Kolumne Zeitsprünge | Cupra Ateca – Der Temperamentsbolzen

CUPRA Ateca (1)

Ich bin stets aufs Neue von Werbeaussagen fasziniert – „Unverwechselbar. Mach du dich selbst.“ Oder: „Zeitgemäße Sportlichkeit. Inspiriert von der Rennstrecke, gebaut für die Straße“. Was wollen uns diese Worte sagen – vor allem: „Mach du dich selbst“? Ich weiß es nicht – aber der Cupra Ateca, dem die Hof-Lyriker diese Zeilen gewidmet haben, ist dennoch ein überraschendes, interessante Gefährt, bei dem sich ein elegantes Design mit mehr als ausreichender Leistung zu einem SUV der etwas anderen Art vereinigt hat. Obwohl: Kann man jemals genug Leistung haben? Eine Frage, die sich der Ateca-Käufer selten stellen wird – er freut sich schon bei der Vertragsunterschrift auf die 300 PS, das wieselflinke Doppelkupplungs-Getriebe und den permanenten Allradantrieb.

CUPRA Ateca Interieur (9)

Cupra Ateca – Spanisches Temperament

Doch zunächst die Frage: Wer ist Cupra? Der Texter sagt: „CUPRA ist ein Lebensgefühl. CUPRA ist mehr als eine Automarke. Rennsportlich. Unbeugsam. Unverwechselbar.“ Letztlich ist Cupra einfach eine neue Marke, die unter dem Dach von SEAT geboren, die Freunde von Leistung und einer sportlichen Fahrwerksabstimmung vermengt mit einem wirklich geglückten Design bei der Stange – also beim Händler – halten soll. Und nach den ersten paar Hundert Kilometern kann man dem Cupra Ateca konstatieren: Aufgabe erfüllt. Der 2-Liter-Vierzylinder bietet reichlich Temperament, erreicht nach 4,9 Sekunden Tempo 100 – und erst bei 250 km/h ist Schluss. Da fällt es schwer, den DIN-Verbrauch von 7,1 Litern zu erreichen – mit neun bis zehn Litern muss man immer rechnen.

Dazu ist der Preis von 41.350 Euro für einen derart temperamentvollen SUV durchaus fair – ein Lamborghini Urus ist mit 650 PS gerade einmal 1,3 Sekunden schneller auf Tempo 100. Und das zum fünffachen Preis. Doch rühmen wir lieber das geschmackvolle Innere und Äußere des Cupra Ateca, das sattelfeste – aber nicht unkomfortable – Fahrwerk und die hervorragenden Bremsen, die dem zuweilen überschäumenden Temperament erfolgreich Zügel anlegen. Bleibt die Frage, ob der Name CUPRA Vor- oder Nachteil ist. Wer für gut verpacktes Understatement ist, wird den Ateca schätzen – wer auf die optische Pauke hauen will, sollte auf die Spoiler der Zubehör-Industrie warten. Nötig hat der Cupra Ateca sie jedoch nicht. Wir werden von CUPRA bestimmt noch viel Gutes hören.

CUPRA Ateca (5)


Fotos SEAT Deutschland GmbH

Autor: Jürgen Lewandowski

Jürgen Lewandowski schreibt seit mehr als 40 Jahren über Menschen und Automobile – dabei sind auch mittlerweile mehr als 100 Bücher erschienen. Traumklassiker: Alfa Romeo 8C 2900 Touring Spider und Lancia Rally 037. Eigener Klassiker: Alfa Romeo R.Z. von 1993.

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