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Pilgrim Oldtimer kaufen
Pilgrim verbindet britische Kit-Car-Tradition mit offenen Sportwagen, deren Qualität am einzelnen Aufbau abzulesen ist. Vom Vorkriegs-Tourer Bulldog bis zum Sumo mit V8 zählen dokumentierte Technik, solide Verarbeitung und eine in Österreich nutzbare Zulassung mehr als das Baujahr auf dem Typenschein.
Suchergebnisse

1981 | Pilgrim Sumo
AC Cobra Pilgrim replica 2.9 v6
"Pilgrim" Inserats-Referenzen von Classic Trader
Im Folgenden finden Sie Inserate zu Ihrer Suche, die nicht mehr auf Classic Trader verfügbar sind. Für eine bessere Kaufentscheidung können Sie sich mit Hilfe dieser Informationen ein besseres Bild über Verfügbarkeit, Wertentwicklung und aktuellen Preis eines "Pilgrim" machen.

1975 | Pilgrim Bulldog
Morris Marina cabriolet | 1975 | Route 66 Auctions - For sale by auction. Estimate 10500 EUR

1971 | Pilgrim Sumo
Traumschöne Cobra

1990 | Pilgrim Sumo
Pilgrim Sumo | 1990 | Route 66 Auctions - For sale by auction. Estimate 20500 EUR

1991 | Pilgrim Sumo
Overig Pilgrim Sumo | Body-off gerestaureerd | Hard top |

1997 | Pilgrim Sumo
1997 AC Cobra by Pilgrim *WITHDRAWN*

1991 | Pilgrim Sumo
Pilgrim Sumo Roadster | 1991 - For sale by auction. Estimate 89950 EUR

1991 | Pilgrim Sumo
Overig Pilgrim Sumo | Body-off gerestaureerd | Hard top |

1971 | Pilgrim Sumo
Desirable Recreation of the Stuttgart Legend

1989 | Pilgrim Bulldog
Pilgrim - Bulldog - 1989

1990 | Pilgrim Sumo

2011 | Pilgrim Sumo
5L V8 Track-Day-Focussed Legend – RHD!

1978 | Pilgrim Sumo
Pilgrim Sumo II Shelby Cobra 427

1977 | Pilgrim Sumo
A Very Tempting Replica!
Britische Wurzeln, viele eigene Wege
Ein Pilgrim ist kein klassischer Serienwagen, bei dem jede Fahrgestellnummer dieselbe Geschichte erzählt. Die Marke entstand 1985 in Small Dole bei Henfield in West Sussex: Den Tanner und Bill Harling gründeten Pilgrim Cars in einer Zeit, in der die britische Specials- und Kit-Car-Szene längst eine feste Größe war. Tanners Arbeit am späteren Bulldog reicht sogar bis etwa 1980 zurück. Das Grundprinzip war überzeugend einfach: Eine eigenständige Karosserie und ein passender Rahmen sollten bewährte Großserientechnik in ein Auto mit historischem Charakter verwandeln.
Diese Idee war in Großbritannien keineswegs ein Notbehelf. Seit den Nachkriegsjahrzehnten gehörten Bausätze, Clubfahrzeuge und individuelle Sportwagen zur dortigen Automobilkultur. Wer Werkzeug, Zeit und einen geeigneten Spender besaß, konnte ein Fahrzeug schaffen, das in Form, Motorisierung und Detailausführung persönlichen Vorstellungen folgte. Pilgrim lieferte je nach Modell Bausätze, Komponenten und auch fertig aufgebaute Fahrzeuge. Deshalb sind zwei Pilgrim gleichen Typs oft deutlich unterschiedlicher als zwei zeitgleich gebaute Serienautos.
Zum frühen Programm zählten der Bulldog, der Hawthorn, Family Tourer, Haldane, Jeepster und Martini. Der Bulldog nimmt die stattliche Silhouette britischer Tourer der 1930er und 1940er Jahre auf: freistehende Kotflügel, aufrechter Kühlergrill und eine offene Karosserie für gemütliche Ausfahrten. Der Hawthorn ist die leichtere, sportlichere Roadster-Idee. Später ergänzten der Porsche-356-inspirierte Speedster und der Minotaur die Palette. Diese Vielfalt macht die Marke für Sammler interessant. Pilgrim war nie bloß ein Anbieter einer einzigen Cobra-Interpretation, sondern bediente verschiedene historische Bilder mit zeitgenössisch verfügbaren Aggregaten und Fahrwerksteilen.
Das bekannteste Modell wurde dennoch der Sumo. Laut zeitgenössischer Konstruktionsunterlage erschien er 1987. Seine lange Motorhaube, das weit nach hinten gerückte Cockpit, die breiten Kotflügel und das kurze Heck zitieren die Proportionen der AC/Shelby Cobra 427, ohne aus einem Pilgrim eine originale Cobra zu machen. Frühe Sumos nutzten Cortina-Komponenten. Mit dem Mk II wurde das Chassis verstärkt; zugleich entstanden Ausführungen für Ford-Granada-Technik. Ab 1990 gab es eine auf den Rover-V8 ausgerichtete Variante. Der spätere Mk III entwickelte Rahmen und Fahrwerk weiter und blieb auch nach Eigentümerwechseln, Insolvenz im Jahr 2008 und Tanners Rückkehr im Umfeld von Pilgrim Motorsports präsent.
Bei Stückzahlen ist Zurückhaltung angebracht. Eine ältere Pilgrim-Unterlage nennt ungefähr 3.500 Sumos zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung, während der UK Cobra Replica Club von mehr als 12.000 gebauten Exemplaren ausgeht. Solche Zahlen zeigen die Verbreitung des Konzepts, ersetzen aber keine Fahrzeugakte. Ein sauber in den 1990er Jahren fertiggestellter Sumo mit nachvollziehbarem Spender und ein später aus unterschiedlichen Komponenten aufgebautes Auto tragen vielleicht denselben Modellnamen, sind aber wirtschaftlich und technisch keine gleichartigen Kaufobjekte.
Charakter einer Manufakturmarke
Die Stärke von Pilgrim liegt in der Verbindung aus vertrauter Technik und individueller Ausführung. Unter einem Bulldog, Hawthorn oder Sumo können Motoren, Getriebe und Achsen stecken, die Spezialisten aus Ford-, Rover- oder GM-Programmen kennen. Darüber sitzt jedoch eine handlaminierte GFK-Karosserie auf einer Konstruktion, deren Qualität in erheblichem Maß der Erbauer bestimmte. Das macht die Auswahl anspruchsvoller als bei einem Großserienklassiker, eröffnet aber auch ungewöhnlich viele Möglichkeiten.
Beim Sumo ist der Mk III kein beliebiger Aufbau auf einem fremden Chassis. Die Konstruktion kombiniert einen Stahlrahmen auf Bodenniveau, einen kräftigen Mitteltunnel, Stahlböden, Schotten und zusätzliche Streben. Sie verbindet damit Elemente von Leiterrahmen, Raumrahmen und tragender Wanne; die GFK-Außenhaut selbst ist nicht tragend. Diese Trennung ist praktisch, weil kleinere GFK-Schäden reparierbar sind. Zugleich darf eine glänzende Oberfläche nie vom Blick auf die verdeckte Struktur ablenken. Korrosion an Rahmenrohren, Bohrungen, Bodenblechen oder nachträglichen Schweißstellen kann den guten Eindruck rasch entwerten.
Viele Käufer schätzen die Motorwahl. Ein Ford-Reihenvierzylinder kann einen leichten, überschaubaren Roadster ergeben. Ein Cologne-V6 bietet mehr Drehmoment und einen passenden Charakter für längere Ausfahrten. Rover-V8, Ford Windsor oder Chevrolet Small Block verwandeln den Sumo dagegen in ein ausgesprochen kräftiges Fahrzeug. Die stärkste Lösung ist nicht automatisch die beste: Kühlung, Bremsanlage, Getriebe, Differential, Reifen und Fahrwerk müssen zur Leistung passen. Ein stimmig abgestimmter V6 mit revidierter Technik kann im Alltag überzeugender sein als ein schlecht eingebauter V8.
Ebenso wichtig ist die Teileverfügbarkeit. Sierra-, Granada- und Rover-Komponenten lassen sich im Vereinigten Königreich und bei europäischen Spezialisten meist besser zuordnen als seltene Teile einer exklusiven Kleinserie. Daraus folgt keine pauschale Entwarnung. Bei vielen Autos stammen Bremssättel, Lenkung, Achsträger, Kabelbaum und Pedalbox aus unterschiedlichen Baujahren oder wurden im Lauf der Jahre verändert. Ohne Rechnungen, Teilelisten und sachkundige Begutachtung ist „Ford-Basis“ nur eine Behauptung im Inserat.
Pilgrim spricht daher Käufer an, die nicht nach musealer Gleichförmigkeit suchen. Originalität bedeutet hier vor allem, dass Bauphase, Identität, Ausführung und spätere Änderungen plausibel zusammenpassen. Ein zeitgenössischer, sauber ausgeführter Umbau kann wertvoller sein als eine scheinbar originale, aber schlecht dokumentierte Bastellösung. Wer ein Auto mit eigener Handschrift schätzt und die Akte ebenso ernst nimmt wie Lack und Motor, findet bei Pilgrim einen besonderen Zugang zum britischen Sportwagenbau.
Technik: Daten immer dem konkreten Auto zuordnen
Die Tabelle beschreibt Möglichkeiten, keine verbindliche Werksnorm. Gerade beim Sumo nennt die Unterlage Ford-Motoren von 1,3 bis 2,9 Litern als Spenderoption; für V8-Einbauten waren eigene Motorlager, Querträger und eine passende Kühllösung nötig. Leistung, Leergewicht, Achsübersetzung und Höchstgeschwindigkeit lassen sich daher nicht seriös aus dem Modellnamen ableiten. Auch ein Fertigstellungsjahr sagt nicht zwingend, wann Spenderkarosserie, Motor oder Getriebe entstanden sind.
Bei einer Besichtigung sollte die technische Beschreibung im Angebot Zeile für Zeile überprüfbar sein. Motorcode und Motornummer, Hubraum, Vergaser- oder Einspritzanlage, Getriebebezeichnung, Achse, Bremskomponenten und Reifendimensionen gehören in die Unterlagen. Besonders bei leistungsstarken Fahrzeugen sind Nachweise über die Bremsanlage, eine fachgerechte Kraftstoffversorgung und die Kühlerauslegung wichtiger als plakative Angaben wie „Cobra V8“. Ein guter Verkäufer kann erklären, was verbaut wurde, warum es gewählt wurde und welche Arbeiten seit dem Aufbau erledigt wurden.
Marktübersicht und Kauftipps
Für einen Pilgrim Oldtimer in Österreich lohnt der Blick über die Landesgrenzen fast immer. Das Angebot ist klein und international; viele interessante Fahrzeuge stehen im Vereinigten Königreich, in den Niederlanden oder in Deutschland. Die Marktwerte streuen stark, weil Bauqualität, Motorisierung, Zulassungsstatus und Wartungszustand wichtiger sind als ein einheitlicher Modelljahrgang. Tatsächliche Verkäufe verdeutlichen das: Hagerty verzeichnete einen Sumo des Baujahrs 2011 am 7. Februar 2024 mit 35.571 US-Dollar und einen 1995er am 18. Juli 2025 mit 26.862 US-Dollar. Collecting Cars erzielte am 7. August 2025 für einen 1993er Mk II mit Rover 3.5 V8 16.080 Pfund. Ein Sumo 3 von 2021 mit 210-PS-Cosworth-V6 brachte bei Iconic Auctioneers im November 2025 18.000 Pfund; Pilgrim V8 dokumentierte 2025 einen 2022er Mk III 3.5 V8 mit 35.950 Pfund als verkauft.
Diese Ergebnisse sind keine Preisliste und schon gar nicht ohne Umrechnung auf ein österreichisches Importfahrzeug übertragbar. Sie zeigen jedoch, wie groß der Abstand zwischen einem brauchbaren, älteren Selbstbau und einem jungen, professionell dokumentierten V8 sein kann. Hinzu kommen Transport, Besichtigung, Überstellung, Anpassungen und die österreichische Zulassung. Bei einem Wagen aus einem EU-Staat ist die Ausgangslage meist einfacher als beim Import aus Großbritannien; bei einem britischen Auto sollten Käufer Zoll-, Steuer- und Einfuhrformalitäten vor der Anzahlung individuell abklären. Der niedrige Kaufpreis eines Rechtslenkers kann durch diese Positionen, durch Umbauten für die Genehmigung und durch einen später eingeschränkten Käuferkreis rasch relativiert werden.
In Österreich gehört die Zulassungsakte vor den Kaufvertrag. Verlangen Sie das vorhandene ausländische Zulassungsdokument, die Fahrgestellnummer, den Nachweis über SVA oder IVA bei britischen Fahrzeugen, Kit-Rechnungen, Rechnungen der wesentlichen Spenderteile und möglichst Bilder aus der Bauphase. Entscheidend ist, ob die Identität des Fahrzeugs lückenlos erläutert wird: Wann wurde das Kit geliefert, wann fertiggestellt, welcher Spender wurde verwendet und welche Veränderungen kamen später hinzu? Eine V5C ist wertvoll, aber keine automatische österreichische Genehmigung.
Vor der erstmaligen Zulassung beziehungsweise bei einem importierten Einzelstück sollte ein österreichischer Sachverständiger oder die zuständige Genehmigungsstelle frühzeitig eingebunden werden. Beleuchtung, Abgas- und Geräuschverhalten, Bremsen, Räder, Gurte, Spiegel, Kanten sowie die Kennzeichnung von Motor und Fahrzeug können bei einem individuell gebauten Wagen entscheidend sein. Auch wenn ein Auto bereits österreichische Papiere trägt, sollten Änderungen seit der letzten Genehmigung offen gelegt werden. Eine Bestätigung in der Verkaufsanzeige ersetzt keine Akteneinsicht.
Das gilt ebenso für die §57a-Begutachtung, umgangssprachlich Pickerl. Sie ist keine Bauqualitäts- oder Herkunftsgarantie, aber ein praktischer Hinweis darauf, ob das Fahrzeug in seinem dokumentierten Zustand regelmäßig auf österreichischen Straßen bewegt werden kann. Fragen Sie nach den letzten Prüfberichten und lesen Sie allfällige Mängel genau. Wiederkehrende Hinweise zu Bremsen, Lenkung, Reifen, Beleuchtung oder Korrosion sind bei einem Kit Car nicht als Nebensache abzutun. Für die erste Heimfahrt sollte zudem klar sein, welche Zulassung, Versicherung und Überstellungsform rechtlich möglich sind.
Bei der Karosserie beginnt die Prüfung unter dem Fahrzeug. Verzinkte Rahmen sind positiv, doch Zink schützt nicht zwingend Schnittkanten, nachträgliche Bohrungen, schlecht ausgeführte Schweißarbeiten oder Bereiche, in denen Feuchtigkeit zwischen Bodenblech und Beschichtung steht. Untersuchen Sie Querträger, Motorlager, Gurt- und Sitzbefestigungen, Aufnahmen der Vorderachse, Kofferraumkante und alle Übergänge von Stahl zu GFK. Klopfen oder drücken Sie nicht nur auf die sichtbaren Flächen: Risse um Scharniere, Kotflügelkanten, Überrollbügel und Auspuffdurchführungen können auf Bewegung im Unterbau hinweisen. Ungleiche Spaltmaße, dicke Spachtelstellen oder matte Zonen im Laminat verdienen eine Erklärung.
Die Mechanik braucht denselben kritischen Blick. Das Lenkrad soll ohne merkliches Spiel reagieren, die Lenkung nach Kurven sauber zurückstellen und der Wagen beim Bremsen nicht ziehen. Prüfen Sie Bremsleitungen, Schläuche, Befestigungen und den Zustand der Reifen einschließlich DOT-Datum; breite Reifen mit altem Gummi machen auch einen starken Roadster unsicher. Beim Fahrversuch sind Klappern an Achsaufnahmen, seitliches Versetzen am Heck, Vibrationen unter Last und ein schwammiges Pedal ernst zu nehmen. Eine Achsvermessung und eine Kontrolle auf der Hebebühne durch eine Werkstatt mit Erfahrung bei Sonderfahrzeugen sind gut investiertes Geld.
Beim Motor zählen die üblichen Klassikerpunkte plus die Besonderheiten eines engen GFK-Motorraums. Kühlung unter Last, Lüftersteuerung, Temperaturverhalten im Stadtverkehr, Ölverlust, Krümmerfreiheit und Hitzeschutz müssen überzeugen. Achten Sie auf sicher verlegte Kraftstoffleitungen, abgesicherte Elektrik, fachgerecht befestigte Batterie und nachvollziehbare Sicherungskreise. Seitliche Auspuffanlagen sehen charakteristisch aus, können aber sehr heiß sein und müssen sauber montiert sein. Eine Motorrevision ohne Rechnung ist keine Revision; ein V8 ohne Angabe von Hubraum, Herkunft, Vergaser oder Einspritzung und Anpassungen ist kein Qualitätsmerkmal.
Für österreichische Käufer ist der beste Pilgrim selten der mit dem größten Motor oder dem auffälligsten Lack. Er ist der Wagen mit stimmiger Bauausführung, klarer Identität und belastbaren Papieren. Planen Sie Budget für einen unabhängigen Check, Transport und mögliche Nacharbeiten ein. Ersatzteile für die jeweiligen Spenderkomponenten sind oft über europäische Spezialisten verfügbar; spezifische GFK-Teile, Rahmenkomponenten und genaue Bauinformationen können dagegen Geduld und Kontakte in der britischen Szene verlangen.
Offen fahren, direkt erleben
Ein Pilgrim macht seine Konstruktion nicht vergessen. Im Sumo sitzt der Fahrer tief, sieht über die lange Haube und spürt Wind, Ansauggeräusch und Antrieb unmittelbarer als in einem modernen Sportwagen. Ein gut abgestimmter Vierzylinder lässt den offenen Wagen leichtfüßig wirken. Der Ford-V6 bringt mehr Druck aus niedrigen Drehzahlen; der Rover-V8 ergänzt die Erfahrung um seinen markanten, sonoren Charakter. Mit einem kräftigen Small Block wird der Sumo zu einem Auto, das eine ruhige rechte Hand verlangt: viel Drehmoment, Hinterradantrieb und ein kurzer Aufbau verzeihen hektische Gasbefehle nicht großzügig.
Auf österreichischen Landstraßen entscheidet die Qualität des Aufbaus über Freude oder Ermüdung. Ein sauber abgestimmtes Fahrwerk lenkt präzise ein, bleibt beim Bremsen stabil und vermittelt auch auf wechselndem Asphalt Vertrauen. Ein schlecht gebautes Fahrzeug kann dagegen an Spurrillen ziehen, über Bodenwellen nachschwingen oder durch unklare Lenkreaktionen anstrengend werden. Daher ist eine lange Probefahrt wertvoller als eine kurze Runde um den Verkaufsort. Fahren Sie Stadtverkehr, eine schnelle Bundesstraße und, wenn möglich, kurvige Strecken mit Unebenheiten. Beobachten Sie Temperatur, Bremsdruck, Kupplung, Schaltbarkeit und die Geräusche des Rahmens.
Bulldog und Hawthorn setzen andere Akzente. Bei ihnen steht nicht die Beschleunigung eines großvolumigen V8 im Mittelpunkt, sondern die offene, bewusst handwerkliche Fahrt. Der Bulldog passt zu entspannten Ausfahrten und seinem Vorkriegsauftritt; der Hawthorn vermittelt eher die leichte britische Roadster-Tradition. Gemeinsam ist allen Pilgrim, dass sie eher Beteiligung als Komfortautomatik anbieten. Wer diese Direktheit sucht, wird den Wagen nicht an den Maßstäben eines modernen Cabriolets messen.
Formen zwischen Erinnerung und Eigenständigkeit
Pilgrims Designphilosophie war keine sterile Kopie, sondern die Neuinterpretation bekannter Fahrzeugtypen. Der Bulldog greift die präsente Form eines Vorkriegstourers auf, der Hawthorn die knappe britische Sportwagenlinie und der Speedster die runden Proportionen des Porsche 356. Beim Sumo verbinden sich amerikanische Kraftwagen-Geste und britischer Kit-Car-Pragmatismus: ausgestellte Kotflügel, breite Räder, niedrige Frontscheibe, sichtbare Überrolllösung und die dramatische Seitenlinie bestimmen seinen Auftritt.
Gerade weil die Ausführung individuell ist, trennt sich gutes Design schnell von bloßer Effektarbeit. Passende Rad-Reifen-Kombinationen, ein sauber integrierter Überrollbügel, hitzegeschützte Auspuffführung und ein übersichtliches Cockpit wirken überzeugender als überdimensionierte Felgen oder ungesicherte Zusatzinstrumente. Beim Kauf lohnt der Blick hinter Teppiche und Verkleidungen. Dort zeigt sich, ob die sichtbare Gestaltung von ordentlicher Handwerksarbeit getragen wird.
Fazit
Einen Pilgrim Oldtimer kaufen heißt, ein individuelles britisches Sportwagenprojekt mit echter Szene-Geschichte zu wählen. Bulldog, Hawthorn, Speedster, Minotaur und Sumo zeigen unterschiedliche Seiten der Marke; kein einzelnes Modell ersetzt die Vielfalt der gesamten Pilgrim-Palette. Für Österreich sind eine nachvollziehbare Importkette, Genehmigungsunterlagen und die §57a-taugliche Ausführung ebenso wichtig wie Motor und Karosserie. Finden Sie passende Pilgrim-Angebote, prüfen Sie Akte und Struktur gründlich und kaufen Sie den überzeugendsten Aufbau statt bloß der höchsten Leistungsangabe.
