1972 | Lancia Fulvia Montecarlo
- Status:
- Vorschau
- Schätzwert:
- € 30’000 - € 32’500
- Endet um:
- 08.03.2026, 18:45:00 UTC
Diese Lancia Fulvia Coupé der zweiten Serie aus dem Jahr 1972 präsentiert sich nach einer über sechs Jahre andauernden, außergewöhnlich gründlichen Restaurierung in sehr überzeugendem Gesamtzustand. Die Arbeiten umfassten Karosserie, Technik, Interieur und Elektrik und wurden mit bemerkenswerter Detailtiefe dokumentiert. Besonders hervorzuheben ist die persönliche Begleitung des gesamten Projekts durch den heutigen Eigentümer, der das Fahrzeug bis zur letzten Schraube zerlegt und wieder aufgebaut hat. Der Motor wurde vollständig revidiert, die Laufleistung gilt laut Eigentümer als nachvollziehbar.
Die Lancia Fulvia gilt als eines der technisch interessantesten Mittelklasse-Coupés ihrer Zeit. Der von Antonio Fessia konstruierte V4-Motor mit engem Zylinderwinkel, Frontantrieb und niedrigem Schwerpunkt verlieh der Fulvia eine außergewöhnliche Straßenlage und ein sehr eigenständiges Fahrgefühl. Besonders die Coupé-Versionen entwickelten sich rasch zu Lieblingen ambitionierter Fahrer und erfolgreicher Rallye-Einsätze, gekrönt vom Rallye-Weltmeistertitel 1972.
Die zweite Serie brachte behutsame Weiterentwicklungen in Verarbeitung und Alltagstauglichkeit, ohne den charakteristischen technischen Ansatz zu verwässern. Die Bezeichnung „Montecarlo“ taucht in der Literatur und im zeitgenössischen Sprachgebrauch immer wieder für besonders sportlich konfigurierte Fahrzeuge auf, wurde jedoch nicht offiziell als eigenständige Serienvariante von Lancia geführt. Entsprechend ist diese Bezeichnung historisch einzuordnen.
Die Karosserie wurde vollständig zerlegt und umfassend instandgesetzt. Erneuert wurden unter anderem Bodenbleche, Schwellerbereiche sowie zahlreiche Karosseriepartien mittels fachgerecht eingeschweißter Blechsegmente. Die Kotflügel wurden in Blech neu aufgebaut, während Türen und Hauben aus Aluminium aufgrund ihres guten Zustands erhalten bleiben konnten. Auch zuvor unsachgemäß veränderte Sitzkonsolen wurden originalgetreu rekonstruiert. Das äußere Erscheinungsbild wirkt heute stimmig, sauber aufgebaut und frei von offensichtlichen Kompromissen.
Der Innenraum wurde vollständig überarbeitet. Die vorderen Sitze erhielten neue Bezüge, die hintere Sitzbank wurde komplett neu aufgebaut. Besonderes Augenmerk lag auf der Originalität: Türverkleidungen einer späteren Serie wurden bewusst durch korrekte Bauteile der zweiten Serie ersetzt. Instrumente und Armaturenbrett wurden überarbeitet und präsentieren sich heute in authentischem Erscheinungsbild.
Der Motor wurde vollständig revidiert. Zu den Arbeiten zählten unter anderem die Überarbeitung der Zylinderlaufbahnen, neue Kolben und Kolbenringe, Ventile und Ventilfedern, Nockenwellen, Haupt- und Pleuellager, Steuerkette sowie eine Überarbeitung der Vergaser. Auch Bremsanlage und Fahrwerk wurden umfassend erneuert, einschließlich Hauptbremszylinder, Bremssätteln, Scheiben und Belägen. Die Elektrik wurde anhand originaler Schaltpläne komplett überarbeitet, mit korrekten Kabelquerschnitten und Farbkennungen.
Der heutige Eigentümer entdeckte das Fahrzeug im März 2014 über eine Online-Anzeige und erwarb es nach persönlicher Besichtigung in Bergamo. Die Heimfahrt über rund 160 Kilometer markierte den Beginn eines langfristigen Restaurierungsprojekts, das zunächst konservativ geplant war, sich jedoch aufgrund des tatsächlichen Zustands zu einer vollständigen Zerlegung entwickelte. Gerade dieser Umstand ermöglichte eine intensive Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Bauteil des Fahrzeugs.
Die Restaurierung wurde über mehrere Jahre hinweg durchgeführt und durch den Eigentümer begleitet. Ein Video dokumentiert den Wiederaufbau. Zu den vorhandenen Unterlagen liegen nach Angaben des Eigentümers Nachweise zu den durchgeführten Arbeiten vor. Zum aktuellen Wartungs- und Servicezustand liegen keine weitergehenden Angaben vor.
Diese Lancia Fulvia Coupé der zweiten Serie überzeugt weniger durch plakative Superlative als durch ihre Tiefe. Die Qualität der Restaurierung, die konsequente Orientierung an Originalität und die außergewöhnlich transparente Eigentümergeschichte machen dieses Exemplar besonders interessant für Kenner der Marke. Sie richtet sich an Liebhaber, die technische Substanz und Authentizität höher bewerten als kurzfristigen Glanz. Ein Fulvia-Projekt, das mit bemerkenswerter Konsequenz zu Ende gedacht wurde.
Man spürt diesem Wagen an, dass er kein Produkt einer anonymen Restaurierung ist. Sechs Jahre Arbeit, zahllose Abende in der Garage und das Wissen um jedes Detail hinterlassen eine andere Form von Qualität. Diese Fulvia erzählt nicht nur von Lancia, sondern auch von Hingabe – und genau das macht ihren Reiz aus.
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