Kolumne Zeitsprünge | Aston Martin DB 11 Volante

Aston Martin DB 11 Volante (18)

Es geht nicht anders: Zeilen über einen Aston Martin DB 11 Volante und jedes andere Modell aus Newport Pagnell müssen mit James Bond beginnen – über Sean Connery und seinen DB5 in dem Film Goldfinger. Über die rotierenden Nummernschilder; den Beifahrersitz, der den Bösewicht in die Luft katapultierte und Gerd Fröbe, Oddjob und Shirley Bassey mit ihrem hypnotischen Titelsong. Nach dem Film war klar, was ich eines Tages werden und was ich fahren wollte – nun hat es immerhin dazu gereicht, im Laufe der Zeit etliche Modelle aus Newport Pagnell fahren zu können. Wobei ich gestehen muss, dass die früher gefertigten eher nachlässig verarbeitet und nicht wirklich perfekt durchdacht waren – aber der Klang, das Leder, das Image, James Bond eben.

Aston Martin DB 11 Volante – Optisch und technisch schnell

Mittlerweile fertigt Aston Martin tolle Fahrzeuge, die man auch so schnell fahren kann, wie sie aussehen – und das bedeutet beim DB 11, dem Einstiegsmodell wahlweise einen 4-Liter-V8-Motor für das Cabriolet oder einen 5,2-Liter-V12-Motor für das Coupé, die beide dank zwei Turboladern satte 510 oder 608 PS bereitstellen. Dass das zu mehr als beeindruckenden Fahrleistungen führt, ist klar – genauso wie auch klar ist, dass selbst James Bond heute eher verhalten fahren würde, so wie wir es taten: Den DB 11 – in diesem Fall die offene Volante-Variante – mit Genuss dahinrollen lassen, wobei die 120 km/h bei etwa 1.200 U/min anliegen. Was auch zu Verbrauchswerten von etwa 13 Litern führte – nur Downtown schlürft der V8-Motor deutlich mehr Sprit aus dem Tank.

Natürlich begeistert das überreichlich zur Verfügung stehende Temperament immer wieder – Null auf Tempo 100 glückt unter idealen Umständen in 4,1 Sekunden und erst bei 300 km/h ist Ende der Beschleunigung. Aber ehrlich gesagt sind das alles hypothetische Werte, mehr für den Stammtisch als für unsere Straßen gedacht. Denn die große Überraschung ist der Komfort, den der Aston Martin DB 11 Volante bereitstellt – das ist keine röhrende Peinlichkeit, sondern ein wunderbarer Grand Turismo, in dem man sich auch auf verstopften Autobahnen wohlfühlt und dessen Ästhetik seinen Besitzern jeden Tag gute Laune beschert. Wobei die gute Laune – wie nicht anders zu erwarten, teuer erkauft wird: Mit einem Basispreis von 170,588.24 € (die Möglichkeiten, den Preis mit der Erfüllung individueller Wünsche nach oben zu treiben, scheinen unerschöpflich) bleibt der Aston Martin DB 11 Volante ein Traum.


Fotos Max Earey / Aston Martin Lagonda Ltd.

Autor: Jürgen Lewandowski

Jürgen Lewandowski schreibt seit mehr als 40 Jahren über Menschen und Automobile – dabei sind auch mittlerweile mehr als 100 Bücher erschienen. Traumklassiker: Alfa Romeo 8C 2900 Touring Spider und Lancia Rally 037. Eigener Klassiker: Alfa Romeo R.Z. von 1993.

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