Kolumne Wertewandel | Maserati 3200 GT – Kapriziöse Diva
Maserati trat Ende der 90er Jahre unter der Ägide von Mehrheitseigentümer Ferrari an, wieder ein Fahrzeug für leistungsorientierte Fahrer mit Hang zu Eleganz und Vielseitigkeit anzubieten: den besonderen 3200 Gran Turismo.
Die von Giorgio Giugiaro gestaltete Form des luxuriösen 2+2 Coupés verfügt über den bereits im viertürigen Quattroporte eingebauten, allerdings für den GT überarbeiteten 3,2-Liter-V8-Biturbo-Motor mit einer Leistung von 370 PS (272 kW) und manuellem 6-Gang-Getriebe. Es gab diesen auch mit einem Automatikgetriebe. Allerdings wurde wegen zu aufwendiger Zulassungsvorschriften im US-amerikanischen Markt der Maserati 3200 GT neben dem Radstand aufgrund seiner markanten, zweiteiligen Bumerang-Rückleuchten in den USA nie homologiert.
Elegantes Sportcoupé
Diese ersten serienmäßigen Rückleuchten mit Leuchtdioden wurden leider schon nach 4 Jahren durch die langweiligen und großflächigen Rückleuchten mit dem Nachfolger als Maserati Coupé abgelöst, um den Wiedereinstieg in den wichtigen US-Markt realisieren zu können. Der auch 4200 Coupé genannte Maserati kam Ende 2001. Neben den kleineren optischen Aspekten wie den fehlenden Luftschlitzen in der Motorhaube war nun der von Ferrari entwickelte Saugmotor mit 4,2l Hubraum und 390 PS Leistung wesentlicher Unterschied. Interessant ist auch der nur bis 2004 gebaute Spyder mit Stoffverdeck und Cambiocorsa-Schaltung mittels Schaltwippen am Lenkrad, falls es eine offene Version sein soll.
Maserati-Kunden hatten übrigens keine Optionen, wenn es um die Wahl der Leichtmetallräder ging, denn es gab nur das mit den 10 Speichen. Dank der Kleinserienfertigung waren zahlreiche Individualisierungen wie die Farben der Innenausstattung und der Außenhaut zu ordern. Das optionale Sport-Fahrwerk war mittels Taste im Härtegrad verstellbar. Eine banale und rein funktionale Sonderausstattung wie die Park-Distance-Control wurde nicht angeboten.
Limitiertes Sondermodell des Maserati 3200 GT
Für Sammler ist das auf 150 Exemplare limitierte Sondermodell „Assetto Corsa“ ein Geheimtipp. Die glorreichen und historischen Rennerfolge der Marke mit dem Dreizack sind hier Impulsgeber. Neben diversen technischen Optimierungen für besseres Handling und innen speziellem Connolly-Sport-Leder, waren rote Bremssättel und rauchgrau getönte 18-Zoll-Räder mit 15 Speichen Erkennungszeichen.
Schon bei niedrigen Drehzahlen hinterlässt der Motor einen bärenstarken Eindruck und ist spielerisch bis zur Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h zu dirigieren. Modena lässt grüßen.

Fotos Ruote da Sogno
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