Wertstabile Klassiker Teil 5: Der Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer

Mercedes-Benz 300SL 22

Als der 300 SL R auf der Panamerica 1952 mit sensationellem Erfolg Schlagzeilen machte, war der Gedanke geboren, diesen Wagen auch der zahlungskräftigen Kundschaft anzubieten. Vor allem den starken US-Markt hatte man hier im Visier. So war auch die New Yorker Motor Show 1954 der Ort, an dem der 300 SL zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Traumwagen: Mercedes-Benz 300 SL

Der Motor stammte zwar vom eher biederen 300 „Adenauer“, doch die technischen Eckdaten machten klar, dass es sich hier um einen echten Sportwagen handelt. Die neue Bosch Einspritzanlage ermöglichte eine Literleistung von 71 PS, ein Wert der über allen zeitgenössischen Motoren lag. Der Leichtbau mit Gitterrohrrahmen sorgte für nur 1,3 Tonnen Eigengewicht. Damit konnten die 250 PS des Sechszylinders die windschnittige Coupé Karosserie auf eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h bringen. Für die Verzögerung sorgten servounterstützte Trommelbremsen aus Aluminium. Bei all den sportlichen Werten kam jedoch der Komfort nicht ganz unter die Räder. Das vollsynchronisierte 4-Gang Getriebe ließ sich kinderleicht bedienen. Das geräumige Interieur mit hochwertiger Ausstattung bot eine gute Rundumsicht und hatte auch bei hoher Geschwindigkeit wenig Windgeräusche. Allerdings neigt der Innenraum im Sommer zur Sauna zu werden.

Der 300 Sl – Exklusives Luxus-Fahrzeug

Bei einem Preis von 29.000 DM war dieses Fahrzeug jedoch nur wenigen Menschen vorbehalten, in einer Zeit als der Arbeiter von einem Käfer für 3.000 DM träumte. Und so fanden sich unter den Besitzern Namen wie Sophia Loren, Romy Schneider und Elvis Presley. In den USA wurde der „Gullwing“ (Möwenschwinge), wie der 300 SL aufgrund der unkonventionellen Türen auch genannt wird, für ca. 7.500 $ angeboten.

GrafikDE 300 SL

Damit war er zwar knapp halb so teuer wie ein Ferrari 250 Europa, aber auch deutlich teurer als der Aston Martin DB2/4 (6.000 $). Im Mai 1957 wurde der Flügeltürer vom 300 SL Roadster abgelöst. Bis dahin verließen 1.400 Fahrzeuge die Stuttgarter Produktionshallen.


Daten zur Wertentwicklung mit freundlicher Unterstützung von: Classic Data Logo Sachverständige

Fotos Tomini Classics & Arthur Bechtel Classic Motors

Autor: Classic Trader

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