1951 | Volkswagen Käfer 1100 Standard (Brezel)
1951 Volkswagen Typ 11 Standard. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 25.000 € - 35.000 €.
1951 Volkswagen Typ 11 Standard. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 25.000 € - 35.000 €.
1951 Volkswagen Typ 11 Standard. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 25.000 € - 35.000 €.
1951 Volkswagen Typ 11 Standard. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 25.000 € - 35.000 €.
Seltener Standard-Brezelkäfer mit RheumaklappeSeit 1960 nur ein einziger eingetragener HalterLange Jahre Teil einer bedeutenden BMW-SammlungHöchst charmanter ErhaltungszustandEin Stück deutsche Zeitgeschichte
Von einem Wirtschaftswunder war in der Bundesrepublik Ende der 1940er Jahre noch herzlich wenig zu spüren. Die Nachfrage nach Luxus in Automobilform entsprechend gering. Der Volkswagen sollte vor allem zuverlässig, sparsam und erschwinglich sein. Besonders konsequent verkörperte diesen Gedanken der Typ 11 Standard. Wer 1951 einen solchen bestellte, bekam tatsächlich nur das, was zum Autofahren unbedingt notwendig war. Und erstaunlich wenig darüber hinaus.
Äußerlich unterschied sich der Standard vom besser ausgestatteten Export-Modell vor allem durch seine demonstrative Schmucklosigkeit. Chrom war weitgehend gestrichen, zahlreiche Anbauteile schlicht lackiert. Im Innenraum setzte sich die Sparsamkeit fort: einfache Ausstattung, wenig Zierrat und ein Armaturenbrett, dessen überschaubare Zahl an Instrumenten kaum Fragen offenließ. Für Frischluft sorgte 1951 die sogenannte „Rheumaklappe“, eine aufstellbare Klappe vor der Windschutzscheibe. Klimatisierung nach Wolfsburger Art, die deutlich besser funktionierte als im Winter die Heizung. Selbst auf hydraulische Bremsen musste der Standard damals noch verzichten. Gebremst wurde über Seilzüge – Technik, die bereits damals eher nach Vorkrieg als nach Wirtschaftswunder klang.
Im Heck arbeitete 1951 der luftgekühlte 1,1-Liter-Boxermotor mit 25 PS. Große Fahrleistungen waren damit naturgemäß nicht zu erwarten, doch darum ging es auch nicht. Der Volkswagen sprang zuverlässig an, brauchte wenig Benzin und brachte vier Menschen samt Gepäck dorthin, wo sie hinwollten. Mehr hatte das Lastenheft ursprünglich kaum verlangt.
Gerade darin liegt neben dem geteilten Heckfenster heute der Reiz eines frühen Standard-Käfers. Er zeigt, wie bescheiden individuelle Mobilität 1951 noch sein konnte. Mehr brauchte der Standard nicht. Er war schließlich schon Luxus genug: ein eigenes Auto.
Diesen Standard-Käfer aus 1951 holte ein Mattighofner Lederarbeiter 1960 über den Inn nach Oberösterreich. Bis heute ist er der einzige eingetragene Halter in der Einzelgenehmigung von damals. Das Foto darin zeigt, dass er schon früh mit etwas Chrom der Export-Version geschmückt worden war. Überraschend unberührt blieb bis heute hingegen das Stoff-Interieur erhalten.
1963 quittierte das originale Triebwerk seinen Dienst und wurde durch ein baugleiches Aggregat ersetzt, jener Motor, der heute noch verbaut ist. Und natürlich offiziell abgesegnet vom Land Oberösterreich. Dieselbe Behörde erteilte 1975 dem Standard-Volkswagen die Bewilligung weiterhin mittels Seilzugs zu bremsen, obwohl das längst nicht mehr zeitgemäß und für neue Fahrzeuge nicht mehr erlaubt war. Ein Jahr später hatte es sich für den Volkswagen dann ohnehin ausgebremst. Wenige Jahre später wurde er als einziges Fremdfabrik Teil einer Sammlung bayrischen Schwerpunkts und beständig am Laufen gehalten, aber nie mehr angemeldet. So simpel die Technik, so gut läuft er auch heute noch. Wenngleich eine behutsame Durchsicht vor der Wiederinbetriebnahme sicherlich angeraten ist. Als wunderbarer Zeitzeuge wirtschaftlichen Aufstiegs fasziniert dieser Volkswagen mit einer Kombination aus charmantem Auftritt und einzigartigem Werdegang. Als Standard-Käfer mit Brezelfenster macht ihn das nicht nur sympathischer, sondern zugleich ungleich seltener.
Chassis: 1-0275492
Motor / Engine: 1-0632415
Papiere / Documents: Österreichische Einzelgenehmigung (1960)
Schätzwert / Estimate: € 25.000 – 35.000
Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026

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