Kolumne Wertewandel | BMW 3,0 CSi und CSL – Batmobile mit Stil

BMW 3,0 CSi

Als 1968 die ersten Coupés der Baureihe E9 präsentiert wurden, wurden die Karosserien von Karmann gefertigt und von BMW mit dem Kürzel „CS“ für Coupé Sport versehen. Ob mit 2500, 2800 oder 3000 Kubikzentimeter Hubraum wurden die Sechszylinder als Vergaserversion gebaut. Besonders auffällig war die fehlende B-Säule und die filigrane C-Säule gepaart mit der langen Motorhaube und ordentlich Chromzierrat an der Seitenlinie. Die aufrechtstehenden Doppelscheinwerfer mit schmaler, hoher Niere prägen den attraktiven Auftritt.

Ölkrise mit 3,0l Hubraum

Interessant wird es mit zwei besonderen Kürzeln im Namen: CSi und CSL. Die Einspritzung „i“ war der 3,0l-Version vorbehalten und leistete 1971 erstmals 200 PS. ALPINA überzeugte
BMW von einer Leichtbauversion für den Tourenwagensport 1973. Der CSL trägt erstmalig die klassischen 20-Speichenräder von ALPINA mit 7J x 14 Zoll.

Das aerodynamische Paket mit Front- und Heckspoiler sowie die kleinen Finnen auf den Kotflügeln sind bis heute ein absoluter Eyecatcher und so wurde der 3,0 CSL mit dem Zusatz „Batmobile“ versehen.

Heckspoiler ohne ABE

Für die Straßenzulassung war übrigens der dreiteilige Heckflügel nicht zugelassen, aber in Einzelteilen im Kofferraum, da er über keine ABE verfügte. Um die Gewichtsreduzierung zu erzielen, wurden Motorhaube, Kofferraumdeckel und die Türaußenhaut aus Aluminium hergestellt. Einige der Scheiben bestehen aus Plexiglas, so dass das Leergewicht mit 1.270 somit 130 Kilogramm weniger wiegt, als ein BMW 3,0 CSi. In der finalen Ausbaustufe hatte der Motor 3,2l Hubraum und eine Serienleistung von 206 PS. Auf der Rennstrecke waren es eher 360 PS, aber dann mit 3,5l Motor.

Meisterhaft in Le Mans

Der E9 fällt in die Anfänge der ruhmreiche M-Motorsport GmbH. Und die drei BMW-M-Farben waren zuerst auf der Motorsportversion des 3,0 CSL. 1973 gewann er die Tourenwagen-Europameisterschaft und von 1975 bis 1979 jedes Jahr aufs Neue. 1973 holte er den begehrten Klassensieg in Le Mans. Bis Ende der 1970er Jahre errang er unzählige Siege auf der ganzen Welt.

Aufgrund der Ölkrise kommt es nicht zu stärkeren Motorisierungen, obgleich es bereits einen Prototyp mit 8-Zylindermotor im Einsatz gab. Unwiderstehlich sind die letzten Versionen des bis 1975 gebauten BMW 3,0 CSi: einfach nur bildschön.


Fotos BMW AG

Autor: Martin Sölter

Martin Sölter betreut und berät als Account Executive bei MSX die Marken des Volkswagen Konzerns beim Outsourcing von Geschäftsprozessen und hat einen Lehrauftrag im B.A. „Automotive & Mobility Management“ an der privaten Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln.

Weitere Artikel

TWR-Porsche WSC95 Serge Vanbockryck Porter Press Cover

Buchtipp | TWR-Porsche WSC95 – Der Porsche der ein Jaguar war

Kann man sich vorstellen, dass Jaguar und Porsche – in den frühen 90er Jahren Rivalen auf der Rennstrecke – sich zusammentun und einen gemeinsamen Rennwagen bauen? weiterlesen Buchtipp | TWR-Porsche WSC95 – Der Porsche der ein Jaguar war

911 Design Michael Mauer Delius Klasing Cover

Buchtipp | 911 Design – Mit den Worten des Meisters

Wer diese Zeilen hin und wieder verfolgt, hat mitbekommen, dass das vergangene Jahr übervoll mit Büchern rund um die Jubiläen „75 Jahre Porsche“ und „60 Jahre Porsche 911“ gefüllt war. weiterlesen Buchtipp | 911 Design – Mit den Worten des Meisters

1964 Austin-Healey 3000 Mk III (BJ8) Roadster I

Kolumne Wertewandel | Austin-Healey 3000 – Ein waschechter Roadster

Heute – lange nach der Blütezeit eines Austin-Healey 3000 – werden Fahrzeuge gern als Roadster bezeichnet, die der ursprünglichen Idee gar nicht mehr entsprechen: kein festes Dach oder klappbares Verdeck, das jedoch im Notfall mit einfachsten Mitteln verschlossen werden kann. weiterlesen Kolumne Wertewandel | Austin-Healey 3000 – Ein waschechter Roadster