Kolumne Wertewandel | Urwerk-Porsche – Der perfekte Ur-Elfer

Urwerk-Porsche 911 F-Modell Restomod

Vor 49 Jahren debütierte der erste Carrera RS mit dem ikonischen Entenbürzel. Die Form des von 1963–1973 gebauten Ur-Modells ist bis heute der Inbegriff für 911 und Porsche. Der preisliche Einstieg für das mit 2,7l limitierte F-Modell von 1973 beginnt bei mindestens 500.000 Euro, aber gefahren werden die potenten Sammlerstücke nur selten.

Kaufungen bei Sammlern bekannt wie Kalifornien

Den Trend zu den sogenannten Restomods, bei denen aktuellere Elfer-Antriebstechnik in die alten Karosserien verpflanzt wird, dürfte auf die 2009 gegründete Firma Singer Vehicle Design in Kalifornien zurückgehen.

Heute gibt es diverse Umbauten, aber nur einen, der dem puren F-Modell treu bleiben wollte. Stephan von Tülff und sein Urwerk warten und restaurieren seit über 30 Jahren Porsche und zwar zur Note 1. Der kleine und feine Familienbetrieb nahe Kassel erfüllt höchste Ansprüche auch internationaler Sammler in Japan und den USA.

Unverändert formvollendet und technisch optimiert

Den Ursprung für den ersten Urwerk-Porsche lieferte ein Kundenwunsch. Es sollte optisch ein „einfaches“ F-Modell bleiben und vor allem mit inneren Werten überzeugen: leicht und unverfälscht wie der Carrera RS, aber technisch zeitgemäß weiterentwickelt.

Die Idee war, keinen schweren 964 als Basis, sondern einen 3,2l Carrera zum F-Modell zurückzubauen. Dabei massiv Gewicht reduzieren und die Leistung sensibel zu erhöhen.

Dieser 911 wurde gebaut, damit er mit größtem Vergnügen sportlich auf den Straßen bewegt werden kann. Der mit bloßem Auge kaum sichtbare Leichtbau verführt zunächst zur Frage nach der Leistung. Die 266 PS des 3,2l Motors bei gerade einmal 919 kg ergeben ein beeindruckenden Leistungsgewicht – natürlich ohne elektronische Helferlein.

Nur vom feinsten beim Urwerk-POrsche

Dass den Fahrer im Innenraum ein gewisser Luxus empfängt ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck für die Qualität bei Material und Verarbeitung. Das silberne „3.2“ auf dem Kühlluftgitter der Motorhaube ist übrigens von Hand und in 925er Sterling Silber gefertigt.

Genau wie dieses kleine Schild am Heck wird der Urwerk Porsche eine höchst seltene Erscheinung bleiben. Was auch am Kaufpreis liegen dürfte, obgleich er deutlich günstiger als ein originaler Carrera RS ist.


Fotos Urwerk 1:1

Autor: Martin Sölter

Martin Sölter ist als Senior Consultant der BBE Automotive Mitherausgeber der Studie "Young- und Oldtimermarkt 2020" und Dozent für Automotive Management an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln. Als Unternehmensberater unterstützt er Automobilhandel, Industrie und Zulieferer bei digitalen Geschäftsmodellen.

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