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FB Mondial gehört zu den prestigeträchtigsten Namen der italienischen Motorradgeschichte. Die Mailänder Marke dominierte zwischen 1949 und 1957 die Grand-Prix-Weltmeisterschaften mit insgesamt 10 WM-Titeln und revolutionierte mit ihren DOHC-Bialbero-Motoren den Motorradbau. Legendäre Modelle wie die 125 Bialbero, die 250 GP Bialbero und die 175 TV sind heute begehrte Sammlerstücke, die italienische Ingenieurskunst in Perfektion verkörpern.
Suchergebnisse

1956 | Mondial 175 Turismo Veloce
FB Mondial 175 TV

1954 | Mondial 160 Sport Lusso
FB Mondial 160 SPORT LUSSO

1961 | Mondial 125
FB Mondial 125 SPECIAL

1968 | Mondial Record
Corsa UNICO ESEMPLARE !!! OMOLOGATA !!

1953 | Mondial 200 Constellation
LUSSO SPORT !!! SUPER RARE !!!

1958 | Mondial 175 Turismo Veloce
175CC Sprint

1956 | Mondial 125 Sport
Special Sport 125CC

1953 | Mondial 125 Sport
Lusso Sport
"Mondial" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Mondial" machen.
2005 | Mondial Piega SP1
SOLO 3 KM PERCORSI - IVA ESPOSTA
1965 | Mondial Record
-
1954 | Mondial 200 Extra Lusso
F.B. MONDIAL 200 EXTRA LUSSO - Iscritta F.M.I
1957 | Mondial 250 Bialbero GP
F.B. MONDIAL FB-Mondial bialbero-250-competizione
1955 | Mondial 200 Constellation
F.B. MONDIAL FB-Mondial 200 edizione limitata ben conservata
1978 | Mondial 200
F.B. MONDIAL FB-Mondial 200 ben conservata
Geschichte
Die Geschichte von FB Mondial beginnt 1929 in Mailand, als die Brüder Boselli (Luigi, Carlo, Ettore und Giuseppe) das Unternehmen gründeten. Der Name "FB" steht für Fratelli Boselli – Gebrüder Boselli. Die Familie stammte aus Piacenza und gehörte dem italienischen Landadel an. Zunächst konzentrierte sich die Firma auf die Produktion dreirädriger Lieferwagen (motocarri) und Lastendreiräder für den gewerblichen Transport.
Der Zweite Weltkrieg brachte einen tiefen Einschnitt: Die Fabrik wurde bei alliierten Bombenangriffen zerstört. Doch 1948 begann die eigentliche Erfolgsgeschichte von Mondial als Motorradhersteller. Unter der Leitung von Graf Giuseppe Boselli, selbst ein passionierter Rennfahrer, entschied man sich für den Einstieg in den Motorrad-Rennsport – mit spektakulärem Erfolg.
Die goldene Ära von Mondial dauerte von 1948 bis 1979. In dieser Zeit entwickelte sich die Marke zu einem der innovativsten Hersteller Italiens. Chefingenieur Alfonso Drusiani konstruierte 1948 den ersten Viertakt-Motor mit doppelter obenliegender Nockenwelle (DOHC) für die 125-ccm-Klasse – die legendäre 125 Bialbero. Bereits 1949 gewann Nello Pagani auf dieser Maschine die erste 125-ccm-Weltmeisterschaft der Geschichte. Es folgten weitere Titel 1950 und 1951, wodurch Mondial die Konkurrenz von MV Agusta und Moto Morini zwang, ebenfalls auf Viertakt-Technik umzusteigen.
1952 erweiterte Mondial das Programm um Straßenmodelle. Die 175 TV (Turismo Veloce) und die 200 Corsa brachten Renntechnologie auf die Straße. Diese Modelle gewannen prestigeträchtige Langstreckenrennen wie den Giro d'Italia und die Milano-Taranto. Der legendäre Designer Lino Tonti und der spätere Ducati-Chefkonstrukteur Fabio Taglioni prägten in dieser Phase die technische Entwicklung. Taglioni entwickelte bei Mondial erste Experimente mit desmodromischer Ventilsteuerung – eine Technik, die später zum Markenzeichen von Ducati wurde.
Der Höhepunkt kam 1957: Mondial kehrte mit der 250 GP Bialbero in die Weltmeisterschaft zurück und gewann sowohl den Fahrer-Titel mit Cecil Sandford als auch den Konstrukteurs-Titel. Tarquinio Provini sicherte sich parallel den 125-ccm-Titel. Doch auf dem Höhepunkt des Erfolgs zog sich Mondial gemeinsam mit Gilera und Moto Guzzi aus dem Grand-Prix-Sport zurück – die explodierenden Kosten machten das Engagement unwirtschaftlich.
Die Straßenproduktion lief bis in die späten 1970er Jahre weiter, allerdings in kleinem Maßstab. Mondial blieb eine Boutique-Manufaktur mit jährlich nur 1.000 bis 2.000 produzierten Einheiten. 1979 endete die klassische Ära.
Eine kurze Renaissance erlebte die Marke 1999 bis 2004 mit der Piega 1000, einem Carbon-Superbike mit Honda-VTR1000-Motor – ein technisches Meisterwerk, von dem nur 250 Exemplare gebaut wurden. Seit 2015 produziert FB Mondial unter Pierluigi Boselli wieder Motorräder, darunter Neo-Retro-Modelle wie die HPS 125 und HPS 300, die an die glorreiche Vergangenheit anknüpfen.
Eine besondere Fußnote der Geschichte: Soichiro Honda erhielt 1957 von Graf Boselli eine Mondial 125 als Geschenk und nutzte sie als Blaupause für sein eigenes Rennprogramm. Diese Maschine steht noch heute in der Honda Collection Hall in Japan – ein Zeugnis des weltweiten Einflusses von Mondial.
Besonderheiten und Highlights
Was macht Mondial so besonders? Es ist die Kombination aus kompromissloser Renntechnologie, italienischer Handwerkskunst und ingenieurtechnischer Innovation, die diese Motorräder zu rollenden Kunstwerken macht.
Bialbero-Motoren – Pioniere der DOHC-Technik
Der Begriff Bialbero (italienisch für "zwei Wellen") steht für die doppelte obenliegende Nockenwelle. Mondial war einer der ersten Hersteller, der diese Technik konsequent in kleinen Hubräumen einsetzte. Die 125 Bialbero erreichte Drehzahlen von bis zu 12.000 U/min – für die späten 1940er Jahre eine technische Sensation. Die Ventilsteuerung erfolgte über ein komplexes System aus Kegelrädern, das später von Ducati adaptiert wurde.
Scheibenbremsen und Aerodynamik
Mondial experimentierte bereits Mitte der 1950er Jahre mit Scheibenbremsen an Grand-Prix-Maschinen – Jahre bevor diese Technologie zum Standard wurde. Die 250 GP von 1957 erreichte mit vollverkleideter "Dustbin"-Aerodynamik über 210 km/h aus nur 250 ccm Hubraum. Diese Verkleidungen wurden später von der FIM verboten, weil sie als zu gefährlich galten.
Leichtbau und Materialwahl
Viele Rennteile bestanden aus Magnesium-Legierungen, um Gewicht zu sparen. Die Kurbelgehäuse wurden als Monoblock gegossen – eine aufwendige Fertigungstechnik, die höchste Präzision erforderte. Selbst die Straßenmodelle wie die 175 TV wogen kaum mehr als 120 kg und waren damit extrem agil.
Rennerfolge als Markenzeichen
Zwischen 1949 und 1957 gewann Mondial 10 Weltmeisterschaften (5 Fahrer-, 5 Konstrukteurs-Titel). Fahrer wie Nello Pagani, Bruno Ruffo, Carlo Ubbiali, Cecil Sandford und Tarquinio Provini schrieben auf Mondial Motorradgeschichte. Diese Erfolge machten die Marke zur Legende und beeinflussten eine ganze Generation von Konstrukteuren.
Exklusivität und Handarbeit
Mondial war nie ein Massenhersteller. Jedes Motorrad wurde in Handarbeit gefertigt, mit höchster Liebe zum Detail. Die Motoren gelten als "Schmuckstücke" – filigrane Gussarbeiten, verchromte Komponenten und präzise Passungen machen sie zu technischen Kunstwerken. Selbst heute, 70 Jahre später, ziehen Mondial-Motoren Sammler und Enthusiasten in ihren Bann.
Technische Daten
Marktübersicht und Kauftipps
Der Markt für klassische Mondial-Motorräder ist ein Spezialgebiet für anspruchsvolle Sammler. Die Preisspannen variieren erheblich je nach Modell, Originalität und Zustand.
Preisübersicht nach Modellen
125/250 Bialbero (Rennmaschinen): €90.000 – €150.000+. Werksmotorräder mit dokumentierter Rennhistorie können bei Auktionen (Bonhams, Mecum) noch deutlich höhere Preise erzielen. Die 1957er 250 GP von Tarquinio Provini wurde 2018 für über €90.000 verkauft.
175 TV / 200 Corsa (Straßenmodelle): €18.000 – €35.000. Diese Modelle sind der "Sweet Spot" für Sammler – erschwinglich genug für ernsthafte Enthusiasten, aber mit echter Renn-DNA. Vollrestaurierte Exemplare mit Originalteilen liegen am oberen Ende der Spanne.
125/175 Sport (Straßenmodelle der 1950er): €8.000 – €18.000. Einstiegsmodelle für Mondial-Sammler, aber Vorsicht vor "Bitsa"-Bikes (zusammengebaute Maschinen aus verschiedenen Teilen).
Piega 1000 (2002): €15.000 – €25.000. Extrem selten (nur 250 Stück), aber als modernes Superbike weniger sammelwürdig als die klassischen Modelle.
HPS 125/300 (modern, gebraucht): €2.500 – €4.500. Starke Wertverluste im ersten Jahr, daher besser gebraucht kaufen.
Welches Modell für welchen Käufer?
Einsteiger: Moderne HPS 125 – zuverlässig, erschwingliche Ersatzteile (Piaggio-Motor), stylisches Design. Ideal für urbane Mobilität mit Retro-Flair.
Fortgeschrittene Sammler: 175 TV oder 200 Corsa – authentische 1950er-Jahre-Technik, fahrbar, aber mit Rennsport-Pedigree. Wertstabil und sammelwürdig.
Spitzensammler: 125 oder 250 Bialbero – die Kronjuwelen der Mondial-Geschichte. Nur für Kenner mit entsprechendem Budget und Zugang zu spezialisierten Restauratoren.
Allgemeine Kaufhinweise für klassische Mondial
Alle klassischen Mondial-Motorräder haben einen Rohrrahmen – prüfen Sie sorgfältig auf Rost, besonders an Schweißnähten und im Bereich der Fußrastenaufnahmen. Die OHC- und DOHC-Motoren sind Meisterwerke, aber komplex: Übermäßige Geräusche im Ventiltrieb deuten auf verschlissene Nockenwellen oder Zahnradschäden hin.
Originalität ist entscheidend: Nicht-originale Vergaser (Standard ist Dell'Orto) oder modifizierte Rahmen senken den Wert erheblich. Prüfen Sie Motor- und Rahmennummern gegen Clubregister, um sicherzustellen, dass kein Turismo-Modell als höherwertiges Sport-Modell ausgegeben wird.
Ersatzteilversorgung: Sehr schwierig für Vintage-Modelle. Die meisten Teile müssen auf italienischen Teilemärkten (Mostra Scambio) oder bei Spezialisten wie Old Bike Australasia beschafft werden. Einige Motorteile sind mit anderen italienischen Marken der Ära kompatibel, aber Karosserie und Anbauteile sind einzigartig.
Restaurierungskosten: Eine komplette Restaurierung eines 175 Sport kann €10.000 – €15.000 übersteigen und liegt oft über dem Marktwert – es sei denn, es handelt sich um ein seltenes GP-Modell. Restaurierung ist eine Herzensangelegenheit, keine Investition.
Wertsteigerung: Hochwertige Bialbero-Modelle gelten als "Blue-Chip"-Investitionen und haben in den letzten 20 Jahren stetig an Wert gewonnen. Straßenmodelle sind wertstabil, aber weniger dynamisch.
Clubs und Spezialisten:
- F.B. Mondial Owners Club (UK): Beste Anlaufstelle für technische Handbücher und Teilekontakte
- MotoManuali.it: Quelle für Original-Ersatzteilkataloge und Werkstatthandbücher
- Spezialisten: Mike Russell de Clifford (UK), Vanoni Moto Officina (Italien), The Zen House (USA)
Motor, Leistung, Getriebe und Fahrverhalten
Eine klassische Mondial zu fahren, ist eine Zeitreise in die goldene Ära des italienischen Motorradbaus – eine Erfahrung, die Technik und Emotion auf einzigartige Weise verbindet.
125 Bialbero – Der singende Einzylinder
Der 125-ccm-DOHC-Motor ist ein Hochdrehzahl-Juwel. Er liebt es, zu singen: Bei 9.000 U/min beginnt die Magie, und bei 12.000 U/min entfaltet sich die volle Kraft. Das mechanische Konzert aus surrenden Kegelrädern und klappernden Ventilen ist Musik für Enthusiasten. Die Kraftentfaltung ist linear, aber man muss den Motor im Drehzahlband halten – unter 6.000 U/min wirkt er zahm, darüber wird er lebendig. Das 5-Gang-Getriebe schaltet präzise, aber erfordert bewusste Gangwechsel – keine moderne Schaltautomatik, sondern mechanische Direktheit.
250 GP Bialbero – Rennmaschine pur
Die 250 GP ist kein Motorrad für Sonntagsausflüge. Mit 29 PS bei 10.800 U/min und einem Gewicht von nur 100 kg ist sie ein kompromissloses Renngerät. Die Sitzposition ist extrem: Clip-on-Lenker, hohe Fußrasten, langer Tank – alles darauf ausgelegt, sich in die Verkleidung zu ducken. Das Fahrwerk ist hart und direkt, jede Unebenheit wird ungefiltert übertragen. Aber auf einer glatten Rennstrecke entfaltet sich die wahre Brillanz: blitzschnelle Richtungswechsel, präzises Einlenken und eine Höchstgeschwindigkeit von über 210 km/h aus nur 250 ccm. Das 5-, 6- oder 7-Gang-Getriebe (je nach Streckenlayout) ermöglicht perfekte Übersetzungsanpassung.
175 TV – Der Alltagsrenner
Die 175 TV ist die zivilisierteste klassische Mondial, aber immer noch ein Sportgerät. Der OHC-Motor liefert etwa 15 PS – nicht viel nach heutigen Maßstäben, aber bei 120 kg Gewicht mehr als ausreichend. Der Motor ist drehfreudig und "perkig", liebt mittlere bis hohe Drehzahlen. Die Sitzposition ist weniger extrem als bei den Rennmaschinen, aber immer noch sportlich-geduckt. Das Fahrwerk ist überraschend komfortabel für ein Motorrad der 1950er Jahre, und die Bremsen – mechanische Trommelbremsen – erfordern Vorausschau und kräftigen Zug. Auf kurvigen Landstraßen zeigt die 175 TV ihre Stärken: leichtfüßig, wendig und mit einem Handling, das moderne Motorräder beschämt.
Moderne HPS 125/300 – Retro mit modernem Herz
Die modernen HPS-Modelle bieten ein völlig anderes Erlebnis. Der Piaggio-abgeleitete Motor der HPS 125 ist zuverlässig und kultiviert, aber weniger charaktervoll als die klassischen Bialbero-Aggregate. Mit 15 PS und 140 kg fühlt sich die HPS 125 dank breiter Reifen und aggressiver Optik wie ein "großes Bike" an, aber die Federung kann auf holprigen Stadtstraßen hart sein. Die HPS 300 bietet mit 28 PS deutlich mehr Durchzug und ist autobahnfähig – ideal für längere Touren mit Retro-Stil.
Das Mondial-Gefühl
Was alle klassischen Mondial verbindet, ist ein Gefühl von Leichtigkeit und Direktheit. Es gibt keine elektronischen Helferlein, keine Traktionskontrolle, keine ABS. Nur Fahrer, Maschine und Straße. Die Lenkung ist messerscharf, das Feedback unmittelbar. Man spürt jede Bodenwelle, jeden Lastwechsel, jede Drehzahländerung. Es ist anstrengend, fordernd – und absolut berauschend. Eine Mondial zu fahren bedeutet, Motorradfahren in seiner reinsten Form zu erleben.
Design, Interieur und Zubehör
Das Design von Mondial-Motorrädern ist geprägt von Form follows Function – jede Linie, jede Komponente dient einem Zweck. Doch diese Funktionalität wurde mit italienischer Eleganz und Handwerkskunst veredelt.
Die Designer
Die technische und ästhetische Vision von Mondial wurde maßgeblich von drei Männern geprägt:
Alfonso Drusiani: Chefingenieur und Vater der 125 Bialbero. Drusiani war ein Perfektionist, der Motoren als Kunstwerke betrachtete. Seine Konstruktionen zeichneten sich durch filigrane Gussarbeiten und präzise Passungen aus.
Lino Tonti: Später berühmt für seine Arbeit bei Moto Guzzi, prägte Tonti bei Mondial die Rahmengeometrie und das Fahrwerksdesign. Seine Rohrrahmen waren leicht, steif und perfekt ausbalanciert.
Fabio Taglioni: Bevor er zur Legende bei Ducati wurde, experimentierte Taglioni bei Mondial mit desmodromischer Ventilsteuerung und Motorenarchitektur. Sein Einfluss ist in den späten 250er-Modellen deutlich sichtbar.
Designphilosophie
Mondial-Motorräder wurden für wohlhabende Enthusiasten und Privatrennfahrer entworfen, die das Beste wollten, was italienische Ingenieurskunst zu bieten hatte. Die Designsprache war aggressiv und funktional: lange, schlanke Tanks für aerodynamische Effizienz, tief montierte Clip-on-Lenker für eine geduckte Fahrposition, und minimalistisches Styling ohne überflüssige Verzierungen.
Charakteristische Designelemente
Bialbero-Motoren als Schmuckstücke: Die Motoren waren nicht versteckt, sondern stolz präsentiert. Polierte Aluminiumgehäuse, verchromte Ventildeckel und sichtbare Kegelradantriebe machten den Motor zum visuellen Mittelpunkt.
Rohrrahmen: Die doppelten Wiegen-Rohrrahmen waren filigran und elegant. Jede Schweißnaht war präzise gesetzt, jedes Rohr auf minimales Gewicht optimiert.
Farbgebung: Klassische Mondial-Rennmaschinen trugen oft Rot oder Silber – die Farben des italienischen Rennsports. Straßenmodelle waren in gedeckteren Tönen wie Schwarz, Dunkelgrün oder Blau erhältlich, oft mit Chrom-Akzenten.
Dustbin-Verkleidungen: Die vollverkleideten GP-Maschinen der 1950er Jahre mit ihren "Dustbin"-Hauben waren aerodynamische Wunderwerke – und optisch spektakulär. Diese Verkleidungen wurden 1958 von der FIM verboten, sind aber heute ikonisch.
Minimalistische Instrumente: Ein einzelner Drehzahlmesser, vielleicht ein kleiner Tacho – mehr brauchte ein Rennfahrer nicht. Selbst Straßenmodelle waren spartanisch ausgestattet.
Zielgruppe
Mondial richtete sich an eine Elite: Rennfahrer, die Werkstechnik für private Teams suchten, und wohlhabende Gentlemen-Racer, die am Wochenende auf Bergrennen oder beim Giro d'Italia antraten. Die Straßenmodelle waren für Enthusiasten gedacht, die Renntechnologie im Alltag erleben wollten – keine Tourenmotorräder, sondern Sportgeräte mit Straßenzulassung.
Moderne Interpretation
Die modernen HPS-Modelle greifen diese Designsprache auf: runde Scheinwerfer, klassische Proportionen, sichtbare Rahmenkonstruktion. Doch wo die klassischen Mondial aus Notwendigkeit minimalistisch waren, ist das moderne Design bewusst retro – eine Hommage an die goldene Ära, aber mit zeitgemäßer Technik und Komfort.
Zusammenfassung
FB Mondial ist mehr als eine Motorradmarke – es ist ein Kapitel italienischer Ingenieursgeschichte. Zwischen 1949 und 1957 dominierte Mondial die Grand-Prix-Weltmeisterschaften mit 10 WM-Titeln und revolutionierte mit DOHC-Bialbero-Motoren, Scheibenbremsen und aerodynamischen Innovationen den Motorradbau. Legendäre Fahrer wie Nello Pagani, Carlo Ubbiali und Cecil Sandford schrieben auf Mondial Renngeschichte.
Die 125 Bialbero, die 250 GP Bialbero und die 175 TV sind die ikonischsten Modelle – Meisterwerke der Technik, die heute als rollende Kunstwerke gelten. Für Sammler sind diese Maschinen Blue-Chip-Investitionen mit Preisen zwischen €18.000 und über €150.000, je nach Modell und Originalität.
Mondial-Motorräder sind nichts für Gelegenheitsfahrer: Sie erfordern Fachwissen, Hingabe und Zugang zu spezialisierten Restauratoren. Ersatzteile sind rar, Restaurierungen kostspielig. Aber wer eine klassische Mondial besitzt, besitzt ein Stück Motorradgeschichte – eine Maschine, die Soichiro Honda inspirierte und die bis heute Enthusiasten weltweit fasziniert.
Ob klassische Rennmaschine oder moderne HPS – Mondial steht für kompromisslose Technik, italienische Eleganz und die pure Freude am Motorradfahren. Wer eine Mondial kauft, kauft nicht nur ein Motorrad, sondern ein Erbe.







