1957 Volkswagen Typ 15 Cabriolet. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 20.000 € - 30.000 €. Ohne Mindestpreis!
Frühes Cabriolet aus dem letzten Ovali-BaujahrAusgeliefert in Deutschland über die Münchner MAHAG1960 als Hochzeitsgeschenk nach Österreich importiertSeit fast 40 Jahren beim aktuellen BesitzerTeilweise noch im Originalzustand Tolle originale Farbkombination
Als Volkswagen 1949 erstmals offiziell den Käfer oben ohne anbot, war das Wirtschaftswunder noch Zukunftsmusik. Wolfsburg baute ein Auto fürs Volk, doch offenbar wollte zumindest ein kleiner Teil davon beim Fahren Sonne über dem Kopf haben. Gleich zwei Karosseriebauer durften sich daran versuchen: Hebmüller in Wülfrath und Karmann in Osnabrück.
Beide gingen höchst unterschiedlich an die Sache heran. Hebmüller baute aus dem Käfer einen eleganten Zweisitzer mit langem Heck und flach versenktem Verdeck. Der Typ 14A wirkte beinahe wie ein kleiner Sportwagen und war entsprechend aufwendig gefertigt. Ein Großbrand im Hebmüller-Werk 1949 kam allerdings zur denkbar ungünstigsten Zeit. Finanzielle Schwierigkeiten folgten, 1952 war Schluss. Statt der ursprünglich geplanten 2.000 entstanden nur knapp 700 Exemplare.
Karmann hatte mehr Glück – und das praktischere Konzept. Sein viersitziges Cabriolet behielt die vertraute Käfer-Silhouette weitgehend bei. Weil mit dem Dach ein wesentlicher Teil der Karosseriestruktur fehlte, musste darunter kräftig nachgebessert werden. Verstärkte Schweller und zusätzliche Versteifungen machten das Cabriolet schwerer als die Limousine, dafür konnten weiterhin vier Personen mitfahren. Zumindest wenn hinten niemand allzu groß geraten war.
Technisch folgten die offenen Volkswagen der Entwicklung der Limousine. Aus dem anfänglichen 1,1-Liter-Boxer wurde 1954 der stärkere 1,2-Liter-Motor. Dazu kamen laufend jene kleinen Verbesserungen, mit denen Volkswagen den Käfer Jahr für Jahr zivilisierte.
Bis 1957 entwickelte Volkswagen den Käfer technisch und optisch laufend weiter, und Karmann zog mit dem Cabriolet entsprechend nach. Dabei behielt der offene Volkswagen seinen ganz eigenen Charakter. Was 1949 noch beinahe wie ein Luxus am Rande des nüchternen Volkswagen-Programms gewirkt hatte, war längst zu einer festen Größe geworden.
Dieses Cabriolet wurde laut dem Zertifikats von Volkswagen am letzten Februartag 1957 fertiggestellt und vier Tage später an die MAHAG nach München geliefert. Lackiert war es wie heute noch in Shetlandgrau, gepaart mit rotem Kunstleder. 1960 kam das gebrauchte Cabriolet nach Österreich. Offenbar als Hochzeitsgeschenk, denn zwischen Antrag zur Einzelgenehmigung und erstmaliger Zulassung änderte sich der Name der stolzen Wiener Besitzerin von Amalia Bednarcik auf Amalia Petru. Ab 1972 war der offene Volkswagen noch für vier Jahre auf ihren Mann zugelassen. Dann kam das Cabriolet zu einer Familie nach Oberösterreich, die es bis Mitte der 1990er Jahre behalten würde.
Seit 1997 ist das frühe Cabriolet nun schon fast dreißig Jahre lang beim aktuellen Besitzer. Bis vor ein paar Jahren fuhr er seinen offenen Volkswagen regelmäßig. Seit ein paar Jahren nicht mehr so sehr. Deshalb wird es ein paar Handgriffe brauchen, um den seltenen Typ 15, dessen Innenausstattung und Verdeck noch original erhalten scheinen, wieder flott zu kriegen. Bei einem Käfer sollte das keine große Kunst sein, denn bekanntlich laufen die fast immer.
Chassis: 1450496
Motor / Engine: 1746163
Papiere / Documents: Österreichische Einzelgenehmigung (1960) Fahrzeug-Identitäts-Urkunde der Stiftung Automuseum Volkswagen (1997)
Schätzwert / Estimate: € 20.000 – 30.000 Ohne Limit / Without Reserve
Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026
Auktionsangebot und Mitbieten