C’était une urgence – Simon Kidston gibt Gas fürs Rote Kreuz

C’était une urgence Simon Kidston

1976 ging es im Kurzfilm C’était un rendez-vous nur um eine romantisches Date in Paris, heute geht es im Kampf gegen die COVID-19 Pandemie um so viel mehr. Simon Kidston hat sich dafür mit C’était une urgence eine moderne Interpretation des Klassikers überlegt , um für das italienische rote Kreuz Spenden zu sammeln.

Der französische Regisseur Claude Lelouch drehte 1976 einen rasanten Kurzfilm, C’était un rendez-vous. Ungeschnitten zeigt eine an der Stoßstange montierte Kamera die Hetzfahrt quer durch das frühmorgendliche Paris, über die Champs Elysées, am Triumphbogen vorbei, den Montmartre hoch, bis der Fahrer endlich seine Freundin auf den Stufen vor Sacré Coeur treffen kann. Knapp neun Minuten dauert die Fahrt über rote Ampeln und weit über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit.

Auf das richtige Tempo und die schnelle Reaktionsfähigkeit kommt es auch heute an. Weltweit muss man sich dem Coronavirus beziehungsweise COVID-19 stellen. Für jede unmittelbar oder mittelbar betroffene Person hat die aktuelle Situation Auswirkungen. Gerade auf die Gesundheitssystem wirken seit Monaten ungeahnte Belastungen ein. Besonders im schwer getroffenen Italien arbeiten die Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger unter schwer vorstellbaren Bedingungen, zum eigenen Leidwesen, aber auch dem ihrer Patienten.

C’était une urgence – Keine Zeit zu verlieren

Wegen der aktuellen Zustände hat der britische Oldtimerhändler, Sammler und Journalist Simon Kidston eine Kampagne ins Leben gerufen, um das italienische rote Kreuz zu unterstützen. Dabei erinnerte er sich an den Kurzfilm von 1976 und übersetzte ihn einfach ins heutige Rom. In ähnlicher Bildsprache schnallte das Team von Kidston Productions eine Kamera an die Stoßstange eines Autos, das quer durch das frühmorgendliche Rom rast.

Claude Lelouch wählte 1976 einen Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 (W116) wegen der Leistung, aber vor allem wegen der ruckelfreien Aufnahmen dank des guten Federungskomforts. Die hydropneumatische Federung, die in der 6.9-Liter-Version serienmäßig an Bord war, erlaubte nicht nur den Insassen souveränes Gleiten, auch die Kamera lieferte so ruhigere Bilder. Um klanglich etwas mehr Emotion aufkommen zu lassen, fuhr er später die Strecke nochmals mit einem Ferrari 275 GTB ab und mischte sie unter die Bilder.

Simon Kidstons Auto der Wahl im aktuellen Kurzfilm ist ein FIAT 125 Speziale mit auf circa 100 PS gesteigerter Leistung. Und auf dem Dach das Blaulicht mit der seinerzeit gängigen Sirene. Die Fahrt ist nicht minder spannend als 1976 und die Message ist noch wichtiger als damals, als am Ende der Fahrer dem Roten Kreuz das helfende Paket vor der Kirche Santissima Trinità dei Monti oberhalb der Spanischen Treppe übergibt.


Mehr zur Unterstützung der Kampagne C’était une urgence finden Sie hier.


Fotos und Videos Kidston Productions

Autor: Paolo Ollig

Paolo Ollig schreibt als Chefredakteur regelmäßig über alle Raritäten und Meilensteine der Automobil- und Motorrad-Geschichte. Traum-Klassiker: Lamborghini Countach und Mercedes-Benz 300 SL. Eigener Klassiker: Mercedes-Benz 230 CE (W123) von 1981.

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