1965 | Mercedes-Benz 300 SE lang
1965 Mercedes-Benz 300 SE lang · dunkelbordeaux-rot · 116.000 km · Manual · No reserve
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## Verkauf per Auktion Dieses Fahrzeug wird als Lot 021 bei der Auktion Sammlung Sonderklasse von Humer Granner & Co verkauft. - Rufpreis: 5.000 EUR - Ohne Limit - Auktion: 7-11-2026 14:00 - Besichtigung: 5-11-2026 bis 7-11-2026 - Ort: Gewerbeparkstraße 17, 4101 Feldkirchen an der Donau - Gebotsoptionen: In person | Online live | Telephone | Written bid ## Fahrzeugdaten - Fahrgestellnummer: 112.015-10-008711 - Kraftstoff: Petrol - Farbe: 573 dunkelbordeaux-rot - Laufleistung: 116000 km - Getriebe: Manual - Weitere Bilder und Details: https://hg.auction/lots/1965-mercedes-benz-300-se-lang/ ## Zur Baureihe W 112Die beschwerlichen Nachkriegsjahre waren Ende der 1950er Jahre vorbei, das Wirtschaftswunder lief längst auf Hochtouren. Wer es zu etwas gebracht hatte, wollte das auch zeigen. Damit brauchte Mercedes etwas Neues um der Aufbruchstimmung im Land Genüge zu tun. Eine ganz neue Baureihe sollte den neuen Zeitgeist einfangen.1959 erschien die neue Oberklasse, intern W 111 genannt. Inspiriert vom amerikanischen Zeitgeschmack erhoben sich am Heck zwei kleine Flossen, weit zurückhaltender als die der Straßenkreuzer aus Detroit, aber gerade markant genug, um Karl Wilferts Entwurf ein unverwechselbares Gesicht zu verleihen. Der Volksmund fand jedoch rasch einen treffenderen Namen: Heckflosse. Mercedes nannte sie »Peilstäbe«, weil sie da Einparken erleichtern sollten.Viel wichtiger war allerdings, was unter dem Blech verborgen lag. Sicherheitsingenieur Béla Barényi hatte das Automobil praktisch neu gedacht. Erstmals besaß ein Serienwagen eine stabile Fahrgastzelle mit definierten Knautschzonen. Lenksäule, Türschlösser, Armaturenbrett – nahezu jedes Detail wurde daraufhin untersucht, wie es sich bei einem Unfall verhielt. Heute selbstverständlich, damals eine kleine Revolution. Sicherheit war plötzlich kein Zufall mehr, sondern Teil der Konstruktion. Auch technisch zeigte sich die neue Baureihe von ihrer besten Seite.Einzelradaufhängung rundum, Scheibenbremsen, erst an der Vorderachse, später an beiden, kraftvolle Einspritzmotoren und eine Verarbeitungsqualität, die den Ruf der Marke weiter festigte. Der W 111 war kein Sportwagen und wollte auch keiner sein. Seine Stärke lag im mühelosen Reisen. Stundenlang über die neue Autobahn gleiten, mit 160 km/h, ohne Hektik und ohne den Eindruck, das Auto besonders zu fordern – genau darin lag seine eigentliche Disziplin.Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der W 111 traf den Nerv seiner Zeit wie kaum ein anderer Mercedes zuvor. Doch fehlte es mit dem nahenden Auslaufen der alten -Baureihe an einer neue Spitze im Modellprogramm. Diese Lücke sollte ab April 1961 die Baureihe W 112 schließen, doch auf den ersten Blick war sie „nur“ ein W 111 mit dem Motor aus dem alten 300er. Zu Unrecht. Der neue 300 SE war viel mehr, saß unter der Hülle des W 111 doch ein neues Wunderwerk an Technik. Mercedes hatte eine Luftfederung entwickelt, die für konstantes Fahrniveau und höchsten Komfort sorgen sollte. Die 300 SE hatten außerdem von Beginn an serienmäßig rundum Scheibenbremsen, ein neues Viergang-Automatik-Getriebe, Servolenkung, Differentialsperre und eine Bremsniederhaltung an der Hinterachse, die zu starkes Ausfedern verhinderte. Opulent viel Chrom ließ die W 111 im Vergleich beinahe profan erscheinen.Auf die Limousine folgten ein knappes Jahr später Coupé und Cabriolet. Das Rezept blieb das gleiche. Die Karossen kamen vom W 111, die Technik, einschließlich Luftfahrwerk, aus der Limousine. Wie bei der blieb die Nachfrage hinter den Erwartungen. Ende 1962 schob man eine in Handarbeit gefertigte, um 10 cm verlängerte Limousine nach, ein Versuch der Baureihe ein wenig mehr Exklusivität einzuhauchen und die Zeit bis zur Serienreife des W 100 zu überbrücken. Nicht nur Konrad Adenauer war der W 112 zu profan. Er blieb vorerst dem Vorgänger treu, dessen Namensgeber er im Volksmund geworden war.Die niedrigen Produktionszahlen waren Sinnbild für den Kompromiss, der die Baureihe von Anbeginn war: zu teuer und gleichzeitig zu wenig exklusiv. Mercedes bediente eine Nische, wo keine war. Mit der Ankunft des 600 im Jahr 1964 hatten Wirtschaftskapitäne, Stars, Präsidenten und Potentaten wieder ihren bevorzugten Repräsentationswagen. 1965 folgte mit der Baureihe W 108/109 ein Nachfolger für die Limousinen vom Typ W 111 und W 112. Coupé und Cabriolet vom 300 SE ließ man noch zwei Jahre gewähren, die Schwestermodelle vom W 111 sogar noch länger. Sie waren von Anfang an moderner, eleganter und vor allem zeitlos im Auftreten. Und sie verkauften sich weiterhin allzu gut.

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