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Solex VéloSolex kaufen
Der Solex VéloSolex ist mehr als nur ein Moped – er ist ein Stück europäischer Mobilitätsgeschichte. Mit seinem charakteristischen Reibradantrieb und der genialen Einfachheit seiner Konstruktion hat dieser französische Klassiker seit 1946 Millionen von Menschen bewegt und begeistert.
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Fahrzeug inserieren"Solex" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Solex" machen.
1967 | Solex Vélosolex Modell 3800
-
1967 | Solex Vélosolex Ami
-
1966 | Solex Vélosolex Modell 3800
Reduziert auf das Wesentliche und gerade deshalb besonders
1971 | Solex Vélosolex Modell 5000
Französischer Mobilitätsklassiker mit charakteristischem Frontantrieb
1967 | Solex Vélosolex Ami
-
1962 | Solex Vélosolex Ami
1962 Velo Solex S 2200 V1 49cc
1968 | Solex Vélosolex Modell 3800
1968 Velo Solex S 3800 49cc
1966 | Solex Vélosolex Modell 3800
1966 Solex 3800S '66
1970 | Solex Vélosolex Modell 3800
Velosolex
1974 | Solex Vélosolex Modell 3800
Velosolex
1975 | Solex Vélosolex Modell 3800
Velosolex
1986 | Solex Vélosolex Modell 3800
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Fahrzeug inserierenGeschichte und Erbe
Die Geschichte des Solex beginnt lange vor dem berühmten Moped. Im Jahr 1905 gründeten die beiden französischen Ingenieure Maurice Goudard und Marcel Mennesson die Solex-Gesellschaft, um zunächst Kühlsysteme und später Vergaser herzustellen. Diese Komponenten wurden schnell zum Standard bei führenden europäischen Automobilherstellern wie Citroën, Peugeot und Renault. Der Name „Solex" – gewählt für seine internationale Klangqualität und Prägnanz – wurde zum Synonym für technische Zuverlässigkeit und Präzision.
Während des Zweiten Weltkriegs, unter der Besatzung Frankreichs, entstand die Idee für das VéloSolex. Angesichts von Treibstoffmangel und zusammengebrochenen Verkehrssystemen entwickelte Marcel Mennesson eine revolutionäre Lösung: ein ultraleichtes, wirtschaftliches Fahrzeug, das einfach zu produzieren war. Der erste Prototyp entstand 1941, die Serienproduktion des VéloSolex 45 begann im April 1946.
Das Konzept war bahnbrechend in seiner Schlichtheit: Ein Zweitakt-Motor mit 45 cm³ wurde auf einem Fahrradrahmen montiert und trieb das Vorderrad durch einen Reibgummiwalze an – kein Kettenantrieb, keine Schaltung, keine Kupplung (bei frühen Modellen). Der Erfolg war unmittelbar. Im wiederaufbauenden Frankreich wurde der Solex zum Symbol der wiedergewonnenen Freiheit. Er galt nicht als Motorrad, sondern als motorisiertes Fahrrad, das ohne Führerschein zugänglich war.
Über Jahrzehnte hinweg entwickelte sich der Solex weiter, behielt aber sein Wesen bei. 1953 brachte das Modell 330 eine Steigerung auf 49 cm³. Es folgten die Modelle 660, 1010, 1400 und 1700, wobei letzteres 1959 die automatische Kupplung einführte – ein großer Fortschritt für den Stadtverkehr. 1966 markierte der Start des S 3800 den Höhepunkt der Marke. Mit 0,8 PS, robusterer Konstruktion und über 7 Millionen produzierten Exemplaren wurde er zum meistgebauten und berühmtesten Modell.
Der Solex war nie nur ein Transportmittel – er war ein soziales Phänomen. In den 1960er und 1970er Jahren war er der ständige Begleiter von Studenten im Quartier Latin, von Fabrikarbeitern und Landpfarrern. Er verkörperte eine bestimmte Idee von Frankreich: bescheiden, erfinderisch und poetisch. Das Kino machte ihn unsterblich, besonders Jacques Tati, der ihn in Mein Onkel und Die Ferien des Monsieur Hulot als zentrale Requisite seiner burlesken Welt nutzte. Der Solex wurde dort als etwas eigensinnig, aber zutiefst menschlich dargestellt – im Gegensatz zur kalten, technologischen Moderne.
Trotz modernerer Modelle wie dem Solex 5000 mit kleineren Rädern und lebhaften Farben (Orange, Blau, Gelb) und der Konkurrenz durch leistungsstärkere Mobyletten und Motobécanes endete die französische Produktion 1988. Die Marke wechselte danach mehrmals den Besitzer (Ungarn, China), bevor sie in den 2010er Jahren als Elektroversion wiedergeboren wurde. Für Sammler zählen jedoch nur die originalen Reibrad-Modelle wirklich.
Emblematische Modelle und Entwicklungen
Der VéloSolex 45 (1946–1953) ist der Pionier. Mit seinen 650er-Rädern und dem 45-cm³-Motor legte er die Grundlagen der Legende. Er ist an der fehlenden Kupplung erkennbar: Zum Anhalten musste der Motor abgestellt oder der Motorblock mit einem Hebel angehoben werden.
Der Solex 1700 (1959–1961) führte die automatische Kupplung mit zwei Fliehgewichten ein. Das war eine Revolution für den Stadtverkehr, da man mit laufendem Motor stehen bleiben konnte, ohne zu treten.
Der Solex S 3800 (1966–1988) ist der „Klassiker der Klassiker". Er profitierte von einem steiferen, tiefgezogenen Stahlrahmen und einem optimierten Motor. Es ist das Modell, das man heute am leichtesten findet, und für das Ersatzteile am reichlichsten vorhanden sind.
Der Solex 5000 (1971–1978) versuchte, das Image der Marke zu verjüngen. Mit seinen 16-Zoll-Rädern (statt 19), dem Kunststofftank und den „Pop"-Farben zielte er auf ein jüngeres und weiblicheres Publikum. Heute ist er sehr begehrt wegen seines eigenwilligen Looks.
Der Solex Ami war eine Variante mit eigenem Charakter, die in den 1960er Jahren produziert wurde und sich durch subtile Unterschiede in der Ausstattung und Optik vom Standard-3800 unterschied.
Der Solex 3300 (1964–1966) war eine Übergangsvariante mit V-förmigem Rahmen aus verschraubten Rechteckrohren, größerem Sitz und Kunststofftank – eine kurze, aber charakteristische Produktionsphase.
Der Solex Micron (1968–1974) ist eine Kuriosität: eine miniaturisierte Version ohne Pedale, gedacht zum Transport in Boot oder Wohnwagen. Extrem selten, erreicht er heute Spitzenpreise bei Sammlern.
Highlights und Besonderheiten
Das Definierende am VéloSolex ist sein Reibradantrieb. Anders als fast alle anderen motorisierten Zweiräder überträgt der Motor seine Kraft nicht über Kette oder Riemen auf das Hinterrad. Er ist über dem Vorderrad aufgehängt, und eine Walze aus Korund (der Reibgummi) reibt direkt auf dem Reifen. Dieses System hat unbestreitbare Vorteile: eine auf das Äußerste vereinfachte Mechanik, ein Federgewicht (etwa 30 kg) und eine Wartung, die jeder Heimwerker mit einem 9er- und 14er-Schlüssel durchführen kann.
Der Motor ist ein luftgekühlter Einzylinder-Zweitakter mit 49 cm³ (bei Modellen nach 1953). Seine Konstruktion ist ein Muster der Sparsamkeit: Der Benzintank (1,4 Liter, später 3 Liter beim 3800) ist in den Motorblock integriert, und die Membranpumpe nutzt die Druckschwankungen im Kurbelgehäuse, um den Treibstoff zum Vergaser zu fördern. Der Verbrauch ist lächerlich gering – zwischen 1 und 1,5 Liter pro 100 km – was ihm den Spitznamen „Fahrrad, das für einen Groschen fährt" einbrachte.
Die Benzinpumpe: ein Meisterwerk der Einfachheit
Eines der genialsten Elemente des Solex ist seine Benzinpumpe. Anders als bei klassischen Motorrädern, wo der Tank oben sitzt und durch Schwerkraft den Vergaser speist, liegt der Solex-Tank seitlich am Motor. Die Pumpe, angetrieben durch Luftpulsationen im Kurbelgehäuse, fördert das Benzin zum Vergaser. Überschüssiges Benzin fließt durch einen transparenten Rücklaufschlauch zurück in den Tank – der Fahrer kann visuell überprüfen, dass das Benzin zirkuliert. Es ist einfach, effektiv und praktisch unverwüstlich.
Die Ergonomie des Solex ist die eines Stadtrads. Die Fahrposition ist aufrecht, der Lenker hoch und der Sattel gefedert. Zum Starten tritt man in die Pedale, um den Motor anzuwerfen, dann senkt man den Hebel, der die Walze gegen den Reifen presst. Stille ist nicht seine Stärke – das charakteristische „Puff-Puff" des Zweitakters ist untrennbar mit dem Erlebnis verbunden – aber die Vibrationen sind gering im Vergleich zu einem klassischen Motorrad.
Ein weiterer Pluspunkt ist seine Tragbarkeit. Mit 30 kg kann ein Solex in eine Wohnung getragen, im Kofferraum transportiert oder in einer Ecke der Garage verstaut werden, ohne Platz zu verschwenden. Es ist das urbane Fahrzeug schlechthin, fähig, sich überall mit verblüffender Wendigkeit durchzuschlängeln.
Schließlich ist der Solex ein Objekt minimalistischen Designs. Seine traditionelle schwarze Lackierung mit goldenen Zierlinien (bei klassischen Modellen) verleiht ihm zeitlose Eleganz. Jedes Teil ist funktional: Die Stoßstange schützt den Motor, die Werkzeugkiste ist unter dem Gepäckträger integriert, und das Scheinwerfer sitzt am Motorblock. Diese Ästhetik der Notwendigkeit macht ihn heute zu einem sehr begehrten Sammlerobjekt.
Technische Daten
Hinweis zu Treibstoffen: Der Solex läuft mit Gemisch (Benzin + Zweitaktöl). Früher war die „Solexine", ein gebrauchsfertiges Gemisch in gelben Kanistern an Tankstellen, der Standard. Heute wird ein Gemisch mit 2 % Syntheseöl oder 3 % Mineralöl empfohlen. Ein Bleisatzersatz ist für diese Motoren nicht notwendig.
Marktübersicht und Kaufberatung
Der Solex-Markt in Österreich und Europa ist lebendig und zugänglich. Anders als viele andere Sammlervehikel bleiben Solex-Modelle erschwinglich, obwohl die Preise für seltene oder gut restaurierte Exemplare steigen.
Preise am Markt (2024–2025)
- Aus der Scheune / Restaurierungsprojekt: €200–€500. Hier sollte man mit blockiertem Motor, oberflächlicher Rostbildung und verschlissenen Reifen rechnen. Das ist die ideale Basis für Mechanik-Enthusiasten, die die Grundlagen der Restaurierung erlernen möchten.
- Original, läuft: €500–€1.000. Der Solex ist komplett, startet und fährt, benötigt aber eine ästhetische und mechanische Überholung für zuverlässigen Alltageinsatz. Oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für regelmäßige Nutzung.
- Restauriert / sehr guter Originalzustand: €1.000–€2.000. Der Motor wurde überholt (Kolbenringe, Dichtungen, Lager), die Lackierung ist sauber und Verschleißteile sind neu. Das ist der Preis für Sicherheit, um sofort fahren zu können.
- Seltene Modelle (45er, 5000 in Farbe, Micron): €2.000–€6.000+ für außergewöhnliche Exemplare oder sehr gesuchte Modelle wie der Micron (Miniaturversion ohne Pedale).
Besondere Aufmerksamkeit beim Kauf
Der Motor: Das Herz des Solex. Überprüfen Sie die Kompression, indem Sie das Schwungrad von Hand drehen. Wenn es zu leicht geht, sind die Kolbenringe verschlissen. Ein blockierter Motor ist nicht zwingend eine Katastrophe (oft nur die Walze durch altes Öl verklebt), rechtfertigt aber einen Preisabschlag. Die Benzinpumpe ist oft der schwache Punkt: Wenn kein Benzin zum Vergaser kommt, ist die Membran wahrscheinlich ausgetrocknet oder gerissen.
Die Reibwalze: Überprüfen Sie den Zustand der Reibwalze. Wenn sie glatt, gerissen oder mit fehlenden Korundstücken ist, muss sie ersetzt werden (etwa €40–€60). Eine verschlissene Walze rutscht auf dem Reifen durch, besonders bei Nässe. Überprüfen Sie auch, ob es zu viel Spiel im Walzenlager gibt.
Der Rahmen: Rost ist der Erzfeind. Überprüfen Sie das Tankinnere (oft durch Korrosion angegriffen, wenn der Solex lange ohne Benzin stand) und die Rahmenbasis. Ein verbogener oder gerissener Rahmen ist ein Ausschlusskriterium. Verbeulte Schutzbleche sind oft ein guter Indikator für die Vorgeschichte der Maschine.
Die Reifen: Solex-Reifen haben spezifische Größen (besonders die 1,75 x 19 beim 3800). Wenn sie rissig sind, planen Sie sofort einen Austausch für Ihre Sicherheit ein. Ein durch die Walze abgenutzter Vorderreifen kann plötzlich platzen.
Die Papiere: Seit einigen Jahren ist die Anmeldung für alle Mopeds in Österreich obligatorisch, auch für alte. Ein Solex mit Zulassungspapieren ist ein großes Plus. Wenn diese fehlen, müssen Sie bei der Behörde mit einer Versicherungsbestätigung oder einem Zertifikat eines Oldtimer-Clubs die Anmeldung durchführen. Achten Sie darauf, dass Motor- und Rahmennummern zur Epoche des Modells passen.
Österreichische Besonderheiten
In Österreich gibt es eine wachsende Solex-Community, besonders in Wien und Salzburg. Die Villach Collection, ein renommiertes Automobilmuseum in Kärnten, hat regelmäßig Solex-Modelle in seinen Auktionen (März 2026 mit über 200 Fahrzeugen). Dies ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, gut erhaltene Exemplare zu sehen und zu erwerben. Österreichische Sammler schätzen besonders die S 3800 und 5000 für ihre Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Wartung und Restauration
Einer der großen Vorzüge des Solex ist die Leichtigkeit, mit der man ihn selbst warten kann. Die Mechanik ist zugänglich, logisch und erfordert kein teures Spezialwerkzeug.
Regelmäßige Wartung
Die laufende Wartung beschränkt sich auf wenige einfache Handgriffe:
- Düsenreinigung: Wenn der Motor ruckelt oder erstickt, liegt es oft an einer Verschmutzung in der Düse. Sie lässt sich in Sekunden abschrauben und durch Durchblasen reinigen.
- Entkohlung: Alle 2.000–3.000 km wird empfohlen, den Auspuff und die Auslassöffnung des Zylinders zu entkohlen, um die volle Motorleistung zu erhalten.
- Zündung einstellen: Die Kontakte müssen präzise eingestellt werden (Abstand 0,4 mm), um sicheres Starten und stabilen Leerlauf zu gewährleisten.
- Reifendruck: Ein unterdruckter Vorderreifen erhöht die Walzenverschleiß und mindert die Leistung. Ein Druck von 2 bar vorne und 2,5 bar hinten wird empfohlen.
Vollständige Restauration
Für eine „Concours"-Restauration sollte man mit €500–€1.500 für Teile und Materialien (Farbe, Chrom, Reifen, Dichtungen) rechnen. Glücklicherweise ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ausgezeichnet. Spezialisierte Websites wie Solex-Story, Chebco oder VSX France bieten fast alle Teile in hochwertiger Nachfertigung: Kolbenringe, Kolben, Dichtungen, Benzinpumpen und sogar komplette Rahmen.
Die traditionelle schwarze Lackierung kann mit Epoxid für maximale Haltbarkeit oder mit klassischer Autolackierung für authentischeres Aussehen erneuert werden. Die goldenen Zierlinien, wenn von Hand neu aufgetragen, erfordern etwas Geschick, transformieren aber das Aussehen der Maschine radikal.
Fahrerlebnis
Einen Solex zu fahren ist ein einzigartiges sensorisches Erlebnis, das eine gewisse Eingewöhnungszeit erfordert. Alles beginnt mit dem Ritual des Starts. Man setzt sich auf den Sattel, tritt wie auf einem normalen Fahrrad in die Pedale, um etwas Schwung zu bekommen, dann kippt man den Motorhebel nach vorne. Die Walze kommt mit dem Reifen in Kontakt, der Motor hustet, schnaubt, und plötzlich spürt man einen sanften Schub. Man tritt nicht mehr: Man „solext".
Die Geschwindigkeit ist bescheiden – etwa 30–35 km/h Reisegeschwindigkeit – aber sie wirkt wegen der Nähe zum Motor und dem Fehlen von Federung viel höher. Jede Unebenheit der Straße wird direkt auf den Fahrer übertragen, was zum Charme (und zur Unbequemlichkeit) des Geräts gehört. Der Lärm ist allgegenwärtig: Das Pfeifen der Walze auf dem Reifen vermischt sich mit dem Knattergeräusch des kleinen Zweitakters. Es ist eine mechanische Symphonie, die einen vom Rest der Welt isoliert.
Das Bremsen, bewerkstelligt durch Felgenbremsen vorne und oft eine kleine Trommelbremse hinten, ist... symbolisch. Man muss vorausschauend fahren, besonders im Regen, wo die Walze zum Durchrutschen neigt und die Bremsen an Wirksamkeit verlieren. Das Fahren im Regen erfordert tatsächlich etwas Geschick: Manchmal muss man die Walze leicht gegen den Reifen drücken, um sie zum Greifen zu bringen.
Der Solex mag keine Steigungen. Sobald die Straße ansteigt, plagt sich der kleine Motor und man muss die Maschine durch Treten „unterstützen". Diese ständige Interaktion zwischen Mensch und Maschine macht das Fahren so fesselnd. Man erleidet die Fahrt nicht, man lebt sie. Der Motorenlärm, der charakteristische Geruch des Zweitakt-Gemischs und der Wind im Gesicht vermitteln ein Gefühl von Freiheit, das man auf keinem modernen Fahrzeug findet.
In der Stadt ist der Solex in seinem Element. Seine Schlankheit ermöglicht es ihm, sich dort durchzuschlängeln, wo massive Roller steckenbleiben. Es ist das ideale Werkzeug für kleine Besorgungen, Sonntagsfahrten oder einfach zum Vergnügen des „Fahrens mit offenen Augen". Man entdeckt seine Umgebung in einer Geschwindigkeit neu, die es ermöglicht, Details zu beobachten, die man normalerweise übersieht.
Design und Philosophie
Das Design des VéloSolex ist ein Meisterwerk der funktionalistischen Schule: „Die Form folgt der Funktion". Nichts ist überflüssig. Der tiefgezogene Stahlrahmen des 3800 mit seinen kantigen Linien ist gleichzeitig leicht und steif. Der Motor, in Überhang über dem Vorderrad montiert, verleiht dem Solex seine so erkennbare asymmetrische Silhouette.
Die schwarze Farbe, über Jahrzehnte fast ausschließlich, war anfangs keine ästhetische Wahl, sondern eine Maßnahme der Wirtschaftlichkeit und Produktionsvereinfachung. Sie ist mit der Zeit zur Signatur der Marke geworden, unterstrichen durch die von Hand aufgetragenen goldenen Zierlinien auf Schutzblechen und Tank. Diese Nüchternheit kontrastiert mit den glänzenden Chromen amerikanischer Motorräder oder den lebhaften Farben italienischer Roller der Epoche.
Die Philosophie des Solex ist die der Demokratisierung der Mobilität. Maurice Goudard sagte: „Wir verkaufen keine Maschine, wir verkaufen billige Kilometer". Dieser pragmatische Ansatz verführte alle Schichten der Gesellschaft. Der Solex versucht nicht, durch Leistung oder Luxus zu beeindrucken, sondern durch Zuverlässigkeit. Es ist ein bescheidenes, fast häusliches Objekt, das nur ein wenig Aufmerksamkeit verlangt, um Jahrzehnte zu funktionieren.
Heute ist der Solex ein sehr begehrtes „Vintage"-Objekt für Städter auf der Suche nach Authentizität. Er repräsentiert eine poetische Alternative zur Standardisierung moderner Transporte. Einen Solex zu besitzen bedeutet, einen bestimmten Lebensstil zu vertreten – gemachte Langsamkeit und einfaches mechanisches Vergnügen. Es ist auch ein Akt des Widerstands gegen geplante Obsoleszenz: Ein Solex von 1960 kann mit minimaler Wartung noch täglich fahren.
Kultur und Gesellschaft
Der VéloSolex nimmt einen besonderen Platz in der europäischen Kultur ein. Er ist untrennbar mit bezahltem Urlaub, Fabrikausgängen und Universitätscampus verbunden.
Der Solex im Kino: Neben Jacques Tati erscheint der Solex in unzähligen französischen Filmen der 1950er bis 1970er Jahre. Er wird oft verwendet, um einen bescheidenen Charakter, einen Studenten oder einen Außenseiter zu charakterisieren. In Die Wilden Hengste (1974) nutzen Patrick Dewaere und Gérard Depardieu ihn denkwürdig. In neuerer Zeit bleibt er eine unverzichtbare Requisite, um die Atmosphäre des alten Frankreich nachzuerschaffen. Seine Präsenz auf der Leinwand löst sofort eine Welle von Nostalgie aus.
Wettbewerbe: So überraschend es klingen mag, es gibt eine echte Kultur des Solex-Rennens. Ausdauerrennen wie die berühmten „24 Stunden von Nouziers" sehen schwer präparierte Maschinen gegeneinander antreten, die über 100 km/h erreichen können! Diese Wettbewerbe zeugen von der Leidenschaft und Erfindungsgabe der „Solexisten", die ein friedliches Fahrrad in eine Rennmaschine verwandeln.
Clubs und Gemeinschaft: Österreich und die deutschsprachigen Länder haben eine wachsende Solex-Community. Während es in Frankreich und der Schweiz etablierte Clubs wie den Verein VeloSoleX Schweiz gibt, entstehen in Österreich zunehmend informelle Treffen und Online-Communities. Diese Clubs sind eine Goldgrube für Ersatzteile und technische Ratschläge. Der Solex-Geist ist vor allem Kameradschaft und gegenseitige Hilfe. Man trifft nie einen anderen Solexisten, ohne ihm zuzuwinken oder anzuhalten, um über Mechanik zu plaudern.
Fazit
Der VéloSolex ist nicht nur eine nostalgische Erinnerung; er ist ein Fahrzeug, das noch immer seinen Platz in der heutigen Landschaft hat. Seine Einfachheit, Wirtschaftlichkeit und sein Sympathiefaktor machen ihn zu einer klugen Wahl für alle, die in die Welt der Sammlervehikel einsteigen möchten, ohne sich zu ruinieren oder Wochenenden mit Öl an den Händen zu verbringen.
Ob Sie sich für einen S 3800 wegen seiner legendären Robustheit, einen 5000 wegen seines Pop-Looks oder einen 45er wegen seines historischen Wertes entscheiden – Sie kaufen nicht nur einen Mopedmotor. Sie werden zum Hüter eines Stücks europäischer Geschichte, zum Zeuge einer Epoche, in der Mobilität mit Einfachheit und Freiheit gleichbedeutend war.
Der Solex ist der Beweis, dass eine gute Idee nie stirbt. Solange es Straßen gibt und Enthusiasten, die das kleine Reibrad auf dem Reifen zum Singen bringen, wird die „Fahrrad, das ganz allein fährt" weiterhin Köpfe drehen und Lächeln säen. Es ist eine Einladung zum langsamen Reisen, zur Entdeckung und zum reinen Vergnügen der Mechanik – ein Vergnügen, das in unserer digitalen Welt immer seltener wird.