1993 | Steyr-Puch 230 GE (LWB)
- Status:
- Preview
- Estimate:
- € 40,000 - € 60,000
- Ends at:
- 14/09/2026, 02:46:00 am AEST
Dieser Puch 230 GE von 1993 verbindet dokumentierte Schweizer Militärhistorie mit einer ausgesprochen eigenständigen zivilen Interpretation. Im November 2021 von der Schweizer Armee ausgemustert und Anfang 2022 von Lorinser nach Deutschland importiert, wurde der W 461 anschließend umfassend individualisiert. Gelbe Lackierung, schwarze Details, Höherlegung und ein aufwendig ausgeführtes Alcantara-Interieur verändern den ursprünglich nüchternen Militär-G grundlegend. Seit 2026 besitzt das Fahrzeug eine österreichische Einzelgenehmigung und ist dort als historisches Fahrzeug zugelassen.
Kaum ein Geländewagen hat seine ursprüngliche Formensprache so konsequent bewahrt wie die G-Klasse. Beim Puch 230 GE kommt eine zusätzliche historische Ebene hinzu: Die Schweizer Armee setzte diese in Graz gefertigten Fahrzeuge über viele Jahre als robuste Arbeitsgeräte ein. Nach den vorliegenden Angaben wurden zwischen 1983 und 1996 rund 4.600 Exemplare an die Schweizer Streitkräfte geliefert.
Das militärische Lastenheft verlangte keine modische Ausstattung, sondern Geländegängigkeit, Haltbarkeit und möglichst unkomplizierte Wartung. Typisch waren olivgrüne Lackierung, Planenverdeck und eine bewusst zweckmäßige Ausstattung. Unter der Haube des 230 GE arbeitet ein 2.299 cm³ großer Vierzylinder-Benzinmotor, verbunden mit Automatik und zuschaltbarem Allradantrieb. Die geprüften Fahrzeugdaten weisen für dieses Exemplar 122 PS beziehungsweise 90 kW aus.
Gerade diese Herkunft macht den Kontrast zum heutigen Zustand so interessant. Aus einem militärischen Nutzfahrzeug wurde nach der Ausmusterung kein originalgetreu zurückgebautes Sammlerstück, sondern ein bewusst individuell interpretierter G.
Zurückhaltung gehört heute nicht mehr zum Charakter dieses Puch. Die ehemalige militärische Farbgebung wich einem kräftigen Gelb, kombiniert mit schwarzen Felgen, schwarzem Verdeck und weiteren dunklen Details. Die Fotografien zeigen deutlich, wie stark diese Kontraste die kantige G-Klasse-Silhouette betonen.
Zusätzlich wurde das Fahrzeug höhergelegt. In Verbindung mit Bereifung, schwarzer Radgestaltung und der hoch aufragenden Karosserie entsteht ein deutlich individuellerer Auftritt als bei einem serienmäßigen Schweizer Armeefahrzeug. Die Umbauten sind nicht lediglich behauptet, sondern anhand der geprüften Fahrzeugunterlagen nachvollzogen.
Matching Colors liegen ausdrücklich nicht vor. Die gelbe Lackierung ist Teil der späteren Individualisierung und wird daher nicht als ursprüngliche Werks- beziehungsweise Militärfarbgebung dargestellt. Ein separates aktuelles Zustands- oder Wertgutachten liegt nicht vor.
Die größte Abkehr vom militärischen Ursprung findet sich möglicherweise im Innenraum. Die ehemals funktionale Ausstattung wurde umfassend mit Alcantara aufgewertet. Gelbe Kontrastnähte greifen die Außenfarbe auf und ziehen sich durch Cockpit und Passagierraum.
Damit entsteht ein bewusster Gegensatz zwischen der robusten Grundarchitektur eines Militärfahrzeugs und einer deutlich hochwertigeren, individuell angefertigten Innenraumgestaltung. Die Bilder zeigen diesen Umbau als wesentlichen Bestandteil des heutigen Fahrzeugcharakters: außen weiterhin unverkennbar G-Modell, innen weit entfernt von der ursprünglichen Schweizer Armeeausstattung.
Der Puch wird von einem 2,3-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 122 PS beziehungsweise 90 kW angetrieben. Automatikgetriebe und Allradantrieb entsprechen dem auf unkomplizierte Geländenutzung ausgerichteten Grundkonzept. Die Fahrgestellnummer lautet VAG46121717909528.
Im Jahr 2026 erhielt das Fahrzeug einen umfangreichen Service. Im Zuge dieser Arbeiten wurden unter anderem Katalysator und Lambdasonde erneuert; die entsprechenden Arbeiten sind dokumentiert. Anschließend erfolgte die österreichische Einzelgenehmigung.
Das Fahrzeug ist aktuell zugelassen und wird als fahrbereit geführt. Matching Colors sind aufgrund der nachträglichen Individualisierung nicht gegeben. Eine belastbare Gesamtlaufleistung ist nicht hinterlegt und wird daher nicht behauptet. Ein separates technisches Gutachten liegt nicht vor.
Die nachvollziehbare Geschichte beginnt im Dienst der Schweizer Armee. Im November 2021 wurde der Puch von deren Logistikbasis ausgemustert. Damit endete seine militärische Laufbahn und zugleich begann ein ungewöhnlich konsequentes zweites Kapitel.
Im Januar 2022 importierte Lorinser das Fahrzeug nach Deutschland. Anschließend erfolgte die umfassende Individualisierung mit gelber Lackierung, schwarzen Anbauteilen, Höherlegung und dem neu gestalteten Innenraum. Der ehemalige Militär-G sollte damit erkennbar nicht konserviert werden, sondern eine neue Identität erhalten.
2025 gelangte der Puch nach Österreich. Nach dem umfangreichen Service im folgenden Jahr wurde er einzelgenehmigt und als historisches Fahrzeug zugelassen. Diese Abfolge – Schweizer Militärdienst, Ausmusterung, Import nach Deutschland, Individualisierung und schließlich österreichische Zulassung – ist anhand der geprüften Unterlagen dokumentiert.
Zum Fahrzeug liegen die geprüften Unterlagen zur Ausmusterung aus dem Schweizer Armeebestand sowie Nachweise zum Import über Lorinser vor. Ebenfalls vorhanden sind die Dokumentation der späteren Historie und die österreichische Einzelgenehmigung.
Die Arbeiten aus dem Jahr 2026 sind belegt, darunter die Erneuerung von Katalysator und Lambdasonde. FIN, Baujahr, Fahrzeugidentität, Motorisierung, Automatik und Allradantrieb sowie die beschriebenen Umbauten sind geprüft. Ein separates Zustands- oder Wertgutachten liegt nicht vor.
Dieser Puch 230 GE ist kein Fahrzeug für den Sammler, der einen Schweizer Militär-G im unveränderten Auslieferungszustand sucht. Seine Geschichte geht bewusst in eine andere Richtung. Die dokumentierte Militärprovenienz bildet die historische Basis; die umfangreiche spätere Individualisierung macht daraus ein sehr persönliches Einzelstück.
Gelbe Lackierung, schwarze Details, Höherlegung und Alcantara-Interieur geben dem robusten W 461 einen völlig neuen Charakter, ohne seine kantige Herkunft zu verstecken. Hinzu kommen die nachvollziehbare Ausmusterungs- und Importhistorie, der dokumentierte Service von 2026 sowie die österreichische Einzelgenehmigung und historische Zulassung. Für Sammler liegt der Reiz deshalb weniger in strenger Originalität als in der ungewöhnlichen Verbindung aus militärischer Vergangenheit, klassischer G-Technik und konsequenter Individualisierung.
Man kann einen ehemaligen Schweizer Armee-G olivgrün lassen, jede Schraube konservieren und ihn wie ein militärhistorisches Dokument behandeln. Oder man macht genau das Gegenteil. Dieser Puch ist sehr eindeutig den zweiten Weg gegangen. Gelb, höher, Alcantara und schwarze Details – subtil ist daran wenig. Interessant bleibt, dass unter all dem die ehrliche Architektur eines militärischen G-Modells steckt. Gerade dieser Gegensatz funktioniert: ein ehemaliges Arbeitsgerät, das nach seiner Dienstzeit beschlossen hat, ganz bestimmt nicht mehr unsichtbar zu sein.

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