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Horex Motorrad kaufen
Horex steht für deutsche Ingenieurskunst aus Bad Homburg, die besonders in den 1950er Jahren mit Modellen wie der Regina den Markt prägte. Die langhubigen Einzylinder sind für ihre Zuverlässigkeit und ihren kraftvollen Durchzug bekannt, was sie heute zu begehrten Klassikern für Sammler und Fahrer macht.
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1954 | Horex Regina 400
Regina 400 mit Steib Beiwagen - Restauriert
"Horex" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Horex" machen.
1954 | Horex Regina 400
Vertreter der klassischen Horex-Generation
1958 | Horex Resident 350
Teil der klassischen Horex-Motorradära
1953 | Horex Regina 250
Neu aufgebaute Horex 250 Regina
1955 | Horex Imperator
Imperator400
1954 | Horex Regina 250
1956 | Horex Resident 250
Horex Resident 250 Oldtimer originaler sehr schöner Zustand top
1953 | Horex Regina 350
1959 | Horex Resident 350
1953 | Horex Regina 250
Eine der letzten Reginas/ Erbstück
1956 | Horex Imperator
Horex Imperador 400
1955 | Horex Regina 4
Regina
Geschichte & Erbe
Die Geschichte der Marke Horex beginnt im Jahr 1923 in Bad Homburg vor der Höhe. Fritz Kleemann, ein junger Unternehmer von gerade einmal 22 Jahren, gründete die Horex-Fahrzeugbau AG. Der Name selbst ist eine kreative Wortschöpfung aus dem Standort Homburg (Ho) und dem Warenzeichen Rex der elterlichen Konservenglas-Gesellschaft. Von Beginn an verfolgte Kleemann das Ziel, Motorräder zu bauen, die sowohl im Alltag als auch auf der Rennstrecke überzeugen konnten. Diese doppelte Ausrichtung legte den Grundstein für den Ruf der Marke als Hersteller von Premium-Maschinen.
Bereits 1925 erfolgte ein entscheidender Schritt für die technische Entwicklung: Horex fusionierte mit der Columbus Motorenbau AG aus Oberursel. Dieses Unternehmen gehörte ebenfalls zum Familienbesitz der Kleemanns und brachte wertvolles Know-how im Motorenbau in die Kooperation ein. Durch diesen Zusammenschluss konnte Horex auf eigene, hochspezialisierte Triebwerke zurückgreifen, anstatt auf Zukaufmotoren angewiesen zu sein. Ab 1927 übernahm Hermann Reeb die Leitung der Entwicklungsabteilung. Er prägte das Gesicht von Horex über Jahrzehnte und setzte auf ein Konstruktionsprinzip, das zum Markenzeichen wurde: den langhubigen Motor. Diese Auslegung sorgte für ein hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, was besonders im bergigen Gelände Österreichs geschätzt wurde.
In den 1930er Jahren festigte Horex seinen Status als technologischer Vorreiter. Das Werk experimentierte mit Vierventilköpfen und Aufladung. Ein herausragender Erfolg dieser Ära war der Gewinn der deutschen Gespannmeisterschaft im Jahr 1935 mit einem kompressorgeladenen Zweizylinder. Im Jahr 1936 erschien die SB 35, ein Einzylinder-OHV-Modell mit 350 Kubikzentimetern Hubraum. Dieser Motor war so erfolgreich und widerstandsfähig, dass er sogar von anderen Herstellern wie Victoria als Einbauaggregat genutzt wurde. Die SB 35 gilt als direkte Vorfahrin der späteren Regina-Modelle, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Erfolg der Marke zementieren sollten.
Nach dem Krieg hatte Horex das seltene Glück, dass die Produktionsanlagen in Bad Homburg weitgehend unbeschädigt geblieben waren. Schon 1948 konnte die Fertigung wieder aufgenommen werden. Zunächst produzierte man eine leicht überarbeitete Version der SB 35, doch die Ingenieure arbeiteten bereits an einem neuen Wurf. 1950 wurde die Horex Regina präsentiert. Mit ihrem modernen Leichtmetallzylinderkopf und einer verbesserten Ventilsteuerung traf sie genau den Bedarf der Zeit. In einer Phase, in der Mobilität für breite Bevölkerungsschichten wieder erschwinglich wurde, bot die Regina eine Qualität und Leistung, die sie deutlich von der Konkurrenz abhob. 1952 war die Regina 350 das meistverkaufte Motorrad ihrer Klasse in Deutschland und fand auch in Österreich viele begeisterte Käufer.
Der Niedergang der klassischen Horex-Ära begann Mitte der 1950er Jahre. Das aufkommende Wirtschaftswunder führte dazu, dass viele Motorradfahrer auf das Auto umstiegen. Günstige Kleinwagen wie der VW Käfer oder der Puch 500 in Österreich machten dem Zweirad schwere Konkurrenz. Horex reagierte mit technisch anspruchsvollen Modellen wie dem Imperator 400, doch die Verkaufszahlen sanken branchenweit. 1956 wurde die Produktion in Bad Homburg eingestellt. 1960 übernahm Daimler-Benz das Gelände und die verbliebenen Anlagen. Damit endete das erste große Kapitel dieser Marke, deren Name jedoch in der Klassikerszene bis heute einen besonderen Klang hat.
Nach dem Ende der Produktion gab es mehrere Versuche, den Namen Horex wiederzubeleben. Friedel Münch, bekannt durch seine monumentale Münch Mammut, erwarb die Markenrechte und baute Kleinserien wie die Horex 1400 TI. Ein größeres Comeback wurde 2010 mit der Gründung einer neuen Horex GmbH in Augsburg versucht. Man entwickelte die VR6, ein technisches Meisterwerk mit einem kompakten Sechszylindermotor in V-Anordnung. Obwohl die Maschine auf Fachmessen für Aufsehen sorgte, konnte sich das Unternehmen wirtschaftlich nicht halten und meldete 2014 Insolvenz an. Seit 2015 gehört die Marke zur 3C-Carbon Composite Company. Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2023 erschien die Regina EVO, eine moderne Interpretation des Klassikers aus Carbon und High-Tech-Komponenten, die zeigt, dass die Faszination für Horex ungebrochen ist.
Highlights & besondere Modelle
Das Portfolio von Horex ist geprägt von Modellen, die heute in keiner ernsthaften Sammlung fehlen dürfen. Jedes Modell steht für einen spezifischen Aspekt der Markenphilosophie, sei es Alltagstauglichkeit, technischer Fortschritt oder sportliche Eleganz.
Horex Regina (1950-1956) Die Regina ist zweifellos das bekannteste und einflussreichste Modell der Marke. Sie wurde in drei verschiedenen Hubraumgrößen gefertigt: 250 cm³, 350 cm³ und 400 cm³. Die 350er Variante war das Rückgrat des Unternehmens und überzeugte durch ihre Ausgewogenheit. Mit 19 PS war sie für damalige Verhältnisse flott unterwegs und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 126 km/h. Ein technisches Schmankerl ist die Schaltwippe, die damals als modern galt und heute für Oldtimer-Einsteiger oft eine Umstellung bedeutet. Die Regina 400, die ab 1953 produziert wurde, leistete 22 PS und ist aufgrund ihrer besseren Fahrleistungen besonders bei Tourenfahrern beliebt, die auch vor Steigungen in den Alpen nicht zurückschrecken.
Horex Regina Geländesport Ein besonderes Highlight für Sammler ist die Geländesport-Ausführung der Regina. In den 1950er Jahren waren Geländeläufe eine populäre Form des Motorsports. Horex baute daraufhin Kleinserien mit hochgelegten Auspuffanlagen, verstärkten Rahmen und speziellen Geländereifen. Diese Maschinen sind heute extrem selten. Wenn ein solches Exemplar auf dem Markt erscheint, werden oft Preise erzielt, die weit über denen der Standardmodelle liegen. Besonders in den USA, wo diese Modelle unter dem Namen Zündapp vertrieben wurden, gibt es eine treue Fangemeinde.
Horex Imperator 400 (1955-1957) Der Imperator stellt den technischen Höhepunkt der Nachkriegsfertigung dar. Es handelt sich um ein Zweizylinder-Motorrad mit einer obenliegenden Nockenwelle (OHC). Dieses Konstruktionsmerkmal war damals eine Sensation im Serienbau. Der Parallel-Twin leistete beachtliche 26 PS und war für seine hohe Laufkultur bekannt. Optisch unterscheidet sich der Imperator durch seine zwei Auspuffrohre und den wuchtigeren Motor von den Regina-Modellen. Aufgrund der kurzen Bauzeit und der geringen produzierten Stückzahl von etwa 4.000 Einheiten gehört der Imperator zu den begehrtesten Objekten auf dem Klassikermarkt. Ein gut erhaltener Imperator ist heute ein echtes Statement für Technikverständnis und Geschmack.
Horex Resident 350 (1955-1960) Als Nachfolger der Regina sollte die Resident die Verkaufszahlen stabilisieren. Sie war technisch ausgereifter und leistete 24 PS aus 342 cm³ Hubraum. Das Design wurde modernisiert, mit tiefer gezogenen Kotflügeln und einem zeitgemäßen Scheinwerfergehäuse. Die Resident gilt als die beste Einzylinder-Horex, was Fahrverhalten und Zuverlässigkeit betrifft. Da sie jedoch in eine Zeit fiel, in der das Interesse am Motorrad massiv nachließ, wurden nicht mehr so viele Exemplare wie von der Regina verkauft. Heute wird sie von Kennern geschätzt, die ein technisch verfeinertes Motorrad für regelmäßige Ausfahrten suchen.
Horex SB 35 (1936-1948) Für Liebhaber von Vorkriegsmaschinen ist die SB 35 das Maß der Dinge bei Horex. Sie verkörpert die klassische Schule des Motorradbaus der 1930er Jahre mit Stecktank-Optik (bei frühen Modellen) und einer sehr massiven Bauweise. Die SB 35 ist der direkte Vorläufer der Regina und zeigt, wie beständig die Entwürfe von Hermann Reeb waren. Exemplare in gutem Zustand sind selten und befinden sich oft in Museen oder privater Sammlerhand, wo sie nur selten den Besitzer wechseln.
Technische Daten
Die technischen Daten der Horex-Modelle verdeutlichen den Fokus auf Drehmoment und Standfestigkeit. Besonders das Verhältnis von Bohrung zu Hub ist bei den Einzylindern charakteristisch für die Marke.
Ein markantes Merkmal der Regina-Reihe ist der langhubige Aufbau des Motors. Bei der 350er Variante beträgt die Bohrung 69 mm, während der Hub bei stolzen 91,5 mm liegt. Dies führt dazu, dass der Motor bereits bei niedrigen Touren sehr kraftvoll anspricht. In Kombination mit dem 4-Gang-Getriebe und dem Primärantrieb über Kette ergibt sich ein harmonisches Antriebskonzept. Die Bremsanlage besteht bei allen Modellen aus mechanischen Trommelbremsen, die bei korrekter Einstellung eine für die Zeit angemessene Verzögerung bieten. Die Zündung erfolgte ursprünglich über einen Magnetzünder, was das Motorrad unabhängig von einer vollen Batterie machte - ein Vorteil bei längeren Standzeiten.
Marktübersicht und Kauftipps
Wer in Österreich ein Horex Motorrad kaufen möchte, bewegt sich in einem spezialisierten Markt. Horex war im Vergleich zur heimischen Marke Puch stets ein exklusiveres Produkt. Während Puch-Modelle wie die 175 SV oder die 250 SGS in fast jedem Dorf zu finden waren, war eine Horex ein Statement für Wohlstand und Qualitätsbewusstsein. Dies spiegelt sich heute in der Verfügbarkeit wider: Horex-Maschinen werden seltener angeboten als gängige Massenmodelle, haben aber eine sehr wertstabile Fangemeinde.
Preisorientierung (2024/2025): Die Preise für Horex-Motorräder variieren stark je nach Modell und Erhaltungszustand. Eine Regina 350 im fahrbereiten, aber unrestaurierten Zustand ist ab etwa 3.500 Euro zu finden. Für top-restaurierte Exemplare, die dem Auslieferungszustand entsprechen, können Liebhaberpreise bis zu 19.800 Euro verlangt werden, insbesondere wenn eine lückenlose Dokumentation vorliegt. Die seltenere Regina 400 liegt preislich meist 20 bis 30 Prozent über der 350er. Ein Imperator 400 ist das teuerste Stück im Sortiment; hier beginnen die Preise für gute Maschinen selten unter 10.000 Euro und können bei perfektem Zustand weit darüber hinausgehen. Restaurierungsprojekte, die eine komplette Überholung erfordern, starten bei etwa 2.000 Euro.
Kaufprofil und Zielgruppe: Horex-Käufer sind oft Ästheten, die die klare Linienführung und die mechanische Ehrlichkeit dieser Motorräder schätzen. Viele Besitzer in Österreich nutzen ihre Maschinen für Classic-Rallyes oder Bergwertungsfahrten, wo der durchzugsstarke Motor seine Stärken ausspielen kann. Auch Gespannfahrer suchen gezielt nach der Regina, da der Rahmen bereits ab Werk mit den nötigen Anschlusspunkten für einen Seitenwagen (wie etwa von Steib) ausgestattet war.
Worauf achten beim Kauf? Beim Besichtigungstermin sollten Sie einige markenspezifische Punkte prüfen:
- Motorlauf: Achten Sie auf mechanische Geräusche aus dem Zylinderkopf. Da die Motoren langhubig sind, wirken hohe Querkräfte auf die Kolben, was bei hoher Laufleistung zu Verschleiß an den Zylinderbahnen führen kann.
- Getriebe: Die Schaltung sollte präzise einrasten. Besonders die Schaltwippe darf kein übermäßiges Spiel aufweisen.
- Rahmen: Prüfen Sie den Bereich um den Lenkkopf und die Schwingenaufnahme auf Haarrisse im Lack, die auf Überlastung hindeuten könnten.
- Originalität: In den 1970er und 80er Jahren wurden viele Horex-Modelle mit falschen Teilen am Leben erhalten. Achten Sie auf den korrekten Vergaser (meist Bing) und die originale Lichtmaschine.
- Ersatzteillage: Dank einer aktiven Community ist die Ersatzteilversorgung für die gängigen Regina-Modelle gut. Es gibt spezialisierte Händler und Nachfertigungen von Verschleißteilen. Schwieriger wird es bei Blechteilen für den Imperator oder die Resident.
Fahrverhalten
Das Fahren einer Horex Regina ist ein Erlebnis für die Sinne. Schon beim Starten macht sich die mechanische Präsenz bemerkbar. Der Einzylinder erwacht mit einem satten, tiefen Schlag zum Leben. Dank des langen Hubs gibt es kein nervöses Hochdrehen; stattdessen spürt man jeden Arbeitstakt des großen Kolbens. Dieses Stampfen ist charakteristisch und vermittelt ein Gefühl von Solidität und Kraft, das man bei modernen, hochgezüchteten Motoren oft vermisst.
Auf der Landstraße entfaltet die Horex ihre wahre Natur. Sie ist kein Kurvenräuber, sondern eine Reisemaschine. Die Sitzposition ist aufrecht und entspannt, was auch längere Touren durch das österreichische Hügelland zum Vergnügen macht. Das Handling ist trotz des massiven Rahmens überraschend leichtfüßig. Mit einem Leergewicht von rund 150 kg lässt sich die Regina präzise dirigieren. In Kurven liegt sie stabil, solange der Asphalt nicht zu grob wird. Die Federung, bestehend aus einer Teleskopgabel vorne und einer Geradwegfederung hinten (bei frühen Modellen) oder einer Schwinge (bei späten Modellen), arbeitet ordentlich, stößt aber bei modernen Schlaglöchern an ihre Grenzen.
Besonders beeindruckend ist die Elastizität des Motors. Man kann die Regina in den oberen Gängen sehr niedertourig fahren, ohne dass der Motor zu ruckeln beginnt. Das macht das Cruisen auf Panoramastraßen besonders entspannend. Wer jedoch die volle Leistung abrufen will, wird merken, dass die Regina ab 4.000 U/min noch einmal ordentlich zulegt. Die Trommelbremsen erfordern etwas Handkraft, sind aber für die erreichbaren Geschwindigkeiten ausreichend dimensioniert. Es ist jedoch ratsam, vorausschauend zu fahren, da der Bremsweg nicht mit modernen Standards vergleichbar ist.
Der Imperator 400 bietet ein deutlich anderes Fahrerlebnis. Durch den Zweizylindermotor ist die Laufruhe erheblich höher. Die Vibrationen sind feiner, und das Klangbild ist komplexer. Mit 26 PS hat man stets genug Reserven, um im modernen Verkehr gut mitzuschwimmen. Die OHC-Steuerung sorgt für eine Drehfreudigkeit, die man dem bulligen Äußeren gar nicht zutrauen würde. Der Imperator ist eine Maschine für Kenner, die das Besondere suchen und die technische Raffinesse eines OHC-Twins zu schätzen wissen.
Design
Das Design einer Horex folgt dem Prinzip der funktionalen Ästhetik. Hier gibt es keinen überflüssigen Zierrat. Alles an der Maschine hat eine Funktion, und genau daraus ergibt sich die zeitlose Schönheit. Die Linienführung ist fließend und wirkt wie aus einem Guss. Besonders der Übergang vom Tank zur Sitzbank und weiter zum hinteren Kotflügel ist harmonisch gestaltet.
Ein markantes Designelement der Regina ist der Tank. Seine Tropfenform ist perfekt proportioniert und trägt oft die typischen Kniekissen aus Gummi, die nicht nur den Halt verbessern, sondern auch das optische Erscheinungsbild prägen. Die Lackierung war meist klassisch in Schwarz oder Dunkelrot gehalten, oft mit feinen Zierlinien (Linierungen) versehen, die von Hand gezogen wurden. Diese Handarbeit verleiht jedem Exemplar eine individuelle Note.
Ein weiteres technisches Detail, das zum Designelement wird, ist der Ölbehälter. Bei Horex sitzt dieser oft markant platziert. Bei der Regina findet man den Verschlussdeckel des Ölbehälters direkt am Zylinderkopfdeckel - eine konstruktive Besonderheit, die Kenner sofort identifizieren. Auch die Auspuffanlage trägt zum Erscheinungsbild bei. Die langen, verchromten Endtöpfe unterstreichen die gestreckte Silhouette des Motorrads. Beim Imperator sorgt die doppelflutige Anlage für eine symmetrische Rückansicht, die Kraft und Eleganz ausstrahlt.
Die Instrumentierung ist minimalistisch gehalten. Ein runder Tacho, der oft in das Scheinwerfergehäuse integriert ist, liefert die nötigsten Informationen. Die Schalter und Hebel sind solide ausgeführt und fühlen sich auch nach Jahrzehnten noch wertig an. Dieses Design ist ein Gegenentwurf zur heutigen Plastikwelt und macht die Horex zu einem haptischen Erlebnis. Wer über das kühle Metall des Tanks streicht oder die massiven Gusskomponenten des Motors betrachtet, spürt die Wertarbeit, die in diesen Maschinen steckt.
Rennsport & Geschichte
Horex war von Beginn an tief im Rennsport verwurzelt. Fritz Kleemann verstand den Motorsport als wichtigstes Testfeld für seine Serienprodukte. In den 1920er und 30er Jahren nahmen Horex-Maschinen an fast allen bedeutenden Rennen in Deutschland und dem benachbarten Ausland teil. Der Fokus lag dabei oft auf den Klassen bis 350 und 500 Kubikzentimeter, in denen Horex besonders konkurrenzfähig war.
Eine Schlüsselfigur in der Renngeschichte war der Konstrukteur Richard Küchen. Er war ein Genie des Motorenbaus und entwickelte für Horex bahnbrechende Technologien. Bekannt wurde er vor allem durch seine Arbeit an desmodromischen Ventilsteuerungen. Bei diesem System werden die Ventile nicht durch Federn geschlossen, sondern durch einen mechanischen Mechanismus zwangsgesteuert. Dies ermöglichte deutlich höhere Drehzahlen, ohne dass die Gefahr von Ventilflattern bestand. Horex setzte diese Technik in Rennmotoren ein, lange bevor sie durch Marken wie Ducati weltberühmt wurde. Es ist ein faszinierendes Detail der Technikgeschichte, dass diese Innovation ihre Wurzeln auch in den Entwicklungen für Horex hatte.
Ein weiterer Meilenstein war der Gewinn der deutschen Gespannmeisterschaft 1935. Dieser Erfolg war besonders wertvoll, da Gespannrennen damals eine enorme Popularität genossen. Der eingesetzte Motor war ein technisches Kraftpaket: ein Zweizylinder mit Kompressoraufladung. Diese Experimentierfreudigkeit zeigt, dass Horex vor keiner Herausforderung zurückschreckte. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb man dem Rennsport treu, wenn auch in kleinerem Rahmen. Die Regina Geländesport ist ein direktes Resultat dieser Bemühungen und zeigt, wie Rennsporterfahrungen in die Serienentwicklung einflossen.
Auch in Österreich hinterließ Horex Spuren im Motorsport. Bei Bergrennen oder Zuverlässigkeitsfahrten waren Horex-Modelle gern gesehene Starter. Ihr Drehmoment half ihnen, auf den steilen Passstraßen Boden gutzumachen. Heute werden diese Geschichten bei Veteranentreffen und Oldtimer-Veranstaltungen wie der Ennstal Classic oder bei Treffen am Salzburgring wieder lebendig. Die Marke Horex steht somit nicht nur für solide Alltagsmotorräder, sondern auch für eine Ära, in der Mut zur Innovation und sportlicher Ehrgeiz Hand in Hand gingen.
Fazit
Ein Horex Motorrad zu besitzen, bedeutet mehr als nur einen Oldtimer in der Garage zu haben. Es ist der Besitz eines Stücks Industriegeschichte, das eine Zeit verkörpert, in der Qualität und Langlebigkeit die obersten Maximen waren. Ob es die kultige Regina mit ihrem unverkennbaren Einzylinder-Klang ist oder der technisch anspruchsvolle Imperator - eine Horex ist immer ein Gesprächsstoff unter Kennern.
Für Sammler in Österreich bietet die Marke eine interessante Alternative zu den allgegenwärtigen heimischen Modellen. Die Ersatzteillage ist dank einer engagierten Szene gut, und die mechanische Widerstandsfähigkeit sorgt dafür, dass die Freude am Fahren nicht durch ständige Pannen getrübt wird. Wer Wert auf Drehmoment, klassisches Design und eine spannende Markenhistorie legt, kommt an Horex nicht vorbei.
Horex-Modelle wie die Regina 350 oder die Resident 350 sind heute ideale Einstiegsoldtimer, da sie technisch überschaubar und dennoch leistungsstark genug für moderne Landstraßen sind. Ein gut gepflegtes Exemplar ist nicht nur eine Wertanlage, sondern vor allem eine Einladung, die Entschleunigung auf zwei Rädern zu genießen. Finden Sie jetzt Ihr Horex Motorrad auf Classic Trader und lassen Sie sich von der Faszination Bad Homburger Ingenieurskunst begeistern.
