1968 | Mercedes-Benz 300 SEL
1968 Mercedes-Benz 300 SEL 2.8 · weiß · 67.000 km · Automatic · No reserve
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Lot 017: 1968 Mercedes-Benz 300 SEL 2.8
W 109
Der Einfluss, den Paul Bracq ab seiner Ankunft in Stuttgart auf die gesamte Modellreihe von Mercedes-Benz hatte, ist unverkennbar. Die Formensprache seiner W 111/W 112 Coupés und Cabriolets setzte sich im W 113 (1963), W 100 (1964) und in weiterer Folge auch in den neuen Oberklasse-Modellen, den Schwesterbaureihen W 108 und W 109, fort, die 1965 debütierten. Die waren nicht nur viel moderner als ihre Vorgänger, sondern hatten im Gegensatz zu diesen auch ihren fest definierten Platz im Modellprogramm gefunden. Mercedes selbst spricht in Retrospektive von der Geburtsstunde der »S-Klasse«, auch wenn die Baureihe diese Bezeichnung noch nicht offiziell trug.
W 108 und W 109 unterschieden sich im Wesentlichen durch ein Hauptmerkmal, die Luftfederung. Die W 109 waren außerdem ausschließlich mit langem Radstand als »SEL« erhältlich. Mercedes vergrößerte gleichzeitig die Motoren- und Variantenvielfalt. Den Anfang machten zur Präsentation auf der IAA der 250 S (Vergasermotor), der 250 SE (Einspritzmotor) und der 300 SE(b) als W 108. Die Produktion der langen W 109 begann mit dem 300 SEL ein halbes Jahr später. Die beiden Letzteren waren als Speerspitze der Modellreihen weiterhin mit dem Motor aus der W 189 Baureihe und üppigerem Chromornat ausgestattet. Anfang 1968 hatte dieser Motor, dessen Grundkonzept noch aus den frühen 1950ern stammte, endgültig ausgedient. An seine Stelle trat der neue 2,8-Liter M 130, der in alle Baureihen einzog. Aus dem 250 SE wurde folglich der 280 SE mit 160 PS, aus dem 300 SEL der 300 SEL 2.8 mit zehn Pferdestärken mehr.
Fast gleichzeitig setzte Mercedes-Benz mit der Baureihe W 109 jedoch ein anderes Ausrufezeichen. Dank des 6,3-Liter-Motors aus dem W 100 hatte Deutschlands schnellster Neuwagen nun vier Türen. Der 220 km/h schnelle Sportwagen hörte auf den Namen 300 SEL 6.3 und brachte nicht nur in der Stuttgarter Nachbarschaft manche ins Grübeln. Ab 1969 folgten mit einer umfassenden Modellpflege für beide Baureihen auch kleinere V8-Motoren mit 3,5 Litern Hubraum – in den USA 4,5 Liter, because size matters.
Im Hintergrund hatten bereits längst die Arbeiten an einem Nachfolger begonnen. 1970 verabschiedete sich Paul Bracq Richtung München. Friedrich Geiger, schon seit den 1950ern in Stuttgart und unter anderem auch Schöpfer des 300 SL, übernahm wieder am Zeichenbrett. Im Hintergrund arbeiteten Béla Barényi und Karl Wilfert weiterhin intensiv am Thema Sicherheit. Das Verkehrsaufkommen auf Europas Straßen hatte sich während der 1960er Jahre vervielfacht. Ebenso die Unfälle mit oft fatalem Ausgang. Das neue Oberklasse-Modell sollte dahingehend in jeder Hinsicht neue Maßstäbe setzen.

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