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BSA Motorrad kaufen
Von der robusten M20 bis zur rennerprobten Gold Star prägte die Birmingham Small Arms Company über Jahrzehnte die britische Motorradkultur. Entdecken Sie die Faszination klassischer BSA-Maschinen und finden Sie Ihr Sammlerstück auf dem österreichischen Markt.
Suchergebnisse

1937 | BSA Empire Star 500
Kraftvolles 500-ccm-Motorrad der Vorkriegszeit

1953 | BSA A 10 Golden Flash
Charakterstarkes 650-ccm-Motorrad der Nachkriegsära

1970 | BSA A 65 Lightning
Gebaut für Drehmoment, Tempo und souveränen Auftritt

1969 | BSA B 44 Victor Grand Prix
B.S.A VICTOR 441

1963 | BSA C 15 Scrambler
B.S.A 250 C15 TRIAL

1972 | BSA A 65 Lightning II
Wettbewerbsmaschine Rallye Paris Dakar

1953 | BSA A 10 Golden Flash
BSA A10 Golden Flash
"BSA" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "BSA" machen.
1974 | BSA B50
B.S.A B50 MX
1968 | BSA A 65 Thunderbolt
Thunderbolt 650
1965 | BSA A 10 Golden Flash
-
1942 | BSA M 20
1942 BSA M20 496cc
1962 | BSA A 10 Rocket Gold Star
1962 BSA A10 Rocket Gold Star Replica 646cc
1953 | BSA B 34 Gold Star 500
1953 BSA DBD34 Gold Star 499cc
1968 | BSA A 75 Rocket 3
1968 BSA A75R Rocket 3 Mk1 741cc
1955 | BSA DB 34 Gold Star
1955 BSA CB34 Gold Star 499cc
Geschichte & Erbe
Die Birmingham Small Arms Company, besser bekannt unter dem Kürzel BSA, blickt auf eine der bewegtesten Geschichten der britischen Industrie zurück. Gegründet im Jahr 1861 durch den Zusammenschluss von 14 Waffenschmieden im Gun Quarter von Birmingham, war das Unternehmen ursprünglich auf die Produktion von Rüstungsgütern spezialisiert. Doch als die Nachfrage nach Waffen in Friedenszeiten sank, bewies BSA eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit. Bereits 1880 begann die Fertigung von Fahrrädern, und im Jahr 1903 rollte das erste Motorrad aus den Werkshallen – damals noch mit einem zugekauften Motor.
Der eigentliche Durchbruch als eigenständiger Motorradhersteller gelang 1910 mit der Präsentation der ersten komplett im eigenen Haus entwickelten Maschine. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich BSA zum größten Motorradproduzenten der Welt. Besonders die Zeit zwischen den Weltkriegen war geprägt von technischem Fortschritt und einer massiven Expansion. Die M-Baureihe, die in den 1920er Jahren eingeführt wurde, legte den Grundstein für den Ruf der Marke als Hersteller unverwüstlicher und zuverlässiger Maschinen. Modelle wie die M20, M21 und M22 wurden zum Synonym für britische Ingenieurskunst, die auch unter widrigsten Bedingungen funktionierte.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde BSA erneut zum zentralen Rüstungsbetrieb. Das Unternehmen produzierte nicht nur Waffen, sondern auch rund 126.000 Exemplare der BSA M20 für die alliierten Streitkräfte. Diese Maschinen bewährten sich an allen Fronten – von der Wüste Nordafrikas bis zu den schlammigen Wegen Europas. Nach 1945 kehrte BSA zur zivilen Produktion zurück und übernahm strategisch wichtige Konkurrenten, darunter die renommierte Marke Triumph im Jahr 1951. In dieser Ära erreichte BSA seinen Zenit: Jedes vierte Motorrad weltweit stammte zu dieser Zeit aus den Fabriken des Konzerns.
Die 1950er Jahre waren das goldene Zeitalter der Paralleltwins. Die A7 (500 cm³) und die A10 Golden Flash (650 cm³) setzten neue Maßstäbe in Sachen Leistung und Komfort. Gleichzeitig zementierte die BSA Gold Star den Ruf der Marke im Rennsport. Zwischen 1949 und 1956 dominierte sie die Clubmans TT auf der Isle of Man in einer Weise, die bis heute unerreicht bleibt. Acht Siege in Folge machten die Gold Star zu einem der begehrtesten Motorräder ihrer Zeit und zu einem begehrten Sammlerobjekt für heutige Enthusiasten in Österreich und ganz Europa.
In den 1960er Jahren versuchte BSA mit der A65-Reihe (Lightning, Thunderbolt, Spitfire), den Anschluss an die moderne Konkurrenz zu halten. Die Maschinen waren leistungsstark und optisch ansprechend, doch die aufkommende Konkurrenz aus Japan setzte dem britischen Riesen schwer zu. Qualitätsprobleme und eine veraltete Modellpolitik führten schließlich dazu, dass BSA 1972 die Produktion einstellen musste. Die Fusion mit Norton-Villiers konnte den Niedergang nicht aufhalten. Heute lebt der Geist von BSA in einer aktiven Sammlerszene weiter, die die Maschinen für ihre mechanische Ehrlichkeit und ihre historische Bedeutung schätzt.
Highlights & Besonderheiten
Wer sich heute für ein BSA-Motorrad entscheidet, sucht meist nach einem authentischen Stück britischer Technikgeschichte. Die Besonderheiten der Marke liegen in der Vielfalt ihrer Konzepte – vom simplen, aber unzerstörbaren Einzylinder bis zum hochgezüchteten Sport-Twin.
Ein absolutes Highlight ist zweifellos die BSA Gold Star. In ihrer finalen Ausbaustufe als DBD34 mit 500 cm³ Hubraum leistete sie bis zu 42 PS. Das Besondere an der Gold Star war ihre Vielseitigkeit: Ab Werk konnte der Kunde zwischen verschiedenen Getriebeübersetzungen, Vergasertypen und Auspuffanlagen wählen, um die Maschine für die Straße, für Geländerennen oder für den reinen Rennstreckeneinsatz zu optimieren. Der charakteristische "Gold Star"-Sound des Einzylinders ist für Kenner Musik in den Ohren.
Die A10 Golden Flash hingegen verkörpert den klassischen britischen Touren-Twin der Nachkriegszeit. Ihr 646-cm³-Motor war für seine Zeit bemerkenswert laufruhig und bot genügend Drehmoment für entspannte Fahrten, auch mit Sozius oder Seitenwagen. Die charakteristische Lackierung in "Amarant Red" oder "British Racing Green" mit den goldenen Zierlinien macht sie zu einer der elegantesten Erscheinungen auf jedem Oldtimer-Treffen, etwa bei der Oldtimer-Messe Tulln.
Ein technisches Kuriosum und heute extrem selten ist die Rocket Gold Star (1962–1963). Hierbei handelte es sich um eine Werkshybride: Der leistungsstarke A10-Twin-Motor wurde in das bewährte Fahrwerk der Gold Star verpflanzt. Nur etwa 1.584 Exemplare wurden gebaut, was sie heute zu einer der teuersten und gesuchtesten BSA-Varianten macht.
Für Liebhaber der 1960er Jahre sind die A65-Modelle von besonderem Interesse. Die A65 Lightning wurde durch ihren Auftritt im James-Bond-Film "Thunderball" weltbekannt. Mit zwei Amal-Vergasern und einer Leistung von 52 PS war sie eine ernstzunehmende Konkurrentin für die Triumph Bonneville. Die A65 Thunderbolt hingegen war die vernünftigere Schwester mit Einzelvergaser, die vor allem durch ihre Zuverlässigkeit und den harmonischen Durchzug überzeugte.
Nicht zu vergessen ist das militärische Erbe in Form der BSA M20. Ihr Seitenventilmotor ist ein Musterbeispiel für Einfachheit. Mit nur 13 PS ist sie zwar kein Geschwindigkeitswunder, aber ihre mechanische Robustheit ist legendär. Viele dieser Maschinen wurden nach dem Krieg zivil genutzt und sind heute ein preiswerter Einstieg in die Welt der britischen Klassiker.
Technische Daten
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten technischen Eckdaten der bekanntesten BSA-Modelle, die regelmäßig auf dem österreichischen Markt zu finden sind.
Besonderheiten der Technik:
- Magnetzündung: Die meisten klassischen BSA-Modelle vertrauen auf Lucas-Magnetzünder. Diese sind zwar autark von der Batterie, erfordern aber regelmäßige Wartung und fachgerechte Überholung.
- Trockensumpfschmierung: Ein typisches Merkmal britischer Maschinen. Der Öltank ist separat, was bei längeren Standzeiten zum "Wet Sumping" führen kann (Öl läuft in das Kurbelgehäuse).
- Zoll-Maße: Fast alle Schrauben und Muttern an klassischen BSAs haben britische Zoll-Maße (Whitworth oder AF). Für Schrauber in Österreich bedeutet dies die Anschaffung von speziellem Werkzeug.
Marktübersicht & Kauftipps
Der Markt für BSA-Motorräder in Österreich ist überschaubar, aber stabil. Aufgrund der geografischen Nähe zu Deutschland und der historischen Verbindung zum Vereinigten Königreich finden sich immer wieder interessante Maschinen bei spezialisierten Händlern oder auf Auktionsplattformen wie dem Dorotheum.
Preissegmente und Marktentwicklung
Die Preise für BSA-Modelle haben in den letzten Jahren moderat angezogen, wobei besonders seltene und perfekt restaurierte Exemplare deutliche Sprünge gemacht haben.
- Einstiegsklasse (4.000 € – 8.500 €): In diesem Bereich finden sich vor allem die BSA M20 und die frühen A7-Modelle. Auch Projekte der A65-Reihe sind hier zu finden. Käufer sollten hier genau auf die Vollständigkeit achten, da die Suche nach Kleinteilen oft mühsam und teuer sein kann.
- Mittelklasse (8.500 € – 13.000 €): Hier bewegen sich gut erhaltene A10 Golden Flash, Super Rockets und fahrbereite A65 Lightning oder Thunderbolt. In Österreich sind diese Modelle beliebt, da sie eine gute Ersatzteilversorgung bieten und auch für längere Ausfahrten in den Alpen geeignet sind.
- Oberklasse (13.000 € – 25.000 €+): Das absolute Spitzenfeld wird von der Gold Star DBD34 und der extrem seltenen Rocket Gold Star angeführt. Für eine Gold Star im Bestzustand mit nachweisbarer Historie werden in Österreich oft Preise jenseits der 18.000 € aufgerufen. Bei Auktionen des Dorotheum wurden in der Vergangenheit Spitzenpreise für authentische Clubman-Versionen erzielt.
Spezifische Kauftipps für den österreichischen Markt
Beim Kauf einer BSA in Österreich gibt es einige Besonderheiten zu beachten, insbesondere wenn die Maschine aus dem Ausland (z.B. Großbritannien oder Deutschland) importiert wurde.
- Einzelgenehmigung: Motorräder, die älter als 30 Jahre sind, können in Österreich als historisches Fahrzeug ("Oldtimer") zugelassen werden. Dies erfordert eine Einzelgenehmigung. Achten Sie darauf, ob diese bereits vorhanden ist. Wenn nicht, müssen Sie mit Kosten für die technische Überprüfung und die Eintragung in die Genehmigungsdatenbank rechnen.
- NoVA (Normverbrauchsabgabe): Für historische Fahrzeuge (Baujahr vor 1986 bzw. älter als 30 Jahre und in originalem Zustand) fällt beim Import nach Österreich in der Regel keine NoVA an. Dies ist ein erheblicher finanzieller Vorteil gegenüber jüngeren Gebrauchtmotorrädern.
- Zustand der Elektrik: Viele BSAs wurden im Laufe der Jahrzehnte auf 12 Volt umgerüstet oder mit elektronischen Zündanlagen versehen. Während dies die Alltagstauglichkeit erhöht, mindert es bei strengen Sammlern den Wert. Prüfen Sie, ob die originalen Lucas-Komponenten noch vorhanden oder zumindest im Lieferumfang enthalten sind.
Schwachstellen, auf die Sie achten sollten
- Ölverluste: Ein gewisses Maß an "Markieren des Revier" ist bei britischen Twins normal. Übermäßige Leckagen an den Gehäusetrennfugen deuten jedoch auf verzogene Bauteile oder unsachgemäße Montage hin.
- Vibrationen: Besonders die A65-Modelle sind für ihre Vibrationen bekannt. Prüfen Sie den Rahmen und die Motorhalterungen auf Risse.
- Magnetzünder: Ein schwacher Funke bei warmem Motor ist ein klassisches Anzeichen für einen überholungsbedürftigen Magnetzünder. Eine professionelle Überholung kann in Österreich mehrere hundert Euro kosten.
- Getriebe: Die Getriebe der A10 und Gold Star gelten als robust, aber die Schaltmechanik kann ausleiern. Achten Sie auf präzise Gangwechsel und darauf, ob die Gänge unter Last herausspringen.
Teileversorgung und Spezialisten in Österreich
Die Ersatzteilsituation für BSA ist dank spezialisierter Händler in Großbritannien (wie Draganfly oder Burton Bike Bits) hervorragend. In Österreich gibt es einige Experten, die sich auf britische Klassiker spezialisiert haben:
- Britbike Austria in Vorarlberg ist eine bekannte Adresse für Teile und Beratung.
- Oldtimer Garage Tirol bietet umfassende Restaurierungsdienstleistungen an.
- Regelmäßige Besuche auf der Oldtimer-Messe Tulln sind Pflicht, um Kontakte zu Gleichgesinnten und spezialisierten Teilehändlern zu knüpfen.
Fahrverhalten & Performance
Das Fahrerlebnis auf einer BSA ist eine Reise in eine Zeit, in der Motorradfahren noch echte Arbeit und mechanische Interaktion bedeutete. Jedes Modell hat dabei seinen ganz eigenen Charakter.
Die BSA M20: Das entschleunigte Arbeitstier
Wer eine M20 besteigt, sollte es nicht eilig haben. Der 500-cm³-Seitenventiler tuckert mit einer stoischen Ruhe vor sich hin. Die Leistungsentfaltung ist unspektakulär, aber das Drehmoment aus dem Drehzahlkeller ist beeindruckend. Das Fahrwerk mit der Trapezgabel (bei frühen Modellen) oder der Teleskopgabel (nach dem Krieg) ist simpel und vermittelt ein sehr direktes, wenn auch ungefedertes Gefühl für die Straße. In den österreichischen Alpen ist die M20 eher auf den gemütlichen Passstraßen zu Hause – sie erklimmt jeden Berg, aber eben in ihrem eigenen Tempo.
Die A10 Golden Flash: Der souveräne Tourer
Die A10 bietet ein völlig anderes Erlebnis. Der Paralleltwin läuft für britische Verhältnisse überraschend kultiviert. Ab 3.000 U/min entwickelt die Maschine einen kräftigen Schub, der sie mühelos auf Landstraßentempo bringt. Das Handling ist dank des stabilen Rahmens (besonders bei den späteren Schwingen-Modellen) sicher und vorhersehbar. Die A10 ist die ideale Maschine für klassische Ausfahrten durch das Salzkammergut oder entlang der Donau. Sie vermittelt das Gefühl von Solidität und Zuverlässigkeit, das BSA einst zum Weltmarktführer machte.
Die BSA Gold Star: Die pure Rennmaschine
Die Gold Star ist nichts für schwache Nerven oder untrainierte Waden. Das Starten des hochverdichteten Einzylinders erfordert die richtige Technik und Kraft. Einmal zum Leben erweckt, vibriert die Maschine im Stand so stark, dass man meint, sie wolle vom Ständer hüpfen. Doch sobald man die Kupplung kommen lässt und die Drehzahl steigt, verwandelt sich die Gold Star. Die Lenkung ist messerscharf, das Fahrwerk straff und die Leistungsentfaltung ab 4.500 U/min explosiv. Der Sound aus dem "Goldie"-Auspuff ist bei voller Beschleunigung schlichtweg atemberaubend. Auf kurvigen Bergstraßen in der Steiermark oder in Tirol ist eine gut abgestimmte Gold Star auch heute noch ein ernstzunehmendes Sportgerät.
Die A65 Lightning: Der sportliche Allrounder
Die A65 Lightning kombiniert die Power der 1960er Jahre mit einem moderneren Fahrgefühl. Die 52 PS schieben die Maschine kraftvoll an, und die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h war damals eine echte Ansage. Das Fahrverhalten ist agil, aber bei hohen Geschwindigkeiten fordern die Vibrationen ihren Tribut. Die Doppel-Trommelbremse der späteren Modelle verzögert für damalige Verhältnisse ordentlich, erfordert aber eine starke Hand. Die Lightning ist ein Motorrad für Fahrer, die den sportlichen Geist der "Cafe Racer"-Ära suchen, ohne auf den Komfort eines Twins verzichten zu wollen.
Design & Stil
Das Design von BSA-Motorrädern folgte stets dem Prinzip "Form follows Function", ohne dabei die Ästhetik zu vernachlässigen. Über die Jahrzehnte entwickelten die Designer in Birmingham einen Stil, der heute als Inbegriff des klassischen britischen Motorrads gilt.
Die Ära der Starrrahmen und Trapezgabeln
In den 1930er und 1940er Jahren dominierten klare, funktionale Linien. Die M20 mit ihrem massiven Rahmen, dem tief sitzenden Motor und den großen, schützenden Kotflügeln strahlt eine unerschütterliche Robustheit aus. Die olivgrüne Lackierung der Militärversionen ist heute ebenso beliebt wie die zivilen Ausführungen in Schwarz oder dunklem Rot. Das Design ist utilitaristisch, aber gerade deshalb zeitlos.
Der Glanz der 1950er Jahre
Mit der A10 Golden Flash hielt die Eleganz Einzug. Der Name war Programm: Die goldene Lackierung (später auch in anderen Farben verfügbar) und die reichlich vorhandenen Chromteile machten sie zu einem echten Hingucker. Die geschwungene Linienführung des Tanks und die harmonische Integration des Motors in den Rahmen zeugen von einem hohen ästhetischen Anspruch. Die Einführung der Hinterradfederung (zuerst als Plunger-Federung, später als Schwinge) veränderte nicht nur den Komfort, sondern auch die Silhouette der Maschinen hin zu einem moderneren Erscheinungsbild.
Purismus und Performance: Die Gold Star
Die Gold Star ist ein Meisterwerk des funktionalen Designs. Alles an dieser Maschine schreit nach Geschwindigkeit. Der schmale, verchromte Tank mit dem berühmten Gold-Star-Emblem, der flache Lenker und die zurückgesetzte Fußrastenanlage (bei der Clubman-Version) definieren den Look eines klassischen Renners. Es gibt keine unnötigen Verzierungen – jedes Teil hat eine Funktion. Dieser puristische Stil beeinflusste die gesamte Cafe-Racer-Bewegung und ist bis heute eine wichtige Inspirationsquelle für Custom-Bikes.
Die "Unit Construction"-Ära der 1960er
Mit der Einführung der A65-Reihe modernisierte BSA sein Design grundlegend. Motor und Getriebe wurden nun in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht ("Unit Construction"), was zu einer kompakteren und saubereren Optik führte. Die Linien wurden flacher und dynamischer. Die Lightning mit ihren markanten Seitendeckeln und der sportlichen Sitzbank traf genau den Zeitgeist der 1960er Jahre. Die Farbpaletten wurden mutiger, mit leuchtenden Rottönen und viel poliertem Aluminium.
Rennsport & Kultur
Die Geschichte von BSA ist untrennbar mit dem Rennsport verbunden. Diese Erfolge waren nicht nur Marketing-Instrumente, sondern trieben die technische Entwicklung voran und prägten die Identität der Marke.
Dominanz auf der Isle of Man
Der Name "Gold Star" geht auf eine Auszeichnung zurück, die Wal Handley 1937 erhielt, als er auf einer BSA eine Runde auf dem Brooklands-Kurs mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 mph (ca. 161 km/h) absolvierte. Dieser Erfolg legte den Grundstein für eine beispiellose Siegesserie. In den 1950er Jahren war die Gold Star das Maß aller Dinge in der Clubmans TT. Bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man waren zeitweise über 90 % der Starter in dieser Klasse auf BSA unterwegs. Diese Dominanz führte dazu, dass die Klasse schließlich eingestellt wurde – es gab schlicht keine Konkurrenz mehr.
Motocross-Weltmeisterschaften
In den 1960er Jahren verlagerte sich der Fokus auch auf das Gelände. Mit der BSA Victor, die auf der B44 basierte, gelang Jeff Smith ein historischer Erfolg: Er gewann 1964 und 1965 die 500-cm³-Motocross-Weltmeisterschaft. Diese Siege bewiesen, dass BSA auch im harten Offroad-Einsatz zur Weltspitze gehörte. Die daraus resultierenden Serienmodelle wie die Victor Special sind heute gesuchte Klassiker für Liebhaber britischer Einzylinder-Enduros.
BSA in der Populärkultur
Auch abseits der Rennstrecken hinterließ BSA Spuren. Der Auftritt der A65 Lightning im James-Bond-Klassiker "Thunderball" (Feuerball) von 1965 ist legendär. Die von der Antagonistin Fiona Volpe gefahrene Maschine war mit Raketenwerfern ausgestattet – ein Bild, das sich in das kollektive Gedächtnis einbrannte und den Coolness-Faktor der Marke massiv steigerte.
In Österreich gibt es eine kleine, aber sehr engagierte Szene. Der BSA Owners Club hat auch hierzulande Mitglieder, die sich regelmäßig zu Ausfahrten und Technik-Plaudereien treffen. Veranstaltungen wie das Oldtimer-Picknick oder regionale Treffen in den Bundesländern sind ideale Gelegenheiten, um diese Maschinen in Aktion zu sehen und mit den Besitzern ins Gespräch zu kommen. Die österreichische Oldtimer-Kultur schätzt die britischen Maschinen für ihren Charakter und ihre mechanische Ehrlichkeit, die einen wohltuenden Kontrast zur modernen, computergesteuerten Motorradwelt bilden.
Fazit
Ein BSA-Motorrad zu kaufen, bedeutet mehr als nur den Erwerb eines Fortbewegungsmittels. Es ist die Entscheidung für ein Stück lebendige Industriegeschichte aus Birmingham. Ob es die unzerstörbare M20 für entschleunigte Touren, die elegante A10 Golden Flash für klassisches Reisen oder die rennerprobte Gold Star für das pure, ungefilterte Fahrerlebnis ist – BSA bietet für jeden Geschmack des klassischen Motorradfahrens das passende Modell.
Für Sammler und Enthusiasten in Österreich ist die Marktsituation günstig. Die Ersatzteilversorgung ist durch spezialisierte Händler gesichert, und die rechtlichen Rahmenbedingungen für historische Fahrzeuge machen den Unterhalt attraktiv. Wer bereit ist, sich auf die Eigenheiten britischer Technik einzulassen – von Whitworth-Schrauben bis hin zur Magnetzündung –, wird mit einem unvergleichlichen Charakter und einer zeitlosen Ästhetik belohnt.
Achten Sie beim Kauf auf Originalität und eine nachvollziehbare Historie, besonders bei den hochpreisigen Modellen wie der Gold Star. Nutzen Sie die Expertise der österreichischen Szene und besuchen Sie Fachmessen wie in Tulln, um ein Gefühl für die Maschinen und die Preise zu bekommen. Eine gut gepflegte BSA ist nicht nur eine Wertanlage, sondern vor allem eine Quelle purer Fahrfreude, die bei jeder Ausfahrt die goldene Ära des britischen Motorradbaus wieder aufleben lässt. Finden Sie jetzt Ihr Traum-Motorrad und werden Sie Teil einer Gemeinschaft, die das Erbe der Birmingham Small Arms Company mit Stolz weiterträgt.



