Kolumne Wertewandel | Austin-Healey 3000 – Ein waschechter Roadster

1964 Austin-Healey 3000 Mk III (BJ8) Roadster I

Heute – lange nach der Blütezeit eines Austin-Healey 3000 – werden Fahrzeuge gern als Roadster bezeichnet, die der ursprünglichen Idee gar nicht mehr entsprechen: kein festes Dach oder klappbares Verdeck, das jedoch im Notfall mit einfachsten Mitteln verschlossen werden kann. Also wenig Komfort und viel Fahrvergnügen durch geringes Gewicht bei einem Zweisitzer. Dazu gehören dann Begriffe wie Notverdeck, einsteckbare Seitenscheiben oder sogenannte einzelne Brooklands-Scheiben.

Austin-Healey 3000 – Hauptsache Offen

Die British Motor Corporation (BMC) der 50er Jahre stand mit dem Austin-Healey für ganz besondere Vertreter dieser Spaßautos. Von 1959 bis 1967 wurde der 3000 produziert, der mit seinem Namen die aufgerundete Hubraumgröße von 2.912 cm3 angab. Mit seinem 124 PS leistenden 6-Zylindermotor erreicht der Roadster einen Top-Speed von 186 km/h. Der Healey ist ein leichtes Fahrzeug, das nur rund 1.100 kg auf die Waage bringt und serienmäßig weder über Radio oder Heizung verfügt. Front und Heck sind aus Aluminium und Stahl. Und um das Verdeck zu öffnen sind einige fummelige Handgriffe und locker 10 Minuten notwendig. Dann ist der Austin-Healey 3000 mit seiner einfachen Technik ein kerniger Sportwagen, der als MK I noch mit seitlichem Schalthebel geschaltet wird.

1962 Austin-Healey 3000 Mk II (BJ7)-a

Die erste Baureihe BN7 ist der 2-Sitzer und als BT7 nominal ein 2+2-Sitzer. 1961 erhält er einen komplizierten Dreifachvergaser und schärfere Nockenwelle und erreicht 132 PS. Als Mk II wurde er zwar nur zwei Jahre, aber mit über 11.200 Einheiten gebaut. Damals kostete der 2+2-Sitzer schon rund 13.000 D-Mark.

Als MK III (BJ8) starten 1963 mit 150 PS die letzten 5 Jahre der Produktion. Es verlassen rund 17.700 Fahrzeuge die Fabrik und insgesamt über 42.000 Exemplare in der gesamten Bauzeit seit 1959. Heute sind fast alle restauriert und auf den ersten Blick der Inbegriff eines britischen Roadsters. Die Preise spielen sich um die 50.000 € ab.

Der Roadster als Rallye-Schwein

Austin-Healey erzielte ungezählte Erfolge im Motorsport, denn durch die leichte Karosserie, den zuverlässigen und zugleich drehmomentstarken Motor hatte er die besten Voraussetzungen. Pat Moss, die Schwester von Stirling Moss, war Rallye-Fahrerin und eine der ersten Frauen im Motorsport. Ihrem Austin-Healey 3000-Werkswagen gab Sie den Spitznamen „The Pig“, wegen des schwer zu beherrschendes Fahrverhaltens. Dennoch feierte der Austin-Healey 3000 Anfang der 1960er Jahre diverse Erfolge und Rallye-Siege.

1962 Austin-Healey 3000 Mk II (BT7)


Fotos Iconic Auctioneers, Courtesy of RM Sotheby’s

Autor: Martin Sölter

Martin Sölter betreut und berät als Account Executive bei MSX die Marken des Volkswagen Konzerns beim Outsourcing von Geschäftsprozessen und hat einen Lehrauftrag im B.A. „Automotive & Mobility Management“ an der privaten Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Köln.

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