Ford Capri – Coupé-Kult der 70er Jahre

Ford Capri 18

Brüssel 1969: Ford präsentiert einen seiner größten Würfe in der Unternehmensgeschichte: Den Ford Capri. Der Ford Capri versprach das zu sein, wonach sich ein großer Teil der automobilen Welt sehnte. Er sollte kein wartungsintensiver und teurer Exot sein, sondern ein Sportwagen, der eine gehörige Portion Coolness und Fahrspaß auch für überschaubare Summen bot. Ford hatte damit das Pony Car nach Europa gebracht, denn die Nähe zum Ford Mustang ist unverkennbar.

Dabei wäre seine geplante Bezeichnung beinahe „Colt“ geworden. Froh kann man darüber sein, dass Mitsubishi sich diesen Modellnamen bereits patentiert hatte, sodass Ford sich wohl oder übel einen neuen Namen für sein aufregendes Sport Coupé überlegen musste. Die gleichnamige Insel im Golf von Neapel erschien dabei zu Recht als perfekter Namensgeber um auch das nötige sommerlich-sportliche Flair zu verbreiten.



Der Ford Capri als Erfolgsmodell

Als besonders sportlich ambitioniert sind Fords Sechszylinder-Motoren für den Capri zu bezeichnen, die es ihm ermöglichen, die damals „magische“ 200 km/h Grenze zu durchbrechen. Diese Versionen erkannte man an der dezenten Wölbung der Motorhaube. Die Anleihen beim großen Bruder Ford Mustang werden auch hier mehr als deutlich.

Damit hob der Ford Capri sich deutlich von seinen Konkurrenten, wie dem Opel Manta A (ab 1970) und dem VW Scirocco (ab 1974) ab. Besonders der Manta galt lange Zeit als der erbitterte Capri-Konkurrent, wenngleich er nicht nur teurer, sondern im Serientrimm aus Mangel an größeren Motoren auch langsamer war. Gleichzeitig leistete der stärkste Serien-Capri 188 PS aus einem 2,8 Liter Turbo-Motor und bewegte sich damit auf Porsche 924/944 Niveau.

Mit der Kombination aus guten Motoren und günstigen Preisen erreichte Ford in der gesamten Produktion des Capri über 1,8 Millionen verkaufte Fahrzeuge.

Der Ford Capri im Rennsport – vom brachialen Sauger zum Turbomonster

Der mittlerweile gefragteste Ford Capri ist der RS2600. Dieser wurde gleichzeitig als Basis für die Umbauten im Rennsport genommen. Besonders Jochen Mass und Hans-Joachim Stuck konnten Anfang der 1970er auf ihren Werkscapris bei den 24h von LeMans und Spa, in zahlreichen Rallyes sowie auch bei den verschiedenen Tourenwagenmeisterschaften erfolgreich die Konkurrenz abhängen. Dabei erreichten die schärfsten Capris mit Cosworth Saug-Motor über 400 PS.

Mit Erstarken der Turboladertechnik wurde auch beim Ford Capri der ausgereizte 6-Zylinder gegen hochgezüchtete 4-Zylinder Turbomotoren mit bis zu 650 PS in der letzten Ausbaustufe mit 1800ccm ausgetauscht. Diesen „Super Capri“ bewegte Klaus Ludwig zuletzt erfolgreich gegen die mittlerweile überlegenere Konkurrenz aus Zuffenhausen.



Text Martin Pieper Fotos Classic Trader

Autor: Martin Pieper

Martin Pieper schreibt als Redakteur regelmäßig für das Classic Trader Magazin. Neben der Begeisterung für klassische Automobile ist er leidenschaftlicher Motorradfahrer. Traumklassiker: Mercedes-Benz 300 SEL 6.3, Ducati 750SS