Kolumne Zeitsprünge | Mazda CX-5 – Frisch überarbeitet

2021 Mazda CX-5 Magmarot Metallic (11)

Mit dem Mazda CX-5 präsentiert sich ein praktischer SUV in elegantem Gewand.

Seit 101 Jahren existiert die Mazda Corporation, 1928 wurden erstmals Maschinenbauteile gebaut, von 1930 an auch Motorräder – dann kamen motorisierte Dreiräder und Lastwagen und am 28. Mai 1960 präsentierte das in Hiroshima ansässige Unternehmen sein erstes Automobil. Und wer am Stammtisch beeindrucken will: Ab 1930 wurde der Name „Mazda“ verwendet, der an Ahura Mazda, die höchste zoroastrischen Gottheit der Weisheit und Erkenntnis, angelehnt ist.

Mazda war stets ein Verfechter außergewöhnlicher und innovativer Technik – wer sonst hätte jahrzehntelang dem Wankel-Motor die Treue gehalten? Und mit einem Wankel-Motor Le Mans gewonnen? Parallel dazu hat aber auch die Ästhetik an Bedeutung gewonnen. Hier hat das Kodo-Design – laut Mazda von der „explosiven Bewegung von Tieren“ inspiriert – der Marke eine eigenständige Optik gegeben. Erstmals kam diese vielfach prämierte Design-Sprache 2010 bei dem Konzept-Car Shinari zum Einsatz – Mazda dazu: „Als zentrale Elemente von Kodo gelten dabei der Kühlergrill, dessen Linien sich seitwärts bis an die Flanken des Fahrzeugs ziehen, und die weit nach hinten versetzte Fahrgastzelle mit schräg stehenden A-Säulen. Zum typischen Design gehören zudem große Räder, eine breite Spur sowie ein langer Radstand mit kurzen Karosserieüberhängen. Auch die schmalen Scheinwerfer, die mit einer Art bösem Blick eine gewisse Schärfe darstellen sollen, gehören zur Charakteristik des Kodo-Designs“.

Mazda CX-5 – Seit 2011 im Programm

Eines der ersten Modelle im neuen Look war der im September 2011 in Frankfurt präsentierte Mazda CX-5 – ein SUV mittlerer Größe, der sich auf Anhieb sehr gut verkaufte. Auch die zweite – 2016 präsentierte – Generation entwickelte sich zum Bestseller: Weltweit hat Mazda bisher rund 3,12 Millionen Einheiten in 130 Ländern verkauft, und auch in Deutschland ist der CX-5 mit 60.000 verkauften Einheiten der Bestseller im Programm. Und nun steht eine Modellpflege an, die sich weniger mit dem Exterieur beschäftigt, dafür sieht der CX-5 noch zu frisch und unverbraucht aus.

Jochen Münzinger, Direktor Öffentlichkeitsarbeit von Mazda Deutschland meint: „Für das Modelljahr 2021 standen die Aspekte Komfort und Konnektivität im Vordergrund“. Dank der neuesten Version der MyMazda App kann nun beispielsweise der CX-5 aus der Ferne verriegelt, der Standort abgerufen und das Navi-System von zu Hause aus bereits programmiert werden. Es würde hier den Umfang der Zeilen sprengen, alle Features aufzuzeigen – nur so viel: Dank Sprachsteuerung ist die Vielzahl an Möglichkeiten leicht und intuitiv zu bedienen.

Die Triebwerke und der Allradantrieb wurden überholt – womit die Verbrauchswerte und die CO2-Emissionen gesenkt werden konnten – und das Angebot wurde erweitert. Es gibt zwei Benzin-Triebwerke mit 2 Liter Hubraum (121 kW / 165 PS) und 2,5 Liter Hubraum (143 kW / 194 PS), beide sind mit Front- und Allradantrieb bestellbar – serienmäßig sind bei der 165 PS-Variante ein Sechsgang-Schaltgetriebe, die AWD-Version kann auch mit einer Sechsgang-Automatik geordert werden. Wer 194 PS Leistung erwirbt, bekommt die Sechsgang-Automatik serienmäßig – ein Schaltgetriebe ist nicht lieferbar.

Auch der Diesel hat eine Zukunft beim Mazda CX-5

Interessanterweise glaubt Mazda weiter voll an den Selbstzünder – Jochen Münzinger: „Setzt Mazda also bei Fahrzeugen wie dem CX-5 weiter auf den Diesel? Klare Antwort: Ja, denn zum Einen betrug der Dieselanteil beim Mazda CX-5 in den letzten beiden Jahren rund 30 Prozent, und zum Anderen passt ein sauberer und effizienter Diesel gerade für die Langstreckenfahrer besser als ein Benziner oder sogar besser als ein Plug-In-Hybrid mit Benzinmotor“. Eine klare Ansage, die Mazda mit zwei 2,2-Liter-Vierzylindern mit zweistufiger Turboaufladung, Ladeluftkühlern und mit Ausgleichswellen – die das Triebwerk deutlich ruhiger laufen lassen – unterstreicht. Die Leistung: 110 kW (150 PS) und 135 kW (184 PS), die wahlweise mit einem handgeschalteten Sechsganggetriebe oder einer Sechsstufen-Automatik an die vier Räder übertragen werden – neu ist das Angebot, die 184 PS auch nur mit Frontantrieb auf die Straße zu bringen.

Ein erfreulich weit gespreiztes Motorisierungsangebot, das – wie sich bei ersten kurzen Testfahrten zeigte – mehr als ausreichend Kraft zur Verfügung stellt. Mit Höchstgeschwindigkeiten zwischen 188 und 204 km/h ist man mit dem CX-5 überall kräftemäßig gut genug ausgestattet, um Spaß am Fahren zu haben. Die Beschleunigungszeiten von Null auf 100 km/h liegen zwischen neun und elf Sekunden – auch damit gehört man nicht zu den Langsamen im Straßenverkehr. Und mit Verbrauchswerten zwischen sechs und acht Litern bei den Benzinern und etwas weniger bei den Diesel-Modellen ist dieser SUV auch hier auf der vernünftigen Seite – es ist wie immer: Bei Vollgas steigt der Verbrauch deutlich – beim eleganten und intelligenten Dahingleiten fallen die Verbrauchswerte deutlich.

Zu den Preisen: Es gibt vier verschiedene Ausstattungs-Linien – Prime-Line / Center-Line / Exclusive-Line und Sports-Line. Und zur Einführung steht ein Sondermodell Homura perfekt ausgestattet bei den Händlern. Und natürlich gibt es noch zusätzliche Möglichkeiten, Geld auszugeben: Metallic-Lackierungen und Lederausstattung oder ein Glasschiebedach. Dementsprechend variieren die Preise – der schlichteste Benziner beginnt bei 27.690 Euro, der schlichteste Diesel bei 33.490 Euro. Das teuerste Modell ist der 184 PS starke Allrad-Diesel mit Automatikgetriebe als Sondermodell Homura – hier werden 45.090 Euro fällig.

Eine Fahrt im überarbeiteten CX-5 ist wie eine Reise in einem guten Bekannten – man kennt sich, schätzt die Stärken wie den Komfort und den geräumigen Innenraum. Man neigt nicht zu punkteträchtigem Rasen und erfreut sich – wenn man den Gasfuß nur bei Überhohlmanövern einsetzt – an moderaten Verbrauchswerten. Wenn man kein prestigeträchtigeres deutsches Label in seiner Garage sehen möchte, ist der CX-5 ein rational gesehen vernünftiges Auto, dessen elegantes Design dem eigenen Geschmack schmeichelt. Keine Frage: Der Mazda CX-5 wird auch weiterhin die Händler und Kunden erfreuen.


Fotos Mazda Motors Deutschland GmbH

Autor: Jürgen Lewandowski

Jürgen Lewandowski schreibt seit mehr als 40 Jahren über Menschen und Autos - und hat mehr als 100 Bücher veröffentlicht. Traumklassiker: Alfa Romeo 8C 2900 Touring Spider und Lancia Rally 037. Eigener Klassiker: Alfa Romeo R.Z. von 1993.

Weitere Artikel

Carrozzeria Bertone Pioniere des Autodesigns Olms Cover

Buchtipp | Carrozzeria Bertone – Pioniere des Autodesigns

Es ist immer wieder verblüffend, wie rasch Mythen in Vergessenheit geraten – wer von den jüngeren Lesern erinnert sich noch an Giovanni und Nuccio Bertone, die Gründer der legendären Carrozzeria Bertone? weiterlesen Buchtipp | Carrozzeria Bertone – Pioniere des Autodesigns

Gutachten CT Inspections Oldtimergutachten

Ihr gutes Recht | Gutachten – in der Oldtimerszene allgegenwärtig

Der Umstand, dass die Kfz-Kaskoversicherer bei Abschluss eines Kaskoversicherungsvertrages nach einem Gutachten fragen, führt dazu, dass es zu vielen historischen Fahrzeugen ein mehr oder minder umfangreiches Gutachten gibt. weiterlesen Ihr gutes Recht | Gutachten – in der Oldtimerszene allgegenwärtig

1992 Mercedes-Benz 600 SEL W140 (1)

Kolumne Wertewandel | Automobile Kultur als Einstiegsdroge

Über 1 Million Oldtimer älter 30 Jahre verzeichnet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) auf deutschen Straßen und jetzt kommen auch noch die zulassungsstarken Jahrgänge der Wiedervereinigung. So sind inzwischen die 90er auf dem Weg zum Klassiker. weiterlesen Kolumne Wertewandel | Automobile Kultur als Einstiegsdroge