GP Ice Race 2019 – Zukunft mit Herkunft

GP Ice Race (15)

Erstausgaben haben ihren Reiz, noch dazu wenn diese historische Wurzeln haben, wie das GP Ice Race in Zell am See. In den fünfziger Jahren galt Skijöring, also wenn ein Skifahrer von einem Auto an einem Seil gezogen wird, als gefährlichster Sport überhaupt. Porsche 550 Spyder, 356er und der superleichte vom Rennfahrer Otto Mathé in den fünfziger Jahren konstruierte „Fetzenflieger“ kämpften damals schon in Zell am See um die Positionen.

Historische Vielfalt beim GP Ice Race

Das junge Organisations-Duo Ferdinand Porsche, Urenkel des Firmengründers, und sein Studienfreund Vinzenz Greger stellen gleich in der Erstausgabe des GP Ice Race vom 18. bis 20. Januar 2019 ein Motorsport-Spektakel ohne Beispiel auf die Beine – mit einer Promi-Dichte, die nur noch von Lord of March in Goodwood getoppt wird und einer unglaublichen Fahrzeug-Vielfalt: Schirmherr Hans-Joachim „Striezel“ Stuck zirkelte den Auto Union Typ C-Rennwagen von 1938 um den Eis-Parcours, das Prototyp-Museum in Hamburg präsentierte den authentischen Fetzenflieger mit Fuhrmann-Triebwerk, Emanuele Maria Tabacchi den legendären 550 Spyder mit dem großen von Michael May konstruierten Spoiler, Le Mans-Sieger Marc Lieb einen privaten Porsche 924, Matthias Kahle den Skoda RS, Jochi Kleint den zweimotorigen VW Golf 2 Pikes Peak von 1987, Walter Röhrl den Audi Sport Quattro und Daniel Abt den Formel E-WM-Renner. Der VW-Konzern war also mit nahezu allen Marken vertreten und von den privaten Sammlern, bei denen Fahrspaß über dem Sammeln in beheizten Garagen steht, kam die Vielfalt.

Stilechter Auftritt beim GP Ice Race

Die Solitude GmbH mit dem tollkühnen Skifahrer Rainer Kühlwein startete mit einem Porsche 911 2.0 L von 1968 in der Klasse Skijöring und wurde während der Veranstaltung für das beste Outfit gefeiert. Das Team trat nämlich stilgerecht gekleidet in Gedenken an den legendären Porsche PR-Chef und Rennleiter Huschke von Hanstein an. Der Rennbaron organisierte bereits in den fünfziger Jahren die Porsche-Einsätze in Zell am See und griff dabei auch einmal selbst ans Steuer. Als PR- und Veranstaltungsagentur zeichnet sich die Solitude GmbH durch einen besonderen Schwerpunkt aus: im Kundenauftrag besondere Fahrzeuge aufzuspüren und bei Veranstaltungen historisch fundiert aufbereitet ein Stück Motorsport-Geschichte in Erinnerung zu rufen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Team von ChromeCars, die während des GP Ice Race mit einem großen Aufgebot aufwarteten, darunter befand sich ein Renn-Ovali-Käfer, der bereits das hart materialschlachtende Carrera-Panamericana-Rennen fuhr sowie ein Karmann Ghia-Rennwagen.

Für eine Erstveranstaltung lief alles erstaunlich rund. Befremdend war höchstens die gemischte Wertung, zumindest auf den ersten Blick: Wie soll ein Porsche 356 gegen einen allradgetriebenen Mitsubishi Evo 9 gewinnen? Dieser Mix wertete die richtigen Klassiker etwas ab und rückte dafür die Vielfalt und die Faszination der Neuzeit in den Vordergrund.

Vielleicht ist das sogar der richtige Ansatz, um mehr und jüngere Zuschauer anzusprechen. Denn tatsächlich lockte das Event mehr als 8.000 Besucher bei Dauerfrost hinter dem Ofen vor; auffällig war dabei auch, wieviele junge Menschen darunter waren und bei Instagram ein wahres Feuerwerk an Fotos zündeten. Die Zukunft hat begonnen – und Veranstalter stehen vor neuen Herausforderungen.


Text Tobias Aichele Fotos Audi AG, Porsche AG, Solitude GmbH

Autor: Classic Trader

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