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Moto Guzzi Motorrad kaufen
Seit über einem Jahrhundert verlassen Motorräder das Werk in Mandello del Lario – jedes trägt die Handschrift einer Marke, die sich Trends widersetzt. Der markante Quermotor und italienisches Temperament prägen jeden Kilometer auf österreichischen Alpenpässen.
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1949 | Moto Guzzi Guzzino 65
Moto Guzzi “Guzzino” Motoleggera 65 Tipo A – 1949




1961 | Moto Guzzi Stornello 125
Moto Guzzi STORNELLO 125cc

1935 | Moto Guzzi GTS
Guzzi GTS mit Beiwagen Parri aus Milano


1976 | Moto Guzzi Nuovo Falcone
FALCONE 500

1961 | Moto Guzzi Stornello 125
RESTORED LIKE NEW !!

1921 | Moto Guzzi Normale 500
ONE OF THE FIRST MOTO GUZZI EVEN BUILT !!!!


1949 | Moto Guzzi Airone Sport
SERIE-SPORT !!

1985 | Moto Guzzi V 65 Lario
V65 LARIO !!!

1968 | Moto Guzzi Dingo
Pristine

1950 | Moto Guzzi Superalce
SUPERALCE 500
Geschichte & Erbe
Die Geschichte von Moto Guzzi beginnt 1921 in Mandello del Lario am Comer See, wo Carlo Guzzi und Giorgio Parodi nach dem Ersten Weltkrieg ihren Traum verwirklichten. Der dritte im Bunde, Pilot Giovanni Ravelli, war 1919 bei einem Testflug verunglückt – ihm zu Ehren trägt die Marke bis heute den Adler im Logo. Die erste Normale mit 500-ccm-Einzylinder ging 1921 in Produktion. Bereits 1924 gewann Moto Guzzi die Europameisterschaft in der 500er-Klasse.
In Österreich hat die Marke eine besonders treue Anhängerschaft. Die Verbindung zur Alpenrepublik wurde maßgeblich durch den Generalimporteur Faber geprägt, der seit Jahrzehnten die italienische Zweiradkultur in Wien und darüber hinaus etabliert hat. Während in den 1930er Jahren Moto Guzzi zum größten italienischen Motorradhersteller avancierte, fanden die robusten Maschinen auch schnell ihren Weg über den Brenner. Die G.T. Norge von 1928 bewies mit ihrer neuartigen Hinterradfederung Zuverlässigkeit bis zum Polarkreis – eine Eigenschaft, die österreichische Tourenfahrer auf den anspruchsvollen Passstraßen der Hohen Tauern oder der Großglockner Hochalpenstraße zu schätzen wussten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte die Marke den Rennsport: Zwischen 1935 und 1957 holte Moto Guzzi 14 Weltmeistertitel und über 3.300 Rennsiege. Die Guzzino (1946) und Cardellino machten Mobilität erschwinglich, während die Falcone 500 (1950-1967) als Polizeimaschine Kultstatus erlangte. In Österreich waren es oft die Gendarmerie-Modelle, die das Straßenbild prägten und den Ruf der Unverwüstlichkeit festigten.
1967 markierte der V7 mit seinem quer eingebauten 90-Grad-V2-Motor einen Wendepunkt. Diese Architektur – mit längs liegender Kurbelwelle – wurde zur DNA aller künftigen Großmodelle. Die 1970er brachten Sportikonen wie die V7 Sport (1971) mit 750 ccm und die 850 Le Mans (1976), benannt nach dem 24-Stunden-Rennen. Diese Modelle sind heute in der österreichischen Klassikerszene hochgradig gesucht, wobei gut erhaltene Exemplare oft in privaten Sammlungen zwischen Salzburg und Graz zu finden sind.
Nach wirtschaftlichen Turbulenzen übernahm De Tomaso 1973 die Marke, 2000 folgte Aprilia (heute Piaggio-Gruppe). Seither erlebt Moto Guzzi eine Renaissance mit Modellen wie der V7 III und V85 TT, die Tradition mit moderner Technik verbinden und besonders auf dem österreichischen Markt, der eine Vorliebe für charakterstarke Reiseenduros und klassische Naked Bikes hat, große Erfolge feiern.
Highlights & Besonderheiten
Was Moto Guzzi unverwechselbar macht, ist der 90-Grad-V-Twin mit Längsanordnung. Anders als bei den meisten V2-Motoren liegt die Kurbelwelle in Fahrtrichtung, die Zylinder ragen seitlich heraus – perfekt für Ventilspielkontrolle am Straßenrand, was besonders bei Fernreisen durch abgelegene Alpentäler ein praktischer Vorteil war. Der Kardan-Antrieb vermeidet Kettenwartung, sorgt aber für den charakteristischen Guzzi-Nicken beim Gasgeben.
Die V7 Sport (1971-1974) gilt als erstes italienisches Superbike: 750 ccm, 52 PS, 200 km/h. Ihr Café-Racer-Design mit grünen Tanklackierungen inspiriert bis heute. In Österreich ist die "Telaio Rosso" (roter Rahmen) Version ein heiliger Gral für Sammler. Die 850 Le Mans setzte Maßstäbe mit integriertem Bremssystem (Vorläufer des ABS), drei Brembo-Scheiben und markanter Frontverkleidung. Nur 6.245 Exemplare der ersten Serie (Mk I, 1976-1978) entstanden – heute erzielen Bestzustände auf dem österreichischen Markt oft Preise jenseits der €16.000.
Die California-Baureihe (ab 1972) definierte den italienischen Cruiser: entspannte Sitzposition, Vollverkleidung, polizeitauglich. Das Modell lieferte jahrzehntelang an US-Polizeidienststellen, fand aber auch in Österreich viele Anhänger, die den "Büffel aus Mandello" für ausgedehnte Touren nach Italien nutzten. Die Falcone bleibt der Inbegriff robuster Einzylinder-Technik: 500 ccm, Viertakt-OHV, über 44.000 Einheiten bis 1967.
Jüngere Klassiker wie die Daytona 1000 (1992-1997) mit High-Cam-Motor und Sportfahrwerk oder die MGS-01 Corsa (2005) zeigen Guzzis Rennsport-DNA. Charakteristisch bleibt der sonore V2-Sound, der mechanische Ventilklappern und die exponierten Zylinder – Technik zum Anfassen, die bei Treffen wie dem internationalen Moto Guzzi Treffen in Kirchberg am Wechsel alljährlich hunderte Enthusiasten begeistert.
Technische Daten
Die wichtigsten Moto Guzzi Modelle im Überblick:
Legende: OHV = obenliegende Ventile über Stoßstangen, DOHC = doppelte obenliegende Nockenwellen
Alle V2-Modelle ab 1967 nutzen Trockensumpfschmierung, Zweischeiben-Trockenkupplung und Kardanantrieb. Das Kipphebelventilspiel lässt sich ohne Spezialwerkzeug einstellen – eine Seltenheit bei Motorrädern dieser Leistungsklasse, die besonders von österreichischen Selbstschraubern geschätzt wird.
Marktübersicht und Kauftipps
Preissegmente in Österreich (Stand 2024-2025):
Der österreichische Markt für klassische Moto Guzzis ist stabil, aber durch die geringere Stückzahl im Vergleich zu Deutschland oft preislich etwas höher angesiedelt.
Falcone / Airone (1950er-1960er): Einstieg restauriert ab €8.500, Bestzustände bis €19.000. In Österreich sind besonders die zivilen Versionen der Falcone gesucht, da viele ehemalige Behördenmaschinen oft hart rangenommen wurden.
V7 Special / Ambassador (1967-1975): Gebrauchsfähig ab €5.500, top-restauriert €11.000-€16.000. Die V7 Special ist ein beliebter Einstieg in die Welt der großen V-Twins.
V7 Sport (1971-1974): Fahrbereit ab €13.000, Concours-Zustand €28.000-€38.000. Die Preise für originale V7 Sport Modelle haben in den letzten zwei Jahren in Österreich deutlich angezogen. Ein Exemplar mit lückenloser Historie vom Erstbesitzer kann auch die €40.000-Marke tangieren.
850 Le Mans Mk I (1976-1978): Projekt ab €6.500, sehr guter Zustand €13.000-€19.000. Mark II/III sind in Österreich häufiger zu finden und liegen preislich zwischen €4.500-€11.000.
California-Reihe (1972-heute): Frühe California II/III sind in Österreich beliebte Tourenmaschinen und kosten zwischen €4.500-€9.500. Jüngere Modelle (1100er) sind oft für unter €6.000 zu finden.
Kleinmodelle (Guzzino, Cardellino, Dingo): Restauriert €3.800-€7.500. Die Sammlerszene in Wien und Niederösterreich für diese Leichtkrafträder ist klein, aber sehr fachkundig.
Käuferprofile in Österreich:
- Der Alpen-Tourer: Sucht eine V85 TT oder eine späte California. Zuverlässigkeit und Drehmoment für Passfahrten stehen im Vordergrund.
- Der Wiener Café-Racer: Bevorzugt eine V7 Sport oder einen Umbau auf Basis einer Le Mans. Stil und Sound sind hier entscheidend.
- Der Sammler: Sucht nach "Matching Numbers" und Originalzustand bei Falcone oder V7 Sport. Oft Mitglied in Clubs wie den "Kirchberger Guzzisten".
Worauf beim Kauf in Österreich achten:
- Pickerl-Historie: In Österreich ist das jährliche Gutachten gemäß § 57a ("Pickerl") ein guter Indikator für den Wartungszustand. Fragen Sie nach den letzten Prüfberichten.
- Motor: Ölverlust an Zylinderfuß oder Kurbelwellensimmering (getriebeseitig) ist bei älteren Modellen ein Thema. Eine verölte Kupplung ist eine teure Reparatur.
- Kardan: Prüfen Sie das Spiel im Endantrieb. Ein rauer Lauf deutet auf verschlissene Lager hin.
- Elektrik: Besonders bei Modellen der 70er und 80er Jahre ist die Elektrik oft durch "Heimwerker-Optimierungen" verbastelt. Ein originaler Kabelbaum ist viel wert.
- Teileversorgung: In Österreich ist die Versorgung durch Spezialisten wie Gutscher oder den Importeur Faber gut gesichert. Viele Teile müssen jedoch aus Italien oder den Niederlanden (Teo Lamers) bezogen werden.
Fahrverhalten & Fahrgefühl
Ein Moto Guzzi zu fahren bedeutet, Motorrad-Geschichte physisch zu erleben. Der Quermotor dreht in der Kurve merklich mit – rechts einlenken drückt das Motorrad auf, links hebt es leicht an. Auf den engen Kehren der Silvretta Hochalpenstraße erfordert dies eine bewusste Fahrweise. Anfänger irritiert das Guzzi-Nicken, Kenner lieben dieses mechanische Feedback. Es erinnert daran, dass hier keine sterile Technik am Werk ist, sondern italienische Ingenieurskunst mit Seele.
Die V7 Sport (1971) definierte einst, was ein Café Racer sein sollte: knappe Sitzbank, tiefer Lenker, jede Bewegung direkt übersetzt. Bei 5.000 U/min wacht der V2 auf, ab 6.500 U/min kommt der kernige Schub. Der sonore V2-Sound – ein tiefes Grollen mit mechanischem Klappern – ist unverkennbar Guzzi. Wenn man aus dem Wienerwald Richtung Kalte Kuchl fährt, ist dieser Sound die perfekte Begleitmusik.
Die 850 Le Mans spielt in einer anderen Liga: drei Brembo-Scheiben (damals revolutionär), verknüpfte Bremsanlage, 71 PS aus 844 ccm. Auf der Westautobahn liegt sie satt, in Serpentinen fordert sie Respekt – das Gewicht von 215 kg will geführt werden. Gas auf, und der Kardan schiebt das Heck nach oben, Gas zu, und es senkt sich. Charakterzug, kein Fehler.
California-Modelle kontrastieren diese Sportlichkeit: aufrechte Sitzposition, tiefe Schwerpunkt, entspannte Gangart. Hier stehen Langstreckentauglichkeit und Souveränität im Fokus. Der V2 läuft bei 3.500 U/min mit sattem Drehmoment, Autobahn-Tempo erreicht man fast im Leerlauf. Kritiker bemängeln Wendigkeit und Gewicht, Fans schätzen genau diese gelassene Grandezza, die perfekt zu einer Fahrt entlang des Wörthersees passt.
Kleinere Modelle wie Falcone oder V7 Special (700er) bieten ein intimeres Erlebnis: leichter, wendiger, unmittelbarer. Der Einzylinder der Falcone vibriert sympathisch, jede Zündung spürbar. Moderne V7 (ab 2012) verfeinern das Konzept – ABS, Einspritzung, elektronische Zündung – ohne die analoge Anmutung zu verlieren.
Über alle Modelle hinweg: Moto Guzzi verzeiht keine Hektik. Das Getriebe schaltet präzise, aber bedächtig. Die Kupplung packt hart zu. Bremsen fordern bewussten Krafteinsatz. Wer das akzeptiert, wird mit einer Fahrerfahrung belohnt, die satt, ehrlich und befriedigend ist – das Gegenteil moderner Perfektion.
Design & Zubehör
Moto Guzzi Design folgt keiner Modeströmung, sondern ingenieurtechnischer Logik – und genau das macht es zeitlos. Der quer liegende V2 ist nicht versteckt, sondern Skulptur: blank polierte Zylinder ragen heraus, Ventildeckel glänzen, Auspuffkrümmer umarmen den Motor. Form folgt Funktion, Funktion wird zum Statement.
Die V7 Sport (1971) prägte das Café-Racer-Genre: kompakte Frontverkleidung, bauchige Tanklinie, knackige Heckpartie. Designer Lino Tonti schuf ein Gesamtkunstwerk aus Aluminium und Stahl. Die grüne Lackierung (Verde Legnano) mit roten Streifen wurde zur Ikone, die man heute auf vielen österreichischen Custom-Bikes als Zitat wiederfindet.
Die Le Mans zelebrierte brutale Ästhetik: kastenförmige Verkleidung, rot lackierte Rahmen, schwarze Motorblöcke. Jedes Detail schrie "Rennen". Späte Mark-IV-Modelle verloren diese Radikalität zugunsten glatter Linien – Sammler in Österreich bevorzugen meist die kantigen Frühmodelle der ersten und zweiten Serie.
California-Modelle zitieren US-Cruiser, bleiben aber italienisch: elegante Linien statt Chrome-Exzesse, funktionale Kofferintegration, werksseitige Polizei-Optik (Windschild, Satteltaschen, Sturzbügel). Die Eldorado (850er-Basis) kombinierte Cruiser-Komfort mit Sportmotor – ein Nischenmodell, das in Österreich oft als seltener Import aus den USA zu finden ist.
Designer Giulio Cesare Carcano (Rennmaschinen der 1950er) und Tonti (V-Modelle ab 1967) definierten Guzzis Formensprache: kantig, muskulös, ehrlich. Kein Bauteil täuscht vor – was man sieht, ist, was arbeitet. Moderne Modelle (V7 III, V9, V85 TT) interpretieren diese Philosophie neu: LED-Technik in Rundscheinwerfer-Optik, digitale Instrumente im Analog-Gehäuse.
Zubehör & Personalisierung in Österreich:
Die Guzzi-Szene in Österreich lebt von Individualität. Café-Racer-Umbauten dominieren: Stummellenker, Sitzbank-Umbau, Auspuffanlagen von Lafranconi oder Mistral. Wichtig in Österreich: Achten Sie bei Umbauten auf die Eintragung im Typenschein, da die Prüfstellen (Landesprüfstellen) hier sehr genau sind.
Klassische Accessoires: Laverda-Instrumente (Drehzahlmesser-Upgrade), Veglia-Tachos (Original-Ersatz), Brembo-Bremssättel (Performance-Tuning). Tank-Embleme, Seitendeckel-Gravuren und Nummernschilder-Halterungen werden oft von Originalen abgegossen – ein Markt für Spezialisten wie Agostini (I) oder lokale Experten in Österreich.
Für Langstreckenfahrer: Koffersets von Hepco & Becker, Touratech-Windschilde, USB-Steckdosen (diskret verbaut). Für Puristen: Alles zurück auf Werksstand, originale Farben nach FMI-Farbcode, Patina bewahren statt überlackieren. In Österreich wird der "Originalzustand" bei Oldtimer-Bewertungen (z.B. für die Versicherung) besonders hoch gewichtet.
Sonstiges
Rennsport & Rennkultur:
Moto Guzzis Rennsport-Ära (1921-1957) ist Legende. Omobono Tenni, Stanley Woods und Bill Lomas fuhren auf Guzzi-Maschinen zu Weltmeistertiteln. Die 250 Bialbero (Doppel-OHC-Einzylinder) und 500 V8 (1955-1957, 8-Zylinder, 270 km/h) zeigten technische Kühnheit. Der V8 blieb ein Experiment – zu komplex, zu teuer –, doch seine 78 PS aus 500 ccm setzten Maßstäbe.
In Österreich gibt es eine aktive Szene für historische Rennen. Bei Veranstaltungen wie dem Oldtimer Grand Prix oder Bergrennen finden sich immer wieder Moto Guzzi Piloten, die ihre Maschinen artgerecht bewegen. Die Daytona 1000 (1992) gewann die Battle of the Twins in Daytona – daher der Name. Heutige MGS-01 Corsa (nur 150 Stück) sind in Österreich absolute Raritäten und werden meist nur auf abgesperrten Strecken oder in Museen gezeigt.
Exportmärkte & Polizeigeschichte:
USA waren lange Hauptmarkt: California-Modelle hießen so nach dem Absatzmarkt Kalifornien. LAPD (Los Angeles Police Department) setzte ab 1972 Guzzis ein – robuster als Harleys, wendiger im Stadtverkehr. Über 850 Maschinen gingen an US-Polizeidienststellen. Original-Polizeimotorräder mit Dokumentation erzielen heute auch in Europa Sammlerpreise.
In Österreich nutzte die Gendarmerie und die Polizei ebenfalls Moto Guzzi Modelle, vor allem die Falcone und später die V7. Diese Maschinen wurden oft nach ihrer Dienstzeit versteigert und bilden heute die Basis für viele Restaurationsprojekte in Österreich. Ein ehemaliges Gendarmerie-Motorrad mit originaler Lackierung und Zubehör ist ein gesuchtes Stück Zeitgeschichte.
Popkultur & Veranstaltungen:
Moto Guzzi fehlt die Hollywood-Präsenz einer Triumph oder Harley, doch Kennerkreise schätzen sie. In Italien gilt Guzzi als Nationalheiligtum – vergleichbar mit Alfa Romeo im Autosegment. In Österreich ist das Internationale Moto Guzzi Treffen in Kirchberg am Wechsel der Fixpunkt im Kalender. Seit über 30 Jahren treffen sich hier Guzzisti aus ganz Europa, um die "Adler von Mandello" zu feiern.
Kurioses: Bis 1945 bauten Guzzi-Ingenieure auch Drei-Rad-Transporter (Motocarri), um nach dem Krieg Italiens Wirtschaft zu mobilisieren. Diese Vorläufer der heutigen Lastendreiräder sind heute rare Museumsstücke, von denen sich auch das eine oder andere Exemplar in österreichische Sammlungen verirrt hat.
Fazit
Moto Guzzi verkörpert italienischen Motorradbau in Reinform: technisch eigensinnig, optisch kompromisslos, emotional fordernd. Der quer liegende V2 ist keine Designentscheidung, sondern Kult-DNA. Wer Guzzi fährt, nimmt Vibrationen, Nicken und mechanisches Klappern in Kauf – und gewinnt dafür Seele, Charakter und Distinktion.
Für Sammler in Österreich sind V7 Sport, 850 Le Mans Mk I und Falcone die Königsklasse – wertstabil, geschichtsträchtig, selten. Preise steigen seit Jahren kontinuierlich, besonders auf dem heimischen Markt. Für Einsteiger bieten moderne V7-Modelle (ab 2012) den perfekten Einstieg: klassisches Feeling mit zeitgemäßer Technik, unterstützt durch ein gutes Händlernetz. California-Liebhaber finden entspanntes Cruisen ohne die üblichen Klischees.
Schwachstellen liegen im Detail: Elektrik altert schlecht, Kardanwartung wird oft vernachlässigt, Ersatzteile vor 1970 sind Geduldsproben. Doch kein italienisches Motorrad verzeiht Nachlässigkeit – und genau das schätzt die Szene. Moto Guzzi fordert Hingabe, belohnt aber mit Fahrfreude, die keine Elektronik simulieren kann.
Wer ein Motorrad sucht, das man fährt statt nur besitzt, wer Technik erleben statt verwalten will, findet in Mandello del Larios Erbe eine Heimat. Über 40 Angebote auf Classic Trader warten – vom Restaurationsprojekt bis zur Concours-Maschine. Finden Sie jetzt Ihr Moto Guzzi Motorrad und werden Sie Teil der Guzzi-Familie in Österreich.














