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Simson Motorrad kaufen
Aus Suhl im Thüringer Wald kamen sie zu Tausenden: Die Simson-Mopeds prägen seit Jahrzehnten das Bild österreichischer und deutscher Straßen. Von der Schwalbe bis zur S 51 – jedes Modell erzählt vom Einfallsreichtum der DDR-Industrie und begeistert bis heute eine treue Community.
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1900 | Simson MAW Motorfahrrad
Simson MAW Fahrrad mit Hilfsmotor , NSU Fahrrad

1900 | Simson MAW Motorfahrrad
Simson MAW Fahrrad mit Hilfsmotor ,

1900 | Simson MAW Motorfahrrad
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1900 | Simson S 50 N
Simson S 50

1989 | Simson SR50/1 C
Simson SR 50 Nummer 59921

1957 | Simson SR 2
Simson SR 2 unsere Nummer 221017

1986 | Simson SR50 B4
Simson SR50 4 Gang Nr. 62722

1958 | Simson SR 2
Simson SR 2 NR. 57822

1990 | Simson SR 50/1 MXG
Simson SR 50

1973 | Simson Schwalbe KR 51/1
Simson KR 51 Schwalbe KR 51 / 1

1973 | Simson Schwalbe KR 51/1
Simson KR 51 Schwalbe Kr 51 / 1

1980 | Simson Schwalbe KR 51/1
Simson KR 51 Schwalbe Kr 51 / 1

1969 | Simson Schwalbe KR 51
Simson KR 51 Schwalbe Kr 51 / 1

1971 | Simson Schwalbe KR 51/1
Voll Restauriert
Geschichte & Erbe
Die Geschichte von Simson beginnt lange vor der Ära der Mopeds, die heute das Bild der Marke prägen. Im Jahr 1856 erwarben die jüdischen Brüder Löb und Moses Simson ein Drittel eines Stahlhammers in Suhl, Thüringen, und gründeten die Firma Simson & Co. Das Unternehmen produzierte zunächst Stahl und Waffen, bevor es sich um die Jahrhundertwende dem Fahrradbau zuwandte. Bereits 1896 galt Simson als einer der führenden Fahrradhersteller Deutschlands – ein Erfolg, der die Basis für die spätere Zweiradproduktion legte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das Werk vor einem Neuanfang. Die Alliierten demontierten einen Großteil der Anlagen, und das Unternehmen musste zunächst für Sowjetische Reparationen produzieren. 1952 wurde es in den volkseigenen Betrieb VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ Suhl umgewandelt – der Beginn einer neuen Ära, die den Charakter der Marke für Jahrzehnte prägte. In der DDR entwickelte sich Simson zum bedeutendsten Hersteller von Kleinkrafträdern und Motorrollern.
Der große Durchbruch gelang mit der Vogelserie, die 1964 mit der Schwalbe KR 51 startete. Die charakteristischen Modelle – Spatz, Star, Habicht, Sperber und Schwalbe – prägten das Straßenbild der DDR und sind heute begehrte Klassiker. Die Produktion der Schwalbe lief bis 1986, insgesamt entstanden über 1,1 Millionen Exemplare – ein eindrucksvolles Zeichen ihrer Beliebtheit.
Auch im Motorsport war Simson aktiv. Bereits in den 1950er Jahren entstanden mehrere Rennmaschinen mit 250 cm³ Hubraum. Besonders erwähnenswert ist die Simson RS 350/7, eine 4-Takt-Rennmaschine von 1959, die heute als Unikat im Fahrzeugmuseum Suhl zu sehen ist. Ende der 1980er Jahre kehrte Simson mit der RS 80 (nicht RS 81) in den Motocross-Sport zurück – ein rund 65 Kilogramm leichter Zweitakter mit etwa 30 PS, der Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen konnte.
Nach der Wende 1990 stand Simson vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die Versuche, sich auf dem westdeutschen Zweiradmarkt zu behaupten, scheiterten schließlich. 2002 wurde das Unternehmen endgültig liquidiert. Heute existiert die Marke Simson nicht mehr, doch ihre Fahrzeuge leben weiter: Schätzungen zufolge sind noch rund eine Million Simson-Mopeds in Deutschland zugelassen oder fahrbereit.
Highlights der Simson-Klassiker
Die Simson-Modelle der DDR-Ära haben jeweils ihren eigenen Charakter:
Simson Schwalbe KR 51: Das bekannteste Modell. Von 1964 bis 1986 in über 1,17 Millionen Exemplaren gebaut. Der elegante Motorroller mit dem charakteristischen Vorderrad-Knieblech wurde zum Inbegriff der DDR-Mobilität. Mit 3,4 PS und 60 km/h Höchstgeschwindigkeit war er für viele Jugendliche das erste motorisierte Gefährt.
Simson S 50 / S 51: Die Nachfolger der Schwalbe als Mokicks. Der S 50 debütierte 1976, der S 51 folgte 1983 mit verbessertem Motor und 4-Gang-Schaltung. Besonders begehrt sind die Enduro-Varianten.
Simson SR 50 / SR 80: Die Roller-Variante der S-Serie. Der SR 50 ging 1984 in Serie und erreichte jährliche Produktionszahlen von rund 195.000 Stück.
Simson Habicht SR 4-4: Das sportliche Modell der Vogelserie. Mit seinem 4,6-PS-Motor und 75 km/h Höchstgeschwindigkeit richtete er sich an sportlich orientierte Fahrer.
Simson Sperber SR4-3: Ebenfalls Teil der Vogelserie, trat der Sperber 1966 mit seinem charakteristischen Design bei.
Simson AWO 425: Ein wichtiges Modell der Übergangszeit. Die AWO wurde von 1952 bis 1962 produziert. Mit ihrem 250-cm³-Viertaktmotor und 12 PS erreichte sie 110 km/h. Heute sind gut erhaltene Exemplare selten – Preise von €4.000 bis €6.500 sind üblich.
Technik & Daten
Die Simson-Fahrzeuge setzten auf bewährte, wartungsfreundliche Technik:
| Modell | Bauzeit | Hubraum | Leistung | Gänge | Höchstgeschwindigkeit | Stückzahl |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Schwalbe KR 51 | 1964–1986 | 49,9 cm³ | 3,4 PS (2,5 kW) | 3 (Sturmschaltung) | 60 km/h | ~1.176.640 |
| S 50 | 1976–1980 | 49,9 cm³ | 3,7 PS (2,7 kW) | 4 | 65 km/h | ~86.000 |
| S 51 | 1983–1990 | 49,9 cm³ | 4,3 PS (3,2 kW) | 4 | 70 km/h | ~206.000 |
| SR 50 | 1984–1990 | 49,9 cm³ | 4,3 PS (3,2 kW) | 4 (Automatik) | 70 km/h | ~1.000.000 |
| Habicht SR 4-4 | 1972–1975 | 49,9 cm³ | 4,6 PS (3,4 kW) | 4 | 75 km/h | ~40.000 |
| AWO 425 | 1952–1962 | 247 cm³ | 12–14 PS | 4 | 110 km/h | ~85.000 |
Alle Simson-Modelle der Vogelserie verwenden den bewährten Zweitakt-Einzylindermotor mit Gemischschmierung. Die Wartung ist vergleichsweise einfach: Kerze, Vergaser und Zylinderkopf sind auch für Hobby-Schrauber zugänglich. Ein wichtiger Vorteil ist die Ausnahmeregelung im Einigungsvertrag, die Fahrzeugen mit Erstzulassung vor dem 28. Februar 1992 erlaubt, weiterhin 60 km/h zu fahren – ein Detail, das den Kauf für Besitzer der Führerscheinklasse AM (ab 15 Jahre) besonders interessant macht.
Marktübersicht und Kauftipps
Der Simson-Markt hat sich in den vergangenen Jahren erheblich entwickelt. Die Preise spiegeln den Kultstatus wider, den diese Fahrzeuge genießen.
Preisübersicht (Stand 2025):
Worauf beim Kauf achten:
Rahmen und Rahmennummer: Der Rahmen ist eine der Schwachstellen. Prüfen Sie besonders die Schweißnähte im Bereich des Motorstocks und die Verbindungsrohre. Durchrostungen hier sind gravierende Mängel. Die Rahmennummer muss mit dem Typenschild und den Papieren übereinstimmen.
Motor: Testen Sie den Anlasser und den Kickstarter. Der Motor sollte bereits nach wenigen Tritten anspringen. Blauer Rauch beim Start deutet auf Verschleiß der Kolbenringe hin.
Elektrik: Viele Simson wurden auf 12-Volt-Bordnetz umgerüstet. Prüfen Sie, ob die Umrüstung fachgerecht ausgeführt wurde.
Karosserie und Blechteile: Die Verchromung ist anfällig für Rost. Besonders der Tank, das Kneeboard und die Trittbretter sollten auf Durchrostung geprüft werden.
Ersatzteilversorgung:
Die Ersatzteilversorgung ist durch den Lizenznehmer MZA GmbH und zahlreiche spezialisierte Händler gesichert. Sogar originale DDR-Ersatzteile sind teilweise noch erhältlich.
Fahrverhalten
Eine Simson zu fahren ist ein Erlebnis, das sich grundlegend von modernen Fahrzeugen unterscheidet. Der Zweitakt-Motor mit seiner charakteristischen Geräuschkulisse – dem typischen "Knattern" – vermittelt ein Gefühl von Freiheit und Unmittelbarkeit.
Das Fahrverhalten ist geprägt von der einfachen, aber robusten Technik. Die Sturmschaltung der Schwalbe (die Dreigangschaltung mit linker Hand) erfordert zwar etwas Eingewöhnung, liegt aber gut in der Hand. Der Radstand sorgt für ein stabiles Fahrverhalten, und das geringe Gewicht (ca. 75–85 kg je nach Modell) macht die Simson extrem wendig.
Besonders auf Landstraßen kommt der Charme der Simson zur Geltung. Mit maximal 60–70 km/h ist sie kein Geschoss, aber genau das ist Teil des Reizes: Man nimmt die Landschaft wahr, man riecht die Natur, man spürt den Wind.
Design & Philosophie
Das Design der Simson-Fahrzeuge spiegelt die Design-Philosophie der DDR-Industrie wider: Funktionalität vor Extravaganz, aber mit einem Auge für Ästhetik. Die Vogelserie mit ihren Vogelnamen war nicht nur eine Produktlinie, sondern auch eine Marketingidee.
Die Schwalbe mit ihrem eleganten, windschnittigen Design ist das bekannteste Beispiel. Im Gegensatz dazu stand der Habicht für Sportlichkeit. Das Simson-Logo – ein quer verlaufender geschwungener Schriftzug oder ein S in einem Kreis mit angedeuteten Flügeln – ist bis heute ein Erkennungszeichen.
Sonstiges: Die Simson-Community
Die Simson-Community ist eine der aktivsten Oldtimer-Communities Europas. Simson-Clubs organisieren jährlich zahlreiche Treffen, bei denen tausende Enthusiasten zusammenkommen. Das größte Event ist das Simson-Treffen in Suhl.
Die Szene ist generationenübergreifend: Viele, die in der DDR aufgewachsen sind, verbinden persönliche Erinnerungen mit ihrer Simson. Aber auch junge Menschen entdecken die Faszination der einfachen Technik und des authentischen Fahrerlebnisses für sich.
Fazit
Simson-Mopeds sind mehr als nur Oldtimer: Sie sind Stücke deutscher und europäischer Geschichte, die ein Kapitel der DDR-Industrialisierung dokumentieren. Mit ihrem typischen Zweitakt-Knattern, der einfachen Technik und dem praktischen Design haben sie Generationen von Fahrern begleitet und begeistern bis heute.
Der Einstieg in die Simson-Welt ist vergleichsweise günstig möglich, wobei die Preise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Wer eine gut erhaltene Simson sucht, sollte mit €2.500 bis €4.000 rechnen. Die gute Ersatzteilversorgung und die aktive Community machen den Unterhalt überschaubar.
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