ladeluftkreislauf und Trockensumpfsystem.
  • Track-Nutzung offenlegen: Niedrige Kilometer bedeuten nicht zwingend geringe Belastung. Fragen Sie nach Trackdays, Reifen-DOT, Bremsen, Flüssigkeitswechseln, Logdaten, Fahrwerksrevisionen und früheren Leistungsständen.
  • Serviceweg absichern: Vor Kauf klären, wer Diagnosegerät, Steuergerätesoftware, Ersatzteile und Spezialwerkzeug bereitstellt, welche Garantie übertragbar ist und welche Reaktionszeit realistisch ist.

Die Ersatzteilfrage unterscheidet Kimera von einem verbreiteten Klassiker. Einige Komponenten lassen sich auf historische Lancia-Technik zurückführen, viele sind aber spezifisch für Kimera oder kleine Zulieferer. Ein originales 037-Teil passt nicht automatisch. Besonders teuer oder zeitkritisch können Carbon-Aussenteile, Leuchten, Motorelektronik, Laderkomponenten, Sonderräder und die geregelten Allradteile des EVO38 werden. Ein schriftlicher Teile- und Wartungskontakt in Europa ist bei einem Fahrzeug in dieser CHF-Klasse ein kaufentscheidender Pluspunkt.

Import, MFK und Versicherung

Für einen in der Schweiz wohnhaften Käufer beginnt die Zulassung nicht bei der MFK, sondern an der Grenze. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) verlangt die spontane Anmeldung zur definitiven Einfuhr bei einer für Waren zuständigen Zollstelle. Bereitzuhalten sind mindestens Kaufvertrag oder Rechnung, ausländische Fahrzeugpapiere, Identitätsnachweis und die elektronische Einfuhranmeldung. Nach der Verzollung stellt das Zollamt den Prüfungsbericht Formular 13.20 A für die Verkehrs­zulassung aus.

Die Abgaben sind bei einem Kimera kein Nebenthema. Laut BAZG fallen auf Personenwagen grundsätzlich 4 % Automobilsteuer auf dem Fahrzeugwert und 8,1 % Einfuhrsteuer an. Die Steuerbasis umfasst nicht einfach nur den Inseratepreis; Zoll, Nebenkosten bis zum Bestimmungsort und die Automobilsteuer können relevant sein. Bei präferenzberechtigtem Ursprung aus EU/EFTA kann ein gültiger Ursprungsnachweis Zölle vermeiden. Fehlt er, können gewichtsabhängige Zollabgaben anfallen. Vor Überweisung einer Anzahlung gehören Rechnung, Ursprungsnachweis und die Zuständigkeit für Transportversicherung schriftlich in die Akte.

Das BAZG weist zudem darauf hin, dass ein unverzolltes Fahrzeug in der Schweiz grundsätzlich nicht frei genutzt werden darf. Wer ein im Ausland gekauftes Sammlerauto spontan auf Schweizer Strassen bewegt, bevor Zoll- und Bewilligungsfragen geklärt sind, schafft ein vermeidbares Risiko. Für Überführung, Zollabfertigung und Termin beim kantonalen Strassenverkehrsamt lohnt sich eine vorab festgelegte Route mit Spediteur oder Zollagentur.

Danach folgt die kantonale Zulassung mit MFK. Der Kanton Zürich nennt für importierte Fahrzeuge unter anderem Schweizer Versicherungsnachweis, ausländische Papiere, das zollgestempelte Formular 13.20 A sowie, sofern vorhanden, COC oder schweizerische Lärm- und Abgasbestätigung. Hat ein Fahrzeug keine Schweizer Typengenehmigung oder kein verwertbares COC, wird die Sache bei einem Kleinserien-Kimera anspruchsvoll. Die Behörde kann zusätzliche Nachweise zu Geräusch, Abgas, Lichttechnik, Bremsen, Rädern, EMV und technischen Änderungen verlangen. Nicht erst nach dem Kauf, sondern vor Vertragsunterzeichnung soll das zuständige kantonale Strassenverkehrsamt die Unterlagen zum konkreten Chassis sehen.

Ein Kimera ist neu gebaut und wird für die MFK nach seiner tatsächlichen Ausführung beurteilt. Das historische Vorbild verleiht ihm keine automatische Veteraneneinstufung. Auch ein Umbau mit anderen Rädern, Fahrwerksteilen, Auspuff oder Motorsoftware kann die vorgelegten Nachweise entwerten. Käufer sollten sich vom Verkäufer die originalen Geräusch- und Abgasunterlagen, die Lichtkennzeichnungen, Reifenfreigaben, Bremsdokumentation und sämtliche Änderungsrechnungen geben lassen. Für EVO38 und K39 gilt dies in besonderem Mass, weil technische Endstände und Schweizer Homologationswege von einem einzelnen Auto zum nächsten abweichen können.

Versicherung ist ebenfalls individuell. Eine Haftpflichtdeckung ist für die Einlösung erforderlich; bei einem hochpreisigen Sammlerfahrzeug sollte zusätzlich ein Wertgutachten mit Fotos, VIN, Ausstattung und Wiederbeschaffungswert vorliegen. Fragen Sie nach Deckung für Carbon-Schäden, Transport, Trackdays, Auslandfahrten, abgestellte Fahrzeuge und vereinbarte Kilometerlimiten. Eine Police nach pauschalem Listenpreis kann bei einem einzigartig konfigurierten EVO37 ebenso unpassend sein wie eine Unterversicherung nach einem alten EUR-Neupreis.

Fahren, Design und Besitz

Der EVO37 fährt sich nicht wie ein glattgebügelter Supersportwagen. Die schmale, aufrechte Kabine, das weit entfernte Heck und die sichtbaren Lufteinlässe vermitteln schon im Stand eine Rallye-Position. Das manuelle Getriebe, die direkte Verbindung zum Mittelmotor und der doppelte Ladedruckaufbau verlangen Aufmerksamkeit. Bei niedriger Drehzahl stellt der Kompressor Drehmoment bereit; weiter oben verändert sich Ton und Schub, wenn der Turbo die Arbeit übernimmt. Die Kombination aus rund 1'100 kg und 505 CV erklärt, weshalb sensible Gasannahme und Reifenqualität wichtiger sind als ein spektakulärer Prospektwert.

Auf trockener, übersichtlicher Passstrasse liegt der Reiz in Präzision und mechanischer Rückmeldung, nicht im bequemen Kilometerfressen. Die 245er Vorder- und 295er Hinterreifen, die grossen Bremsen und das straffe Fahrwerk verlangen jedoch Respekt vor kalten Reifen, nassem Laub und schlechten Belägen. Für Schweizer Käufer bedeutet das: Ein Kimera passt zu einer bewusst geplanten Ausfahrt und zur Sammlung, nicht zu einer sorglosen Winterroutine auf gesalzener Strasse. Standzeiten brauchen ebenso Disziplin wie Fahrten: Batteriepflege, Flüssigkeitskontrollen, Reifenbewegung und sorgfältiger Kaltstart sind Teil des Besitzes.

Gestalterisch ist der EVO37 kein Kopieversuch im Massstab 1:1. Die flache Front mit vier Leuchten, die kurze Kabine, die breite Schulter und das abrupt abgeschnittene Heck zitieren den 037. Carbon, verfeinerte Flächen und moderne Details erzeugen aber eine eigene Spannung. Beim EVO38 kommen sichtbar andere Lufteinlässe und eine schärfere technische Haltung dazu. Der K39 verlässt die 037-Silhouette weitgehend: Seine lange, stark aerodynamische Karosserie, das S-duct-Konzept und der grosse Heckflügel verweisen auf Langstrecken- und Gruppe-5-Rennwagen. Das macht ihn zum gesuchten Objekt für eine andere Käufergruppe als den puristischen EVO37-Sammler.

Ein gutes Besitzdossier wächst mit jedem Service. Bewahren Sie Abnahmeberichte, Export- und Importpapiere, Fotos vor der Auslieferung, Einfahrprotokolle, Rechnungen, Softwarestände, Reifen- und Bremsbelege sowie Korrespondenz mit Kimera auf. Dokumentieren Sie bei der Übergabe beide Schlüssel, Ladegerät, Wagenheber, Bordwerkzeug, Abdeckungen und alle abgenommenen Originalteile. Bei einer Marke mit kleinen Stückzahlen können gerade diese Details später über Versicherbarkeit, Vertrauen und Wiederverkaufswert entscheiden.

Fazit

Ein Kimera Oldtimer ist im Sprachgebrauch ein Sammlerfahrzeug, technisch aber ein modernes, sehr seltenes Kleinserienauto. Der EVO37 bietet mit 37 gebauten Autos, konkreten Kundenfahrzeugen und klaren Herstellerdaten die beste Kaufbasis. EVO38 und K39 sind faszinierende Weiterentwicklungen, verlangen aber noch genaueres Prüfen von Fertigungsstand, Vertragsinhalt und Schweizer Zulassungsunterlagen.

Finden Sie bei Classic Trader einen Kimera, zählen nicht nur Farbe und Leistungszahl. Entscheidend sind VIN, lückenloses Build Sheet, dokumentierte Wartung, unabhängige Zustandsprüfung und ein vor dem Kauf geklärter CHF-Gesamtaufwand inklusive Zoll, MFK und Versicherung. Wer diese Punkte sauber trennt und dokumentierte Preise als das liest, was sie sind, kann ein aussergewöhnlich seltenes Stück piemontesischer Ingenieurskunst mit deutlich besserer Entscheidungsgrundlage kaufen.