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Kimera Oldtimer kaufen

Kimera überträgt die scharfen Proportionen italienischer Rallyeautos in handgebaute Kleinserien mit moderner Technik. Finden Sie EVO37, EVO38 und K39 und prüfen Sie bei jedem Exemplar Spezifikation, Zulassung und österreichische Abgaben vor dem Kauf.

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Abgelaufenes Inserat
Bild 1/13 von Kimera Evo 037 (1976)

1976 | Kimera Evo 037

Kimera Evo 037

€ 1.123.355vor 5 Monaten
CH flag
Privat

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Kimera ist keine historische Marke im üblichen Sinn, sondern ein italienischer Kleinserienhersteller für sehr moderne, sammelwürdige Sportwagen. Seine Modelle zitieren die Welt des Lancia Rally 037, des Delta S4 und der Gruppe 5, sind aber eigenständige Neufahrzeuge. Wer in Österreich einen Kimera Oldtimer kaufen möchte, kauft daher nicht automatisch ein historisch begünstigtes Fahrzeug, sondern ein hochpreisiges Einzel- oder Kleinserienauto. Gerade das macht den Reiz aus: mechanische Schaltung, sehr geringes Gewicht, sichtbare Handarbeit und eine auffällige, rallyenahe Formensprache treffen auf aktuelle Elektronik, Carbon und eine Zulassungsfrage, die vor der Anzahlung beantwortet sein muss.

Geschichte und Einordnung

Kimera Automobili wurde in Cuneo im Piemont von Luca Betti aufgebaut. Ausgangspunkt war nicht die Idee, alte Lancia zu restaurieren, sondern die Frage, wie ein Rallye-Sportwagen der frühen Achtziger mit heutigen Werkstoffen und Entwicklungswerkzeugen aussehen könnte. Der historische Bezug ist klar: Der Lancia Rally 037 war ein heckgetriebenes Gruppe-B-Coupé mit Mittelmotor, Gitterrohrstruktur und Kunststoffhaut. 1983 gewann er die Marken-Weltmeisterschaft – als letzter heckgetriebener Wagen dieser Disziplin. Später zeigte der Delta S4, wie wirkungsvoll die Kombination aus Kompressor und Turbolader sein konnte.

Der 2021 vorgestellte EVO37 übersetzt diese Ideen in ein neues Fahrzeug. Er ist weder ein Lancia 037 mit späterem Umbau noch eine Fortsetzung einer Lancia-Fahrgestellnummer. Entscheidend für Käufer sind deshalb Kimera-VIN, Herstellerrechnung, konkrete Build-Spezifikation und die zum Fahrzeug gehörenden europäischen Genehmigungsunterlagen. Die oftmals verwendete Bezeichnung Restomod beschreibt den Stil, ist rechtlich aber keine Fahrzeugklasse und ersetzt weder Typgenehmigung noch Einzelgenehmigung.

Bei Kimera ist die Chronologie zugleich eine Marktübersicht: Der EVO37 ist die erste und am klarsten etablierte Serie; 37 Stück waren vorgesehen und die Serie wurde als ausverkauft kommuniziert. Der 2024 präsentierte EVO38 führt das Thema mit Allradantrieb und 38 Einheiten fort. Der im Mai 2026 enthüllte K39 ist dagegen ein komplett neues Hypercar-Projekt. Er übernimmt einzelne Kimera-Motive, aber nicht die technische Basis des EVO37. Diese Trennung ist für Inserate wesentlich: Ein EVO37 ist ein bereits am Markt vorkommender Sammlerwagen, ein EVO38 kann je nach Baufortschritt ein ausgeliefertes Fahrzeug oder noch ein Werksauftrag sein; beim K39 muss der Vertrags- und Produktionsstatus erst recht geprüft werden.

Für österreichische Interessenten ist Italien praktisch nah, aber kaufmännisch nicht „wie eine Fahrt über den Brenner“. Ein in Italien zugelassenes Fahrzeug braucht für die österreichische Zulassung eine nachvollziehbare Genehmigungsbasis. Ebenso können NoVA, Umsatzsteuerstatus, Transport und Versicherung eine hohe sechsstellige Kaufentscheidung merklich verändern. Ein schönes Foto vor alpiner Kulisse ist kein Ersatz für diese Unterlagen.

EVO37, EVO38 und K39

EVO37: der mechanische Ausgangspunkt

Der EVO37 ist ein zweisitziges, heckgetriebenes Mittelmotor-Coupé. Sein von Italtecnica entwickelter KA-EVO37-Reihenvierzylinder misst 2.150 cm³. Ein Roots-Kompressor mit elektronisch gesteuerter Kupplung arbeitet mit einem Zentrifugal-Turbolader zusammen. Das Ziel ist nicht nur eine hohe Spitzenleistung, sondern Druck bereits bei niedrigen Drehzahlen. Kimera nennt 505 CV DIN bei 7.000 bis 7.500/min und 550 Nm, davon 400 Nm bei 2.000/min.

Das Sechsganggetriebe wird von Hand geschaltet; eine 184-mm-Trockendoppelkupplung und ein Lamellensperrdifferenzial unterstreichen den Wettbewerbsanspruch. Trockensumpfschmierung, wassergekühlter Ladeluftkühler, doppelte Querlenker und große Brembo-Bremsen sind keine Dekoration. Sie verlangen aber auch fachkundige Wartung. Karosserie und viele Strukturteile bestehen aus Carbon beziehungsweise Leichtbauwerkstoffen. Das oft genannte Zielgewicht von rund 1.100 kg ist als Hersteller- beziehungsweise fahrzeugabhängiger Wert zu lesen: Klimaanlage, Audio, Werkzeug, Flüssigkeiten und Sonderausstattung verändern das reale Wiegeergebnis.

Der EVO37 ist die beste Wahl für Käufer, die das Puristische suchen: Heckantrieb, sichtbare Mechanik und eine sehr direkte Verbindung von Gaspedal, Ladedruck und Handschaltung. Er verlangt jedoch Respekt auf nasser Fahrbahn und bei kalten Reifen. Ein Trackday-Auto ist er nur dann, wenn Serviceintervall, Bremshistorie und Motorlogdaten dazu passen – die geringe Kilometerzahl allein beweist keine geringe Belastung.

EVO38: die Allrad-Weiterentwicklung

Der EVO38 behält Format und Grundarchitektur bei, ist aber keine bloße Leistungssteigerung. Kimera gibt für den KA-EVO38 ebenfalls 2.150 cm³, Turbo plus Roots-Kompressor, Trockensumpf und nun 600 CV DIN sowie 580 Nm an. Das neue Merkmal ist der integrierte Allradantrieb mit elektrohydraulisch gesteuerter Sperrwirkung und vorderem Sperrdifferenzial; die Kraftverteilung ist vom Fahrer beeinflussbar. Ein überarbeitetes Fahrwerk mit Pushrod-Elementen, elektronisch geregelten Dämpfern und Lift-Funktion soll die zusätzliche Traktion ohne deutlichen Gewichtsnachteil ermöglichen.

Für Kaufinteressenten bedeutet Allrad mehr als bessere Beschleunigung. Zusätzlich zu Motor und Hinterachse müssen Vorderachsgetriebe, Gelenkwellen, Manschetten, Differenziale, Hydraulik, Steuerung und deren Softwarestand kontrolliert werden. Die Werksangabe nennt ein manuelles Sechsganggetriebe; die vielfach erwähnte elektrobetätigte sequentielle Alternative ist nicht einfach als Serienmerkmal zu unterstellen. In den Kaufvertrag gehört die tatsächlich montierte Getriebeversion, nicht eine Presseankündigung.

Die Stückzahl von 38 Fahrzeugen ist Teil des Konzepts, aber keine Abkürzung für Wertstabilität. Prüfen Sie, ob die angebotene Nummer tatsächlich gebaut, bezahlt, fertiggestellt und frei übertragbar ist. Bei einer Vertragsübernahme sind Restkaufpreis, Konfigurationsänderungen, Mehrwertsteuer, Lieferort, Abnahme und Gewährleistung schriftlich mit Kimera zu klären. Eine Reservierung ist kein Fahrzeug.

K39: neues Hypercar statt 037-Derivat

Der K39 markiert den stärksten Bruch in der Reihe. Er wurde 2026 als eigenes Carbon-Monocoque-Hypercar vorgestellt, mit aerodynamisch ausgeformter Karosserie, S-Duct, großem Heckflügel und einem Bezug zu Gruppe-5- und Langstrecken-Prototypen. Der Motor ist kein 2,15-Liter-Vierzylinder: Kimera nennt einen für das Projekt abgestimmten 5,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern von Koenigsegg, 1.000 PS und 1.200 Nm. Kommuniziert wurden Hinterradantrieb und ein Siebengang-Handschaltgetriebe; daneben ist eine besonders kompromisslose Pikes-Peak-Ausführung vorgesehen.

Beim K39 sind Leistungs-, Gewichts-, Produktions- und Preisangaben zum Zeitpunkt eines Angebots besonders sorgfältig als Herstellerstand zu behandeln. Die öffentliche Vorstellung ist nicht gleichbedeutend mit einem Sekundärmarkt. Ein Verkäufer darf einen allokierten Bauplatz nicht als zugelassenen K39 darstellen. Verlangen Sie bei einer Übernahme die Gegenzeichnung des Herstellers, den exakten Lieferumfang, den Abtretungsmechanismus, die Anzahlungshistorie und eine Regelung, was bei Terminverschiebung oder fehlender österreichischer Genehmigung gilt.

Technische Daten

Diese Tabelle fasst Herstellerangaben zusammen. Sie ersetzt weder das Build-Sheet noch die Zulassungspapiere. Bei einer handgefertigten Kleinserie können Felgen, Reifen, Geräuschwerte, Software, Abgasanlage, Lift-System und Bremsanlage vom gezeigten Pressefahrzeug abweichen.

Marktübersicht und Kauftipps

Der Kimera-Markt ist zu klein für einen belastbaren Durchschnittspreis. Das ist kein Mangel, sondern eine Tatsache, die beim Budget berücksichtigt werden muss. Die ursprüngliche EVO37-Preisnennung lag bei rund 480.000 Euro vor individuellen Optionen und landesspezifischen Kosten. Spätere Händler- und Privatangebote bewegen sich, je nach Spezifikation, Laufleistung, Steuerstatus und Verfügbarkeit, im hohen sechsstelligen Bereich. Solche Werte sind Angebotspreise: Sie zeigen, was ein Verkäufer verlangt, nicht was tatsächlich bezahlt wurde.

Für die Jahre 2024 bis Juli 2026 sind keine breit dokumentierten, verifizierbaren öffentlichen Auktionszuschläge für EVO37, EVO38 oder K39 verfügbar, aus denen sich ein Marktwert ableiten ließe. Das ist bei der Preisverhandlung ausdrücklich zu unterscheiden: Eine Auktionsschätzung wäre ohnehin kein Zuschlag; ein „Preis auf Anfrage“ ist kein Verkaufspreis; ein Inserat oberhalb einer Million Euro ist keine Transaktion. Wer einen angeblich erzielten Preis als Referenz nennt, sollte Auktionshaus, Losnummer, Zuschlagdatum, Währung und die Frage nach Käuferaufgeld offenlegen. Fehlen diese Angaben, bleibt es eine Behauptung oder Angebotspreis-Information.

Beim EVO37 bestimmen fünf Faktoren den Wert besonders stark:

  1. Werksidentität: VIN, Kimera-Rechnung, Produktionsnummer, COC oder Genehmigungsdokumente und lückenlose Eigentümerkette müssen zusammenpassen.
  2. Exakte Konfiguration: Lack, Carbon-Ausführung, Innenraum, Felgen, Fahrwerk, Bremsen und Sondereditionen brauchen eine Werksliste. Ein Martini-ähnliches Dekor allein macht kein werksseitiges Sondermodell.
  3. Nutzung: Kilometer, Betriebsstunden, Trackdays, Pressetermine, Vorführfahrten und Renntransporte offenlegen. Ein frisches Interieur schließt hohe thermische Belastung nicht aus.
  4. Technischer Zustand: Diagnoseprotokoll, Motor- und Getriebeservice, Lader-, Riemen- und Kupplungshistorie zählen mehr als bloße Laufleistung.
  5. Österreichische Verwendbarkeit: Ein bereits korrekt zugelassenes und versicherbares Auto ist für einen österreichischen Käufer wirtschaftlich anders zu bewerten als ein Importprojekt ohne Genehmigung.

Bei der Besichtigung gehören Hebebühne und Kaltstart zum Mindestprogramm. Prüfen Sie Carbonflächen auf Risse, Reparaturkanten, Delamination und ungleichmäßige Spaltmaße; eine Lackdickenmessung ist auf Carbon nur begrenzt aussagekräftig. Wichtig sind Unterboden, Befestigungspunkte der Fahrwerksteile, Radhausbereiche, Kühlerleitungen und die Struktur im Bereich der Sitze und Überrollschutzes. Lassen Sie bei Zweifel einen Carbon-Spezialisten beurteilen, ob eine kosmetische oder strukturelle Reparatur vorliegt.

Der Motor sollte nach dokumentiertem Kaltzustand starten. Beobachten Sie Öldruck, Kühlmitteltemperatur, Rauch, Ladedruckaufbau und Fehlerspeicher. Beim EVO37 sind Kompressorantrieb, Magnetkupplung, Turbolader, Ladeluftkreislauf und Trockensumpf besonders prüfenswert. Unter Last darf das Getriebe nicht hakeln oder Gänge auswerfen; Kupplungsschlupf, Knacken beim Lastwechsel oder metallische Geräusche aus der Sperre sind kein Charaktermerkmal. Beim EVO38 kommen Geräusche und Leckagen der Allrad- und Hydraulikkomponenten dazu.

Für alle drei Modelle gilt: unabhängige Expertise vor Zahlung, nicht vom vermittelnden Verkäufer. Neben der technischen Prüfung empfiehlt sich bei dieser Preisklasse ein schriftlicher Abgleich von VIN, Vertragspartei, Eigentum, Pfandrechten, Rechnungen, Garantieübertragbarkeit und Exportstatus durch einen auf internationale Fahrzeugkäufe spezialisierten Rechts- oder Steuerberater.

Kaufabwicklung, Import und NoVA in Österreich

Die Beschaffung beginnt mit dem richtigen Vertragsgegenstand. Kaufen Sie ein fertiges Fahrzeug aus Italien oder einem anderen EU-Mitgliedstaat, müssen VIN, ausländische Zulassungspapiere, Kaufvertrag beziehungsweise Rechnung, Kilometerstand, Ausstattungsblatt und vorhandene Genehmigung zusammengehören. Bei einem neuen Fahrzeug oder einer Bauplatzübernahme braucht der Vertrag zusätzlich Liefertermin, Incoterm oder Übergabeort, Anzahlungsabsicherung, Spezifikationsfreigabe, Verzugsfolgen, Gewährleistung und die Verantwortlichkeit für die österreichische Zulassungsfähigkeit.

EU-Kauf und Umsatzsteuer: Ein neuer Pkw im umsatzsteuerlichen Sinn – grundsätzlich weniger als sechs Monate seit Erstzulassung oder höchstens 6.000 km – wird bei Erwerb aus einem anderen EU-Staat anders behandelt als ein Gebrauchtwagen. Bei Unternehmern mit gültiger UID ist außerdem zwischen innergemeinschaftlichem Erwerb und Privatkauf zu unterscheiden. Der auf der Rechnung ausgewiesene Preis ist daher erst dann vergleichbar, wenn klar ist, ob italienische Umsatzsteuer, österreichische Erwerbsteuer, Differenzbesteuerung oder ein Nettopreis vorliegt. Bei einem Kauf aus einem Drittland entstehen zusätzlich Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Speditions- und Abfertigungskosten. Diese Abgaben sollte ein Zollagent vor Überweisung anhand der konkreten Unterlagen kalkulieren.

Genehmigung und Eintragung: Für die Zulassung muss das Fahrzeug in die österreichische Genehmigungsdatenbank gelangen beziehungsweise über eine passende Genehmigung verfügen. Besteht eine EU-Übereinstimmungsbescheinigung (COC), ist der Weg meist klarer, doch auch dann sind die Daten des konkreten Autos entscheidend. Fehlt ein COC oder handelt es sich um eine kleine Serie mit abweichender Genehmigung, kann eine Einzelgenehmigung beim zuständigen Amt der Landesregierung erforderlich sein. Fragen Sie vor Vertragsabschluss schriftlich, welche Unterlagen die Behörde für genau diese VIN verlangt: Datenblatt, ausländische Dokumente, Geräusch- und Abgasnachweise, Beleuchtung, Bremsen, Reifenfreigaben, Wegfahrsperre und allfällige technische Änderungen.

NoVA: Vor der erstmaligen Zulassung in Österreich ist grundsätzlich die Normverbrauchsabgabe relevant. Bei Personenkraftwagen richtet sie sich nach den Regeln und CO₂-Werten, die für Zeitpunkt, Fahrzeugart und Genehmigungsdaten gelten; bei sehr leistungsstarken Verbrennern kann der CO₂-bezogene Malus das Budget erheblich beeinflussen. Ein Kimera ist kein Oldtimer im abgabenrechtlichen Sinn, nur weil seine Form an ein Auto der Achtziger erinnert. Maßgeblich sind Erstzulassung, rechtliche Einordnung und die technischen Daten des einzelnen neuen Fahrzeugs. Lassen Sie die NoVA vor dem Kauf über FinanzOnline beziehungsweise mit Steuerberater oder Importeur für die VIN und die gültige Rechtslage berechnen. Eine grobe Internetformel reicht bei einem Kleinserienwagen ohne eindeutig hinterlegte WLTP-Daten nicht.

Erst nach Genehmigung, NoVA-Abwicklung und Abschluss der Haftpflichtversicherung folgt die Anmeldung bei einer österreichischen Zulassungsstelle. Rechnen Sie praktisch mit Identitäts- und Eigentumsnachweisen, Genehmigungsdaten, Versicherungsbestätigung und – je nach Herkunft – zusätzlichen Zoll- oder ausländischen Zulassungspapieren. Ein bereits auf österreichischen Kennzeichen zugelassenes EVO37 kann diesen Prozess vereinfachen; dennoch müssen Service, Steuerstatus und technische Konfiguration geprüft werden.

Fahren, Wartung und Versicherung

Ein EVO37 fährt sich nicht wie ein elektronisch geglätteter Supersportwagen. Die tiefe Sitzposition, die breite Hinterachse, die direkte Lenkung und die manuelle Schaltkulisse vermitteln Nähe zur Mechanik. Bei niedrigen Drehzahlen bringt der Kompressor sofort Zug, darüber übernimmt der Turbolader die Arbeit. Das ergibt eine ungewöhnlich dichte Leistungsentfaltung, verlangt aber warmes Öl, saubere Gangwechsel und eine sensible Dosierung auf schlechtem Asphalt. Auf österreichischen Passstraßen sind Bodenfreiheit, kalte Reifen und wechselnde Witterung oft wichtiger als die maximale Leistung.

Der EVO38 wird mit seinem steuerbaren Allradantrieb beim Herausbeschleunigen anders erlebt: vorn baut er mehr Vertrauen auf, hinten bleibt er sehr aktiv. Das ist kein Freibrief für winterliche Straßen. Breite Sommerreifen, hohe Leistung und niedrige Bauhöhe setzen klare Grenzen. Beim K39 verschiebt sich die Dimension nochmals: 1.000 PS und 1.200 Nm sind Angaben, die eine besonders sorgfältige Einweisung, passende Reifen, Versicherungsschutz und Streckenwahl erfordern.

Wartung sollte über Kimera oder eine vom Hersteller nachvollziehbar unterstützte Fachwerkstatt erfolgen. Vor dem Kauf fragen: Wer besitzt Diagnosezugang? Wer kann ECU-Software sichern und aktualisieren? Welche Lieferzeit haben Carbonpaneele, Scheinwerfer, Windschutzscheibe, Kupplung, Bremsscheiben und spezielle Fahrwerksteile? Gibt es feste Intervalle für Öl, Bremsflüssigkeit, Laderprüfung und Riemen? Ein Satz Rechnungen mit Teilenummern ist für den Wiederverkauf weitaus hilfreicher als die Zusage „immer serviciert“.

Für die Kaskoversicherung braucht es oft ein Wertgutachten, Fotos, eine geeignete Garage, Wegfahrsicherung und eine realistische Kilometervereinbarung. Versicherer sollten wissen, ob das Fahrzeug nur auf der Straße, auch auf Trackdays oder bei Gleichmäßigkeitsveranstaltungen verwendet wird. Vor einer Fahrt ins Ausland sind Pannenhilfe, Abschleppkonzept und der Umgang mit einem beschädigten Carbonteil zu klären.

Design und Motorsportbezug

Kimera kopiert den 037 nicht millimetergenau. Der EVO37 nutzt dessen kurze Kabine, die markanten Lufteinlässe, die runden Heckleuchten und die gedrungene Mittelmotor-Proportion als Ausgangspunkt, erweitert sie aber mit breiteren Flächen, LED-Technik, Sichtcarbon und zeitgemäßer Aerodynamik. Die Wirkung lebt von Kontrast: Das Auto erinnert bewusst an die analoge Rallyezeit, ist aber technisch ein Neuwagen.

Der EVO38 zeichnet diese Linie kantiger und breiter weiter. Seine geänderten Lufteinlässe, der aktivere Unterbau und das Allradsystem erklären die Form funktional, nicht nur als Retro-Geste. Beim K39 wird daraus eine andere Sprache: lange, gespannte Flächen, tief gezogene Luftkanäle, großer Flügel und eine Karosserie, deren Aerodynamik von Beginn an mitentwickelt wurde. Der Bezug reicht von Lancia-Beta-Montecarlo-Gruppe-5 bis zu Endurance-Prototypen, ohne dass der K39 ein Nachbau wäre.

Die Verbindung zum Motorsport ist ernst zu nehmen, aber auch sauber zu benennen. Kimera baut Straßenfahrzeuge; ein Rallye- oder Bergrenneneinsatz eines Vorführ- oder Kundenautos verändert Zustand und Wert. Martini-Farben oder ein bekanntes Fahrerzitat schaffen Atmosphäre, ersetzen jedoch keine Wettbewerbsprovenienz. Bei einem als „Pikes Peak“ beschriebenen K39 müssen genaue Ausführung, Straßenzulassung und Austauschbarkeit der Aerodynamikteile im Vertrag stehen.

Fazit

Kimera richtet sich an Käufer, die italienische Rallyeformen und moderne Kleinserientechnik ohne Serienauto-Kompromiss suchen. Der EVO37 mit 37 Fahrzeugen bietet das reinste Heckantriebs-Konzept; der EVO38 mit 38 Einheiten ergänzt es um Allrad und 600 CV; der K39 eröffnet mit Koenigsegg-V8 und eigenständiger Carbon-Architektur ein neues Kapitel.

Entscheidend ist nicht die Seltenheit allein. Kaufen Sie nur mit vollständiger VIN-Akte, Werks-Build-Sheet, unabhängiger Technikprüfung und einer klaren Trennung von Angebotspreis, Schätzung und echtem Auktionszuschlag. Für Österreich gehören eine vorab geklärte Genehmigung, korrekte Umsatzsteuerbehandlung, eine VIN-basierte NoVA-Berechnung und ein belastbares Versicherungsangebot zwingend zum Kaufplan. Finden Sie ein so dokumentiertes Exemplar, wird aus dem außergewöhnlichen Auftritt auch ein verantwortungsvoll beschafftes Sammlerfahrzeug.