Le Jog 2017 – Eine Rallye als ultimative Reifeprüfung

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Der Tragweite einer Teilnahme bei Le Jog ist man sich eigentlich erst bewusst, wenn alles vorbei ist. Die legendäre Etappe von Land´s End im schönen Cornwall, durch Wales, England und schließlich bis zum äußersten Zipfel Schottlands darf ohne Zweifel als härteste Prüfung bezeichnet werden, der man sich heutzutage am Steuer eines Auto-Klassikers auf europäischen Straßen stellen kann.

Die Veranstaltung gilt als Geheimtipp für all jene, denen eine Classic Monte zu populär und die Mille Miglia zu profan erscheint. Richtig, Le Jog ist etwas für Extremisten – und alles andere als eine touristische Landpartie. Vielmehr nahm man sich erstmals 1993 ganz traditionelle Reliability Trials zum Vorbild – also Zuverlässigkeitsprüfungen, bei denen die Einheit aus Mensch und Maschine – wie seit über 100 Jahren üblich – aufs äußerste gefordert wird.

Und eine fordernde Prüfung war es auch im gerade vergangenen Dezember. Kurz vor Weihnachten trafen sich 60 Teams mit ihren Oldtimer-Fahrzeugen in Cornwall/Südengland, um an drei Tagen über 1.500 Meilen auf ihre alten Tachos zu spulen. Das Ziel: John O´Groats im Norden Schottlands. Doch nicht nur die Distanz, auch die Jahreszeit, reichlich Schnee, ständig wechselndes Terrain, Navigation nach alter Sitte, anspruchsvolle Tests und nervenaufreibende Regularities sorgten für Nervenkitzel weit jenseits der Komfortzone.

Völlig vereiste Pass-Straßen durch die Highlands, Vollgasfahrten weit nach Mitternacht und enge, von Steinmauern gesäumte Straßen waren auch 2017 das Salz in der Suppe. Meistern mussten die Teams dabei nicht nur die große Horroretappe von 26 Stunden, sondern auch den ständigen Druck, die Distanz möglichst fehlerfrei sowie allein mit Roadbook und Karte zurückzulegen. Wer nicht innerhalb eines engen Zeitfensters bestimmte Ortsmarken anfuhr war schlicht und ergreifend raus – insofern man den Wagen nicht schon vorher in einer Hecke oder den unnachgiebigen Steinmauern kalt verformt hatte.

Etwa die Hälfte der Teams schaffte es schließlich bis ans Ende der britischen Insel. Der Rest gab freiwillig auf, haderte mit technischen Defekten oder konnte nach einem Unfall nicht weiter fahren. Geschont wurden weder Nerven noch Motoren, was das Glücksgefühl der erfolgreichen Teilnehmer umso eindrucksvoller spürbar machte. Le Jog ist und bleibt ein ganz besonderes Abenteuer!

Was genau auf den 1.500 fordernden Meilen passierte, sehen sie in unserer großen Fotostory.

Autor: Sven Wedemeyer

Auf einem Bein kann man nicht stehen, weiß der Volksmund. Deshalb schreibt Sven Wedemeyer nicht nur spannende Berichte für Classic Trader oder Lifestyle- und Fachmagazine, sondern blickt als Fotojournalist auch gern durch den Sucher seiner Kamera. Im Fokus hat der Petrol Head vor allem automobile Klassiker und besondere Motorräder // Traum-Klassiker: Bugatti 35B // Aktueller Klassiker: MGB GT V8

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