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Motobécane Motorrad kaufen
Motobécane prägte über Jahrzehnte das Straßenbild Frankreichs und fand auch in Österreich eine treue Fangemeinde. Von der legendären Mobylette bis zum kultigen Vélosolex bietet die Marke heute erschwinglichen Einstieg in die Welt der Oldtimer-Zweiräder.
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1900 | Motobécane MB1
Motobecane MB 1
"Motobécane" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Motobécane" machen.
1966 | Motobécane Vélosolex Modell 3800
Ein Stück europäischer Zweiradkultur der Nachkriegszeit
1924 | Motobécane 175 Mirimin
Motobecane MB1
1926 | Motobécane moped
MOTOBECANE Motocomfort MC2
1932 | Motobécane 125
c.1952 Motobecane D45S 125cc
1925 | Motobécane 175 Mirimin
Motobecane MB1
1980 | Motobécane Moby
Motobecane TM 4
1979 | Motobécane Mobylette N150
Motobecane Mobylette N150
1954 | Motobécane Mobylette 125
Beautiful Rare 4-Stroke French Scooter Designed by Géo Ham
1971 | Motobécane moped
Motobecane M 11
1977 | Motobécane Moby
Motobecane M1 Moby
1968 | Motobécane MB1
Minimoby,Neu aufgebaut, von Rost befreit, grundiert, lackiert, Tank versiegelt
1958 | Motobécane Mobylette AV33
Mobecane MOBYLETTE AV33 de Luxe
1974 | Motobécane Mobylette AV50
1974 Mobylette 50cc
1966 | Motobécane Vélosolex Modell 3800
Unico propietario 268 km
Geschichte & Erbe
Die Geschichte von Motobécane ist untrennbar mit der französischen Industriegeschichte des 20. Jahrhunderts verbunden. Gegründet im Jahr 1923 in Pantin bei Paris von Charles Benoît, Abel Bardin und Jules Benezech, entwickelte sich das Unternehmen schnell zum größten Zweiradhersteller Frankreichs. Der Name selbst ist eine charmante Wortschöpfung aus „Moto“ und „Bécane“, einem französischen Slangbegriff für Fahrrad. Diese Namensgebung spiegelte von Anfang an die Philosophie der Gründer wider: motorisierte Fahrräder für jedermann zu bauen, die erschwinglich, zuverlässig und einfach zu warten waren.
In den frühen Jahren konzentrierte sich Motobécane auf einfache, aber robuste Maschinen. Das erste Modell, die MB1 von 1923, war ein 175-cm³-Zweitakter, der den Grundstein für den Erfolg legte. Mit seinem Riemenantrieb und dem schlichten Rohrrahmen war es ein Paradebeispiel für die Ingenieurskunst der frühen 1920er Jahre. Während der 1930er Jahre expandierte das Unternehmen massiv und bot eine breite Palette von Motorrädern an, von kleinen Hubräumen bis hin zu beeindruckenden 500-cm³- und 750-cm³-Vierzylindermaschinen mit Kardanantrieb. Diese Ära war geprägt von technischer Innovation und sportlichen Erfolgen, unter anderem beim berühmten Langstreckenrennen Bol d'Or, wo Motobécane-Maschinen ihre Zuverlässigkeit unter extremen Bedingungen unter Beweis stellten.
Besonders hervorzuheben ist die Einführung der Marke Motoconfort im Jahr 1930. Technisch waren die Maschinen identisch mit den Motobécane-Modellen, wurden jedoch über ein anderes Händlernetz vertrieben, um eine größere Marktabdeckung zu erreichen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Viertakt-Modelle, wie die B3 und B4, die für ihre Laufruhe und Langlebigkeit bekannt waren. Die 1930er Jahre waren das goldene Zeitalter der französischen Motorradindustrie, und Motobécane stand an der Spitze dieser Bewegung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich der Fokus radikal. Europa brauchte billige Mobilität, um den Wiederaufbau voranzutreiben, und Motobécane lieferte sie in Form von Leichtkrafträdern und Mopeds. 1946 erschien der Poney, ein kleiner 63-cm³-Velomoteur, der den Übergang zur Nachkriegszeit markierte. Doch der eigentliche Durchbruch kam 1949 mit der Vorstellung der Mobylette. Dieses Fahrzeug sollte die Marke weltweit berühmt machen. Mit über 14 Millionen produzierten Exemplaren bis zum Ende der Produktion im Jahr 1997 wurde die Mobylette zum Inbegriff des französischen Mopeds. In Österreich war sie eine beliebte Alternative zu den heimischen Puch-Modellen, geschätzt für ihre einfache Technik und den unverwechselbaren französischen Charme.
In den 1960er und 1970er Jahren erreichte die Produktion ihren absoluten Höhepunkt. Motobécane beschäftigte zu dieser Zeit bis zu 2.000 Mitarbeiter und exportierte in fast alle Länder der Welt. Neben Mopeds produzierte das Unternehmen auch hochwertige Fahrräder, die bei der Tour de France eingesetzt wurden und der Marke ein sportliches Image verliehen. Doch die aufkommende japanische Konkurrenz durch Marken wie Honda und Yamaha sowie der Wandel des Marktes hin zu größeren Motorrädern führten in den frühen 1980er Jahren in eine schwere Krise. 1981 musste Motobécane Konkurs anmelden. 1984 übernahm schließlich Yamaha die Reste des Unternehmens und führte es unter dem Namen MBK Industrie weiter, wobei der Fokus fortan auf modernen Rollern für den europäischen Markt lag. Der Name Motobécane verschwand allmählich von den Neufahrzeugen, bleibt aber in der Klassikerszene als Symbol für eine Ära der unbeschwerten Mobilität unvergessen.
Highlights & Besonderheiten
Das Herzstück des Motobécane-Erbes ist zweifellos die Mobylette. Ihr Erfolg basierte auf einem genial einfachen Konzept, das über Jahrzehnte hinweg nur minimal verändert wurde: Ein 49-cm³-Zweitaktmotor, der über einen Riemen und eine Kette das Hinterrad antrieb. Besonders charakteristisch war der schwenkbare Motor, der es ermöglichte, die Riemenspannung ohne komplizierte Mechanismen zu regulieren. Die automatische Fliehkraftkupplung machte das Fahren kinderleicht – aufsteigen, Gas geben, losfahren. Dieses System, bekannt als Dimoby, war wegweisend für die Entwicklung moderner Automatikgetriebe bei Zweirädern.
Ein weiteres Highlight ist das Vélosolex, das Motobécane in Lizenz für den Vergaserhersteller Solex produzierte. Mit seinem über dem Vorderrad montierten Motor und dem Reibrollenantrieb ist es eines der markantesten Fahrzeuge der Technikgeschichte. In Österreich hat das Vélosolex eine besondere Stellung als „Fahrrad mit Hilfsmotor“, das oft von Individualisten, Studenten und Intellektuellen gefahren wurde. Es war das Anti-Statussymbol schlechthin – einfach, billig und unverwüstlich. Das Modell 3800, das von 1966 bis 1988 gebaut wurde, ist heute die am häufigsten anzutreffende Version und gilt als Inbegriff des Solex-Kults.
Marktpreise in Österreich (2024–2025):
- Mobylette 50V / AV88: Fahrbereite Exemplare in ordentlichem Zustand liegen in Österreich aktuell zwischen 450 € und 950 €. Top-restaurierte Modelle, insbesondere die begehrte „La Bleue“ (AV88) in ihrem charakteristischen Graublau, können bis zu 1.800 € erzielen. Scheunenfunde ohne Papiere sind oft schon für 200 € bis 300 € zu finden, erfordern aber meist eine komplette technische Überholung.
- Vélosolex 3800: Ein Klassiker, der in Österreich sehr gesucht ist. Preise für fahrbereite Maschinen starten bei ca. 500 €. Vollständig restaurierte Exemplare mit österreichischer Einzelgenehmigung kosten oft zwischen 1.200 € und 2.500 €. Seltene Exportmodelle oder frühe Versionen mit Rundrahmen können preislich noch darüber liegen.
- Frühe Motorräder (z.B. D45, Z-Serie): Diese sind in Österreich deutlich seltener zu finden als in Frankreich. Preise bewegen sich hier je nach Modell, Seltenheit und Restaurierungsgrad zwischen 2.000 € und 5.500 €. Besonders die 125er Viertakter der D45-Serie sind aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und des klassischen Looks bei Sammlern beliebt.
Die Besonderheit von Motobécane-Klassikern liegt in ihrer technischen Zugänglichkeit. Die Motoren sind einfach aufgebaut, was sie zum idealen Einstiegsprojekt für angehende Oldtimer-Schrauber macht. Die Ersatzteilsituation ist dank spezialisierter Händler in Frankreich (wie z.B. Solex-Shop oder Macadam 2 Roues) und einer aktiven europäischen Szene hervorragend. In Österreich gibt es zudem eine wachsende Gemeinschaft von Moped-Enthusiasten, die den französischen Charme als willkommene Abwechslung zur allgegenwärtigen Puch-Kultur schätzen. Ein Motobécane-Treffen in Österreich ist oft eine bunte Mischung aus Nostalgie, französischer Lebensart und technischer Begeisterung.
Technische Daten
Hier finden Sie eine detaillierte Übersicht der wichtigsten Motobécane-Modelle, die für Sammler und Käufer in Österreich von besonderem Interesse sind. Diese Daten helfen dabei, die Leistungsfähigkeit und den technischen Stand der jeweiligen Epoche besser einzuordnen.
Technische Details im Fokus: Die meisten Mopeds von Motobécane nutzen den bewährten Gurtner-Vergaser. Dieser ist zwar einfach aufgebaut, reagiert aber empfindlich auf modernen Kraftstoff mit Ethanol-Anteil, was oft zu verstopften Düsen führt. Die Zündung erfolgt über eine klassische Magnetzündung im Schwungrad. Bei älteren Modellen (vor 1978) arbeitet das System mit 6 Volt, was die Lichtausbeute bei Nachtfahrten oft auf ein Minimum reduziert. Spätere Modelle wurden auf 12 Volt umgerüstet, was nicht nur die Zuverlässigkeit der Elektrik deutlich verbesserte, sondern auch den Einsatz modernerer Leuchtmittel ermöglichte.
Ein technisches Schmankerl der Mobylette ist der Variator (bei Modellen mit dem Zusatz „V“ wie 50V). Dieses System ermöglicht eine stufenlose Anpassung der Übersetzung an die Fahrgeschwindigkeit und die Motorlast, was besonders bei Bergfahrten in Österreich einen entscheidenden Vorteil gegenüber Modellen mit fester Übersetzung bietet. Der Antrieb erfolgt über einen speziellen Keilriemen, der regelmäßig auf Verschleiß und Risse geprüft werden sollte.
Marktübersicht und Kauftipps
Der österreichische Markt für Motobécane-Klassiker ist im Vergleich zum französischen Heimatmarkt klein, aber erfreulicherweise sehr stabil. Während heimische Marken wie Puch oft zu astronomischen Preisen gehandelt werden, bietet Motobécane eine preiswerte und charmante Alternative für Einsteiger und Kenner gleichermaßen.
Worauf Sie beim Kauf in Österreich unbedingt achten sollten:
- Papiere und Zulassung: Dies ist der wichtigste Punkt in Österreich. Achten Sie darauf, dass originale Papiere (Typenschein oder Einzelgenehmigung) vorhanden sind. Eine Neuzulassung eines Fahrzeugs ohne Papiere kann in Österreich sehr bürokratisch, zeitaufwendig und teuer sein. Prüfen Sie auch, ob die Fahrgestellnummer am Rahmen mit den Papieren übereinstimmt.
- Rahmenzustand und Korrosion: Besonders die Pressstahlrahmen der Mobylette-Modelle neigen zu Rost in den Hohlräumen. Prüfen Sie die Schweißnähte, den Bereich unter der Sitzbank und vor allem den Bereich um den Tank. Da der Tank bei vielen Modellen im Rahmen integriert ist, kann innerer Rost zu Undichtigkeiten führen, die nur schwer zu reparieren sind.
- Motor und Antrieb: Ein Zweitakter, der lange stand, benötigt fast immer neue Simmerringe, da diese mit der Zeit spröde werden und Falschluft ziehen. Prüfen Sie die Kompression durch langsames Durchdrehen des Motors – sie sollte deutlich spürbar sein. Ein verharzter Vergaser ist Standard bei Scheunenfunden und lässt sich meist durch ein Ultraschallbad reinigen.
- Originalität und Vollständigkeit: Viele Mobylettes wurden in den 1980er Jahren von Jugendlichen „verbastelt“ oder mit unpassenden Teilen repariert. Originale Anbauteile wie die charakteristischen Scheinwerfer, Tachos von Huret oder originale Embleme sind heute gesucht und können bei Nachkäufen ins Geld gehen.
- Vélosolex-Besonderheiten: Prüfen Sie beim Solex unbedingt die Reibrolle. Ist die Oberfläche glatt oder beschädigt, rutscht sie bei Nässe durch und der Vortrieb fehlt. Ein Austausch der Rolle ist machbar, erfordert aber spezielles Werkzeug und technisches Verständnis. Auch die Benzinpumpe (eine Membranpumpe) ist ein häufiger Schwachpunkt nach langen Standzeiten.
Restaurierungskosten und Aufwand: Eine einfache technische Überholung, um das Fahrzeug wieder fahrbereit zu machen (neue Reifen, Züge, Bremsbeläge, Vergaserreinigung und Zündungseinstellung), kostet in Eigenregie ca. 300 € bis 600 €. Eine umfassende Vollrestaurierung inklusive Sandstrahlen, professioneller Lackierung und kompletter Motorrevision kann schnell 1.200 € bis 2.000 € verschlingen. Da der Marktwert vieler Modelle oft unter diesen Kosten liegt, lohnt sich eine solche Investition meist nur aus ideellen Gründen oder wenn man plant, das Fahrzeug langfristig zu behalten.
Teile-Verfügbarkeit: Die Versorgung mit Verschleißteilen ist exzellent. Dank spezialisierter Online-Shops in Frankreich und den Niederlanden bekommt man fast jedes Teil für den Motor und den Antrieb innerhalb weniger Tage geliefert. Schwieriger wird es bei spezifischen Blechteilen oder Zierrat für seltene Modelle. Hier hilft oft nur die Suche auf spezialisierten Teilemärkten (Bourses) in Frankreich oder in einschlägigen Online-Foren.
Fahrverhalten & Leistung
Das Fahren einer Motobécane ist eine Lektion in Entschleunigung. Wer eine Mobylette besteigt, sollte den Alltagsstress hinter sich lassen. Die Beschleunigung ist gemächlich und linear, was dem entspannten Charakter des Fahrzeugs entspricht. An steilen Anstiegen, wie sie in vielen Regionen Österreichs vorkommen, ist oft „Pedalhilfe“ gefragt – ein nostalgisches Erlebnis, das heute fast vergessen ist und den Fahrer aktiv in das Geschehen einbindet. Der Motor gibt dabei ein charakteristisches, helles Knattern von sich, und der unverwechselbare Geruch von Zweitaktgemisch weckt bei vielen Passanten sofort Erinnerungen an vergangene Jahrzehnte.
Das Handling ist aufgrund des extrem geringen Gewichts (oft unter 50 kg) spielerisch einfach. Die Mobylette lässt sich fast wie ein Fahrrad manövrieren, was sie besonders im städtischen Bereich oder auf engen Güterwegen zu einem Vergnügen macht. Die Bremsen, meist kleine Trommelbremsen, sind dem Alter und der Geschwindigkeit entsprechend dimensioniert. Sie erfordern jedoch ein vorausschauendes Fahren, da die Bremswirkung nicht mit modernen Systemen vergleichbar ist. Federungskomfort ist bei den frühen Modellen mit Starrrahmen kaum vorhanden; hier übernehmen die Reifen einen Großteil der Dämpfungsarbeit. Erst spätere Versionen mit Teleskopgabel und Hinterradschwinge bieten einen Komfort, der auch längere Ausfahrten über Landstraßen angenehm macht.
Das Vélosolex bietet ein völlig anderes, fast schon surreales Fahrgefühl. Durch den Frontantrieb zieht der Motor das Fahrzeug förmlich nach vorne. Das Lenkverhalten ist gewöhnungsbedürftig, da das zusätzliche Gewicht des Motors direkt auf der Gabel lastet und die Lenkkräfte beeinflusst. Es ist ein Fahrzeug für die Ebene, für die Stadt oder für gemütliche Fahrten entlang von Flüssen. Das Solex ist kein Transportmittel, sondern ein Genussmittel – ein mechanisches Statement für Minimalismus und Effizienz.
Design & Zubehör
Das Design von Motobécane war stets von französischer Eleganz und funktionaler Schlichtheit geprägt. Die Mobylette besticht durch ihre klaren Linien und den charakteristischen Pressstahlrahmen, der oft gleichzeitig als Tank diente. Besonders die Modelle in „Bleu Motobécane“ (ein helles, metallisches Graublau) haben weltweiten Kultstatus erreicht und gelten heute als die begehrtesten Sammlerstücke.
Beliebtes Zubehör und Individualisierung:
- Gepäcktaschen: Klassische Ledertaschen oder zeitgenössische Kunststoffkoffer von Marken wie Denfeld unterstreichen den praktischen Charakter der Mobylette.
- Windschilde: In den 1960er Jahren waren große Windschilde aus Plexiglas sehr beliebt. Heute sind gut erhaltene Originalteile seltene und gesuchte Accessoires.
- Beinschutz: Diese Metallverkleidungen schützten den Fahrer vor Schmutz und Spritzwasser und gaben dem Moped ein fast schon rollerähnliches Aussehen.
- Chrom-Zierrat: Viele Besitzer rüsteten ihre Fahrzeuge mit zusätzlichen Chromteilen wie Sturzbügeln oder verchromten Gepäckträgern auf, um den optischen Wert zu steigern.
In der heutigen Custom-Szene werden Motobécanes oft dezent modifiziert. Beliebt ist zeitgenössisches Tuning-Zubehör, um die Fahrbarkeit im modernen Verkehr zu verbessern. Ein etwas größerer Vergaser oder eine optimierte Auspuffanlage können Wunder wirken, ohne den klassischen Charakter des Fahrzeugs zu zerstören.
Sonstiges
Kulturelle Bedeutung in Österreich: In Österreich stand Motobécane historisch gesehen immer etwas im Schatten der heimischen Übermacht von Puch. Doch genau dieser Umstand macht den Reiz für heutige Individualisten aus. Während man auf jedem Oldtimertreffen in Österreich Dutzende Puch MS50 oder DS50 sieht, ist eine gut erhaltene Motobécane AV88 oder eine seltene Mirimin ein echter Blickfang und sorgt sofort für Gesprächsstoff. Es gibt in Österreich eine kleine, aber sehr engagierte Szene, die sich dem Erhalt dieser französischen Kulturgüter verschrieben hat und regelmäßig Ausfahrten organisiert.
Ein interessanter Aspekt ist die Markenidentität. Viele Österreicher kennen den Namen Motobécane auch aus dem Radsport. In den 1970er und 1980er Jahren waren die Rennräder der Marke auch in österreichischen Sportgeschäften präsent. Diese Verbindung zwischen Moped und Fahrrad, zwischen Alltagshilfe und Sportgerät, macht den besonderen Charme und die Glaubwürdigkeit der Marke aus.
Motobécane im Film: Die Fahrzeuge der Marke waren oft Statisten in französischen Filmklassikern und prägten das Bild des ländlichen Frankreichs in den Köpfen der Zuschauer weltweit. Wer ein Vélosolex fährt, fühlt sich unweigerlich in einen Film von Jacques Tati versetzt. Diese emotionale Komponente ist ein wesentlicher Grund, warum diese Fahrzeuge auch in Österreich so viele Liebhaber finden.
Fazit
Motobécane bietet eine wunderbare und vor allem bezahlbare Möglichkeit, in die faszinierende Welt der klassischen Zweiräder einzusteigen. Ob als charmante Mobylette für die entspannte Sonntagsausfahrt zum Heurigen oder als kultiges Vélosolex für den urbanen Lifestyle in Wien oder Graz – die französischen Maschinen überzeugen durch ihre einfache, ehrliche Technik und ihr zeitloses Design.
Wer in Österreich eine Motobécane kaufen möchte, findet ein überschaubares, aber qualitativ interessantes Angebot. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, Geduld bei der Teilesuche und der Unterstützung der großen europäischen Fan-Szene lässt sich ein Stück französischer Lebensart dauerhaft auf österreichische Straßen bringen. Achten Sie beim Kauf vor allem auf die Papiere und den Zustand des Rahmens. Wenn diese Basis stimmt, steht dem Fahrvergnügen und der Entschleunigung nichts mehr im Weg. Motobécane ist mehr als nur ein altes Moped – es ist ein mechanisches Kulturgut, das uns daran erinnert, dass man auch mit wenig Leistung sehr viel Freude am Fahren haben kann.
