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Egli-Vincent Motorrad kaufen
Die Egli-Vincent ist die Vollendung eines Traums von Geschwindigkeit und Präzision. Wenn Schweizer Ingenieurskunst auf die rohe Gewalt des britischen Vincent-V-Twins trifft, entsteht ein Motorrad, das bis heute als Maßstab für exklusive Spezials gilt.
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2006 | Egli-Vincent JMC 0101
The first 1200cc Egli-Vincent produced by John Mossey # 0101. Just 3365km since new
"Egli-Vincent" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Egli-Vincent" machen.
1950 | Egli-Vincent Rapide C
1950 Egli Vincent Replica 998cc
Geschichte & Erbe
Die Geschichte der Egli-Vincent ist untrennbar mit dem Namen Fritz W. Egli verbunden. Der 1937 geborene Schweizer war nicht nur ein begnadeter Ingenieur, sondern auch ein leidenschaftlicher Rennfahrer. In den 1960er Jahren war die Vincent Black Shadow das Maß aller Dinge in Sachen Längsdynamik – ihr 998 ccm großer V-Twin war ein Kraftpaket, das Geschwindigkeiten von über 200 km/h ermöglichte. Doch das Fahrwerk der originalen Vincent, ein Kastenrahmen, der den Motor als tragendes Element nutzte, war mit dieser Leistung oft überfordert. Bei hohen Geschwindigkeiten neigte die Maschine zu gefährlichen Pendelbewegungen, was Fritz Egli dazu veranlasste, eine radikale Lösung zu suchen.
1967 konstruierte Egli in seiner Werkstatt in der Nähe von Zürich den ersten Zentralrohrrahmen. Anstatt auf viele dünne Rohre zu setzen, verwendete er ein massives Stahlrohr mit großem Durchmesser als Rückgrat der Maschine. Dieses Rohr diente gleichzeitig als Öltank, was nicht nur Platz sparte, sondern auch den Schwerpunkt optimierte. Der Erfolg stellte sich sofort ein: 1968 gewann Egli auf seiner Eigenkonstruktion die Schweizer Bergmeisterschaft. Dieser Sieg war die Geburtsstunde einer Legende, die weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt wurde.
In Österreich und dem gesamten Alpenraum fand die Egli-Vincent schnell Bewunderer. Die Kombination aus der Standfestigkeit, die für Passstraßen unerlässlich ist, und der schieren Kraft des Vincent-Motors machte sie zum idealen Gerät für anspruchsvolle Fahrer. Da Egli seine Rahmen auch für andere Motoren anbot – etwa für die Honda CB 750 oder Kawasaki Z1 – verbreitete sich der Name Egli als Synonym für überlegenes Handling. Doch die Egli-Vincent blieb stets das Flaggschiff, die "Blaue Mauritius" unter den Motorrädern.
Ein wichtiger Aspekt der Geschichte ist die Vergabe von Lizenzen. Da Fritz Egli die Nachfrage allein nicht bedienen konnte, durften ausgewählte Partner weltweit Rahmen nach seinem Muster bauen. In Großbritannien war dies Roger Slater, der mit dem Rahmenbauer Eric Cheney zusammenarbeitete. In Frankreich übernahm später Patrick Godet die Fackel. Godet, der 2018 verstarb, galt als der weltweit führende Experte für Egli-Vincents und erhielt von Fritz Egli persönlich die Erlaubnis, die Maschinen unter dem offiziellen Namen weiterzuführen. Jede Godet-Egli ist ein Kunstwerk für sich und wird heute oft höher gehandelt als frühe Originale.
Für Sammler in Österreich ist die Egli-Vincent ein seltenes Juwel. Auf Veranstaltungen wie der Oldtimer-Messe Tulln oder bei Bergrennen für klassische Motorräder sind diese Maschinen die unumstrittenen Stars. Sie repräsentieren eine Ära, in der ein einzelner Mann die etablierten Hersteller das Fürchten lehren konnte.
Highlights & Besonderheiten
Was eine Egli-Vincent von jedem anderen klassischen Motorrad unterscheidet, ist die kompromisslose Fokussierung auf das Wesentliche. Hier gibt es kein Gramm zu viel, kein Bauteil, das nicht der Performance dient. Das Herzstück ist und bleibt der Vincent-V-Twin. Dieser Motor, ursprünglich in den 1940er Jahren von Phil Irving entworfen, war seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Mit seinen obenliegenden Ventilen, die über kurze Stoßstangen betätigt werden, und dem markanten 50-Grad-Winkel ist er nicht nur ein technisches, sondern auch ein ästhetisches Meisterwerk.
Der Egli-Zentralrohrrahmen ist das zweite Highlight. Das oft vernickelte oder verchromte Großrohr dominiert die Optik und verleiht der Maschine eine technische Kühle, die im krassen Gegensatz zum organisch wirkenden Motor steht. Die Steifigkeit dieses Rahmens ist legendär. Während zeitgenössische britische Rahmen wie der "Featherbed" von Norton ebenfalls exzellent waren, bot die Egli-Konstruktion eine noch direktere Verbindung zwischen Lenkkopf und Schwingenlager.
Ein weiteres Merkmal sind die hochwertigen Anbauteile. Fritz Egli und seine Lizenznehmer griffen stets ins oberste Regal:
- Ceriani-Gabeln: Die italienischen Telegabeln waren in den 60ern und 70ern der Goldstandard im Rennsport.
- Fontana-Bremsen: Die riesigen Trommelbremsen mit vier Nocken (4LS) sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern bieten für ihre Zeit eine beeindruckende Verzögerung.
- Akront-Felgen: Leichte Aluminium-Hochschulterfelgen reduzieren die ungefederten Massen und verbessern das Einlenkverhalten.
- Smiths-Instrumente: Die klassischen Rundinstrumente aus britischer Fertigung sind ein Muss für jede authentische Vincent-basierte Maschine.
Die Besonderheit liegt auch in der Individualität. Da es sich bei der Egli-Vincent nie um ein Massenprodukt handelte, gleicht kaum eine Maschine der anderen. Es gibt Versionen als puristische Café Racer, Langstrecken-Renner mit großen Tanks oder sogar Touren-Varianten. Diese Vielfalt macht die Recherche für Käufer spannend, erfordert aber auch ein hohes Maß an Fachwissen, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Technische Daten
Die technischen Daten einer Egli-Vincent können variieren, da viele Maschinen über die Jahrzehnte modifiziert oder nach individuellen Kundenwünschen aufgebaut wurden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über eine typische Konfiguration auf Basis eines Vincent Black Shadow Motors.
Es ist wichtig zu beachten, dass spätere Aufbauten, insbesondere die von Patrick Godet, oft über moderne Verbesserungen verfügen. Dazu gehören elektrische Anlasser, 12-Volt-Anlagen und verbesserte Ölkreisläufe, die die Alltagstauglichkeit erheblich steigern, ohne den klassischen Charakter zu zerstören.
Marktübersicht und Kauftipps
Wer in Österreich eine Egli-Vincent kaufen möchte, betritt einen der exklusivsten Märkte der Motorradwelt. Diese Maschinen werden selten öffentlich inseriert und wechseln oft unter der Hand in Sammlerkreisen den Besitzer. Dennoch gibt es klare Trends und Preisstrukturen, an denen man sich orientieren kann.
Aktuelle Preisentwicklung (2024-2025)
Die Preise für Egli-Vincents sind in den letzten Jahren stabil geblieben oder leicht gestiegen. Während eine "Standard"-Vincent Black Shadow bereits hohe Summen erzielt, legt eine echte Egli-Vincent noch einmal deutlich nach.
- Einstiegspreise: Für Maschinen mit einer weniger dokumentierten Historie oder Amateur-Aufbauten muss man mit mindestens €45.000 bis €55.000 rechnen.
- Gute Exemplare: Authentische Slater- oder Cheney-Eglis liegen im Bereich von €60.000 bis €80.000.
- Spitzenmodelle: Originale von Fritz Egli gebaute Maschinen oder perfekte Godet-Replikationen können die Marke von €100.000 überschreiten. Ein aktuelles Beispiel aus dem Jahr 2024 zeigt, dass eine Slater-Egli bei internationalen Auktionen rund $48.000 (ca. €44.500) erzielte, wobei hier oft noch Restaurierungsbedarf bestand. In Europa liegen die Preise aufgrund der höheren Dichte an Kennern meist etwas darüber.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Die Rahmennummer: Dies ist der kritischste Punkt. Ein echter Egli-Rahmen hat eine spezifische Nummerierung. Bei Slater-Maschinen beginnt diese oft mit "VIN". Prüfen Sie, ob die Nummer zum Typenschild und den Papieren passt. Es gibt viele "Egli-Style"-Rahmen auf dem Markt, die keine echten Lizenzen besitzen. Diese fahren zwar oft gut, haben aber einen deutlich geringeren Sammlerwert.
- Der Motor: Vincent-Motoren sind langlebig, aber ihre Instandsetzung ist extrem teuer. Achten Sie auf die Motornummer. Ein "F10AB..." Motor stammt aus einer Black Shadow, was wertvoller ist als ein Motor aus einer Rapide. Prüfen Sie das Gehäuse auf Risse, insbesondere im Bereich der Motorhalterungen.
- Die Historie: Eine lückenlose Dokumentation ist bei einem solchen Investment unerlässlich. Gibt es Fotos vom Aufbau? Wer war der Vorbesitzer? Maschinen, die durch die Hände bekannter Experten wie Patrick Godet oder spezialisierter Werkstätten in Deutschland oder der Schweiz gegangen sind, genießen einen Vertrauensvorschuss.
- Technischer Zustand: Vincent-Motoren neigen zu Ölverlust. Ein gewisses "Schwitzen" ist normal, aber Pfützen unter der Maschine deuten auf defekte Dichtungen oder verzogene Gehäusedeckel hin. Testen Sie das Getriebe – das originale Vincent-Getriebe schaltet sich eigenwillig (erster Gang oben), muss aber präzise einrasten.
- Ersatzteile: In Österreich gibt es nur wenige Spezialisten für Vincent. Die meisten Teile müssen aus Großbritannien (VOC Spares) oder den USA bezogen werden. Rechnen Sie mit hohen Versandkosten und Zollformalitäten. Ein Motorrad, das bereits auf 12V und elektronische Zündung umgerüstet wurde, ist für Fahrer die bessere Wahl.
Fahrverhalten & Performance
Eine Egli-Vincent zu fahren, ist eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst. Es beginnt bereits beim Startvorgang. Wenn man den großen V-Twin per Kickstarter zum Leben erweckt, spürt man die mechanische Präsenz in jeder Faser. Der Sound ist tief, voluminös und absolut unverwechselbar. Es ist kein aggressives Kreischen, sondern ein souveränes Grollen, das Kraftreserven ankündigt.
Sobald man losfährt, überrascht die Egli mit einer Leichtigkeit, die man einem so massiv wirkenden Motorrad nicht zugetraut hätte. Dank des steifen Rahmens und der hochwertigen Ceriani-Gabel liegt die Maschine satt auf der Straße. In Kurven zeigt sich der wahre Vorteil der Egli-Konstruktion: Wo andere Klassiker anfangen zu rühren oder ungenau zu werden, zieht die Egli-Vincent wie auf Schienen ihre Bahn. Das Feedback vom Vorderrad ist für ein Motorrad dieser Ära phänomenal.
Die Leistungsentfaltung des Motors ist bullig. Schon aus niedrigen Drehzahlen schiebt der 1000er V-Twin gewaltig an. Man muss den Motor nicht ausdrehen, um schnell zu sein – das enorme Drehmoment ist der Schlüssel. Auf der Autobahn oder langen Geraden zeigt die Egli-Vincent, warum sie einst das schnellste Motorrad der Welt war. Sie marschiert mühelos Richtung 200 km/h, wobei der Rahmen für die nötige Ruhe im Gebälk sorgt.
Man muss jedoch auch die Grenzen kennen. Die Trommelbremsen erfordern eine starke Hand und vorausschauendes Fahren. Wer moderne Doppelscheiben gewohnt ist, wird sich umstellen müssen. Auch die Vibrationen sind präsent, aber nie störend – sie gehören zum Charakter dieser Maschine. Eine Egli-Vincent fordert ihren Fahrer, belohnt ihn aber mit einer Unmittelbarkeit, die modernen Motorrädern völlig abgeht.
Design & Ästhetik
Das Design der Egli-Vincent ist ein Paradebeispiel für "Form follows Function". Das dominierende Zentralrohr gibt die Linie vor. Es verläuft fast horizontal vom Lenkkopf bis unter die Sitzbank und verleiht dem Motorrad eine gestreckte, dynamische Silhouette. Die Vernickelung des Rahmens sorgt für einen warmen, edlen Glanz, der perfekt mit dem schwarzen Lack des Vincent-Motors harmoniert.
Der Tank ist oft schmal und langgestreckt, was die Café-Racer-Optik unterstreicht. Viele Maschinen tragen die klassischen Vincent-Farben: Tiefschwarz mit feinen goldenen oder roten Zierlinien. Die Sitzbank ist meist als Solohöcker ausgeführt, was den sportlichen Anspruch betont.
Ein besonderes ästhetisches Detail sind die offen liegenden Vergaser und die elegant geschwungenen Auspuffkrümmer. Nichts wird versteckt. Die Mechanik ist die Kunst. Wenn man eine Egli-Vincent betrachtet, sieht man die Leidenschaft und die Präzision, mit der sie gebaut wurde. Es ist ein Motorrad, das auch im Stand schnell aussieht.
In der österreichischen Klassik-Szene wird dieses Design hochgeschätzt. Es ist zeitlos und entzieht sich kurzlebigen Modetrends. Eine Egli-Vincent ist heute noch genauso beeindruckend wie vor 50 Jahren. Sie ist ein Statement gegen die Beliebigkeit der Massenproduktion.
Zubehör & Individualisierung
Die Welt der Egli-Vincent ist eine Welt der ständigen Optimierung. Da jede Maschine ein Einzelstück ist, gibt es kein "Standard-Zubehör" im herkömmlichen Sinne. Vielmehr geht es um die Auswahl der richtigen Komponenten, die den Charakter der Maschine unterstreichen.
Auspuffanlagen: Viele Besitzer entscheiden sich für offene Megaphon-Auspuffe, die den Vincent-Sound ungefiltert ins Freie entlassen. In Österreich muss man hierbei natürlich die Lärmvorschriften im Auge behalten, besonders wenn man auf öffentlichen Straßen unterwegs ist. Es gibt jedoch auch dezentere Anlagen, die den klassischen Look bewahren, aber den Gegendruck optimieren.
Elektronik: Die Umrüstung auf eine moderne elektronische Zündung (z.B. von Boyer Bransden oder Pazon) ist fast schon Standard. Sie sorgt für einen stabileren Leerlauf und ein besseres Startverhalten. Auch die Lichtmaschine wird oft gegen ein leistungsstärkeres Modell (Alton) getauscht, um moderne Halogen- oder LED-Beleuchtung zuverlässig zu versorgen.
Sitzbänke: Von der klassischen Einzelsitzbank mit Lederbezug bis hin zu sportlichen Alcantara-Varianten ist alles möglich. In der österreichischen Szene sieht man oft handgefertigte Ledersättel, die den edlen Charakter der Maschine betonen.
Instrumentierung: Während Smiths-Instrumente das Nonplusultra sind, gibt es auch moderne digitale Lösungen, die dezent in klassische Gehäuse integriert werden. Dies bietet den Vorteil einer präziseren Anzeige von Öltemperatur und Bordspannung – kritische Werte bei einem luftgekühlten V-Twin.
Egli-Vincent in der österreichischen Szene
In Österreich hat die Egli-Vincent eine kleine, aber extrem loyale Fangemeinde. Man trifft sich bei Veranstaltungen wie dem Gaisbergrennen in Salzburg oder der Ennstal-Classic, wobei die Egli-Vincent meist in der Motorrad-Wertung oder als Ausstellungsstück glänzt. Die Nähe zur Schweiz hat dazu geführt, dass einige Maschinen direkt bei Fritz Egli in Bettwil gewartet oder sogar dort erstaufgebaut wurden.
Es gibt in Österreich spezialisierte Werkstätten, die sich mit klassischen britischen Motoren auskennen, doch für eine Vincent-Revision reisen viele Besitzer auch heute noch nach Deutschland oder in die Schweiz. Der Austausch innerhalb der Szene ist intensiv, und wer eine Egli-Vincent besitzt, wird schnell Teil eines exklusiven Netzwerks von Kennern und Enthusiasten.
Fazit
Die Egli-Vincent ist und bleibt der ultimative Klassiker für Kenner. Sie verbindet die historische Bedeutung des Vincent-Motors mit einem Fahrwerk, das auch heute noch Fahrspaß auf hohem Niveau bietet. Für Sammler in Österreich ist sie ein Investment, das nicht nur im Wert steigt, sondern auch auf der Straße überzeugt.
Der Kauf einer Egli-Vincent erfordert Geduld, Recherche und ein gewisses Budget. Doch wer einmal den Moment erlebt hat, in dem der V-Twin auf einer kurvigen Landstraße sein volles Drehmoment entfaltet, weiß, dass jeder Euro gut investiert war. Es ist die Krönung jeder Motorradsammlung.
Auf Classic Trader finden Sie immer wieder exklusive Angebote dieser seltenen Spezials. Achten Sie auf die Details, prüfen Sie die Historie und lassen Sie sich von der Faszination Egli-Vincent anstecken. Es ist mehr als nur ein Motorrad – es ist ein Stück lebendige Technikgeschichte.
Egli-Vincent: Wo Schweizer Präzision auf britische Leidenschaft trifft. Finden Sie jetzt Ihr Traum-Motorrad auf Classic Trader.
