Kolumne Wertewandel | Mercury Cougar – Seltener Ford Mustang Zwilling

1970 Mercury Cougar

Jeder kennt den Ford Mustang als Inbegriff des amerikanischen Pony Cars. Der Mustang hat einen technischen Zwilling: der Mercury Cougar der ersten Serie war der sportlichere Bruder, der von Herbst 1967 bis Sommer 1970 gebauten Coupés und Cabrios. Die Marke Mercury war oberhalb von Ford und unterhalb von Lincoln angeordnet. Allerdings wurde sie 2011 im Rahmen der Sanierung der Ford Motor Company aufgelöst.

Die Mercury Cougar der ersten Serie sind in Europa ausgesprochen selten mit ihren Achtzylinder-Motoren zwischen 4,7 und 7,0l Hubraum. Die Leistung wurde mit 149 bis 279 kW angegeben.

Das Coupé sollte den Camaro schwächen

General Motors bediente den Trend nach sportlich aufgemachten Coupés im Herbst 1966 mit dem Chevrolet Camaro als Konkurrent zum Mustang. Um ein weiteres Modell im Wettbewerb anbieten zu können, brachte Ford gleichzeitig den Mercury Cougar heraus: die luxuriösere Variante des Mustangs. Mit seiner Positionierung sollte er höhere Ansprüche der Kunden an Komfort und Exklusivität erfüllen. In der sportlichen Basisversion als GT sowie luxuriöser ausgestattet als XR-7 gab es zwei Ausstattungsvarianten. Der Cougar war im Grundpreis rund 10% teurer als das vergleichbare Mustang Coupé. Als vollausgestatteter XR-7 kostete der Mercury Cougar etwa genauso viel, wie ein höher positionierter Ford Thunderbird.

Der Cougar bekam einen 76 mm längeren Radstand als der Mustang. Beide nutzten den gleichen Antriebsstrang des Ford Falcon. Zum Modelljahr 1968 erhielt er die stärkeren Motoren von 5,8 bis 7,0 Liter Hubraum. Mit der Überarbeitung 1969 wuchsen auch die Abmessungen der Karosserie und erstmalig war auch das Cabrio lieferbar, meist mit der Dreigang-Automatik!

Kraftvoller Auftritt des Mercury Cougar

Besonders markant ist die Optik von vorn mit den Klappscheinwerfern, die im Kühlergrill verschwanden. Wer im amerikanischen Markt nach der luxuriösen Variante des Mustangs suchen möchte, sollte sich zwischen Hardtop und Convertible entscheiden. 1969 wurden rund 100.000 Cougar gebaut, von denen nur 10% Cabriolets waren.

Die XR-7 Ausführung hatte bei den Coupés rund 25% und bei den Cabrios ca. 40% Anteil. Schon 1970 gingen die Produktionszahlen massiv runter auf nur noch 72.000 Fahrzeuge mit deutlich geringerem Cabrio-Anteil, bevor 1972 die zweite Generation vorgestellt wurde.


Fotos Classic Trader

Autor: Martin Sölter

Martin Sölter ist als Senior Consultant der BBE Automotive Mitherausgeber der Studie "Young- und Oldtimermarkt 2020" und Dozent für Automotive Management an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln. Als Unternehmensberater unterstützt er Automobilhandel, Industrie und Zulieferer bei digitalen Geschäftsmodellen.

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