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Massey-Ferguson Oldtimer kaufen
Vom „Little Grey Fergie" TE20 bis zur 100er-Serie – Massey-Ferguson-Traktoren sind aus der österreichischen Landwirtschaft nicht wegzudenken. Kompakte Perkins-Diesel, bewährte Ferguson-Hydraulik und eine Sammlerszene, die von Jahr zu Jahr wächst.
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1964 | Massey-Ferguson MF 35
Trattore Massey Ferguson - Type 30_8 - NO RESERVE - 1964

1971 | Massey-Ferguson MF 165
A Fully Restored and Fully Functioning Massey Ferguson MF165 in Wonderful Cond
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Erbe
Die Geschichte von Massey-Ferguson reicht bis ins Jahr 1847 zurück, als Daniel Massey in Ontario, Kanada, die Newcastle Foundry and Machine Manufactory gründete. Nach der Fusion mit dem Wettbewerber A. Harris, Son & Co. entstand 1891 die Massey-Harris Company – der größte Landmaschinenhersteller des britischen Empire.
Parallel dazu entwickelte der aus Nordirland stammende Ingenieur Harry Ferguson in den 1920er-Jahren eine Erfindung, die die Landwirtschaft für immer verändern würde: die Dreipunkthydraulik mit automatischer Tiefenregelung. Das sogenannte Ferguson-System verband Traktor und Anbaugerät zu einer funktionellen Einheit – ein Prinzip, das bis heute in praktisch jedem modernen Traktor verbaut wird. Nach einer Zusammenarbeit mit Henry Ford (Ford-Ferguson 9N, 1938–1947) gründete Ferguson ein eigenes Unternehmen und brachte 1946 den Ferguson TE20 auf den Markt – die berühmte „Little Grey Fergie".
Gebaut wurde der TE20 von der Standard Motor Company im Werk Banner Lane in Coventry, England. Bis 1956 rollten über 500.000 TE20 vom Band.
1953 fusionierte Ferguson mit Massey-Harris zur Massey-Harris-Ferguson Ltd. – ab 1958 verkürzt zu Massey Ferguson. 1959 übernahm Massey Ferguson sowohl Perkins Engines aus Peterborough als auch die volle Kontrolle über das Banner-Lane-Werk. Perkins-Dieselmotoren unter Coventry-Karosserie wurden zur Erfolgsformel für Jahrzehnte.
Die 100er-Serie, 1964 als „The Red Giants" auf der Smithfield Show in London vorgestellt, markierte den Durchbruch: MF 135, MF 165 und MF 175 wurden zu Verkaufsschlagern. Allein vom MF 135 wurden zwischen 1964 und 1979 über 413.000 Exemplare in Coventry gebaut.
Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den 1980er-Jahren wurde Massey Ferguson 1994 von der amerikanischen AGCO Corporation übernommen. Das Banner-Lane-Werk schloss 2002 – die Produktion wurde nach Beauvais in Frankreich verlagert.
Massey Ferguson in Österreich
In Österreich fand Massey Ferguson besonders in der Berglandwirtschaft und auf Kleinbetrieben großen Anklang. Die kompakten Abmessungen des TE20 und MF 135, kombiniert mit der kraftvollen Ferguson-Hydraulik, machten die Traktoren ideal für die Arbeit an steilen Hängen, in engen Tälern und auf kleinen Feldern. Die Allrad-Varianten der 100er-Serie waren in Österreich besonders gefragt – auf nassem Almboden und an Hanglagen bot der zuschaltbare Vorderradantrieb entscheidende Traktionsvorteile.
Österreichische Landwirte schätzten die Zuverlässigkeit der Perkins-Dieselmotoren, die auch bei kalten Wintertemperaturen in den Alpen zuverlässig starteten. Viele Massey-Ferguson-Traktoren, die in den 1960er- und 1970er-Jahren nach Österreich geliefert wurden, arbeiten heute noch auf Nebenerwerbshöfen oder stehen als geschätzte Oldtimer in den Scheunen.
Highlights & Merkmale
Was Massey-Ferguson-Traktoren für österreichische Sammler besonders attraktiv macht:
Das Ferguson-System: Die hydraulische Dreipunktaufhängung mit Zugkraftregelung war der technologische Kern des Erfolgs. Noch heute basieren alle modernen Traktoren auf diesem Prinzip.
Perkins-Dieselmotoren: Der AD3.152 (3-Zylinder, 2,5 Liter) im MF 135 und der AD4.203 (4-Zylinder, 3,3 Liter) im MF 165 gelten als nahezu unzerstörbar. Ihre einfache Konstruktion ermöglicht Reparaturen, die auch Hobbyschrauber bewältigen können.
Kompakte Bauweise: Für österreichische Bergbauernhöfe mit engen Zufahrten und steilen Wegen waren die kompakten Massey-Ferguson-Modelle ideal. Der TE20 mit nur 750 kg und der MF 135 mit rund 1.400 kg sind leicht genug, um auf empfindlichem Almboden zu arbeiten, ohne übermäßige Verdichtung zu verursachen.
Hervorragende Ersatzteilversorgung: Spezialisierte Händler in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden führen praktisch jedes Bauteil. Auch österreichische Landmaschinenhändler bieten umfangreichen Service und Teile für klassische Massey-Ferguson-Modelle.
Vielfalt der Modelle: Vom kompakten TE20 über den vielseitigen MF 135 bis zum leistungsstarken MF 175/188 – die Modellpalette deckt jeden Einsatzzweck ab.
Technische Daten
Multi-Power-Getriebe: Das optionale Lastschaltgetriebe verdoppelte die Gänge und ermöglichte Gangwechsel unter Last über eine hydraulische Kupplung. Multi-Power-Modelle sind bei Sammlern besonders gefragt.
Marktübersicht und Kauftipps
Der Markt für klassische Massey-Ferguson-Traktoren ist auch in Österreich aktiv und zugänglich. Viele Exemplare werden über Plattformen wie landwirt.com, traktorpool.de und technikboerse.com gehandelt. Der Import aus dem benachbarten Deutschland ist unkompliziert (EU-Binnenmarkt), was das Angebot zusätzlich erweitert.
Preisorientierung nach Modellen (2024–2026)
Ferguson TE20 „Little Grey Fergie":
- Restaurierungsbedürftig: €2.000–3.500
- Guter Gebrauchtzustand: €4.000–7.000
- Vollständig restauriert: €8.000–15.000
- Seltene Varianten (TE-F 20 Diesel, Industrial): €5.000–10.000+
MF 35 / FE 35:
- Restaurierungsobjekt: €1.750–3.000
- Guter Zustand: €4.000–7.000
- Restauriert / Show-Qualität: €10.000–15.000
- Ein restaurierter FE 35 wurde 2026 auf landwirt.com um €6.000 angeboten.
MF 135:
- Projekt / renovierungsbedürftig: €2.500–4.000
- Guter Gebrauchtzustand: €5.000–10.000
- Multi-Power-Ausführung: Aufpreis von ca. €500–1.500
- Restauriert / Show-Qualität: €15.000–28.000
- Ein MF 135 aus Erstbesitz, technisch umfangreich überholt, wurde 2026 auf landwirt.com um €9.500 angeboten.
- Auktionshighlight: Ein 1971er MF 135 in makellosem Zustand erzielte bei Cheffins (Oktober 2025) £25.000 (ca. €28.400).
MF 165:
- Gebrauchtzustand: €4.000–8.000
- Guter bis sehr guter Zustand: €8.000–15.000
- Allrad-Variante: €12.000–20.000
MF 175 / 178 / 185 / 188:
- MF 175: €5.000–12.000
- MF 178: €8.000–18.000
- MF 188 Multi-Power, Originalzustand: Ein 1973er mit nur 1.102 Betriebsstunden erzielte bei Cheffins £32.000 (ca. €36.400).
Sondermodelle:
- MF 1250 (Knicktraktor): Ein 1981er Exemplar erzielte 2025 bei Cheffins £61.000 (ca. €69.400).
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Motor: Den Perkins-Diesel kalt starten. Übermäßiger blauer Rauch deutet auf verschlissene Kolbenringe hin, schwarzer Rauch auf Probleme mit Einspritzdüsen. Kompressionsmessung durchführen. Unter dem Öleinfülldeckel auf Schlammbildung prüfen.
Hydraulik: Die Dreipunktaufhängung unter Last testen. Langsames Anheben oder Absinken deutet auf verschlissene Pumpen oder Dichtungen hin. Hydraulikflüssigkeit auf Sauberkeit prüfen.
Getriebe und Kupplung: Alle Gänge bei laufendem Motor durchschalten. Schleifgeräusche deuten auf Kupplungsverschleiß hin. Beim Multi-Power-Getriebe auf saubere Lastschaltung achten.
Lenkung und Bremsen: Spurstangen und Lenkgestänge auf Spiel prüfen. Bremsen einzeln und zusammen testen.
Rost und Rahmenintegrität: Hinterachse, Frontbolzen, Sitzwanne und Kraftstofftank auf Durchrostung prüfen. Der Kraftstofftank sitzt über dem Getriebe – undichte Dichtungen können Kraftstoff ins Getriebeöl gelangen lassen.
Reifen: Zustand der Bereifung kann bis zu einem Drittel des Traktorwerts ausmachen.
Dokumentation: Seriennummer mit den Papieren abgleichen. In Österreich auf die Zulassungspapiere und das §57a-Pickerl (Begutachtung) achten. Bei Oldtimer-Traktoren, die älter als 30 Jahre sind, gelten in Österreich besondere Bestimmungen für die Zulassung als historisches Fahrzeug.
Ersatzteilversorgung
Die Ersatzteilsituation für Massey-Ferguson-Oldtimer ist hervorragend. Spezialisierte Händler in Deutschland (Anglo Agriparts-Vertretungen, diverse Landmaschinenhändler), Großbritannien und den Niederlanden führen ein umfassendes Sortiment. Auch österreichische Landmaschinenbetriebe bieten Service und Teile an. Für den TE20, MF 35, MF 135 und MF 165 ist praktisch jedes Bauteil verfügbar.
Fahrerlebnis
Wer sich zum ersten Mal auf einen Ferguson TE20 setzt, wird von der Kompaktheit überrascht. Mit nur 750 kg fühlt sich der „Little Grey Fergie" fast zierlich an – doch genau das machte ihn auf österreichischen Kleinbetrieben und in engen Almhöfen so beliebt. Der Standard-Vierzylinder knattert charaktervoll, und die unsynchronisierte 3-Gang-Schaltung verlangt bewusste Gangwechsel.
Der MF 135 ist der Traktor, den die meisten Menschen mit Massey Ferguson verbinden. Der Perkins-Dreizylinder startet mit dem typischen, rhythmischen Klopfen und läuft mit bemerkenswerter Laufruhe. Die 45 PS reichen für die meisten Arbeiten auf dem Hof und im Feld völlig aus. Das Multi-Power-Getriebe ermöglicht Gangwechsel unter Last – ein spürbarer Komfortgewinn bei der Arbeit an steilen Hängen.
Der MF 165 bietet mit seinem Vierzylinder-Perkins ein deutlich souveräneres Fahrgefühl. Die zusätzlichen 13 PS machen sich besonders bei schweren Bodenbearbeitungsgeräten bemerkbar. Die Allrad-Variante ist für österreichische Verhältnisse besonders wertvoll – auf nassem Almboden und an Steigungen bietet der zuschaltbare Vorderradantrieb entscheidende Traktionsvorteile.
Der MF 175 und seine Nachfolger repräsentieren die Oberklasse der 100er-Serie. Mit 66 bis 83 PS ziehen diese Traktoren auch schwere Pflüge ohne Mühe.
Allen klassischen Massey-Ferguson-Traktoren gemein ist das unmittelbare, ehrliche Fahrgefühl: Kein Bordcomputer filtert die Rückmeldung, keine Elektronik korrigiert den Fahrer.
Design & Karosserie
Das Design der Massey-Ferguson-Traktoren spiegelt die jeweilige Epoche wider – und ist dabei stets der Funktion untergeordnet.
Der Ferguson TE20 (1946–1956) besticht durch seine reduzierte, fast elegante Form. Die hellgraue Lackierung, die schmale Motorhaube und die freistehenden Kotflügel verleihen ihm eine zeitlose Schlichtheit.
Mit dem MF 35 (1956) kam der Übergang zur grau-roten Farbgebung, die bis heute das Markenzeichen von Massey Ferguson ist.
Die 100er-Serie (ab 1964) brachte das kantige, moderne Design, das Massey Ferguson weltweit bekannt machte. Die eckige Motorhaube, die flachen Kotflügel und die klare Trennung von Motorraum und Fahrerstand prägten das Bild des modernen Traktors. Ab 1971 sorgte der vergrößerte Kraftstofftank für eine höhere Kühlermaske. Die gerade Vorderachse (Box-Section-Design) ersetzte die geschwungene Achse – ein Detail, an dem Kenner das Baujahr erkennen.
Sonstiges
Harry Ferguson – der Erfinder: Harry Ferguson (1884–1960) war einer der einflussreichsten Ingenieure der Agrargeschichte. Geboren in County Down, Nordirland, entwickelte er nicht nur das Dreipunkt-Hydrauliksystem, sondern war auch ein begeisterter Rennfahrer und Luftfahrtpionier – er war der erste Ire, der ein eigenes Flugzeug baute und flog (1909). Seine Patente aus dem Jahr 1925 bilden bis heute die Grundlage der Traktor-Anbaugeräte-Kopplung. Ferguson war bekannt für seinen kompromisslosen Erfindergeist und seine Fähigkeit, komplexe technische Probleme mit eleganten Lösungen zu beantworten. Das Ferguson-System – die Kombination aus Dreipunktaufhängung, hydraulischer Tiefenregelung und Zugkraftsteuerung – war so revolutionär, dass es innerhalb weniger Jahre von praktisch allen Traktorenherstellern weltweit übernommen wurde.
Banner Lane, Coventry: Das legendäre Werk, in dem über 3,3 Millionen Traktoren gebaut wurden, existiert nicht mehr. Das Gelände wurde nach der Schließung 2002 mit Wohnhäusern bebaut. Der berühmte Turmblock, 1966 eröffnet und Wahrzeichen der Traktorenproduktion, wurde abgerissen. Für Sammler ist ein Traktor mit dem Herstellungsort Coventry dennoch ein besonderes Stück Industriegeschichte.
Massey Ferguson in der österreichischen Sammlerszene: Oldtimer-Traktoren erfreuen sich in Österreich wachsender Beliebtheit. Traktoren, die älter als 30 Jahre sind, können als historische Fahrzeuge zugelassen werden und genießen besondere Bestimmungen bei der §57a-Begutachtung. Massey-Ferguson-Modelle gehören zu den am häufigsten gesammelten Traktoren – neben heimischen Marken wie Steyr. Die österreichische Oldtimer-Traktorenszene organisiert regelmäßig Treffen, Ausstellungen und Feldvorführungen. Besonders im Alpenvorland und in der Steiermark, wo die Landwirtschaft traditionell eine wichtige Rolle spielt, sind Massey-Ferguson-Oldtimer ein vertrauter Anblick bei Veranstaltungen.
Import aus Deutschland: Da Österreich und Deutschland beide dem EU-Binnenmarkt angehören, ist der Import eines klassischen Traktors aus Deutschland unkompliziert. Keine Zollformalitäten, keine Einfuhrumsatzsteuer – lediglich die österreichische Zulassung und gegebenenfalls eine §57a-Begutachtung sind erforderlich. Viele österreichische Sammler nutzen deutsche Plattformen wie traktorpool.de und technikboerse.com, um nach passenden Exemplaren zu suchen. Der Transport innerhalb Mitteleuropas ist in der Regel unkompliziert und kostengünstig.
Fazit
Massey Ferguson steht für die Demokratisierung der Landwirtschaft – und hat in Österreich besonders in der Berglandwirtschaft bleibende Spuren hinterlassen. Vom revolutionären Ferguson TE20 über den millionenfach gebauten MF 135 bis zum kraftvollen MF 188 – jeder dieser Traktoren erzählt ein Stück Agrargeschichte.
Für österreichische Sammler und Einsteiger ist Massey Ferguson die ideale Marke: Die Technik ist einfach und robust, die Ersatzteilversorgung vorbildlich, und die Preise bleiben moderat. Ein fahrbereiter MF 135 ist ab rund €5.000 zu haben, ein restaurierter TE20 ab etwa €8.000. Der unkomplizierte Import aus dem benachbarten Deutschland erweitert das Angebot zusätzlich.
Ob als Ausstellungsstück am Oldtimer-Treffen, als Arbeitsmaschine auf dem Nebenerwerbshof oder als Investition in ein Stück lebendige Technikgeschichte – ein klassischer Massey-Ferguson ist eine Entscheidung, die man selten bereut.