1969 Steyr-Daimler-Puch 712 Pinzgauer. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 5.000 € - 10.000 €. Ohne Mindestpreis!
Der 24. gebaute Vorserien-DreiachserIn den 1980ern bei Steyr als SchneeräumerSpäter als Expeditionsfahrzeug im EinsatzMotor läuft bereits wieder
Als Steyr-Daimler-Puch Mitte der 1960er-Jahre über einen Nachfolger für den Haflinger nachdachte, durfte es ruhig etwas mehr sein. Mehr Nutzlast, mehr Leistung, mehr Platz – nur die Geländegängigkeit sollte keinesfalls darunter leiden. Unter der Leitung von Erich Ledwinka, Sohn des legendären Tatra-Konstrukteurs Hans Ledwinka, entstand ab 1965 ein Fahrzeug, das weniger nach den Regeln gewöhnlicher Lastwagen als nach jenen einer Bergziege konstruiert wurde.
Wie schon beim kleinen Haflinger setzte man auf ein Zentralrohrchassis mit Portalachsen. Die Achsgetriebe an den Rädern sorgten für enorme Bodenfreiheit, Einzelradaufhängung und zuschaltbare Differenzialsperren dafür, dass der Pinzgauer auch dort noch weiterkam, wo gewöhnliche Geländewagen längst mit den Achsen im Dreck steckten. Seinen Namen erhielt er standesgemäß von einer kräftigen österreichischen Pferderasse.
1971 begann in Graz die Serienproduktion. Angeboten wurde der Pinzgauer als 710 mit vier und als 712 mit sechs angetriebenen Rädern. Unter der kurzen Haube arbeitete ein eigens entwickelter luftgekühlter 2,5-Liter-Vierzylinder mit rund 90 PS. Das klang nicht nach viel, doch Geschwindigkeit war ohnehin nicht Teil der Stellenbeschreibung. Dafür kletterte, watete und verschränkte sich der Puch durch Gelände, bei dessen Anblick andere bereits umdrehten.
Vor allem Militärs erkannten schnell seine Talente. Österreichs Bundesheer wurde ebenso Kunde wie die Armeen der Schweiz und Großbritanniens. Später folgten stärkere Diesel und eine zweite Generation.
Dieser Pinzgauer entstand zwei Jahre, bevor die eigentliche Serienproduktion anlief. Seinen Papieren entsprechend ist der als 24. Fahrzeug einer Vorserie gebaute Dreiachser bereits 1969 erstmals zugelassen worden. Ab 1985 war er dann für Steyr-Daimler-Puch in deren Niederlassung in Leonding bei der Schneeräumung im Einsatz. Dazu gab es eine passende Schneetarnung, die auf den historischen Fotos in der Einzelgenehmigung zu sehen ist.
Später diente der unverwüstliche Pinzgauer als Expeditionsfahrzeug für Fahrten um die halbe Welt. Und naturgemäß hat die Welt Spuren hinterlassen. Vor einigen Jahren wurde er aus einer Garage geborgen und der Motor wieder zum Laufen gebracht. Die ersten Schritte, um dieses frühe Stück steirischer Allradgeschichte wieder zum Leben zu erwecken, sind gemacht. Ein paar weitere müssen sicher noch folgen.
Chassis: 575 0024
Motor / Engine: –
Papiere / Documents: Österreichische Einzelgenehmigung (1985)
Schätzwert / Estimate: € 5.000 – 10.000 Ohne Limit / Without Reserve
Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026
Auktionsangebot und Mitbieten