Christian-Oscar Geyer von C.O.G. Classics im Portrait

Die Geschichte von C.O.G. Classics ist eng verwoben mit den ersten Begegnungen und Erinnerungen von Geschäftsführer Christian Oscar-Geyer an Autos in der Kindheit. Seinen eigenen Erinnerung nach hatte Geyer schon immer mit Autos zu tun gehabt: von klein auf waren seine Lieblingsspielzeuge Autos. Besonders der Matchbox-Koffer hatte es ihm angetan – der musste sogar mit in den Urlaub. Und der Urlaubsort in der Toskana wurde natürlich mit dem Familien-Auto, einem Alfa Romeo Berlina 2000, angesteuert.

Diese ersten automobilen Erinnerungen prägten ihn genauso wie die Spielzeugauto-Sammlung. Während des Studiums leistete sich Geyer schließlich das erste eigene Auto: einen gelben Triumph Spitfire. Der erste eigene Wagen war allerdings ein Reinfall. Wie sich später herausstellte, war der Roadster aus vier Autos zusammengebastelt. Schnell wurde der Triumph durch einen grünen MGB ersetzt, den Christian-Oscar Geyer immer noch besitzt.

Zunächst näherte sich Geyer nur aus privatem Interesse den klassischen Automobilen.

Seine eigene Leidenschaft für die klassischen Fahrzeuge, die ihn seit seiner Kindheit begleitet, macht er schließlich zur Grundlage für seinen Betrieb. Das Hobby wurde kurzum zum Beruf gemacht.

Sein Antrieb war von Anfang an – und das sagt und meint er ganz unprätentiös – den Kunden in jeglicher Hinsicht den bestmöglichen Service und das bestmögliche Angebot zu machen. Es geht nicht um das reine Verkaufen. Interessenten nimmt er mit auf den Weg, seine automobile Leidenschaft zu teilen. So bietet er bei C.O.G. Classics nur Fahrzeuge an, die er sich selbst auch kaufen würde. Was dazu führt, dass es ihm und seinen Mitarbeitern nicht selten schwerfällt, sich zu trennen, wenn ein Auto aus dem Showroom rollt. Das Motto lautet also: Verkaufe kein Auto, welches du nicht auch selber behalten würdest“.

Und der Kauf eines Oldtimers ist eigentlich nur der erste Schritt der Passion für die Automobilgeschichte. Daher stand für Christian-Oscar Geyer als nächster logischer Schritt eine Oldtimer-Werkstatt auf dem Plan. Schließlich möchte jeder Liebhaber sein Fahrzeug in guten Händen wissen. Die Werkstatt von C.O.G. Classics ist, ebenso ist wie der Showroom, in Düsseldorf angesiedelt, gut erreichbar auch für Kunden aus dem Ausland.

Der zweite Standort ist sein Bauernhof im Münsterland

Auf dem „Landsitz“ sind weitere Fahrzeuge verfügbar; mehr noch, der Ort lädt dazu ein, Freunde und Kunden zu empfangen, um die Gegend und die Autos bei einer Probefahrt zu erkunden.

Wenn man sich in den Showrooms von C.O.G. Classics umschaut, sticht einem nicht direkt ein Markenschwerpunkt ins Auge. Das Autohaus hat sich nicht auf einzelne Hersteller spezialisiert, sondern legt den Fokus auf die Geschichte der individuellen Autos. Vor allem der Zustand, die Historie und die Originalität der angebotenen Fahrzeuge sind Geyer und seinem Team wichtig. Waren vor 10 bis 20 Jahren noch möglichst komplett restaurierte Klassiker gefragt, sind heute geringer Kilometerstand, Herkunft und Originalität ausschlaggebende Verkaufskriterien.

Einsteigern in die Old- und Youngtimer-Szene empfiehlt Geyer, nach einem für sie passenden Fahrzeug Ausschau zu halten. Der größte Fehler, den Kaufinteressenten machen können, liegt darin, die Reparatur-Folgekosten zu unterschätzen. Das alte Sprichwort „wer billig kauft, kauft zweimal“ hat hier Bestand; und so wird aus einem vermeintlich günstigen Auto schnell ein teures. Da er als junger Käufer selbst diese leidvolle Erfahrung gemacht hat, rät Geyer Kaufinteressenten: Lieber sollte man gleich ein gut erhaltenes Auto kaufen, denn dieses steigt im Wert oder erhält diesen zumindest.

Auch wenn Christian-Oscar Geyer in seinem Betrieb keinen Marken-Schwerpunkt ausgerufen hat, so gibt es doch für ihn privat Marken und Modelle, die ihn geprägt haben oder mit denen er eine Geschichte verbindet. So wie sein MGB, den er als Student aus den USA importierte und den er seit über 30 Jahren fährt. Selbstverständlich trägt der Roadster das Label „Unverkäuflich“, für Geyer ist der MGB mit das beste und zuverlässigste Auto in seiner Klasse. Durch günstige Ersatzteile und regelmäßige Wartung ist dieses Fahrzeug im wahrsten Sinne „nachhaltig“.

Auch ein Honda S 800 hat es ihm angetan. So sehr, dass er (s)ein Coupé fünf Jahre nach dem Verkauf kurzerhand zurück erwarb. Anderseits gibt es noch die unerfüllten Träume der Kindheit, wie den Lamborghini Miura.

Bange wird Geyer nicht, beim Blick in die Zukunft der klassischen Mobilität. Er ist vom Fortbestehen des Oldtimermarktes und -handels überzeugt. Durch die aufkommende Elektromobilität werden vermutlich die aktuellen Youngtimer der 1980er und 1990er die letzten Fahrzeuge sein, die noch als Verbrenner zu Oldtimern werden. Automobiles Kulturgut für ihn somit nicht unbedingt der Supersportwagen, sondern kann auch ein alter Fiat Panda sein, der 50 Jahre in der Garage geschlummert hat.

Christian-Oscar Geyer sieht zwei Arten von Sammlern – und auch von Kunden: die einen kaufen sich das Fahrzeug, um es in die Garage zu stellen und hoffen, es im nächsten Jahr für das Doppelte zu verkaufen. Die anderen fahren regelmäßig ihre Fahrzeuge aus, haben Spaß am Fahren und dem Charme ihrer Autos. Er selbst zählt sich zu den letztgenannten.

Ob als Wertanlage oder als Daily Driver, der große Wunsch von Geyer ist, dass das Thema automobiles Kulturgut noch lange existiert und die Schätze erhalten bleiben, egal ob Supersportwagen oder VW Käfer. Gerade in diesem Moment, wo das Ende des Verbrennungsmotors absehbar scheint, gilt es das kulturelle Erbe hochzuhalten und die Kostbarkeiten mitsamt ihrer manchmal kuriosen Geschichte zu bewahren.

KONTAKT

C.O.G. Classics GmbH
Christian-Oscar Geyer
Fichtenstraße 44
40233 Düsseldorf

 

Autor: Classic Trader

Die Classic Trader Redaktion besteht aus Oldtimer-Enthusiasten, die Euch mit spannenden Geschichten versorgen. Kaufberatungen, unsere Traum Klassiker, Händlerportraits und Erfahrungsberichte von Messen, Rallyes und Events. #drivenbydesire

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