Jaguar E-Type Kaufberatung

Jaguar E-Type

Der in den USA als Jaguar XK-E angebotene Jaguar E-Type gilt bis heute als unerreichter Klassiker und Stilikone britischen Automobilbaus. Mit seiner markanten und einzigartigen Silhouette ist eine Verwechslung beim Jaguar E-Type mit einer anderen Karosserie ausgeschlossen. Nicht ohne Grund soll Enzo Ferrari den Jaguar E-Type als schönstes Automobil aller Zeiten bezeichnet haben. Der von 1961 bis 1974 gebaute Sportwagen lässt Sammlerherzen höher schlagen und gehört zu den am meisten gesuchten Oldtimern, eine Tatsache, die sich auch in den aufgerufenen Preisen zeigt. Es handelt sich beim Jaguar E-Type um eine Straßenversion des erfolgreichen Jaguar D-Types, der von 1954 bis 1957 vom Band lief. Die Präsentation des E-Type erfolgte im Rahmen des Genfer Automobilsalons am 15. März 1961. Zwischen 1961 und 1974 wurden insgesamt drei Serien und einige Sondermodelle hergestellt, der Wagen war mit verschiedenen Motorisierungen als Kombicoupé, Coupé und Roadster erhältlich.

Jaguar E-Type KAUFBERATUNG – DIE Entwicklung

Der erste Prototyp des Jaguar E-Type wurde im Jahr 1958 fertiggestellt und trug den Namen E1A, zwei Jahre später folgte der E2A. Obwohl der Wagen für den Einsatz im Straßenverkehr gedacht war, wurde der Wagen auf Rennstrecken getestet. Die Prototypen wurden beide verschrottet und blieben der Nachwelt nicht erhalten. Der Sportwagen war unter anderem mit dem Sechszylinder-Reihenmotor ausgestattet, der bereits im Jaguar XK 150 verbaut worden war. Die Kraftübertragung erfolge mit Hilfe einer Viergangschaltung auf die Hinterachse, die Höchstgeschwindigkeit des Jaguar E-Type wurde mit etwa 240 km/h angegeben. Motor und Vorderradaufhängung wurden von einem Stahlgitterrohrrahmen getragen, der unter der Motorhaube befestigt war, eine fast identische Bauweise war bereits im Jaguar D-Type verwendet worden. Eine aufsehenerregende Neuerung des Jaguar E-Type war die hintere Doppelquerlenkerradaufhängung an einem eigenen Hilfsrahmen mit einem Längslenker und zwei Feder-Dämpfer Einheiten mit den Antriebswellen als oberen Querlenkern – für die recht konservative britische Automobilindustrie war diese fortschrittliche Bauweise ein Meilenstein.

Jaguar E-Type KAUFBERATUNG – Die Modelle

Die erste Serie des Jaguar E-Type wurde von 1961 bis 1968 hergestellt, bis 1964 wurde der Sportwagen mit einem 3,8-Liter Motor ausgeliefert, der 269 PS leistete. Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h benötigte der Jaguar E-Type etwa sieben Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 241 km/h. 1964 wurde der Motor überarbeitet und aufgebohrt, der Hubraum belief sich nun auf 4235 cm³ (4,2 Liter) – im gleichen Zug wurde die Moss-Box, das bis dahin verwendete Getriebe, durch ein von Jaguar entwickeltes Viergang-Schaltgetriebe ersetzt. Der aufgewertete Motor leistete 269 PS. Die erste Serie des Jaguar E-Type war als zweitüriges Coupé, zweitüriges 2+2 Coupé und als zweitüriger Roadster erhältlich. Die zweite Serie des Jaguar E-Type wurde ab 1968 ausgeliefert- ein Grund für die Überarbeitung des Modells waren vor allem die strengeren Sicherheitsbestimmungen in den USA, so wurde beispielsweise auf die Scheinwerferabdeckungen verzichtet, die Kühleröffnungen vergrößert, neue Blinker und einige andere Details verändert und angepasst. Ab 1971 wurde die dritte und letzte Serie des Jaguar E-Type gefertigt, diese wurde mit einem neu entwickelten 5,3-Liter-Motor ausgeliefert. Die dritte Serie des Jaguar E-Type konnte nicht an die Erfolge der ersten beiden Serien anknüpfen, da der Wagen nicht mehr die gewünschte Agilität und Leistung hatte, blieben die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück. Der Roadster war in der dritten Serie nur noch mit dem langen Radstand der 2+2 Version erhältlich, das kurze Coupé wurde nicht mehr angeboten. Insgesamt wurden etwa 72.500 Exemplare des Jaguar E-Type hergestellt.


Jaguar E-TypeJaguar E-TypeJaguar E-TypeJaguar E-TypeJaguar E-TypeJaguar E-Type


Jaguar E-Type KAUFBERATUNG – Die Sondermodelle

Neben den regulären Modellen des Jaguar E-Type wurden auch einige Sondermodelle angefertigt, darunter beispielsweise der Jaguar E-Type Lightwight von 1963. Dieser war für den Rennsport konzipiert und wich erheblich vom Serienmodell ab, so war das Monocoque aus Aluminiumblechen gefertigt und der hintere Hilfsrahmen wurde vom Jaguar Mark X übernommen. Der verwendete Motor wurde aus Aluminium hergestellt, höher verdichtet und mit überarbeiteten Auslassventilen ausgestattet – die Motorleistung belief sich auf etwa 320 PS. Optisch ähnelte der Lightwight dem Serienmodell, einige Details unterschieden sich jedoch merklich. Insgesamt wurden 12 Exemplare dieser Sonderversion hergestellt. Zwischen 1963 und 1966 wurde der Jaguar E-Type Lightwight bei etlichen Rennen wie dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans und Sebring eingesetzt. Größere Erfolge wurden nicht eingefahren, zu bekannten Fahrern des Wagens gehörten Briggs Cunningham, Peter Lindner und Jackie Stewart. Einen Ehrenplatz der Sondermodelle hält der Jaguar E-Type Lindner-Lightwight inne, der von der britischen Presse häufig als „Low-Drag-E-Type“ bezeichnet wurde. Bei einem tragischen Unfall am 11. Oktober 1964 verunglückte Rennfahrer Peter Lindner in dem nach ihm benannten Jaguar E-Type Lindner Lightwight tödlich.

Jaguar E-Type KAUFBERATUNG – DAs Fazit

Kein Oldtimerfreund kann sich dem Bann des Jaguar E-Type entziehen, die wenigsten können sich diesen Traum jedoch erfüllen. Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Preise im Laufe der Jahre entsprechend gestiegen, zu den günstigsten Versionen gehören die 2+2 Versionen der Serien II und III. Besonders beliebt sind die Roadster, die in der Regel etwa um die Hälfte teurer sind als vergleichbare Coupés. Besonders gefragt sind Roadster mit 4,2-Liter Motor. Am teuersten werden die früheren Versionen des Jaguar E-Type gehandelt, die noch mit den ästhetischen Scheinwerferabdeckungen ausgeliefert wurden. Auch die Roadster-Version mit 12-Zylinder-Motor erfreut sich großer Beliebtheit und erzielt Höchstpreise.

Unabhängig von der Motorisierung und der Karosserieversion wird der Jaguar E-Type für die meisten ein Traum bleiben, denn selbst die „günstigen“ Modelle werden mit 20.000 Euro und mehr gehandelt. Zum Glück bietet die ausschweifende Motorhaube des E-Type mehr als genug Platz für große Träume.


Text Jan Fröhlich // Fotos Classic Trader


Autor: Jan Fröhlich

Jan Fröhlich ist Redakteur beim Classic Trader Magazin und begeistert sich leidenschaftlich für klassische Fahrzeuge. Traum-Klassiker: Mercedes Benz 300 SL & Porsche 356 Eigener Klassiker: Velo Solex 3800 von 1968

Weitere Artikel

Einstiegsklassiker aus Frankreich Renault 4 (1)

Erschwingliche Einstiegsklassiker aus Frankreich

Häufig belächelt und noch häufiger unterschätzt – Einstiegsklassiker aus Frankreich ziehen häufig nur Studienräte und frankophile Liebhaber in ihren Bann, da der automobile Nachlass der Grande Nation zwischen Hochburgen wie Italien, England und Deutschland häufig schlicht übersehen wird. weiterlesen Erschwingliche Einstiegsklassiker aus Frankreich

Fünf Vorkriegs-Klassiker Alfa Romeo 6C 1500 2

Fünf Vorkriegs-Klassiker, die Sie lieben werden

Der Marktplatz bei Classic Trader ist voll mit allerlei spannenden Klassikern, von unbekannten erschwinglichen Einstiegsoldtimern bis zu unerreichbaren Traumklassikern. Manches davon sind allseits bekannte und gefragte Fahrzeuge, andere kaum bekannte Modelle. weiterlesen Fünf Vorkriegs-Klassiker, die Sie lieben werden

Paul Stephens Porsche 911 Le Mans Classic Clubsport

Paul Stephens Porsche 911 Le Mans Classic Clubsport

Der Markt rund um Porsche 911er ist prall gefüllt; originale, restaurierte und „Restomod“-Fahrzeuge, für nahezu jeden Interessenten ist etwas dabei. Wenn jemand weiß, wie man sich innerhalb dieses weiten Spektrums von der Masse abhebt, dann ist das Paul Stephens mit seinem Porsche 911 Le Mans Classic Clubsport. weiterlesen Paul Stephens Porsche 911 Le Mans Classic Clubsport