VW Käfer Kaufberatung

VW Kaefer Kaufberatung

Bug, Käfer, Coccinelle, Beetle, Maggiolino, Booble, Kever, Garbus, Typ 1 – oder doch einfach Käfer? Die Wahl des Spitznamens ist Ihnen überlassen, genug Auswahl gibt es eindeutig, denn kaum ein Fahrzeug hat so viele Spitznamen wie der allseits beliebte VW Käfer. Als Ferdinand Porsche 1934 mit der Konstruktion eines Volkswagens beauftragt wurde, war in keiner Weise absehbar, welchen Meilenstein der Automobilgeschichte entstehen würde. Auch über 80 Jahre nach Beginn der Entwicklung hat der VW Käfer nichts von seiner Anziehungskraft und seinem Charme verloren. Der einstige VW-Werbeslogan „Er läuft und läuft und läuft“ gilt auch heute noch – sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen der gesuchten Klassiker zuzulegen: hier finden Sie eine Kaufberatung, die Ihnen bei Ihrer Entscheidung behilflich sein sollte.

VW Käfer Kaufberatung – Der Lack

In der Regel ist der Zustand des Lacks ein guter Indikator für den Gesamtzustand des Fahrzeugs – ist es der Originallack? Wurde nachlackiert oder ausgebessert? Im selben Zug kann man auch die Front des Fahrzeugs auf Steinschläge und andere äußere Einwirkungen wie kleine Dellen und Beschädigungen untersuchen. Hier ist häufig das Problem, dass Steinschläge und ähnliche Beschädigungen bis aufs Blech gehen und so eine hervorragende Angriffsfläche für Rostbefall bieten. Sollten Sie zufälligerweise einen VW Käfer des Baujahrs 1974 besichtigen, sollten Sie noch genauer hinsehen: in diesem Jahr verwendete VW billig aufgearbeitetes Blech aus Italien, das stark rostanfällig war.

VW Käfer Kaufberatung – Die Karosserie

An zweiter Stelle Ihrer Checkliste sollte die Karosserie stehen: machen Sie sich ein genaues Bild, in welchem Zustand sich Lack und Blech befinden. Da Sie die Fahrzeugfront bereits auf Steinschlag und ähnliche Schäden untersucht haben können Sie nun mit den vier Kotflügeln weitermachen, diese sind auf Durchrostung zu prüfen. Auch ein Blick von unten schadet nicht – ist der Unterbodenschutz noch vorhanden oder beschädigt? Die nächsten Stationen sind Lampentöpfe und Scharniere, lassen sich letztere leicht betätigen, sind die Abdeckungen vorhanden? Darüber hinaus sollte die Tür des VW Käfer beim Öffnen nicht absacken oder schief hängen. Ein genauer Blick auf die Trittbretter schadet nicht, hier kommt es an den verschiedensten Stellen zu Rostbefall und sollte daher genau geprüft werden – zu dem empfindlichen Stellen gehören die Flächen unterhalb der Gummiauflagen und auch die Unterseite der Trittbretter. Regelmäßig sorgen beim VW Käfer die Stoßstangenbefestigungspunkte für Kummer und sollten daher mit in Ihre Untersuchung einbezogen werden, im selben Zug können Sie auch den Kofferraum näher unter die Lupe nehmen: ist das Halteblech für das Dichtgummi rostfrei?


VW Kaefer Kaufberatung - HeckVW Kaefer Kaufberatung - Front


VW Käfer Kaufberatung – Die Bodengruppe

Sollten Sie die Möglichkeit haben, das Besichtigungsobjekt von unten zu sehen – nur zu, schaden wird es definitiv nicht. Zwar ist nicht immer eine Grube in der Nähe oder eine Bühne zur Hand, dennoch lohnt sich der Aufwand und sollte Ihnen Ihre Entscheidung leichter machen. Besonderes Augenmerk sollten Sie auf den Rahmenkopf legen, der für seinen Rostbefall berühmt berüchtigt ist – ein Austausch besagten Teils ist teuer und sehr aufwendig! Sollten Sie ein VW Käfer Cabriolet besichtigen werfen Sie zusätzlich einen Blick auf die Längsträger, auch diese sind nicht selten vom Rost befallen. Die Bodenplatte sollte eingehend und genau untersucht, gegebenenfalls auch abgeklopft werden – lassen Sie sich von frischem Unterbodenschutz nicht blenden, oftmals wird hier mehr kaschiert als nur geschützt.

VW Käfer Kaufberatung – Der Motor

Noch bevor Sie den Motor starten, sollten Sie ihn genauer in Augenschein nehmen: wie ist der äußere Zustand? Ist der Motor ölig oder sauber? Eine ölige Pfütze unter dem Motor ist selten ein gutes Zeichen, der Stellplatz sollte auch auf solche Eventualitäten untersucht werden. Nach der rein äußerlichen Betrachtung des Motors geht es nun ans Eingemachte: starten Sie den Motor – im besten Fall sollte dies nach ein paar Umdrehungen geschehen, abhängig von der Standzeit dürfen Sie keine Wunder erwarten. Über grauen Rauch aus den Auspuffrohren sollten Sie sich keine Gedanken machen, gerade nach längeren Standzeiten kommt das gelegentlich vor. Sobald der Motor etwas warmgelaufen ist können Sie ein wenig aufs Gas drücken – dreht der Motor sauber hoch oder kommt es zu Aussetzern?


VW Kaefer Kaufberatung - Motor


VW Käfer Kaufberatung – Die Kupplung

Sobald der Motor warmgelaufen ist und Sie sich im Stand vom Zustand überzeugt haben kann steht einer Probefahrt nichts mehr im Weg. Achten Sie hierbei auf den Klang des Motors, wie das Gas angenommen wird und ob die Heizung funktioniert – nach Abgasen sollte es nicht riechen. Auspuffknallen beim Schalten ist selten ein gutes Zeichen, ruckelt die Kupplung beim Anfahren könnten eine falsche Einstellung, eine ungenaue Biegung der Kupplungsseilführung oder schlichtweg Verschleiß ein Auslöser sein. Halten Sie während der Probefahrt an und ziehen die Handbremse – können Sie dennoch losfahren ist die Handbremse defekt, würgt der Motor ab ist alles in Ordnung.

VW Käfer Kaufberatung – Der Innenraum

Nach Ihrer Probefahrt sollten Sie sich zum Schluss auch noch den Innenraum näher ansehen – übler, muffiger Geruch wäre Ihnen vermutlich mittlerweile aufgefallen, doch wie steht es um den Himmel und die Polster? Sind sie unbeschädigt und ohne Risse? Prüfen Sie auch die Sitzschienen und Gurte – können Sie alle beweglichen Teile ohne Probleme betätigen? Verschmutzungen lassen sich in der Regel entfernen, bei gröberen Beschädigungen sollten Sie sich über die Kosten möglicher Reparaturen im Klaren sein.


VW Kaefer Kaufberatung - Innenraum


VW Käfer Kaufberatung – Das Fazit

Er läuft und läuft und läuft. Mit über 21,5 Millionen hergestellten Exemplaren bereichert der VW Käfer auch heute noch das weltweite Straßenbild – und das wird er auch noch eine Weile, denn bis heute sind außerordentlich viele Exemplare erhalten geblieben. Treue Fans organisieren sich in Clubs, veranstalten Ausfahrten und treffen sich zum Stammtisch – einen klassischen VW Käfer fahren ist ein kleines Statement, ähnlich wie beim Mini oder der Ente. Die Ersatzteillage des Wagens ist außerordentlich gut, die meisten Teile sind zu moderaten Preisen erhältlich. Mit einem VW Käfer können Sie sich – zu erschwinglichen Preisen – einen Traum erfüllen. Auf dass er noch viele Jahre läuft und läuft und läuft.

Text Jan Fröhlich // Fotos Classic Trader


 

Autor: Jan Fröhlich

Jan Fröhlich ist Redakteur beim Classic Trader Magazin und begeistert sich leidenschaftlich für klassische Fahrzeuge. Traum-Klassiker: Mercedes Benz 300 SL & Porsche 356 Eigener Klassiker: Velo Solex 3800 von 1968

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