1960 | Mercedes-Benz 190 SL
1960 Mercedes-Benz 190 SL. Im Auktionsverkauf. Schätzwert: 40.000 € - 60.000 €. Ohne Mindestpreis!
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Deutsche AuslieferungLückenlos dokumentierte HistorieAttraktive FarbkombinationMatching Numbers
Die Idee zum 190 SL kam von einem gebürtigen Wiener, dem späteren New Yorker Mercedes-Importeur, Max Hoffman. Der drängte den Vorstand in Stuttgart dazu endlich das – vorsichtig ausgedrückt – etwas konservative Modellprogramm ein wenig aufzufrischen. Konkret dachte er dabei an eine Straßenversion des Rennwagens 300 SL und dazu als Ergänzung ein schickes Boulevard-Cabriolet mit profaner Technik. Und tatsächlich standen zwei solche Prototypen nebeneinander auf der New Yorker Automesse im Februar 1954. In nur wenigen Monaten war der 190 SL gezeichnet und entwickelt worden, auf Basis der soliden Mechanik aus den Baureihen W 120 und W 121. Der Vierzylinder-Motor war eine Neuentwicklung, allerdings nicht exklusiv für den neuen Sportwagen. Auch in die Limousine sollte er wenig später Einzug halten. Mit zwei Solex-Doppelvergasern kitzelte man aus dem 1,9-Liter-Motor für den 190 SL ganze 105 PS an Leistung. Die waren damals allemal ausreichend, um das Gros aller anderen Verkehrsteilnehmer hinter sich zu lassen, so richtig schnell waren sie aber dann doch nicht. In den Verkaufsprospekten war deshalb vom »Touren-Sportwagen« die Rede. Wohl lehnte man sich optisch stark am 300 SL, sonst hatte der 190 SL mit dem hauseigenen Supersportwagen herzlich wenig gemein. So fand sich unter der schicken Außenhülle kein Gitterrohrrahmen wie beim 300 SL, sondern eine gekürzte Bodengruppe einer Limousine. Zur Präsentation in New York, war der 300 SL bereits weiter gediehen als der 190 SL. Es dauerte noch ein Jahr, bis der Prototyp zur Serienreife entwickelt war. Den finalen Entwurf zeigte man schließlich am Genfer Automobilsalon im Frühjahr 1955. Zwei Monate später lief die Produktion in Sindelfingen an. Einige Prototypen entstanden mit Sechszylinder-Motoren, eine Serienfertigung scheiterte jedoch an den prognostizierten Produktionskosten und am Veto des Vorstands.Es gab den 190 SL letztlich in drei Auslieferungsvarianten: als Roadster mit Stoffverdeck, als Coupé mit Hardtopaufsatz und als Coupé mit Hardtopaufsatz und Stoffverdeck. Im Prospekt fand sich auch eine Sport-Version, im Gewicht abgespeckt durch eine kleinere Windschutzscheibe, fensterlose Türen aus Aluminium und durch den Verzicht auf Stoßstangen. Damit wollte man Mercedes Fahrleistungen verbessern und den 190 SL attraktiv für Privatfahrer machen. Bei nur 17 gebauten Exemplaren war das Unterfangen von überschaubarem Erfolg.Anders bei den Serienversionen. Max Hoffman sollte letztlich recht behalten, der 190 SL wurde genauso wie der 300 SL ein ungeahnter Erfolg. Vor allem in Hoffmans neuer Heimat in Übersee, wohin die meisten ausgeliefert wurden. Und wo sie im Vergleich zu Deutschland zu einem günstigeren Preis angeboten wurden. Fast 26.000 Exemplare entstanden bis 1963. Gemeinsam ließ Mercedes den 190 SL und den 300 SL – mittlerweile in Roadster-Form – auslaufen und ersetzte beide mit einem Auto, dem 230 SL.
Dieser 190 SL wurde im Mai 1960 an die Firma Johann Hay, eine Zahnradfabrik in Bad Kreuznach, ausgeliefert. Mit dem zweiten Besitzer kam der schicke Roadster nach Köln und blieb dort bis 1990. Aus demselben Jahr datiert ein Gutachten im Auftrag des neuen Leverkusener Besitzers, das auch detailliert Auskunft über die Überholung des Originalmotors im Jahr zuvor gibt. Überhaupt sind die 1990er und frühen 2000er Jahre mit entsprechender Akribie in Form eines dicken Aktenordners voll von Rechnungen und Notizen dokumentiert. In der Regel wurde die Dortmunder Mercedes-Niederlassung angesteuert, wenn es um das Wohlbefinden des 190 SL ging.
Seit 2012 war er Teil der Sammlung des letzten Besitzers. 2018 lieh sich jener Leverkusener Vorbesitzer seinen alten Roadster für die Hochzeit seines Sohnes noch einmal aus. Die letzten Jahre nicht mehr bewegt, wird der 190 SL eine behutsame Durchsicht brauchen, um die Mechanik wieder in Bewegung zu bringen. Außen vor längerem lackiert, weiß innen die schön gemachte Lederbestuhlung im originalen roten Farbton zu gefallen. Auch das Verdeck schein noch jüngeren Datums zu sein. Dank des originalen Pappdeckelbriefs ist der Werdegang des 190 SL zudem lückenlos dokumentiert.
Chassis: 121.040-10-017194
Motor / Engine: 121.921-10-017251
Papiere / Documents: Deutsche historische Zulassung Deutscher Fahrzeugschein (1998) Deutscher Kraftfahrzeugbrief (1960) Originale Betriebsanleitung
Schätzwert / Estimate: € 40.000 – 60.000 Ohne Limit / Without Reserve
Ort / Location: CLASSIC EXPO Salzburg Messezentrum Salzburg Am Messezentrum 1 5020 Salzburg
Datum / Date: 17. Oktober 2026 11:00 bis 13:00 und ab 16:00
Besichtigung / Viewing: 16. und 17. Oktober 2026

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