ChromeCars öffnet seine heiligen Hallen

Eine Sammlung seltener Automobile zu besichtigen ist ein nicht alltägliches Ereignis. Die exklusiven Fahrzeuge dann aber gleich noch auf wunderschönen Landstraßen quer durch den Thüringer Wald bewegen zu dürfen ganz sicher ein Privileg. Genau dieses Privileg durften am vergangenen Wochenende gleich 20 glückliche Gewinner buchstäblich erfahren. Unsere Freunde von ChromeCars machen es vor wie es geht: Autos sind bekanntlich keine Stehzeuge und erst durch das Fahren, Hören, Spüren und Riechen springt der Funke so richtig über. Einige ausgewählte Fahrzeuge des ChromeCars-Inventars wurden aus den heiligen Hallen nahe Jena geholt, um bewegt zu werden. Dieses Event nennen die Thüringer passend „ChromeCars eXperience“ und sollte nur das erste einer ganzen Reihe sein. In Zukunft kann man eine solche Tour auch buchen, verriet Kai Nieklauson, Chef der „Automotiven Archäologen“.

Aber von Anfang an: Vor ein paar Wochen startete ChromeCars auf Ihrer Facebook-Seite ein exklusives Gewinnspiel. 10 glückliche Gewinner wurden inklusive einer Begleitperson nach Jena eingeladen. Alle Gewinner trafen am Freitag Nachmittag im Steigenberger Hotel Jena ein, wurden begrüßt und konnten sich untereinander schon ein wenig kennenlernen. Nach einer kurzen Ansprache und dem Abendessen ging es dann per Shuttle von Jena nach Laasdorf. In einem eher unscheinbaren Industriegebiet befinden sich die Schatzkammern von ChromeCars. Nach einem kurzen Begrüßungsgetränk ging es dann auch schon direkt in die erste der beiden Hallen. Fachmännisch wurden uns von Kai und Michael alle Autos im Detail vorgestellt und die Teils aussergewöhnlichen Geschichten zu den Fahrzeugen näher gebracht. Fotografieren verboten. Noch sind nicht alle Fahrzeuge der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Gegen Mitternacht waren wir zurück im Hotel. Ab ins Bett, denn um 7 Uhr morgens sollte es losgehen! Schliesslich müssen wir am nächsten Tag über 250 Km quer durch den Thüringer Wald absolvieren.

Am nächsten Morgen wurden die zahlreichen Schätze zum Leben erweckt, der Luftdruck kontrolliert, Aufkleber angebracht und von jedem Fahrer zum Hotel pilotiert um die jeweiligen Beifahrer für den Tag einzusammeln. Ab dem Hotel teilten sich die Teilnehmer in kleinere Gruppen von 3 bis 4 Fahrzeugen. Die Beifahrer waren dank SmartPhone Navigations-App bestens gerüstet um die vorher geplante Route fehlerfrei abzufahren. Den ersten Stopp legten wir nach einer atemberaubenden Bergetappe ein. Auf einem Parkplatz hiess es dann Aufstellung fürs Gruppenfoto via Drohne nehmen. Weiter ging es über wunderbar kleine Landstraßen zum Schlosshotel Weissenburg, wo wir uns zu einer kleinen Rast und einem Kaltgetränk alle wiedergetroffen haben. Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, wir hatten noch einiges vor uns!  Also wieder rein in den Dino. Ja, Du hast richtig gelesen! Aus meiner Sicht habe ich das ganz große Los gezogen und wurde dem roten Flitzer aus Italien zugeteilt. 🙂

Nach weiteren Traumstraßen und unzähligen Kurven gen Süden erreichten wir Ilmenau, Heimat von ChromeCars-Freund Marek und stolzem Besitzer von Futurliner #7 welcher erst kürzlich vom ChromeCars-Team in den USA aufgespürt und aufwändig nach Thüringen gebracht wurde. Bei Marek gibt es aber noch einen weiteren Schatz zu entdecken. Und dieser stand wie ganz selbstverständlich einfach so auf dem Parkplatz herum. Die Rede ist von BMWs wohl ältestem Kompressor-Rennwagen, dem BMW KR6.  In selbigem begleitete Marek dann auch unseren Tross die Strecke vom legendären Gabelbach-Rennen hoch zu unserem eigentlichen Mittagsstopp – Dem Berg & Jagdhotel Gabelbach.

Gut gestärkt und voller Vorfreude ging es dann weiter. Es stand ein Fahrzeugwechsel zur Halbzeit an. Mit den Gedanken: „Wie soll es nach dem Dino noch eine Steigerung geben?“ stand er da. Eine Legende in Silber. Der BMW 2002 turbo! Die nächsten rund 150 Kilometer sind kaum in Worte zu fassen, daher versuche ich es gar nicht erst. Der blanke Wahnsinn was der Turbo-aufgeladene Motor bei höheren Drehzahlen mit dem kleinen BMW veranstaltet. Der nächste und letzte Stop – wieder ein absolutes Highlight der Strecke – die Talsperre Hohenwarte. Die letzte Etappe zurück ins Hotel in Jena hatte dann noch einmal alles, was man sich landschaftlich und streckenmässig nur wünschen kann. Tiefe Sonne, verträumte Örtchen und unendlich lange, einsame Landstraßen.

 

Was das Team hier mit der ChromeCars eXperience auf die Beine gestellt hat, verdient gebührenden Respekt. Nicht nur, dass diese exklusive Sammlung im Rahmen eines buchbaren Events besichtigt werden kann, wir durften die edlen Schätze auch wahrhaftig erfahren. Ein Händler-Beispiel das gerne Schule machen darf. Ein riesengroßes Dankeschön für diese Offenheit an Kai, Oli, Michael und das gesamte Team.

Fotos // ChromeCars

Autor: Timo Joost

Timo Joost ist Gründer & Geschäftsführer von Classic Trader. Wann immer es seine Zeit erlaubt schreibt Timo selbst für das Classic Trader Magazin. Traum-Klassiker: Porsche 550 Spyder & Jaguar C-Type Eigener Klassiker: MGA 1500 Roadster von 1955