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Innocenti Lambretta Motorroller kaufen
Innocenti steht für die legendären Lambretta-Scooter, die von 1947 bis 1972 das italienische Wirtschaftswunder auf zwei Rädern verkörperten. Die Marke schuf Ikonen wie die Li Series 3, die TV 175 mit der weltweit ersten Scheibenbremse und die begehrte SX 200 – heute unter Sammlern als "Holy Grail" gehandelt. Innocenti-Lambrettas vereinen robuste Rahmenkonstruktion, sportliches Fahrverhalten und zeitloses Design.
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1956 | Innocenti Lambretta 150 D
Innocenti LAMBRETTA 150 D

1954 | Innocenti Lambretta LD 125
Innocenti Lambretta 125 LD Avviamento Elettrico



1954 | Innocenti Lambretta 150 D
PRISTINE !!

1963 | Innocenti Lambretta Li 150
RESTORED LIKE NEW !!!

1953 | Innocenti Lambretta D 125
INNOCENTI Lambretta Modell D 125cm³

1954 | Innocenti Lambretta LD 125
INNOCENTI LD 125 Lambretta mit Beiwagen

1952 | Innocenti Lambretta D 125
INNOCENTI Lambretta Modell D 125cm³

1948 | Innocenti Lambretta B 125
INNOCENTI Lambretta Modell B 125cm³

1956 | Innocenti Lambretta 150 LD
1956 Lambretta 150 LD Mk II '56
"Innocenti" Inserats-Referenzen von Classic Trader
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1953 | Innocenti Lambretta E 125
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Geschichte
Ferdinando Innocenti gründete sein Unternehmen in den 1920er Jahren zunächst als Stahlrohrfabrik in Rom. Die von ihm entwickelten Innocenti-Gerüstrohre revolutionierten die Bauindustrie und werden bis heute weltweit eingesetzt. 1931 verlegte er die Produktion in den Mailänder Stadtteil Lambrate – ein Name, der später Weltberühmtheit erlangen sollte.
Nach der Zerstörung des Werks im Zweiten Weltkrieg erkannte Innocenti den Bedarf an günstigen, zuverlässigen Transportmitteln für das kriegsversehrte Italien. Er beauftragte den Luftfahrtingenieur Pierluigi Torre mit der Entwicklung eines Motorrollers. 1947 rollte die Model A vom Band – der erste Lambretta, benannt nach dem Fluss Lambro, der am Werk vorbeifloss. Die offene Konstruktion ohne Verkleidung zeigte noch deutlich die technische Herkunft aus dem Flugzeugbau.
Die 1950er und 1960er Jahre markierten die goldene Ära. Innocenti entwickelte die Lambretta kontinuierlich weiter: Die LD-Serie (1954-1957) brachte erstmals vollständige Beinverkleidungen, die Li-Serie (1958-1967) etablierte das klassische Lambretta-Design. 1961 erschien die Li Series 3 "Slimstyle" – schlanker, eleganter und technisch ausgereift. Sie definierte den Look, den Sammler heute als "klassische Lambretta" erkennen.
Ein Meilenstein war die TV 175 Series 3 (1962-1965): "Turismo Veloce" bedeutete schnelles Reisen, und Innocenti unterstrich dies mit einer Weltneuheit – der ersten Scheibenbremse an einem Serienzweirad überhaupt. Die TV-Modelle waren sportlicher, schneller und technisch anspruchsvoller als die Li-Baureihe.
1966 kam die SX 200 (Special X) – für viele Kenner die perfekte Lambretta. Sie vereinte das elegante Slimstyle-Design mit dem kraftvollen 200-ccm-Motor und gilt heute als begehrtestes Modell unter Sammlern. Nur 20.783 Exemplare verließen das Werk in Lambrate.
Den Abschluss bildete 1969 die GP/DL 200, entworfen von Nuccio Bertone. Mit ihrem aggressiven "Ink Splat"-Logo und der sportlichen Linienführung sollte sie die Marke modernisieren. Die GP 200 Electronic mit elektronischer Zündung war ihrer Zeit weit voraus, blieb aber mit unter 1.000 Exemplaren extrem selten.
Die zunehmende Konkurrenz durch Kleinwagen wie den Fiat 500, Arbeitskämpfe und wirtschaftliche Schwierigkeiten führten 1972 zum Verkauf der Scooter-Produktion an die indische Regierung (Scooters India Ltd). Innocenti konzentrierte sich auf Automobile – zunächst mit dem lizenzierten Mini, später unter De Tomaso und Fiat. 1996 verschwand die Marke endgültig.
Highlights und Besonderheiten
Was Innocenti-Lambrettas von der Konkurrenz unterscheidet, ist ihre technische Philosophie. Während Piaggio bei der Vespa auf eine selbsttragende Blechkonstruktion setzte, verwendete Innocenti einen robusten Stahlrohrrahmen. Diese Konstruktion bot mehrere Vorteile: bessere Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten, einfacherer Zugang zum Motor und höhere Steifigkeit.
Der mittig montierte Motor sorgte für eine ausgewogene Gewichtsverteilung – im Gegensatz zur seitlich montierten Vespa-Einheit. Das Ergebnis: präziseres Handling und sportlicheres Fahrverhalten. Die Kettenübertragung im Ölbad galt als robuster und tuningfreundlicher als der Direktantrieb der Vespa.
Technische Innovationen prägten die Marke: Die TV 175 Series 3 führte 1962 die Scheibenbremse ein – Jahre vor japanischen Motorrädern. Die GP 200 Electronic experimentierte mit elektronischer Zündung, als die meisten Motorräder noch mit Unterbrecherkontakten fuhren.
Kulturell wurde die Lambretta zum Gegenpol der Vespa: Wo die Vespa als weich, rund und "feminin" galt, stand die Lambretta für mechanisch, sportlich und "maskulin". In Italien war sie das Transportmittel der Arbeiterklasse, das das Wirtschaftswunder ermöglichte. In Großbritannien wurde sie zur Ikone der Mod-Subkultur der 1960er Jahre – Mods bevorzugten Lambrettas wegen ihrer klaren Linien und der Möglichkeit, sie mit Spiegeln, Lichtern und Chrom zu individualisieren.
In Österreich waren Lambrettas besonders in den 1960er Jahren beliebt – sie boten Mobilität für die wachsende Mittelschicht und wurden zum Symbol des Aufbruchs nach den Kriegsjahren.
Die SX 200 verkörpert all diese Qualitäten perfekt: Slimstyle-Eleganz, 200-ccm-Kraft, mechanische Raffinesse und zeitloses Design. Kein Wunder, dass sie heute Preise von 12.000 bis 25.000 Euro erzielt.
Technische Daten
Abmessungen (Slimstyle-Modelle ab 1961):
- Länge: 1.800-1.825 mm
- Breite: 680-710 mm
- Höhe: 1.012-1.035 mm
- Trockengewicht: 105 kg (Li 150) bis 123 kg (SX 200/GP 200)
- Tankinhalt: 8,1-8,7 Liter
Antrieb: Einzylinder-Zweitakt, Kettenantrieb im Ölbad, 4-Gang-Handschaltung (Drehgriff)
Wartung, Schwachstellen und Kaufberatung
Inspektion vor dem Kauf:
Der Rahmen ist entscheidend. Prüfen Sie die "Loop" (hinterer Rahmenabschnitt) auf Geradheit. Rost an den Trittbrettstreben und am unteren Beinschild ist häufig. Ein gewelltes Beinschild deutet auf einen Frontalschaden hin.
Motor-Matching: Verifizieren Sie, dass das Motor-Präfix zum Rahmenmodell passt (z.B. Li150 Series 3 sollte einen LI150-Motor haben). Nicht übereinstimmende Motoren reduzieren den Sammlerwert erheblich.
Gabelausrichtung: Stellen Sie sich vor den Roller und prüfen Sie, ob die Gabel verdreht ist. Kontrollieren Sie die Gabellenker auf Spiel – verschlissene Buchsen verursachen schwammiges Lenken.
Der "Konus-Check": An der Kurbelwelle (Schwungradseite) darf die Passfedernut nicht ausgefranst sein. Ein loses Schwungrad kann den Kurbelwellenkegel zerstören.
Kraftstofftank: Leuchten Sie hinein. Originaltanks haben oft Innenrost, der wiederholt den Vergaser verstopft.
Häufige Probleme:
- Zündung: Original-Unterbrecherkontakte sind notorisch unzuverlässig und neigen zu "Hitze-Fade". Die meisten Sammler rüsten auf 12V-Elektronikzündungen um (z.B. Varitronic oder Casatronic).
- TV 200 Vibrationen: Die frühen 200-ccm-Motoren litten unter starken Vibrationen, die Auspuffhalterungen und Kotflügel reißen konnten.
- Getriebe-Unterdimensionierung: Frühe Li 150 Special Getriebe waren für Hochleistungstuning zu schwach, was zu Ausfällen des 3. Gangs führte.
- Rahmenrisse: Frühe TV Series 2 Rahmen neigten zu Rissen nahe den Motoraufhängungen; spätere Modelle erhielten Werkverstärkungen.
- Kurbelwellendichtungen: Moderne Ethanol-Kraftstoffe können Original-Gummidichtungen angreifen, was zu Luftlecks und Motorschäden führt.
- Handling "Pendeln": Lambrettas neigen zu Hochgeschwindigkeitspendeln, wenn die Steuerkopflager locker sind oder die Hinterradmutter nicht korrekt angezogen ist (150-160 Nm).
Restaurierungskosten (2025):
- Teile-Verfügbarkeit: Exzellent (95%+ verfügbar durch Spezialisten wie Casa Lambretta, Scooter Center)
- Basis-Service: 100-400 €
- Komplette Motorüberholung: 1.500-4.000 € (abhängig von Performance-Upgrades)
- Professionelle Lackierung: 1.500-5.000 € (Original-Lechler-Farben)
- Vollrestaurierung Concours: 12.000-18.000 €+ für Top-SX 200 oder TV 200
Marktwerte (2025-2026):
Hinweis: Indische SIL GP-Modelle sind generell 30-40% günstiger als italienische Innocenti-Äquivalente.
Wichtige Kauftipps:
- Vermeiden Sie "Vietnam-Restaurierungen": Seien Sie extrem vorsichtig bei glänzenden Rollern aus Südostasien. Sie sind oft Pfuscharbeiten mit Spachtelmasse über Rost.
- Kaufen Sie einen "Dry Build": Bei Projekten suchen Sie nach einem, der vor dem Lackieren "trocken aufgebaut" wurde (zur Prüfung der Passung).
- Der "Erster-Kick-Mythos": Eine Lambretta, die beim ersten Kick startet, ist nicht zwangsläufig gut. Prüfen Sie das Getriebeöl auf Metallspäne – ein sterbendes Getriebe ist ein häufiger versteckter Kostenfaktor.
- Dokumentation: Stellen Sie sicher, dass der Roller ein Dating-Zertifikat hat, um Alter und Herkunft für die Zulassung nachzuweisen.
Motor, Leistung, Getriebe, Fahrverhalten
Eine Lambretta zu fahren ist ein mechanisches Erlebnis. Anders als bei der Vespa spürt man jede Schaltung, jede Motorbewegung durch den Stahlrohrrahmen. Der Drehgriffschalter erfordert Übung – man dreht nach hinten zum Hochschalten, während man gleichzeitig die Kupplung zieht. Es ist ein Tanz, der nach kurzer Zeit zur zweiten Natur wird.
Der Zweitaktmotor erwacht mit einem charakteristischen Bellen zum Leben. Bei den 200-ccm-Modellen (SX, GP) ist die Beschleunigung überraschend kräftig – man spürt den Schub im Rücken, wenn der Motor bei 5.000 U/min ins Powerband kommt. Die TV 175 ist kultivierter, aber immer noch spritzig genug für Überlandfahrten.
Das Fahrverhalten unterscheidet sich fundamental von der Vespa. Die mittige Motorposition und der steife Rahmen sorgen für Stabilität in Kurven. Man legt eine Lambretta nicht wie ein Motorrad in die Kurve – man drückt sie durch Gewichtsverlagerung. Bei höheren Geschwindigkeiten fühlt sie sich gepflanzt und sicher an, vorausgesetzt, die Steuerkopflager sind korrekt eingestellt.
Die Scheibenbremse der TV 175 Series 3 war 1962 eine Offenbarung – während andere Roller mit schwammigen Trommelbremsen kämpften, bot die TV sofortiges, dosiertes Verzögern. Auch heute noch beeindruckt die Bremswirkung.
Der Sound ist unverwechselbar: Das tiefe Blubbern im Leerlauf, das sich bei Beschleunigung zu einem scharfen Zweitakt-Schrei steigert. Der Auspuff ist nicht nur Abgasführung – er ist Teil der Motorabstimmung. Ein originaler Innocenti-Auspuff klingt anders als Nachbauten.
Bei längeren Fahrten offenbart sich der Komfort: Die breite Sitzbank der Slimstyle-Modelle ist bequem für zwei Personen, die Federung schluckt Unebenheiten überraschend gut. Allerdings: Bei Autobahngeschwindigkeiten (über 90 km/h) wird es laut und windig – Lambrettas sind für Landstraßen gemacht, nicht für Autobahnen.
Design, Ausstattung und Zubehör
Das Lambretta-Design ist Funktionalismus in Reinform. Während die Vespa organisch und skulptural wirkt, ist die Lambretta geometrisch und technisch. Die klaren Linien, die sichtbaren Schrauben, die Chromakzente – alles vermittelt mechanische Präzision.
Die Slimstyle-Modelle (ab 1961) definierten die klassische Lambretta-Ästhetik: schmale Beinschilde, flache Seitenverkleidungen, die charakteristische "Horncast" (Lenkerkopfverkleidung) mit dem Lambretta-Schriftzug. Die Farbpalette reichte von klassischem Weiß und Grau über lebendige Töne wie Ochre (Ocker), Turquoise (Türkis) bis zu seltenen Farben wie Violet (Violett).
Nuccio Bertone revolutionierte 1969 das Design mit der GP/DL 200. Die aggressive Linienführung, das "Ink Splat"-Logo, die eckigeren Formen – die GP sollte modern und sportlich wirken. Heute spaltet sie die Sammlergemeinschaft: Puristen bevorzugen die Slimstyle-Eleganz, Modernisten schätzen Bertones Radikalität.
Die Instrumentierung war spartanisch: Ein Tacho, eine Tankanzeige, fertig. Alles Wesentliche war mechanisch – keine Elektronik, keine Komplikationen. Die Chromhebel für Kupplung und Bremse, die verchromten Zierleisten, die polierten Aluminium-Seitenverkleidungen – jedes Detail war auf Langlebigkeit ausgelegt.
Zubehör und Individualisierung waren zentral für die Lambretta-Kultur. Besonders die britischen Mods entwickelten einen eigenen Stil: Dutzende Spiegel, zusätzliche Scheinwerfer, Chromgepäckträger, Fuchsschwänze am Antennenmast. Innocenti bot Werkszubehör wie Windschilde, Gepäckträger und Seitentaschen an.
Die Zielgruppe war klar: junge Arbeiter und Angestellte, die Mobilität brauchten, aber sich kein Auto leisten konnten. Die Lambretta war demokratischer Luxus – erschwinglich, aber mit Stil. Sie ermöglichte Wochenendausflüge, Fahrten zur Arbeit, Dates am Abend. Sie war Freiheit auf zwei Rädern.
Sonstiges
Rennkultur: Innocenti unterstützte offiziell keine Rennen, aber private Teams fuhren Lambrettas bei Langstreckenrennen und Rallyes. Die TV 200 war besonders beliebt bei Tunern – mit Rennvergasern und Expansionskammern erreichten sie über 130 km/h.
Exportmärkte: Lambrettas wurden weltweit lizenziert. Serveta in Spanien produzierte bis 1989, SIL in Indien bis heute. Diese Lizenzen retteten die Marke vor dem Vergessen, verwässerten aber auch den Sammlerwert – nur italienische Innocenti-Lambrettas erzielen Spitzenpreise.
Teile-Verfügbarkeit: Die Aftermarket-Szene ist riesig. Marken wie BGM, Casa Performance und AF Rayspeed bieten alles von Scheibenbremsen bis zu 30-PS-Motoren. Man kann heute eine Lambretta bauen, die schneller, zuverlässiger und besser bremst als jedes Originalmodell.
Popkultur: Lambrettas erschienen in Filmen wie "Quadrophenia" (1979), der die Mod-Kultur verewigt. Sie sind Symbole der 1960er Jahre – Jugend, Rebellion, Stil.
Wertsteigerung: Originale italienische Innocenti-Lambrettas in Top-Zustand haben sich in den letzten 10 Jahren im Wert verdoppelt. Eine SX 200 in Concours-Zustand ist heute eine sechsstellige Investition in einigen Märkten.
Zusammenfassung
Innocenti Lambretta – drei Worte, die für italienisches Design, mechanische Raffinesse und kulturelle Bedeutung stehen. Von der Model A (1947) bis zur GP 200 (1971) schuf Ferdinando Innocenti Roller, die nicht nur transportierten, sondern inspirierten.
Die Li Series 3 definierte das klassische Lambretta-Design, die TV 175 Series 3 führte die Scheibenbremse ein, die SX 200 vereinte Eleganz und Kraft perfekt, und die GP 200 wagte den Sprung in die Moderne. Jedes Modell erzählt eine Geschichte des italienischen Wirtschaftswunders, der Mod-Kultur, der Ingenieurskunst.
Heute sind Innocenti-Lambrettas begehrte Sammlerstücke. Preise von 4.000 € für eine gute Li 150 bis 28.000 €+ für eine Concours-SX 200 spiegeln ihre Bedeutung wider. Die Teile-Verfügbarkeit ist exzellent, die Community leidenschaftlich, die Fahrerfahrung unvergleichlich.
Wer eine Lambretta kauft, kauft nicht nur einen Roller – er kauft ein Stück Geschichte, ein mechanisches Kunstwerk, eine Eintrittskarte in eine weltweite Gemeinschaft. Die Frage ist nicht, ob man eine Lambretta besitzen sollte, sondern welche.













