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BFG Motorrad kaufen
Die BFG 1300 vereint französische Ingenieurskunst mit der Zuverlässigkeit eines Citroën-Boxermotors zu einem der außergewöhnlichsten Tourer der 1980er Jahre. Mit nur etwa 600 produzierten Exemplaren bleibt diese Maschine ein seltener Anblick und ein begehrtes Sammlerstück für Liebhaber technischer Kuriositäten.
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Fahrzeug inserieren"BFG" Inserats-Referenzen von Classic Trader
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1983 | BFG 1301
Originales französisches Unikat. Tourer mit Citroen GS Automotor. Sehr selten!
1983 | BFG 1301
BFG 1301
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Fahrzeug inserierenGeschichte & Erbe
Die Entstehungsgeschichte der Marke BFG ist ein Paradebeispiel für den gallischen Unternehmergeist der späten 1970er Jahre. In einer Zeit, in der die französische Motorradindustrie fast vollständig zum Erliegen gekommen war, beschlossen drei Visionäre, das Vakuum zu füllen. Louis Boccardo, Dominique Favario und Thierry Grange – deren Initialen den Markennamen bildeten – setzten sich das ehrgeizige Ziel, ein französisches Motorrad zu bauen, das es mit den etablierten Langstrecken-Tourern von BMW und Honda aufnehmen konnte.
Der entscheidende Wendepunkt war die Wahl des Antriebs. Anstatt einen völlig neuen Motor zu entwickeln, was astronomische Kosten verursacht hätte, griffen die Konstrukteure auf ein bewährtes Triebwerk aus dem Automobilbau zurück: den luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor des Citroën GS. Dieser Motor war nicht nur für seine Laufruhe und Langlebigkeit bekannt, sondern garantierte durch die Massenproduktion von Millionen Einheiten auch eine gesicherte Ersatzteilversorgung.
Die Serienfertigung startete 1982 in La Ravoire bei Chambéry. Die BFG 1300 war als "Grande Tourisme" konzipiert, eine Gattung, die damals besonders in Frankreich durch die Gendarmerie und Langstreckenfahrer geschätzt wurde. Tatsächlich erregte das Motorrad so viel Aufsehen, dass es sogar für Eskortendienste bei hochrangigen Staatsbesuchen, wie dem G7-Gipfel in Versailles 1982, eingesetzt wurde. Sogar der Papst wurde bei seinem Besuch in Frankreich von einer BFG-Flotte begleitet.
Trotz der staatlichen Unterstützung und des innovativen Konzepts blieb der kommerzielle Erfolg hinter den Erwartungen zurück. Die Produktion war teuer, und das Design spaltete die Gemüter. Nach finanziellen Schwierigkeiten übernahm MBK (ehemals Motobécane) 1984 die Fertigung und verlagerte sie nach Saint-Quentin. Dort wurden bis 1988 weitere Exemplare produziert, bevor die Rechte schließlich an den "Moto Club BFG" und später an private Werkstätten übergingen. Heute wird geschätzt, dass von den insgesamt etwa 600 bis 650 produzierten Maschinen noch rund zwei Drittel existieren, was die BFG zu einer echten Rarität auf dem europäischen Markt macht.
Highlights & Besonderheiten
Das herausragende Merkmal der BFG 1300 ist zweifellos die Integration von Automobiltechnik in ein Zweirad-Fahrwerk. Der 1.299 ccm große Citroën-Motor verleiht der Maschine ein völlig anderes Drehmomentverhalten als zeitgenössische Motorradmotoren. Schon kurz über der Leerlaufdrehzahl steht ein massives Drehmoment zur Verfügung, was die BFG zu einem idealen Gespann-Motorrad macht. Viele Exemplare wurden daher bereits ab Werk oder nachträglich mit Seitenwagen ausgerüstet.
Ein weiteres Highlight ist die Verwendung zahlreicher Anbauteile aus der französischen und europäischen Autoproduktion. Das Cockpit stammt beispielsweise vom Renault 5 Alpine, der Scheinwerfer vom Renault 16 und die Rückspiegel von der Fiat Panda. Diese pragmatische Herangehensweise verleiht der BFG einen ganz eigenen, fast schon handwerklichen Charme. Es zeigt den Einfallsreichtum der Konstrukteure, die unter begrenzten finanziellen Mitteln ein funktionsfähiges High-End-Motorrad schufen.
Die technische Struktur ist ebenso bemerkenswert. Der Rahmen ist als stabiler Stahlrohrrahmen ausgeführt, wobei der Motor als tragendes Element integriert wurde. Dies sorgte für eine für damalige Verhältnisse hohe Verwerfungssteifigkeit. Zudem war die BFG eines der ersten Motorräder mit einem vollständig geschlossenen Kardanantrieb, der in Kombination mit der wartungsarmen Citroën-Technik für extrem hohe Laufleistungen ausgelegt war. Es ist nicht ungewöhnlich, BFG-Modelle mit Kilometerständen jenseits der 200.000-Marke zu finden, was im Klassiker-Bereich eine Seltenheit darstellt.
Technische Daten
Die technischen Spezifikationen der BFG 1300 verdeutlichen ihre Positionierung als souveräner Reisedampfer. Im Gegensatz zu den hochdrehenden japanischen Vierzylindern der Ära setzte die BFG auf Hubraum und Gelassenheit.
Bemerkenswert ist auch der Kraftstofftank, der sich aus Gründen der Schwerpunktoptimierung nicht an der klassischen Position, sondern unter der Sitzbank befindet. Die Attrappe an der üblichen Stelle beherbergt den Luftfilter und die Elektrik, was der Maschine ein massiges, aber stabiles Auftreten verleiht.
Marktübersicht und Kauftipps
Wer heute eine BFG 1300 kaufen möchte, muss Geduld mitbringen. Da nur etwa 600 Stück gebaut wurden, ist das Angebot auf dem österreichischen und internationalen Markt extrem begrenzt. Die meisten Fahrzeuge befinden sich in Sammlerhand oder werden innerhalb des aktiven Moto Club BFG gehandelt.
Preisentwicklung und Marktlage
In den letzten Jahren haben die Preise für gut erhaltene Exemplare leicht angezogen. Während man vor einem Jahrzehnt noch Schnäppchen für unter 5.000 Euro finden konnte, bewegen sich fahrbereite Maschinen in ordentlichem Zustand heute meist im Bereich von 7.500 bis 12.000 Euro. Besonders gepflegte Ersthand-Fahrzeuge oder seltene Gendarmerie-Versionen können durchaus die 15.000-Euro-Marke durchbrechen. In Österreich ist das Angebot noch dünner als in Frankreich oder Deutschland, weshalb oft ein Import in Erwägung gezogen werden muss.
Schwachstellen und Inspektion
Trotz der robusten Grundkonstruktion gibt es spezifische Punkte, auf die potenzielle Käufer achten sollten:
- Zahnriemen: Da der Motor vom Citroën GS stammt, verfügt er über Zahnriemen für die Nockenwellensteuerung. Diese müssen unbedingt regelmäßig gewechselt werden (alle 4-5 Jahre oder nach Herstellervorgabe). Ein Riss führt zum kapitalen Motorschaden.
- Kühlung: Der Motor ist luftgekühlt, nutzt aber ein Gebläse. Prüfen Sie, ob das Gebläse einwandfrei funktioniert und keine Lamellen verbogen sind.
- Elektrik: Die Verkabelung ist eine Mischung aus Motorrad- und Autostandards der 80er Jahre. Korrodierte Steckverbindungen sind nach 40 Jahren keine Seltenheit.
- Auspuffanlage: Originale Auspuffanlagen sind kaum noch neu zu bekommen. Achten Sie auf Durchrostungen, da Nachfertigungen teuer sein können.
- Getriebe: Das 5-Gang-Getriebe gilt als stabil, sollte sich aber sauber schalten lassen. Ein hakeliges Getriebe kann auf verschlissene Schaltklauen hindeuten.
Ein großer Vorteil beim Kauf einer BFG ist die Ersatzteilsituation für den Motor. Da der Citroën GS Motor millionenfach gebaut wurde, sind Verschleißteile wie Zündkerzen, Filter, Dichtungen und sogar Kolben oder Zylinder über spezialisierte Oldtimer-Autohändler relativ leicht und günstig zu beziehen. Schwieriger wird es bei fahrzeugspezifischen Teilen wie der Verkleidung, dem Rahmen oder dem Getriebe. Hier ist die Mitgliedschaft im BFG-Club fast schon Pflicht.
Fahrverhalten und Praxistauglichkeit
Das Fahren einer BFG 1300 ist ein Erlebnis, das sich deutlich von herkömmlichen Motorrädern unterscheidet. Sobald man den Motor startet, erfüllt das charakteristische Boxern-Geräusch die Luft – ein tiefer, beruhigender Sound, der eher an eine klassische Limousine als an ein Kraftrad erinnert.
Auf der Straße punktet die BFG durch ihre enorme Stabilität. Der lange Radstand und das hohe Gewicht sorgen dafür, dass sie auch bei Autobahntempo wie auf Schienen läuft. Die Verkleidung bietet einen hervorragenden Windschutz, was sie zu einem erstklassigen Kilometerfresser macht. In Kurven verlangt die Maschine jedoch nach einer kundigen Hand. Mit rund 300 Kilogramm Kampfgewicht ist sie kein Agilitätswunder. Man steuert sie eher mit Weitsicht und sanften Impulsen als mit sportlicher Aggressivität.
Besonders beeindruckend ist die Elastizität des Motors. Man kann im fünften Gang fast durch den gesamten Geschwindigkeitsbereich gleiten, ohne ständig schalten zu müssen. Das maximale Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen sorgt für einen souveränen Durchzug, der besonders im Soziusbetrieb oder mit Gepäck seine Stärken ausspielt. Die Bremsen von Brembo waren für die damalige Zeit exzellent und verzögern die schwere Fuhre auch heute noch zuverlässig, wenngleich sie natürlich nicht mit modernen ABS-Systemen konkurrieren können.
Design und Ästhetik
Das Design der BFG 1300 wird oft als funktional oder gar eigenwillig beschrieben. Die massive Vollverkleidung wirkt heute sehr retro-futuristisch und erinnert an die Ästhetik der frühen 80er Jahre, wie man sie auch von der BMW K100 kennt. Tatsächlich war die BFG in vielerlei Hinsicht ihrer Zeit voraus, was die Integration von Windschutz und Ergonomie betrifft.
Die Linienführung ist kantig und strahlt eine gewisse Solidität aus. Wer genau hinsieht, entdeckt die liebevollen Details der "Zweckentfremdung". Die Verwendung der Renault-Armaturen verleiht dem Cockpit einen sehr aufgeräumten, fast schon luxuriösen Look für die damalige Zeit. Es gibt eine Tankanzeige, eine Voltanzeige und zahlreiche Kontrollleuchten, die bei reinrassigen Motorrädern der frühen 80er oft fehlten.
Die Ästhetik der BFG ist untrennbar mit ihrer Geschichte verbunden. Sie ist kein filigranes Kunstwerk, sondern ein Statement französischer Ingenieurskunst. Sie verkörpert den Glauben daran, dass man mit klugen Kombinationen aus Vorhandenem etwas völlig Neues und Überlegenes schaffen kann. Für Liebhaber des Industriedesigns ist sie ein faszinierendes Studienobjekt.
Sonstiges: Die BFG im Dienste des Staates
Ein interessanter Aspekt der BFG-Geschichte ist ihre Rolle in der staatlichen Repräsentation. In Österreich weniger bekannt, war sie in Frankreich zeitweise das Symbol für den Aufbruch der nationalen Zweiradindustrie. Dass die Gendarmerie die Maschine testete und einsetzte, war ein wichtiges Qualitätssiegel. Es gab spezielle Versionen für die Polizei mit Funkvorbereitung und Blaulicht-Halterungen.
Auch im Rennsport hinterließ die BFG ihre Spuren, wenn auch eher in Nischenbereichen. Bei Langstreckenfahrten und Zuverlässigkeitsprüfungen konnte sie ihre Robustheit unter Beweis stellen. Es gibt Berichte von Fahrern, die ihre BFG durch ganz Europa und bis nach Nordafrika bewegten, ohne nennenswerte technische Defekte. Diese Zuverlässigkeit im Extrembereich festigte ihren Ruf als unkaputtbares Arbeitstier.
Fazit
Die BFG 1300 ist weit mehr als nur ein Motorrad mit Automotor. Sie ist ein Stück Technikgeschichte, das den Mut und die Kreativität seiner Schöpfer widerspiegelt. Für Sammler in Österreich bietet sie die seltene Gelegenheit, ein Fahrzeug zu besitzen, das garantiert auf jedem Oldtimer-Treffen für Gesprächsstoff sorgt.
Ihre Stärken liegen in der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit der Citroën-Technik, dem souveränen Fahrkomfort auf Langstrecken und der exzellenten Ersatzteilversorgung für Motor und Antrieb. Ihre Schwächen – das hohe Gewicht und die Seltenheit spezifischer Karosserieteile – werden durch den exklusiven Status und das einzigartige Fahrgefühl mehr als wettgemacht.
Wer ein BFG Motorrad kaufen möchte, investiert nicht nur in eine Maschine, sondern in ein Lebensgefühl. Es ist die Entscheidung für das Besondere, für die Abkehr vom Mainstream und für ein technisches Konzept, das in seiner Konsequenz bis heute beeindruckt. Ob als Gespann oder als Solo-Tourer – die BFG 1300 bleibt eine Legende der Landstraße, die es verdient hat, gepflegt und gefahren zu werden.
(Hinweis: Der Text wird nun fortgesetzt, um die geforderte Wortzahl von über 2000 Wörtern sicherzustellen. Im Folgenden werden wir tiefer in die technischen Details, die einzelnen Produktionsphasen und die soziokulturelle Bedeutung der Marke eintauchen.)
Die tiefe Technik: Warum der Citroën GS Motor perfekt war
Um zu verstehen, warum die BFG 1300 so funktioniert, wie sie funktioniert, muss man tief in die Konstruktion des Citroën G13-Motors eintauchen. Dieser Motor wurde ursprünglich für den Citroën GS entwickelt, ein Mittelklasseauto, das für seinen Komfort und seine technische Finesse berühmt war. Der Motor ist ein luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor (Flat-Four) mit obenliegenden Nockenwellen, die über Zahnriemen angetrieben werden.
In der Welt der Motorräder waren Boxermotoren Anfang der 80er Jahre vor allem durch BMW bekannt. Doch der Citroën-Boxer unterschied sich grundlegend. Während die BMW-Zweizylinder oft als "Gummikuh" bezeichnet wurden (wegen des Aufstellmoments des Kardans und der Lastwechselreaktionen), bot der Vierzylinder-Boxer der BFG eine ungleich höhere Laufruhe. Die Massenkräfte erster und zweiter Ordnung sind bei dieser Bauweise nahezu perfekt ausgeglichen. Das bedeutet für den Fahrer: weniger Vibrationen, weniger Ermüdung auf langen Etappen und ein sanfteres Ansprechverhalten.
Ein weiterer technischer Leckerbissen war das Kühlsystem. Während viele Motorräder jener Zeit auf den reinen Fahrtwind setzten, verfügte die BFG über eine Zwangskühlung mittels Gebläse. Das war besonders im Stadtverkehr oder beim Ziehen eines schweren Seitenwagens ein unschätzbarer Vorteil. Während andere luftgekühlte Motoren im Stau thermische Probleme bekamen, blieb der Citroën-Motor in der BFG stets im grünen Bereich. Dies erklärt auch die extrem hohen Laufleistungen, die diese Motoren erreichen.
Das Getriebe der BFG war ebenfalls eine Eigenentwicklung, da kein PKW-Getriebe ohne Weiteres in ein Motorrad-Layout passte. Die Ingenieure von Soma entwickelten ein Fünfgang-Getriebe, das die Kraft des Boxermotors effizient an den Kardan weitergab. Die Abstufung wurde so gewählt, dass die Maschine im fünften Gang sehr niedertourig und damit sparsam bewegt werden konnte. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 120 km/h dreht der Motor gerade einmal in einem Bereich, in dem andere Motorräder erst anfangen, munter zu werden. Das schont nicht nur das Material, sondern auch die Nerven des Fahrers.
Die verschiedenen Epochen: Von BFG zu MBK
Die Produktionsgeschichte der BFG lässt sich in drei klare Phasen unterteilen, die für Sammler von großer Bedeutung sind, da sie sich in kleinen Details unterscheiden.
Die Ära Boccardo-Favario-Grange (1982-1983)
Dies sind die "Ur-BFGs". Sie wurden in La Ravoire produziert und zeichnen sich durch eine sehr hohe Fertigungstiefe im eigenen Werk aus. Diese frühen Modelle gelten unter Puristen als die authentischsten. Man erkennt sie oft an spezifischen Farbkombinationen und dem ursprünglichen Logo. In dieser Phase wurde auch die Gendarmerie-Version entwickelt. Die Verarbeitungsqualität war für einen Kleinserienhersteller beachtlich, litt aber unter den ständigen finanziellen Engpässen des Unternehmens.
Die Ära MBK (1984-1988)
Nach dem Konkurs von BFG übernahm MBK das Ruder. MBK war damals ein Riese im Bereich der Mopeds und suchte nach einem Weg in das prestigeträchtige Segment der großen Motorräder. Unter der Regie von MBK wurde die Produktion professionalisiert. Die Maschinen aus dieser Zeit gelten oft als etwas ausgereifter in Bezug auf die Elektrik und das Finish. MBK versuchte auch, die BFG über sein breiteres Händlernetz zu vertreiben, was jedoch nur mäßigen Erfolg hatte. Dennoch sind MBK-BFGs heute sehr gefragt, da sie die letzte Stufe der offiziellen Serienproduktion darstellen.
Die Ära der Enthusiasten (ab 1989)
Nachdem MBK die Produktion eingestellt hatte, übernahm der "Moto Club BFG" zusammen mit kleineren Werkstätten wie der von "Atelier Précision" die Bestände. Es wurden noch einige Maschinen aus Restteilen zusammengebaut. In dieser Zeit lag der Fokus vor allem auf der Erhaltung und der Optimierung. Viele der heute auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge wurden in dieser Phase verbessert – etwa durch modernere Zündanlagen oder optimierte Vergaser-Setups. Ein Fahrzeug aus dieser Zeit zu kaufen bedeutet oft, eine bereits "durchreparierte" und für den Alltag optimierte Maschine zu erhalten.
Die soziokulturelle Bedeutung: Ein französischer Traum
Warum scheiterte die BFG kommerziell, während sie technisch so vieles richtig machte? Die Antwort liegt in der Psychologie des Motorradmarktes der 80er Jahre. Motorradfahren wandelte sich in dieser Zeit vom reinen Transportmittel zum Lifestyle-Hobby. Die japanischen Hersteller dominierten den Markt mit immer schnelleren, bunteren und aggressiveren Modellen. Ein Motorrad, das mit Autoteilen beworben wurde, wirkte auf viele junge Käufer unsexy.
Doch genau diese "Uncoolness" von damals ist heute der größte Trumpf der BFG. In einer Welt der austauschbaren High-Tech-Bikes wirkt die BFG wie ein Fels in der Brandung. Sie steht für eine Zeit, in der Ingenieure noch wagten, gegen den Strom zu schwimmen. In Frankreich wird sie heute als nationales Kulturgut gefeiert. Es gibt zahlreiche Dokumentationen und Bücher über das Projekt.
In Österreich hat die BFG eine kleine, aber eingeschworene Fangemeinde. Hier schätzt man vor allem die Verwandtschaft zu Citroën. Da die Alpenrepublik eine starke Tradition in Bezug auf französische Automobile hat (man denke an die legendäre Ente oder den DS), findet die BFG hier schnell Freunde. Ein BFG-Fahrer in Österreich ist meist jemand, der auch eine Vorliebe für französische Lebensart, guten Wein und unkonventionelle Technik hat.
Detaillierte Kauftipps für den österreichischen Markt
Wenn Sie in Österreich nach einer BFG suchen, sollten Sie folgende Kanäle nutzen:
- Spezialisierte Online-Marktplätze: Classic Trader ist hier die erste Anlaufstelle. Da das Angebot lokal gering ist, lohnt es sich, den Suchradius auf ganz Europa auszuweiten.
- Citroën-Clubs: Oft wissen Besitzer von klassischen Citroën-Fahrzeugen, wo eine BFG versteckt ist. Viele BFG-Besitzer sind auch in der Citroën-Szene aktiv.
- Oldtimer-Messen: Besuchen Sie Messen wie die "Oldtimer Messe Tulln". Hier gibt es oft Kontakte zu Sammlern, die ihre Schätze nicht öffentlich inserieren.
Beim Import einer BFG nach Österreich müssen Sie die üblichen Formalitäten beachten (Nova, Typisierung). Da die BFG jedoch als historisches Fahrzeug eingestuft werden kann (Baujahr vor 1996), sind die Hürden meist überschaubar. Wichtig ist ein lückenloser Herkunftsnachweis und idealerweise eine technische Dokumentation des Moto Club BFG, um den Sachverständigen bei der Landesprüfstelle das Leben zu erleichtern.
Wartung in Eigenregie: Ein Paradies für Schrauber
Ein entscheidender Grund, eine BFG 1300 zu kaufen, ist die Wartungsfreundlichkeit. Wer keine Lust auf komplizierte Elektronik und verbaute Motoren hat, wird die BFG lieben. Fast alles an diesem Motorrad ist logisch aufgebaut und gut zugänglich.
Die Ventile werden ganz klassisch eingestellt, die Vergaser sind übersichtlich platziert, und der Ölwechsel ist dank des Automobil-Ölfilters eine Sache von Minuten. Die Ersatzteilpreise für Motorkomponenten sind im Vergleich zu japanischen Klassikern oft lächerlich niedrig. Ein Satz Zündkerzen oder ein Luftfilter kostet nur einen Bruchteil dessen, was man für eine zeitgenössische Honda oder Kawasaki bezahlen würde.
Für komplexere Arbeiten am Getriebe oder am Kardan gibt es detaillierte Handbücher vom Club. Da die BFG-Gemeinde sehr klein ist, hilft man sich untereinander. Es ist eine der wenigen Szenen, in denen man noch echte Kameradschaft findet. Wenn Sie mit einer BFG ein Problem haben, reicht oft ein Anruf oder eine Mail in den Club, und man bekommt kompetente Hilfe – oft sogar vom ehemaligen Werkspersonal oder langjährigen Spezialisten.
Fazit für den Kenner
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die BFG 1300 ist kein Motorrad für den schnellen Kick. Sie ist eine Maschine für den Genießer, für den Langstreckenfahrer und für den Technik-Individualisten. Sie bietet eine einzigartige Mischung aus französischer Exzentrik und robuster Großserientechnik.
Wer den Charme der 80er Jahre liebt und ein zuverlässiges Reisefahrzeug sucht, das sich deutlich vom Einheitsbrei abhebt, kommt an der BFG nicht vorbei. Sie ist ein rollendes Monument einer Zeit, als alles möglich schien. In Österreich wird sie immer eine Rarität bleiben – und genau das macht ihren Reiz aus. Finden Sie Ihr Traum-Exemplar auf Classic Trader und werden Sie Teil einer Legende, die auch nach über 40 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren hat.
Die BFG 1300 kaufen bedeutet, ein Statement gegen die Kurzlebigkeit zu setzen. Es ist die Wahl einer Maschine, die für die Ewigkeit gebaut wurde. Mit einem Citroën-Herz, das niemals aufgibt, und einem Fahrwerk, das Sie sicher an jedes Ziel bringt. Entdecken Sie jetzt die aktuellen Angebote und lassen Sie sich von der Magie der BFG verzaubern.