Kolumne Wertewandel | Mercedes-Benz 300 TE-24 S 124 – Der Luxus-Laster

Mercedes-Benz 300 TE-24 S 124 Totale

Es sind die sogenannten Sacco-Bretter und diese zeitlose, schnörkellose Linie. Die Linie hat etwas Souveränes, Unaufgeregtes und Grundsolides. Der Mercedes-Kombi wurde entwickelt für die Kundschaft Transport und Touristik – deshalb heißt der Kombi bis heute T-Modell. Schon bei seiner Vorstellung auf der IAA 1985 deutete der serienmäßig mit Teppich bezogene Ladeboden die Verwendung an: dies ist kein Nutzfahrzeug sondern Lifestyle.

Mercedes-Benz 300 TE-24 S 124 – Stilvoll und praktisch

Seine Typbezeichnung beinhaltete auch die Motorisierung mit „TE“ für Benziner-Einspritzung, „TD“ für Diesel oder den aufgeladenen „Turbo Diesel“. Eine besondere Motorisierung war der sogenannte Mercedes-Benz 300 TE-24 S 124, der erste Vierventiler auf Basis des regulären Sechszylinders mit 3,0l Hubraum, der sonst über 180 PS verfügte. Ganz unüblich für einen Mercedes wurde dieser plötzlich zu Drehzahlen über 4.000 Umdrehungen verleitet, der höchstens zum manuellen 5-Gang-Getriebe passen sollte. Meistens wurde das 4-Gang-Automatikgetriebe geordert und später als Sonderausstattung das 5-Gang-Automatikgetriebe, welches merklich das Geräusch- und Drehzahlniveau senkte.

Bei seinem Debut auf der IAA 1989 war dieser Motor eine kleine Sensation für die Marke Mercedes-Benz als Technologie- und Imageträger. Der 300 TE-24 war das Topmodell der Baureihe mit einem Grundpreis von über 70.000 DM. Ab Ende 1989 war das Sportline Paket inklusive 22 mm tieferem Sportfahrwerk sowie 7Jx15“ Leichtmetallfelgen verfügbar. Vom sogenannten S 124 wurden von 1985 bis zum Produktionsende 1996 nur insgesamt 340.503 Exemplare gebaut – wohlgemerkt bei insgesamt 2,5 Mio. Einheiten in der 124er Baureihe.

Siebensitzer mit Rückblick

Mercedes bot optional zwei weitere Sitze im Gepäckraum an. So können Ausfahrten mit den Kindern dem rückwärtigen Verkehr entgegengerichtet durchaus unterhaltsam werden. Die Sitze verschwinden unauffällig im Gepäckraumboden und sind dann nur an den an der C-Säule sichtbaren 3-Punkt-Sicherheitsgurten erkennbar. Mit Ausstattungen wie Schiebedach, Klimatisierung, Tempomat und Lederausstattung konnte schon mal die Grenze von 100.000 DM beim Kaufpreis überschritten werden. In der erstmalig nach der Modellpflege sogenannten E-Klasse war dann der E 320 die Topmotorisierung.

Und da Mercedes-Benz letztes Jahr verkündet hat, in Zukunft keine T-Modelle mehr zu entwickeln, ist jetzt die Gelegenheit, ein Stück unkaputtbarer Automobilgeschichte und sich einen Oldtimer mit Stil und Nutzwert zuzulegen.


Fotos Mercedes-Benz AG

Autor: Martin Sölter

Martin Sölter betreut und berät als Account Executive bei MSX die Marken des Volkswagen Konzerns beim Outsourcing von Geschäftsprozessen und hat einen Lehrauftrag im B.A. „Automotive & Mobility Management“ an der privaten Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln.

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