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Benelli Motorrad kaufen

Benelli steht seit 1911 für italienische Motorradgeschichte mit Mut zum Eigenen. Wer eine Benelli kauft, entdeckt eine Marke zwischen Rennsport, Design und seltenen Sechszylinder-Klassikern.

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Suchergebnisse

Bild 1/38 von Benelli Tornado Tre 900 (2003)
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2003 | Benelli Tornado Tre 900

2003 Benelli Tornado Tre LE900 899cc

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Bild 1/50 von Benelli TNT Titanium (2005)
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2005 | Benelli TNT Titanium

2005 Benelli TNT Titanium 1,130cc

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Bild 1/46 von Benelli Pepe 50 (1999)
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1999 | Benelli Pepe 50

Benelli PEPE 50

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Bild 1/50 von Benelli 125 Sport Special (1974)
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Bild 1/33 von Benelli Letizia 98 (1960)
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1960 | Benelli Letizia 98

Benelli LETIZIA 98

€ 12.000
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Bild 1/17 von Benelli Leoncino Bassotto (1954)
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1954 | Benelli Leoncino Bassotto

Benelli Leoncino Bassotto

€ 14.500
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"Benelli" Inserats-Referenzen von Classic Trader

Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Benelli" machen.

Abgelaufenes Inserat
Bild 1/45 von Benelli Tornado Tre 900 (2003)

2003 | Benelli Tornado Tre 900

2003 Benelli Tornado Tre LE900 899cc

Preis auf Anfragevor 3 Monaten
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Bild 1/26 von Benelli 125 Sport Special (1971)

1971 | Benelli 125 Sport Special

Benelli 125 2C

€ 5.500vor 4 Monaten
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Bild 1/4 von Benelli Leoncino 2T (1955)

1955 | Benelli Leoncino 2T

1955 Benelli Leoncino da restaurare

€ 500vor 5 Monaten
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Bild 1/9 von Benelli Magnum 5V (1978)

1978 | Benelli Magnum 5V

Gebaut für Drehzahl, Dynamik und sportlichen Anspruch

Auktionvor 5 Monaten
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Bild 1/50 von Benelli 125 Sport Special (1976)

1976 | Benelli 125 Sport Special

Benelli 125 SPORT SPECIAL

€ 3.200vor 6 Monaten
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Bild 1/12 von Benelli 354 Sport II (1984)

1984 | Benelli 354 Sport II

Benelli I 354 S

€ 4.200vor 11 Monaten
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Geschichte & Herkunft

Benelli gehört zu jenen italienischen Motorradmarken, deren Geschichte viel früher beginnt, als man es auf den ersten Blick vermuten würde. 1911 gründete Teresa Benelli in Pesaro an der Adria eine Werkstatt für Reparaturen und technische Arbeiten. Mit ihr standen sechs Söhne am Anfang einer Entwicklung, die aus einem Familienbetrieb eine der auffälligsten Namen im europäischen Motorradbau machte. Dass ausgerechnet eine Mutter den Grundstein legte, verleiht der Marke bis heute eine eigene Note: Benelli ist nicht nur Technikgeschichte, sondern auch eine echte Familiengeschichte.

In den ersten Jahrzehnten lag der Fokus auf solider Alltagstechnik und frühen Serienmotorrädern. Doch Benelli begnügte sich nie mit bloßer Zweckmäßigkeit. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden sportliche Maschinen, die auf italienischen und internationalen Strecken für Aufmerksamkeit sorgten. Der Rennsport war bei Benelli kein dekoratives Beiwerk, sondern immer Teil der Markenidentität. Genau daraus erklärt sich auch, warum die großen Sammlermodelle später so viel Charakter zeigen: Sie stammen aus einer Zeit, in der Marken noch etwas beweisen wollten.

Nach dem Krieg kam der große sportliche Durchbruch. 1950 gewann Dario Ambrosini auf einer Benelli den WM-Titel in der 250er-Klasse. Dieser Erfolg war für die Marke ein Meilenstein und ein Beweis dafür, dass Pesaro mit den großen Namen der Branche mithalten konnte. 1969 folgte der zweite Weltmeistertitel in der 250er-Klasse, diesmal mit dem Australier Kel Carruthers. Gerade für den österreichischen Markt ist das ein sympathischer Bezugspunkt: Australische Fahrer haben im europäischen Motorsport seit jeher einen eigenen Stellenwert, und Carruthers zeigte mit seiner Benelli, dass fahrerische Präzision und technisches Feingefühl wichtiger sein können als pure Werksmacht.

In den 1970er-Jahren änderte sich die Struktur der Marke grundlegend. Unter Alejandro de Tomaso wurde Benelli neu positioniert. Statt klassischer Einzylinder oder kleiner Alltagsmaschinen setzte man auf auffällige Mehrzylinder-Konzepte, die bewusst gegen die japanische Konkurrenz argumentierten. Das war eine Phase, in der Benelli zeigen wollte, dass italienische Motorräder nicht nur schön, sondern auch radikal anders sein können. Aus dieser Ära stammen die Modelle, die heute für Sammler besonders relevant sind: 650 Tornado, 500 Quattro, 750 Sei und 900 Sei.

Gerade diese wenigen Baureihen haben Benelli in der Klassikerwelt ein klares Profil gegeben. Die Stückzahlen waren überschaubar, die Technik eigenständig, die Entwicklung mutig. Wer heute eine Benelli sucht, kauft daher nicht einfach ein altes Motorrad, sondern ein Stück Industriegeschichte aus einer Phase, in der Ingenieure noch bereit waren, ungewöhnliche Wege zu gehen.

Highlights & Besonderheiten

Der bekannteste Name im Benelli-Universum ist ohne Zweifel die 750 Sei. Sie war das erste Sechszylinder-Serienmotorrad der Welt und damit ein echter Wendepunkt in der Motorradgeschichte. In den frühen 1970er-Jahren war das ein Satz, der fast unglaublich klang: sechs Zylinder in einem Serienmotorrad, straßentauglich gebaut und nicht nur als Messeexperiment gedacht. Genau diese Mischung aus Wagnis und Machbarkeit macht die 750 Sei bis heute so begehrt.

Die Gestaltung der 750 Sei stammt von Carrozzeria Ghia beziehungsweise Paolo Martin. Das Design ist typisch für die Zeit, aber zugleich eigenständig genug, um sofort wiedererkannt zu werden. Der massive Motorblock, die klare Linienführung und besonders die 6-in-6-Abgasanlage machen die Maschine zum Blickfang. Sechs einzelne Auspuffrohre sind nicht nur technisch aufwendig, sondern auch optisch ein Statement. Wer eine 750 Sei sieht, erkennt sofort, dass hier nicht sparsam gedacht wurde.

Auch akustisch ist die Benelli ein Erlebnis. Sechs Zylinder ergeben einen Laufkultur-Eindruck, den man bei Vier- oder Zweizylindern so nicht bekommt. Das Ansaugen, das sanfte Hochdrehen und der satte Ton bei Lastwechseln prägen den Charakter. Viele Sammler schwärmen weniger von der Endleistung als von der Art, wie der Motor arbeitet: geschmeidig, kultiviert und doch mit italienischer Emotionalität.

Der 500 Quattro steht etwas im Schatten des großen Sechszylinders, ist aber für Kenner hochinteressant. Sein Reihenvierzylinder mit 498 cm³ und rund 45 PS macht ihn zu einem der vernünftigeren Benelli-Oldtimer. Gleichzeitig trägt auch er das typische Benelli-Temperament in sich. Wer eine seltene italienische Maschine mit technisch reizvollem Aufbau sucht, findet im 500 Quattro einen sehr reizvollen Einstieg in die Marke.

Der 650 Tornado ist wiederum ein Modell für Liebhaber von Exoten. Der luftgekühlte OHV-Zweizylinder mit 643 cm³ wurde auf vergleichsweise niedrige Stückzahlen gebracht. Etwa 3.000 Exemplare entstanden. Für den Markt in Europa und auch in Österreich ist das eine spannende Größe: selten genug für Sammler, aber nicht so rar, dass jede Restaurierung zur Verzweiflungstat wird. Der Tornado wirkt zugänglicher als die großen Sei-Modelle, bleibt aber klar ein Klassiker mit Sonderstatus.

Die 900 Sei ist schließlich die spätere und stärkere Weiterentwicklung des Sechszylinders. Mit 906 cm³ und rund 1.878 gebauten Exemplaren ist sie seltener als viele andere italienische Klassiker ihrer Zeit. Sie wirkt reifer, teils auch schwerer und weniger puristisch als die 750 Sei, bietet dafür aber einen besonderen Platz in der Geschichte der großen Mehrzylinder-Motorräder.

Technik

Benelli war nie eine Marke für technische Langeweile. Gerade die Klassiker aus der de-Tomaso-Ära zeigen, wie stark die Ingenieure auf eigenständige Lösungen gesetzt haben. Die folgende Übersicht hilft beim Einordnen der wichtigsten Modelle:

Die 750 Sei ist technisch die auffälligste Konstruktion. Ihr Sechszylinder ist kompakt eingebaut, aber dennoch groß genug, um den Charakter der Maschine zu bestimmen. Die Leistung lag je nach Quelle und Zustand bei etwa 71 bis 76 PS. Für die 1970er-Jahre war das ein sehr respektabler Wert, zumal die Maschine weniger auf Spitzenleistung als auf kultivierten Lauf ausgelegt war. Die Konstruktion mit drei Doppelvergasern, fünf Gängen und Kettenantrieb ist klassisch, aber der Sechszylinder selbst sorgt für den Unterschied.

Die 900 Sei folgte einer ähnlichen Architektur, brachte aber mehr Hubraum und mehr Druck aus dem unteren und mittleren Drehzahlbereich. Die 906 cm³ machten sie zur stärkeren Schwester, auch wenn nicht jeder Fahrer sie als die eleganteste Lösung empfand. Technisch blieb Benelli dabei seiner Linie treu: luftgekühlt, reihensechszylindrig und mit deutlich mehr Charakter als viele Konkurrenten.

Der 500 Quattro ist technisch besonders interessant, weil er einen Reihenvierzylinder in einer Klasse brachte, in der europäische Hersteller oft noch zurückhaltender agierten. Rund 45 PS aus 498 cm³ waren für 1974/75 ordentlich. Viel wichtiger ist aber die Einbettung der Technik in ein gutes Fahrwerk und eine hochwertige Peripherie. Benelli verbaut an diesen Modellen Komponenten, die damals als sehr hochwertig galten.

Der 650 Tornado setzt auf einen OHV-Parallel-Twin mit klassischer Pushrod-Technik. Gerade dadurch wirkt er weniger verspielt, aber sehr robust. Für einen Liebhaber alter italienischer Motorräder ist das oft ein Pluspunkt: weniger exotische Komplexität als beim Sechszylinder, aber trotzdem deutlich eigenständig.

Marktübersicht

Der Benelli-Markt ist überschaubar, aber spannend. Die besten Fahrzeuge sind selten, und gute Originale werden zunehmend ernster bewertet. Besonders die 750 Sei hat sich in den vergangenen Jahren als gesuchtes Sammlerstück etabliert. Österreichische Interessenten profitieren davon, dass der deutschsprachige Markt nicht riesig ist und Vergleichsangebote im Inland dennoch gelegentlich auftauchen.

Preise 2024–2025

  • 750 Sei, restauriert: ca. € 15.000 bis € 22.500
  • 750 Sei, fahrbereiter Gebrauchtzustand: ca. € 8.000 bis € 15.000
  • 900 Sei: ca. € 8.000 bis € 16.000
  • 500 Quattro: ca. € 4.500 bis € 12.000
  • 650 Tornado: ca. € 3.500 bis € 9.000

Für den österreichischen Markt ist ein konkretes Beispiel besonders interessant: Auf 1000ps.at wurde eine 750 Sei um € 20.000 bei einem Händler in Wels, Oberösterreich angeboten. Das zeigt, dass hochwertige Exemplare auch hierzulande klar im fünfstelligen Bereich liegen können. Gerade bei seltenen Klassikern ist der Zustand oft wichtiger als das reine Baujahr. Ein sauberes, dokumentiertes Fahrzeug mit brauchbarer Historie kann den Preis deutlich nach oben ziehen.

Was den Wert besonders beeinflusst:

  • Originalität der Verkleidung, Lackierung und Anbauteile
  • nachvollziehbare Historie mit Papieren und Wartungsbelegen
  • Vollständigkeit der Auspuffanlage, besonders beim 750 Sei
  • technische Überarbeitung ohne Pfusch bei Elektrik und Motor
  • gute Teileversorgung oder bereits erledigte Restaurationsarbeiten

Bei der 750 Sei gibt es zwei Welten. Gute, restaurierte Fahrzeuge und sehr saubere Originale werden deutlich besser bezahlt als angegriffene Komplettprojekte. Das liegt nicht nur an der Seltenheit, sondern auch an der Komplexität der Maschine. Wer billig kauft, zahlt oft später doppelt, vor allem wenn Auspuff, Zündung oder Motorinnenteile fehlen.

Die 900 Sei liegt preislich oft etwas unter der 750er, obwohl sie technisch später und in manchen Fällen stärker ist. Das hat mit der Marktpräferenz zu tun: Für viele Sammler ist die 750 Sei das berühmteste Benelli-Modell, während die 900 Sei eher als Entwicklungsschritt gesehen wird. Genau darin liegt aber auch eine Chance für Käufer, die Wert auf Substanz statt nur auf Ruhm legen.

Schwachstellen und Kauftipps

Wer eine Benelli kauft, sollte nicht nur nach Optik entscheiden. Gerade bei den großen Sechszylindern sind Technik und Wartungszustand entscheidend.

750 Sei:

  • Bei frühen Serie-1-Maschinen vor Rahmennummer 5294 auf Getriebe- und Kurbelwellentoleranzen achten
  • Ölverlust ist häufig, vor allem an älteren Dichtungen
  • die originale Unterbrecherzündung ist wartungsintensiv; eine elektronische Zündung ist sinnvoll
  • Ventilspiel regelmäßig prüfen
  • Nocken- bzw. Camchain-Spannung kontrollieren
  • die 6-in-6-Auspuffanlage ist teuer und schwer zu ersetzen
  • Steckerblöcke und Schalter können korrodieren

900 Sei:

  • Übermäßiger Ölverbrauch ist ein bekanntes Thema
  • Kupplung kann zum Rutschen neigen
  • Oversize-Kolben sind schwer bis kaum zu bekommen
  • Elektrik und Schalterkontakte sorgfältig prüfen
  • Ventilspiel und Kettenspannung nicht vernachlässigen

650 Tornado und 500 Quattro:

  • nach Undichtigkeiten und unregelmäßigem Lauf schauen
  • Vergaserzustand und Synchronität kontrollieren
  • Ersatzteillage vor dem Kauf klären
  • Rahmen, Anbauteile und Originalteile genau vergleichen

Ersatzteile und Versorgung

Die Ersatzteillage ist für Benelli besser als viele vermuten, aber keineswegs sorgenfrei. Ein wichtiger Ansprechpartner ist Benelli-Bauer in Deutschland. Dort findet man vor allem gesuchte Teile für die klassischen Benelli-Modelle. Zusätzlich helfen spezialisierte Clubs und Markennetzwerke, um seltene Komponenten aufzutreiben.

Praktisch ist auch, dass einige Teile mit Moto Guzzi verwandt oder gemeinsam nutzbar sind. Das betrifft nicht alle Baugruppen, aber doch genug Komponenten, um die Suche deutlich zu erleichtern. Gerade bei Bremsen, Instrumenten oder einzelnen Fahrwerksteilen kann das ein echter Vorteil sein. Schwieriger bleibt die spezielle Benelli-Technik, vor allem dort, wo der 750 Sei mit seiner 6-in-6-Anlage oder der 900 Sei mit seltenen Motorteilen punktet.

Für den österreichischen Käufer heißt das: lieber ein vollständiges Fahrzeug mit guter Basis kaufen als ein vermeintliches Schnäppchen ohne Teile. Die Restaurierung eines fehlenden oder verbastelten Benelli-Klassikers kann schnell teurer werden als der Kauf eines besseren Exemplars.

Fahrverhalten

Benelli-Motorräder fahren sich nicht wie austauschbare Klassiker. Sie haben Eigenheiten, und genau das macht sie reizvoll. Die 750 Sei ist dabei das Paradebeispiel. Trotz des hohen Gewichts und des breiten Motors vermittelt sie eine erstaunlich geschmeidige Laufkultur. Das Ansprechverhalten ist ruhig, beinahe gelassen, und das Motorrad wirkt auf der Landstraße wie ein reifer Tourer mit Rennsport-Genen.

Wer von einem modernen Motorrad umsteigt, wird die Bremsen als eher moderat empfinden. Das ist kein Mangel im engeren Sinn, sondern ein zeittypisches Merkmal. Man fährt die Benelli vorausschauend, sauber und mit einem Gefühl für Gewicht und Geschwindigkeit. Genau dadurch entsteht ein sehr klassisches Fahrerlebnis.

Die 750 Sei belohnt gleichmäßige Linien und ruhige Bewegungen. In schnellen Kurven bleibt sie stabil, solange man sie mit genügend Respekt behandelt. Das breite Triebwerk und der Schwerpunkt verlangen etwas Entschlossenheit, aber das Fahrwerk wirkt solide genug, um lange Strecken entspannt zu bewältigen. Für Ausfahrten in Österreich, etwa über die Bundesstraßen oder auf langen Passagen in Richtung Alpenrand, ist das ein sehr angenehmes Konzept.

Die 900 Sei fährt sich etwas schwerer und massiver. Mehr Hubraum bedeutet hier nicht automatisch mehr Agilität. Im Gegenteil: Die Maschine wirkt oft kultivierter auf der Geraden als in schnellen Wechselkurven. Wer eine 900 Sei kauft, sucht deshalb meist nicht die leichtfüßigste Benelli, sondern eine souveräne, charaktervolle Maschine mit großem Auftritt.

Der 500 Quattro überrascht viele Fahrer positiv. Er ist weniger einschüchternd als die Sechszylinder und wirkt im Alltag oft handlicher. Sein Vierzylinder läuft sehr sauber und macht gerade in mittleren Drehzahlen Freude. Das Fahrgefühl ist italienisch, aber nicht überdreht. Wer einen seltenen Klassiker mit relativ vernünftiger Handhabung sucht, sollte den 500 Quattro nicht unterschätzen.

Der 650 Tornado ist der robusteste und bodenständigste Vertreter der Gruppe. Der Zweizylinder wirkt unmittelbarer, klassischer und für manche Fahrer sogar zugänglicher. Er ist kein Prestigeobjekt wie die 750 Sei, aber ein sehr sympathischer Klassiker für Menschen, die eine ehrliche, seltene Benelli suchen, ohne sich gleich in die komplexeste Maschine der Marke zu verlieben.

Design

Benelli-Design ist immer auch Ausdruck von Mut gewesen. Die Marke hat sich in ihrer klassischen Phase nie mit langweiligen Lösungen zufriedengegeben. Besonders die 750 Sei zeigt, wie stark Form und Funktion zusammen gedacht wurden. Ihre Linien sind kantig, klar und typisch für die 1970er-Jahre, aber sie wirken bis heute eigenständig. Das Motorrad sieht nicht nur schnell aus, sondern auch technisch anspruchsvoll.

Die markanteste Designidee bleibt die 6-in-6-Auspuffanlage. Sechs einzelne Endtöpfe erzeugen eine unverwechselbare Silhouette. Zusammen mit dem massiven Zylinderblock entsteht eine optische Präsenz, die man nicht mit anderen Marken verwechselt. Das ist einer der Gründe, warum die Benelli bei Treffen immer wieder Menschen anzieht, die sonst vielleicht eher Ducati, Laverda oder Moto Guzzi im Blick hätten.

Beim 750 Sei kommt dazu, dass das Cockpit eigenständig gestaltet wurde. Die Anzeigeeinheit, Warnleuchten und die kompakte Instrumentenlandschaft wirken heute fast wie ein Kunstobjekt aus der Ära des technischen Optimismus. Die Maschine erzählt mit ihrem Design: Hier wurde nicht nur gebaut, hier wurde demonstriert.

Der 900 Sei übernimmt viele Elemente des 750, wirkt aber teils schwerer und moderner im Detail. Je nach Ausführung treten die Linien etwas kantiger oder sachlicher auf. Gerade diese Mischung macht ihn für Sammler interessant, die auf die Entwicklung einer Modellfamilie achten. Der 900 Sei ist nicht einfach eine vergrößerte Kopie, sondern eine Weiterführung mit eigener Persönlichkeit.

Der 500 Quattro ist optisch zurückhaltender, aber trotzdem elegant. Er trägt die typische italienische Formensprache, ohne aufdringlich zu sein. Das macht ihn für Käufer interessant, die ein klassisches Motorrad mit feinen Proportionen suchen. Der 650 Tornado wiederum folgt einem eher funktionalen Stil, besitzt aber gerade dadurch einen gewissen Charme. Nicht jedes Kultmotorrad braucht eine laute Optik; manchmal reicht ein sauber gezeichnetes, seltenes Gesamtbild.

Für Sammler ist die Originalität im Design entscheidend. Lack, Embleme, Sitzbank, Instrumente und Auspuffanlage sollten möglichst stimmig sein. Schon kleine Abweichungen können den Gesamteindruck verändern. Bei Benelli gilt mehr als bei vielen anderen Marken: Das Auge kauft mit.

Sonstiges

Benelli ist auch deshalb faszinierend, weil die Marke in der Motorsportgeschichte einen festen Platz hat, obwohl die Serienproduktion nie mit den ganz großen Volumina der japanischen Hersteller mithalten konnte. Die beiden 250er-Weltmeistertitel von Dario Ambrosini und Kel Carruthers sind mehr als nur Fußnoten. Sie zeigen, dass Benelli nicht zufällig mit Leistung und Leidenschaft verbunden wird.

Für den österreichischen Markt ist diese Motorsportvergangenheit besonders attraktiv, weil klassische Motorräder hier oft nicht nur als Wertanlage, sondern auch als Freizeit- und Ausfahrtsfahrzeuge gesehen werden. Eine Benelli hat dabei genau die richtige Mischung aus Exklusivität und Fahrbarkeit. Sie ist selten genug, um Begehrlichkeit auszulösen, aber nicht so abgehoben, dass sie nur in der Vitrine Sinn ergibt.

Auch die internationale Ausrichtung der Marke spielt heute eine Rolle. Benelli war immer europäisch, aber nie provinziell. Italienisches Design, Rennsportbezug, britisch inspirierte Technikdetails und später der Versuch, die japanische Konkurrenz technisch zu übertrumpfen: All das ergibt ein vielschichtiges Markenbild. Wer sich für Benelli interessiert, entscheidet sich also nicht nur für ein Motorrad, sondern für eine Erzählung aus Erfindergeist, Wettbewerb und Stil.

Fazit

Eine Benelli kaufen heißt, sich auf eine Marke mit Ecken, Kanten und großem Charakter einzulassen. Für Sammler und Liebhaber sind vor allem die klassischen Modelle aus den 1970er- und 1980er-Jahren spannend: 650 Tornado, 500 Quattro, 750 Sei und 900 Sei. Jedes dieser Motorräder steht für einen anderen Zugang zu italienischem Ingenieurdenken, aber alle teilen denselben Anspruch: anders sein als der Rest.

Die 750 Sei bleibt das begehrteste Modell und der große Name der Marke. Als erstes Sechszylinder-Serienmotorrad ist sie historisch einzigartig und am Markt entsprechend gefragt. Wer ein gutes Exemplar findet, sollte nicht zögern, wenn Zustand, Dokumentation und Technik stimmen. Die 900 Sei ist die sinnvolle Alternative für Käufer, die den Sechszylinder-Charakter wollen, aber ein etwas anderes Preis-Leistungs-Feld suchen.

Der 500 Quattro ist der feine Geheimtipp für Kenner, der 650 Tornado die seltene Wahl für Liebhaber klassischer Zweizylinder. Zusammen zeigen diese Modelle, warum Benelli bis heute einen besonderen Platz in der Oldtimerwelt hat: nicht wegen Masse, sondern wegen Mut.

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