Kolumne Wertewandel | ALPINA B6 – Der Langstreckenkönig

ALPINA B6 2.8 BMW 3er E36 1992

Als 1992 der BMW 3er als ALPINA B6 herauskam, war er als Limousine oder Coupé erhältlich. Der B6 2,8 genannte Sportwagen aus Buchloe baute auf dem damaligen Topmodell der 3er Reihe E36 und dessen 2,5l Hubraum auf. ALPINA erweiterte den Hubraum auf 2,8l bei einer Leistungsausbeute von 240 PS und 293 Nm Drehmoment bei nur 4.200 U/Min. Bereits 1993 erhielt der dann B3 genannte 3er einen 3,0l Motor. Als absolutes Novum gab es erstmalig auch einen Touring, der über die 250 PS verfügte. Als Erkennungsmerkmale jedes ALPINA verfügen die Fahrzeuge über einen serienmäßigen Frontspoiler. Der Heckspoiler hingegen war optional, die markanten Streifen ebenfalls serienmäßig.

Leistungsdaten wie der Porsche 964

Mit einem Leergewicht von 1.330 kg spielt der B3 genau in der Gewichtsklasse eines Porsche 911. Alpinatypisch sind Classic genannten 20-Speichen Felgen, als 8J vorne und 9J breite 17-Zöller hinten, die seinerzeit auf der Hinterachse 265/35er breite Reifen in den unveränderten Radhäusern unterbrachten. Die Hochgeschwindigkeitsreifen wurden exklusiv mit Michelin für die homologierten 255 km/h Top-Speed entwickelt. Mit der serienmäßigen 25%-Differentialsperre hatte der B3 erfreulich viel Grip an der Hinterachse.

Neben der Version mit 5-Gang-Schaltgetriebe war auch die besondere 5-Gangautomatik mit am Lenkrad zu schaltenden Knöpfen, genannt Switch-Tronic bestellbar. Allerdings thront dann auf dem Mitteltunnel der etwas klobige Automatikwählhebel.

Limitierte Stückzahlen beim ALPINA B6 und B3

Hinsichtlich der geringen Stückzahlen aus dem Hause ALPINA sind auch die B3 selten: 359 Limousinen, 24 Touring, 239 Coupés und 155 Cabrios wurden gebaut. Es gab aber noch ein motorisches Highlight in der Karosserie: Als 1994 der B8 4,6l angeboten wurde, staunte man auch in München nicht schlecht. Angeblich war er das Ergebnis einer Wette. Denn der 8-Zylinder- Motor des 540i hätte eigentlich nicht in den Motorraum des E36 gepasst. Zumindest von oben! Die 333 PS und 470 Nm Drehmoment bei 3.900 U/Min. waren damals eine echte Ansage für die 93 Limousinen, 27 Touring, 78 Coupés und 23 Cabrios.

Den Abschluss der E36 bildete von 1996 bis 1999 der 3,2l Motor mit 265 PS. Noch einmal mit etwas mehr Hubraum und Drehmoment für schnelle Fahrt auf langer Strecke.


Fotos ALPINA Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG

Autor: Martin Sölter

Martin Sölter ist als Senior Consultant der BBE Automotive Mitherausgeber der Studie "Young- und Oldtimermarkt 2020" und Dozent für Automotive Management an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln. Als Unternehmensberater unterstützt er Automobilhandel, Industrie und Zulieferer bei digitalen Geschäftsmodellen.

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