Toyota Celica Kaufberatung

Toyota Celica Kaufberatung Totale

Beim Begriff Traumwagen denken nicht viele automatisch an den japanischen Evergreen. Warum aber eigentlich nicht? Eine Toyota Celica Kaufberatung gibt Ratschläge zu den ersten drei hinterradangetriebenen Generationen des Coupés aus Fernost. .

Es gibt zahlreiche Modelle, die Generationen von Autofahrern über Jahrzehnte bewegt haben. Hierzulande sind vor allem der Porsche 911, die Mercedes-Benz S-Klasse oder der Volkswagen Käfer geläufig; in den USA der Ford Mustang oder der Chevrolet Camaro. Ein Modell, dass quer über den Globus ein großer wirtschaftlicher Erfolg war und eine treue Fangemeinde hat, aber dennoch gefühlt etwas zu Unrecht unter den Radar fliegt, ist der Toyota Celica.

Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass der Celica nicht mit einem Blick nach Europa konstruiert wurde, sondern vor allem der amerikanische Markt im Fokus stand. Toyota war dort schon in den 60ern gut auf dem Straßenbild vertreten. Die große Emotion ging aber von Autos vom Schlage eines Ford Mustang oder Chevrolet Camaro aus. Diesem ungestümen Geist der „Pony-Cars“ wollte sich Toyota öffnen, aber dabei auch zuverlässig, kompakt und preisgünstig sein, wie man es von der japanischen Marke erwarten konnte.

Toyota Celica Kaufberatung – Die erste Generation

1970 kam der erste Celica, Baureihe T22, in der japanischen Heimat und in den USA auf den Markt. Gerade in der neuen Welt war das sportliche Coupé mit den fließenden Linien und der ausladenden Pony-Hüfte gut an. Und das, obwohl kein brubbelnder V8 für Vortrieb sorgte, sondern ganz sachlich ein Reihen-Vierzylinder.

Um das Fahrzeug profitabel herausbringen zu können, erschuf Toyota eine Plattform, die nicht nur dem Celica diente, sondern auch dem verwandten Carina. Bei den deutschen Händlern stand der erste Celica im Frühjahr 1972 im Showroom. Während in Japan 28 verschiedene Modellvarianten verfügbar waren, war es in Deutschland zunächst nur die Basisausstattung LT und der 1,6 Liter Motor mit 79 PS. Ab Herbst 1972 kam der ST mit Doppelvergaser und 86 PS hinzu, ab 1973 war auch der Celica GT mit 108 PS verfügbar. Alle Modelle gab es zunächst nur als Stufenheck-Coupés.

1975 unterzog Toyota den Celica einer sehr dezenten Modellpflege, von außen nur durch die vorderen Blinker, die in die Chromstoßfänger wanderten, zu unterscheiden waren. Einen größeren Einschnitt gab es mit Erscheinen des ersten Celica Liftback, Kürzel TA/RA 28. Dessen GT hatte gar 120 PS, zehn mehr als der damalige Volkswagen Golf GTI.

Toyota Celica Kaufberatung – Generation zwei und drei

Mit der zweiten Generation TA40, die von 1978 bis 1982 gebaut wurde, beschritt Toyota technisch einen ähnlichen, optisch aber einen gänzlich anderen Weg. Die Pony-Car-Attitüde mit dem geschwungenen Heck und dem Chromzierrat wich einer sachlichen, klaren Linie. Damit trafen die Japaner wieder den Zeitgeist, sowohl Stufenheck-Coupé als auch Liftback sorgten dafür, dass der TA40 der meistverkaufte Celica wurde. Als Basis diente wieder eine gemeinsame Plattform mit dem Carina, die bewährten Vierzylinder-Motoren sorgten mit Leistung von 75 bis 123 PS für Vortrieb.

Das letzte Modell mit Hinterradantrieb war die dritte Generation TA6, die von 1982 bis 1985 angeboten wurde. Äußerlich beschritt man wieder einen anderen Weg, oder vielmehr richtete Toyota seinen Blick wieder vermehrt in die USA. Die harten Kanten, die starke Keilform und die Klappscheinwerfer ab dem ersten Facelift passten hervorragend auf die amerikanischen Straßen der 80er-Jahre. Die Vierzylinder zwischen 1,6 und 2,0 Liter Hubraum bewegten sich in einem ähnlichen Leistungsspektrum wie der Vorgänger zwischen 86 und 120 PS. Erstmals wurde 1983 der Vierventiler 4A-GE beim Celica in Großserie umgesetzt. Der „16V“ mit zwei oben liegenden Nockenwellen brachte 124 PS auf die Straße und sorgte für einen betörenden Sound.

Toyota Celica Kaufberatung TA6 1

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Beim Celica, zumal der ersten drei hinterradangetriebenen Generationen, handelt es sich durchaus noch um einen Geheimtipp. Was aber im Umkehrschluss nicht heißt, dass die Fahrzeuge nicht gefragt wären. Im Gegenteil, gut erhaltene Modelle der Coupés und des Liftbacks können problemlos die 30.000 Euro-Marke reißen. Je nach Zustand gehen die Preise aber stark in den Keller. Der Celica teilt das Los, das emotionale und erschwingliche Sportcoupés mit sich bringen, sie wurden oft nur als Basis für halbstarke Träumereien verwendet. So ist ein nicht unerheblicher Anteil des gebauten Bestandes auf Landstraßen verheizt worden oder bis zur Unkenntlichkeit verbastelt worden. Daher sind gut erhaltene oder sehr gut instandgesetzte Modelle rar und wahre Schätze, zumal wenn es sich um GT-Versionen oder um Liftback-Modelle handelt.

Der große Minuspunkt des Celica als Sportwagen ist nun sein großer Trumpf als Klassiker: Die simple und stabile Technik. Der Vierzylinder ist ein bewährtes Aggregat und einfach konstruiert, wenn mit dem Motor pfleglich umgegangen worden ist, sollte von dieser Seite keine große Gefahr drohen. Beim Fahrwerk mit seiner starren Hinterachse ist Toyota auch keine Experimente eingegangen, dennoch sollte man sich Federn und Lager genauer anschauen. Auch im Bezug auf Rost sollte man die üblichen Stellen wie Schweller, Radläufe und Unterboden sehr genau unter die Lupe nehmen. Das größte Problem liegt nämlich nicht im Auto selbst, sondern in der Ersatzteilversorgung. Gerade im Vergleich mit hierzulande gängigeren Modellen sieht die Ersatz- und Verschleißteilversorgung nämlich sehr dürftig aus. Daher dreht es sich bei einer Toyota Celica Kaufberatung nicht nur um die Basis, das neue Fahrzeug, sondern man sollte sich vorher genauso sehr umschauen nach Teilen, die ersetzt werden müssen.

Toyota Celica Kaufberatung – Fazit

Der Celica ist als Klassiker genau das, was er als Neuwagen in den 70er- und 80er-Jahren war: ein günstiges, vernünftiges, aber dennoch charaktervolles und emotionales sportliches Coupé. Wem ein V8-Ponycar zu teuer und unvernünftig ist, der ist beim Celica gut aufgehoben. Der Vierzylinder ist ein solides Aggregat und das Stufenheck-Coupé oder der Liftback ein guter Einstiegsklassiker. Die Binsenweisheit, „wer billig kauft, kauft zweimal“ gilt aber wegen der schlechten Ersatzteilversorgung beim Celica besonders. Außer viel Geduld bei der Teilebeschaffung sollte man bei reparaturbedürftigen Modellen noch einen finanziellen Spielraum in der Hinterhand haben. Wenn man aber über einen gut erhaltenen und fair eingepreisten Celica sieht, der sollte nicht allzu lange darüber nachdenken.


Fotos Toyota Deutschland GmbH

Autor: Paolo Ollig

Paolo Ollig schreibt als Chefredakteur regelmäßig über alle Raritäten und Meilensteine der Automobil- und Motorrad-Geschichte. Traum-Klassiker: Lamborghini Countach und Mercedes-Benz 300 SL Roadster. Eigener Klassiker: Mercedes-Benz 230 CE (W123) von 1981.

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