Kolumne Zeitsprünge | Porsche Panamera GTS

Porsche Panamera GTS (13)

Es ist ja nicht so, dass sich das Haus Porsche nicht schon lange mit Viertürern beschäftigt – bereits weit vor dem Porsche Panamera GTS in den 50er Jahren forderten die Verkäufer einen 356 für die Familie und es gab auch einige verlängerte 911er mit vier Türen. Am weitesten war das Projekt 989 des Jahres 1988 gediehen, ein bildschöner Porsche mit vier Türen, der nicht in Serie gehen konnte, weil zugleich der Audi A8 das Licht der Welt erblickte und Konkurrenz im Konzern nicht erwünscht war. Es sollte bis 2009 dauern, bis der Panamera auf der Shanghai Motor Show seinen ersten Auftritt hatte. Mit anfänglich 400 PS eroberte sich der Panamera seinen festen Platz im Porsche-Programm und mittlerweile gibt es die zweite Generation, die mit dem Verzicht auf Diesel-Triebwerke und dem Bau eines Turbo S E-Hybrid auf die Zeichen der Zeit hört.

Porsche Panamera GTS – Leistung für den Viertürer

Porsche wäre aber nicht Porsche, wenn man neben Hybrid-Modellen auch die Leistung anbieten würde, die die Käufer erwarten. So steht die Buchstabenkombination GTS seit jeher für viele PS und Kraft im Überfluss – nun gut: Der von 26 Prozent der Schweizer Käufer geschätzte Turbo ist noch stärker, doch die 460 PS des Porsche Panamera GTS verheißen auch brillante Fahrleistungen, die weit über dem schweben, was sich normalerweise auf den Straßen herumtreibt. 292 km/h können einen direkt in die Arrestzelle fahren und die Beschleunigung in 4,1 Sekunden auf Tempo 100 lassen die Umwelt rasch im Rückspiegel kleiner werden. Aber seien wir ehrlich: Derartige Kraft dient mehr als Streicheleinheiten für die Seele denn für brachiale Fahrweise der Besitzer.

Das Phänomen Porsche, das dereinst auf einem Sportwagen mit den Bezeichnungen 356 und 911 beruhte, fußt heute auf drei Säulen: Sportwagen, Limousine und SUV – und man ist in allen Segmenten gut unterwegs, wobei der Porsche Panamera GTS die Fahrleistungen eines Elfers mit mehr Alltagspraktikabilität ohne die Massivität eines SUV vereint. Ach ja: Den Panamera gibt es auch als Sport Turismo – Porsche Panamera beim GTS sind 3.800 Franken Aufpreis zu bezahlen. Dafür gibt es hier den deutlich schöneren Panamera, den wir – das haben wir Porsche versprochen – auch nicht als Panamera Kombi bezeichnen.

Porsche Panamera GTS (8)


Fotos Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Autor: Jürgen Lewandowski

Jürgen Lewandowski schreibt seit mehr als 40 Jahren über Menschen und Automobile – dabei sind auch mittlerweile mehr als 100 Bücher erschienen. Traumklassiker: Alfa Romeo 8C 2900 Touring Spider und Lancia Rally 037. Eigener Klassiker: Alfa Romeo R.Z. von 1993.

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