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Hesketh Motorrad kaufen

Lord Heskeths Vision eines britischen Edel-Bikes: Die Hesketh V1000 mit ihrem handgefertigten Weslake-Motor ist eine Rarität für Kenner exzentrischer Technik. Entdecken Sie die Geschichte hinter dem „Rolls-Royce auf zwei Rädern“ und finden Sie seltene Sammlerstücke.

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Bild 1/50 von Hesketh V 1000 (1982)

1982 | Hesketh V 1000

1982 Hesketh V1000 992cc

Preis auf Anfragevor 2 Jahren
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Geschichte & Erbe

Die Geschichte von Hesketh Motorcycles ist eine der faszinierendsten und zugleich exzentrischsten Episoden der britischen Motorradindustrie. Sie ist untrennbar verbunden mit Thomas Alexander Fermor-Hesketh, dem 3. Baron Hesketh, einem Aristokraten, der in den 1970er Jahren die Welt des Motorsports auf den Kopf stellte. Bevor Lord Hesketh sich dem Bau von Motorrädern widmete, erlangte er Weltruhm durch sein Formel-1-Team, das als letztes echtes Privatteam einen Grand Prix gewann – mit keinem Geringeren als James Hunt am Steuer. Der Spirit dieser Ära, geprägt von Champagner, Glamour und dem unbedingten Willen, es den etablierten Werksteams zu zeigen, floss direkt in die Gründung der Motorradmarke ein.

In den späten 1970er Jahren lag die britische Motorradindustrie am Boden. Einstige Weltmarken wie BSA, Norton und Triumph waren entweder verschwunden oder kämpften ums Überleben. In diesem Vakuum sah Lord Hesketh die Chance, eine neue, luxuriöse Ära einzuläuten. Sein Ziel war es, ein Motorrad zu bauen, das die Eleganz und Qualität eines Rolls-Royce mit der Leistung eines modernen Superbikes verband. Es sollte ein nationales Prestigeprojekt werden, handgefertigt auf seinem Familiensitz Easton Neston in Northamptonshire.

Die Entwicklung des Herzstücks, des Motors, wurde dem renommierten Spezialisten Weslake anvertraut. Das Resultat war ein beeindruckender 90-Grad-V-Twin mit 992 ccm Hubraum, vier Ventilen pro Zylinder und obenliegenden Nockenwellen. Das Design der Maschine stammte von John Mockett, der später auch für Triumph an der Rocket III mitwirken sollte. Als die Hesketh V1000 im Jahr 1981 offiziell vorgestellt wurde, galt sie als die große Hoffnung der britischen Zweiradwelt.

Doch der Start war holprig. Die Produktion in der Fabrik in Daventry kämpfte mit hohen Kosten und technischen Anlaufschwierigkeiten. Die V1000 war schwer, teuer und litt unter Kinderkrankheiten, insbesondere bei der Kühlung des hinteren Zylinders und der Zuverlässigkeit des Getriebes. Nach nur rund 149 produzierten Exemplaren der originalen V1000 musste das Unternehmen im August 1982 Konkurs anmelden. Ein herber Schlag für die britischen Enthusiasten, doch die Geschichte war hier noch nicht zu Ende.

Lord Hesketh gründete kurz darauf die Hesleydon Ltd., um die Entwicklung fortzuführen und den Hesketh Vampire auf den Markt zu bringen. Der Vampire war die Tourenvariante der V1000, ausgestattet mit einer Vollverkleidung für Langstreckenfahrten. Doch auch dieses Modell konnte den kommerziellen Durchbruch nicht erzwingen; lediglich etwa 40 bis 50 Stück verließen das Werk, bevor auch dieses Kapitel vorerst endete.

Das Überleben der Marke in den folgenden Jahrzehnten ist vor allem einem Mann zu verdanken: Mick Broom. Als ehemaliger Cheftechniker und Testfahrer übernahm er mit seiner Firma Broom Development Engineering die Wartung, Veredelung und sogar die Kleinserienproduktion der Hesketh-Modelle. Broom verbesserte die ursprünglichen Schwachstellen konsequent. Er entwickelte Ölkühler-Kits, optimierte die Getriebe und baute auf Kundenwunsch individuelle Maschinen, die oft als die „echten“ fahrbaren Heskeths gelten. Insgesamt entstanden unter seiner Ägide über die Jahre hinweg schätzungsweise 300 Motorräder, darunter auch Weiterentwicklungen wie die Vulcan oder die EN10.

Im Jahr 2010 wurde die Marke an den Unternehmer Paul Sleeman verkauft, der unter dem Namen Hesketh Motorcycles 2013 Ltd eine neue Ära einleitete. Mit Modellen wie der Hesketh 24 – benannt nach der Startnummer von James Hunt – und der gewaltigen, kompressorgeladenen Valiant SC kehrte der Name Hesketh in die Schlagzeilen zurück. Diese modernen Interpretationen setzen zwar auf US-amerikanische S&S-V-Twin-Motoren, bewahren aber den Geist von Exklusivität und britischer Individualität. Für Sammler in Österreich und ganz Europa bleibt Hesketh ein Symbol für aristokratische Leidenschaft und den Mut zur Extravaganz.

Highlights & Besonderheiten

Was eine Hesketh so besonders macht, ist nicht allein ihre Seltenheit, sondern die kompromisslose Philosophie, die hinter ihrer Entstehung stand. In einer Zeit, in der japanische Hersteller den Markt mit technisch perfekten, aber oft seelenlosen Massenprodukten fluteten, setzte Lord Hesketh auf Handarbeit und britisches Ingenieurwesen.

Das markanteste Merkmal ist zweifellos der Weslake-Motor. Ein luftgekühlter V-Twin mit 90 Grad Zylinderwinkel war 1981 eine Ansage. Mit seinen polierten Aluminiumoberflächen und den markanten Kühlrippen ist er ein optisches Meisterwerk. Technisch gesehen bot er mit vier Ventilen pro Zylinder und obenliegenden Nockenwellen Spezifikationen, die damals im Bereich der hubraumstarken V-Twins keineswegs Standard waren. Die Kraftentfaltung wird oft als „seidig“ beschrieben, mit einem bulligen Drehmoment aus dem Drehzahlkeller, das perfekt zum Charakter eines exklusiven Grand Tourers passt.

Ein weiteres technisches Highlight der V1000 ist das Fahrwerk. Der Rahmen besteht aus hochwertigem Stahlrohr, oft vernickelt statt nur lackiert, was den edlen Anspruch unterstreicht. Die Gabelbrücken wurden aus dem Vollen gefräst, ein Detail, das man sonst nur aus dem Rennsport oder von extrem teuren Custom-Bikes kannte. Die Bremsanlage stammt von Brembo, und bei der Federung vertraute man auf Komponenten von Marzocchi, was den europäischen Premium-Anspruch festigte.

Besonders kurios und zugleich faszinierend sind die Astralite-Räder. Statt auf herkömmliche Guss- oder Speichenräder setzte Hesketh auf genietete Aluminiumkonstruktionen, die leicht und dennoch stabil sein sollten. Sie verleihen der Maschine bis heute einen unverwechselbaren Look.

Der Hesketh Vampire wiederum setzte Maßstäbe in Sachen Tourentauglichkeit für britische Bikes. Seine massive Vollverkleidung wurde im Windkanal optimiert und bot einen Schutz vor den Elementen, der auf langen Etappen durch Europa seinesgleichen suchte. Dass die Verkleidung den Lenkeinschlag etwas einschränkte und die Maschine noch schwerer machte, wurde von den Besitzern oft als charakterstarke Eigenheit hingenommen.

Die modernen Modelle wie die Hesketh 24 führen diese Tradition der Besonderheiten fort. Mit einem 1.950 ccm S&S-X-Wedge-Motor ausgestattet, ist die 24 eine Hommage an den Formel-1-Wagen von James Hunt. Die Lackierung in den Farben Weiß, Rot und Blau sowie die Limitierung auf exakt 24 Stück machen sie zu einem sofortigen Sammlerobjekt. Die Valiant SC treibt es mit einem Rotrex-Kompressor und über 200 PS auf die Spitze – ein Motorrad, das zeigt, dass der Geist von Lord Hesketh, das Unmögliche zu wagen, auch heute noch lebendig ist.

Technische Daten

Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten technischen Eckdaten der klassischen Hesketh-Modelle, die den Grundstein für den Ruf der Marke legten.

Bei den späteren, von Mick Broom veredelten Modellen oder den modernen S&S-basierten Maschinen wie der Hesketh 24 verschieben sich diese Werte deutlich. Die Hesketh 24 leistet beispielsweise rund 125 PS aus fast zwei Litern Hubraum, während die Valiant SC mit Kompressor-Power die 210-PS-Marke knackt.

Marktübersicht und Kauftipps

Wer ein Hesketh Motorrad in Österreich kaufen möchte, bewegt sich in einem sehr exklusiven Marktumfeld. Da die Gesamtstückzahl aller jemals gebauten Heskeths (inklusive der Broom-Modelle) vermutlich unter 500 liegt, tauchen diese Maschinen nur selten auf dem freien Markt auf.

Preisentwicklung und Verfügbarkeit

Die Preise für eine Hesketh V1000 haben sich in den letzten Jahren stabilisiert und zeigen eine leicht steigende Tendenz. Ein fahrbereites Exemplar in gutem Zustand ist selten unter 15.000 Euro zu finden. Besonders gepflegte Maschinen aus der originalen Daventry-Produktion oder spätere Broom-Aufbauten mit lückenloser Historie können bei Auktionen Preise von 20.000 bis 25.000 Euro erzielen. In Österreich kommen bei einem Import aus dem Nicht-EU-Raum (wie dem Vereinigten Königreich) zusätzlich Zoll und die Einfuhrumsatzsteuer sowie die NoVA (Normverbrauchsabgabe) hinzu, was den Endpreis spürbar erhöhen kann.

Der Hesketh Vampire ist noch seltener zu finden als die nackte V1000. Hier bewegen sich die Preise oft auf ähnlichem Niveau, wobei Sammler meist die V1000 bevorzugen, da sie das reinere Design verkörpert. Die modernen Modelle wie die Hesketh 24 wurden neu für rund 35.000 GBP (ca. 40.000 Euro) verkauft und halten ihren Wert aufgrund der extremen Limitierung sehr gut.

Spezifische Schwachstellen beim Kauf

Wenn Sie eine klassische V1000 oder einen Vampire besichtigen, sollten Sie auf folgende Punkte besonders achten:

  1. Motorkühlung & Ölsystem: Prüfen Sie, ob ein Ölkühler-Kit (idealerweise von Mick Broom) nachgerüstet wurde. Ohne diese Modifikation neigt der hintere Zylinder zur Überhitzung, was langfristig zu Motorschäden führen kann.
  2. Getriebe: Die frühen Fünfgang-Getriebe gelten als hakelig. Achten Sie bei einer Probefahrt darauf, ob die Gänge sauber einrasten und ob es „falsche Leerläufe“ zwischen den Gängen gibt. Eine Überholung des Getriebes ist kostspielig und erfordert Spezialwissen.
  3. Elektronik: Wie viele britische Fahrzeuge der Ära ist auch die Hesketh mit Komponenten von Lucas ausgestattet. Prüfen Sie die gesamte elektrische Anlage, von der Zündung bis zur Beleuchtung. Oft wurden die Maschinen über die Jahre auf modernere Zündanlagen umgerüstet, was ein deutlicher Pluspunkt für die Zuverlässigkeit ist.
  4. Ersatzteilsituation: Dies ist der kritischste Punkt. Weslake-Teile sind nicht an jeder Ecke zu bekommen. Der Hesketh Owners Club im Vereinigten Königreich ist hier die wichtigste Ressource. Fragen Sie den Verkäufer nach vorhandenen Ersatzteilen oder Kontakten zu Spezialisten. Mick Brooms Expertise ist zwar nach wie vor legendär, doch der Zugang zu Neuteilen ist begrenzt.
  5. Dokumentation: Da viele Heskeths im Laufe ihres Lebens modifiziert wurden, ist eine lückenlose Dokumentation der Wartungen und Upgrades essenziell für den Werterhalt.

Import nach Österreich

Für österreichische Käufer ist wichtig zu wissen, dass Fahrzeuge, die als „historische Fahrzeuge“ eingestuft werden, steuerliche Vorteile genießen können. Eine Einzelgenehmigung als Oldtimer ist bei Modellen ab Baujahr 1981 in der Regel möglich, sofern sich das Motorrad in einem originalgetreuen Zustand befindet. Dies reduziert die NoVA-Belastung erheblich. Es empfiehlt sich, vorab Kontakt mit einem Sachverständigen oder dem ÖAMTC/ARBÖ aufzunehmen.

Fahrverhalten & Performance

Eine Hesketh zu fahren, ist ein Erlebnis, das sich grundlegend von modernen Sportmotorrädern unterscheidet. Es ist eine Rückkehr zum „Gentleman’s Express“ – kraftvoll, würdevoll und mit einer ganz eigenen Dynamik.

Das Motor-Erlebnis

Sobald der große V-Twin zum Leben erwacht, erfüllt ein tiefes, bassiges Grollen die Luft. Es ist kein nervöses Kreischen, sondern ein souveränes Pochen, das Kraft aus dem Volumen schöpft. Die Leistungsentfaltung der 86 PS ist beeindruckend linear. Schon bei niedrigen Drehzahlen steht genügend Drehmoment zur Verfügung, um die Fuhre zügig voranzutreiben. Man ertappt sich dabei, wie man die Gänge früh hochschaltet und die Elastizität des Weslake-Motors genießt. Auf den österreichischen Landstraßen, etwa durch das kurvige Waldviertel oder entlang der Donau, fühlt sich die Hesketh am wohlsten. Sie ist kein Bike für die Jagd nach Millisekunden auf dem Red Bull Ring, sondern für das genussvolle Reisen.

Handling und Gewicht

Mit einem Trockengewicht von über 240 kg ist die V1000 kein Leichtgewicht. Im Stand und beim Rangieren verlangt sie nach einer starken Hand. Sobald die Maschine jedoch rollt, überrascht sie mit einer stabilen Straßenlage. Der lange Radstand sorgt für einen hervorragenden Geradeauslauf, selbst bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn. In engen Kehren, wie man sie am Großglockner oder auf der Turracher Höhe findet, macht sich die Masse bemerkbar. Hier muss der Fahrer mit Körpereinsatz arbeiten. Die Hesketh lenkt nicht von selbst ein; sie möchte geführt werden. Wer sich auf ihren Rhythmus einlässt, wird mit einer berechenbaren und vertrauenserweckenden Linienführung belohnt.

Komfort und Ergonomie

Die Sitzposition auf der V1000 ist für ein Motorrad der frühen 80er Jahre erstaunlich aufrecht und entspannt. Der breite Lenker bietet gute Hebelwirkung, und die Fußrasten sind so positioniert, dass auch längere Etappen ohne Krämpfe möglich sind. Die Marzocchi-Elemente arbeiten eher straff, was zwar für gute Rückmeldung sorgt, aber auf schlechtem Asphalt kurze Stöße recht trocken an den Fahrer weitergibt.

Der Hesketh Vampire bietet durch seine Verkleidung einen deutlich besseren Windschutz, was ihn zum idealen Begleiter für ausgedehnte Touren macht. Allerdings sorgt das zusätzliche Gewicht der Verkleidung an der Front für ein etwas kopflastigeres Fahrgefühl im Vergleich zur nackten V1000.

Moderne Performance

Wer die modernen Heskeths wie die Valiant SC fährt, betritt eine andere Welt. Hier trifft der klassische britische Stil auf brutale amerikanische Power. Die Beschleunigung einer kompressorgeladenen Hesketh ist phänomenal und verlangt nach einem erfahrenen Piloten. Die Bremsen und Fahrwerkskomponenten von Öhlins und Brembo bei den neuen Modellen sorgen dafür, dass diese Leistung auch beherrschbar bleibt. Doch egal ob klassisch oder modern: Eine Hesketh bietet immer ein unverfälschtes, mechanisches Fahrgefühl ohne elektronische Bevormundung.

Design & Ästhetik

Das Design einer Hesketh ist ein Statement gegen den Mainstream. Es verkörpert eine Form von „aristokratischem Sportgeist“, die man heute kaum noch findet.

Die klassische V1000

John Mockett hat mit der V1000 ein Motorrad geschaffen, das auch Jahrzehnte später noch zeitlos wirkt. Die Linienführung ist klar und schnörkellos. Besonders markant ist der harmonische Übergang vom Tank zur Sitzbank, der der Maschine eine gestreckte, elegante Silhouette verleiht.

Ein Highlight für jeden Ästheten ist der Rahmen. Die vernickelten Oberflächen glänzen mit einem warmen, tieferen Ton als Chrom und bilden einen wunderbaren Kontrast zu den oft in dunklem Rot, British Racing Green oder Schwarz gehaltenen Lackteilen. Jedes Detail scheint mit Bedacht gewählt: Die filigranen Astralite-Räder, die polierten Motordeckel und die klassisch runden Instrumente von Smiths strahlen eine Wertigkeit aus, die man fühlen kann. Es ist ein Design, das zum Verweilen und Betrachten einlädt – ein Motorrad, das auch im Wohnzimmer oder einer Galerie eine gute Figur machen würde.

Der Vampire – Form folgt Funktion

Beim Vampire stand der Nutzen im Vordergrund. Die Vollverkleidung ist ein Kind ihrer Zeit, geprägt von den aerodynamischen Erkenntnissen der frühen 80er Jahre. Sie wirkt massiv und dominant, was der Maschine eine beeindruckende Präsenz verleiht. Auch wenn sie die filigrane Technik des Weslake-Motors teilweise verdeckt, so strahlt sie doch eine ungeheure Souveränität aus. Für viele ist der Vampire das ultimative Langstrecken-Motorrad der britischen Schule – ein „Grand Tourer“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Renaissance des Designs

Mit der Übernahme durch Paul Sleeman wurde das Hesketh-Design mutiger und aggressiver. Die Hesketh 24 nimmt deutliche Anleihen beim Rennsport. Die Farbwahl ist eine direkte Verbeugung vor dem Formel-1-Erbe des Hauses. Das Design ist muskulöser, der S&S-Motor wird stolz zur Schau gestellt, und moderne Materialien wie Carbon finden Einzug. Dennoch bleibt die Grundproportion – ein großer Motor in einem klassischen Rahmen – erhalten.

Die Valiant SC ist die optische Krönung der neuen Ära. Sie wirkt wie ein Kraftpaket auf zwei Rädern, wobei der Kompressor und die massiven Auspuffanlagen das Bild prägen. Es ist ein Design, das nicht jedem gefallen will, aber niemanden kalt lässt. Genau das war immer der Kern der Marke Hesketh: Individualität für Menschen, die keine Kompromisse eingehen wollen.

Sonstiges: Kulturgut und Gemeinschaft

Hesketh ist mehr als nur eine Marke; es ist ein Teil der britischen Pop- und Industriekultur. Wer eine Hesketh besitzt, wird automatisch Teil einer kleinen, verschworenen Gemeinschaft.

Der Hesketh Owners Club

Der Hesketh Owners Club (HOC) ist das Herzstück der Marke. Hier sammeln sich Enthusiasten aus der ganzen Welt, um technisches Wissen auszutauschen, Ersatzteile zu organisieren und gemeinsame Ausfahrten zu planen. Für einen Besitzer in Österreich ist die Mitgliedschaft im HOC fast schon Pflicht, da das Netzwerk der wichtigste Rettungsanker bei technischen Problemen ist. Die Mitglieder sind oft eng mit Mick Broom verbunden und verfügen über einen unglaublichen Wissensschatz, der weit über das hinausgeht, was in Werkstatthandbüchern steht.

Hesketh in den Medien

Die Marke Hesketh hat immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. Von den glamourösen Berichten über Lord Heskeths Formel-1-Eskapaden bis hin zu den fachlich fundierten Tests der V1000 in Magazinen wie „Motorcycle News“ oder „Classic Bike“. Jedes Mal, wenn ein neues Lebenszeichen der Marke auftaucht, horcht die Szene auf. Der Name steht für den „Underdog“, der gegen die Giganten antritt – ein Narrativ, das seit Jahrzehnten fasziniert.

Auch in Österreich genießen britische Klassiker einen hohen Stellenwert. Bei Veranstaltungen wie der „Oldtimer Messe Tulln“ oder verschiedenen Classic-Bike-Treffen ist eine Hesketh stets ein Publikumsmagnet. Sie ist ein Gesprächsthema, eine Rarität, die Neugier weckt und Respekt einfordert.

Fazit

Ein Hesketh Motorrad zu kaufen, ist eine Entscheidung, die Herz und Verstand gleichermaßen fordert, aber vor allem die Leidenschaft belohnt. Die Marke verkörpert wie kaum eine andere den Aufstieg, den Fall und die unermüdliche Wiederkehr des britischen Ingenieursgeists.

Die V1000 bleibt das fundamentale Modell, ein handgefertigtes Kunstwerk mit Ecken und Kanten, das durch die Verbesserungen von Mick Broom zu einem ernstzunehmenden Klassiker gereift ist. Der Vampire ergänzt dieses Portfolio als exklusiver Tourer für Individualisten. Die modernen Modelle unter Paul Sleeman zeigen, dass der Name Hesketh auch in der heutigen Zeit eine Relevanz besitzt, indem er Luxus, Exklusivität und brachiale Leistung miteinander verbindet.

Für Sammler und Fahrer in Österreich bietet eine Hesketh die Chance, etwas wahrhaft Einzigartiges zu besitzen. Es ist die Kombination aus aristokratischer Geschichte, technischer Exzentrik und einem unvergleichlichen Fahrgefühl, die den Reiz ausmacht. Wer die Herausforderung der Ersatzteilsuche nicht scheut und ein Faible für mechanische Ehrlichkeit hat, findet in einer Hesketh eine Gefährtin fürs Leben.

Ob auf den Passstraßen der Alpen oder beim Flanieren vor einem Kaffeehaus in Wien – eine Hesketh ist ein Statement. Sie sagt: „Ich schätze das Besondere, ich kenne die Geschichte und ich habe keine Angst vor Charakter.“ In einer Welt der austauschbaren Mobilität ist das vielleicht das wertvollste Gut, das ein Motorrad bieten kann. Hesketh ist und bleibt der Inbegriff britischer Motorrad-Exzellenz für Individualisten mit Stil.